Montag, 13. Oktober 2014

Hunger und Angst - Leptin und das Neuropeptid Y



Kennt ihr schon Leptin? - Leptin ist ein Hormon, welches man vor 20 Jahren entdeckt hat und von dem man rausgefunden hat, dass seine Wirkung ist Sättigung zu vermitteln. Zunächst dachte man, das dieses Hormon nun die Lösung für alle Gewichtsprobleme der Welt sein könnte, weil übergewichtige Mäuse, wenn man ihnen Leptin injiziert hat, plötzlich abnahmen. Die Pharmaindustrie leckte sich die Finger danach Leptin in Medikamente zu verpacken und übergewichtigen Menschen zu verschreiben, aber leider sollte das alles nicht so funktionieren, denn es stellte sich heraus, das übergewichtige Menschen ganz und gar keinen Leptinmangel haben, sondern, dass ihr Leptinrezeptor nicht richtig funktioniert. Leptin wird vom Fettgewebe selbst produziert, was ja auch Sinn macht, denn fette Menschen bräuchten eigentlich keinen Hunger zu haben oder was zu essen. Weil der Leptinrezeptor aber nicht richtig funktioniert haben sie trotz hoher Leptinmengen im Blut immer noch Hunger.

Nun habe ich vorgestern durch Zufalle erfahren, dass Leptin Zellen im Hypothalamus hemmt, die das Neuropeptid Y produzieren, von dem ich noch nie gehört hatte. Aber ich war sicher, dass wenn es mit Leptin zu tun hat, es sicher spannend sei sich damit zu beschäftigen. Wikipedia hat einen interessanten Eintrag dazu und zwar heißt es dort:

„Dieses Peptid ist physiologisch an der zentralnervösen Steuerung des Hungers und der Angst, der präsynaptischen Regulation von Neurotransmittern, der Kontrolle epileptischerKrämpfe, der Blutgefäßkontraktion, der Insulinfreisetzung und der Steuerung der Motilität im Magen-Darm-Trakt beteiligt. Darüber hinaus konnte für das Neuropeptid Y eine gewebshormonartige Wirkung auf das Immunsystem nachgewiesen werden. „

Und weiter unten dann:

„Eine Forschergruppe des Max-Planck-Instituts in Heidelberg veröffentlichte im Dezember 2011 die Ergebnisse einer Studie an Mäusen, nach der intensive mütterliche Fürsorge in den ersten Lebenswochen bei Säuglingen die Entwicklung des Neuropeptids fördert. Im Erwachsenenalter seien diese besser in der Lage, mit Stress und Angst umzugehen.[2] „

Also, meine Mutter ging bereits wieder arbeiten, als ich nur ein paar Monate alt war und ich kann echt gar nicht mit Stress und Angst umgehen und wenn ich Stress und Angst habe, kriege ich auch Hungerprobleme bzw. Appetit! - Ha, Neuropeptid Y ist schuld.

Jetzt macht es aber noch ein paar anderes Sachen und „steuert“ vor allem Menchanismen. Leider konnte ich nicht finden ob es sie verstärkt oder hemmt. Es ist beteiligt an Schlaf-Wach-Rhythmus, an der Bewegung des Darms, an der Verengung der Blutgefäße und am Immunsystem. Schlussendlich macht es da auch Sinn, dass der Leptinrezeptor nicht mehr einwandfrei arbeitet, denn wenn Leptin an den Rezeptor andocken könnte, würde es ja die Ausschüttung von Neuropeptid Y verhindern und damit die Steuerung all dieser anderen Dinge beeinflussen. - Tatsächlich hat man noch nicht rausgefunden, warum der Leptinrezeptor nicht funktioniert, aber ich glaube es ist genau deshalb. Der Insulinrezeptor funktioniert ja auch dann nicht mehr, wenn die Zelle versorgt ist mit aller Energie, sprich reichlich Fett, und nicht mehr aufnehmen sollte.

Naja, auch Barnard schreibt in Turn Off the Fat Genes: The Revolutionary Guide to Losing Weight auch viel über Leptin. Man müsse sein Leptin wieder dazu kriegen ordentlich zu funktionieren. Die Sache ist nämlich die, dass, wenn man hungert, bzw. Kalorien reduziert der Leptinspiegel im Blut abfällt, weil das Fettgewebe bereits dann erkennt, dass es keinen  Nachschub bekommt. Ohne Leptin also Hunger. Deshalb ist Barnard auch kein Fan von kalorienredduzierten Diäten sondern eben von fettreduzierten Diäten. Leptin kann nämlich auch noch folgendes: Fettspeicher reduzieren, Fettverbrennung maximieren und die Fähigkeit verbessern Zucker zu verstoffwechseln. Quelle ist die Lancet 1998 Deshalb ist für Barnard die Lösung mitthilfe eine fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Ernährung die Funktionsfähigkeit von Leptin zu verbessern oder zu erhalten...was jetzt zwar nichts mit dem Neuropeptid Y zu tun hat, aber interessant ist.

Am Neuropeptid Y fand ich, als jemand mit funnktionierendem Leptin-Rezeptor, jedenfalls interessant, dass es sich sowohl auf Hunger als auch auf Angst auswirkt und das zu verwechseln kann einen in Teufelsküche bringen. Oder ich denke auch, dass wenn man viel Fett hat und viel Leptin produziert, man die Ausschüttung von Neuropeptid Y hemmt und man so weniger Angst erlebt und sich so tatsächlich einen „Schutzpanzer“ angefressen hat. - Schlussendlich weiß ich aber mal wieder zu wenig darüber, und auch die Wissenschaft weiß zu wenig darüber, am Hunger-und-Sättigungsmechanismus wird aufgrund der Pandemie an Fettleibigkeit intensiv geforscht, aber nichts genaues weiß man.

Menü des Tages am 12. Oktober

Haferflocken, Banane, Rosinen, Zimt, Hafermilch, Sesam, Chia


4 Grüntee

4 Kirschbomben

Rest Brokkoli vom Vortag
Gemüseburger in Dinkel-Hefe-Brötchen
Dark Nougat Crisp Vivani

Banane
2 Ringe Ananas

2 koffeinfreie Kaffee mit Hafermilch und Stevia
2 Bier

Ich war nachmittags bei einem Freund zum Kaffee eingeladen und habe meinen Kaffee und meine Milch selber mitgebracht. Genau so wie das Stevia. Da der alles aber so nett war hat sich das Treffen bis in den Abend gezogen, wir haben noch Bier getrunken und dummerweise überhaupt gar nichts mehr gegessen, und das obwohl ich extra Abendessen vorbereitet hatte, denn ursprünglich wollte ich früher nach Hause gehen. - Das ist meine allergrößte Schwäche: Wenn es in Gesellschaften nett ist, kann ich mich nicht losreißen, daher bin ich auch immer die Letzte auf Parties. Ganz schrecklich...

Die Kirschbomben habe ich leider vergessen zu fotografieren, aber das ist ein veganes Lebkuchengebäck nut Kirschfüllung, was ich letzten Winter in der Vorweihnachtszeit im Veganz in München entdeckt habe und was mir im Biolande gar nicht aufgefallen ist. Jetzt ist der Weihnachtssüßkram wieder da und ich hab ne Packung Kirschbomben gekauft, was gar nicht mal schlecht war nach dem Joggen. Füllt die Glykogenspeicher wieder auf und Lebkuchen ist relativ fettarm für Weihnachtsgebäck. Aber ich nehme an, darüber wird es sehr bald noch weitere Einträge geben...

Alles Liebe,

Silke


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