Ich bekam gestern früh eine Nachricht von einer veganen Freundin. Ihr Freund läge seit 2 Wochen in Köln in der Uniklinik und habe einen Bypass bekommen. Sie beklaghte sich besonders darüber, dass das Essen dort im Krankenhaus so katastrophal sei, und wie man dabei denn gesund werden könne. Sie würde ihm jeden Tag was Frisches ins Krankenhaus mitbringen, aber auch Süßigkeiten, weil er sich das wünsche und sie könne ihn ja nicht bevormunden. Ich hab sie gefragt ob ihr Freund denn auch vegan leben würde.- Nein, das täte er nicht, er sei omnivor, esse aber auch Süßigkeiten und Alkohol. Dennoch sei seine Ernährung wahrscheinlich um Längen besser als die von Otto Normalverbraucher.
Nun muss man dazu sagen, meine Freundin is(s)t vegan und kocht jeden Abend frisch. Ich hab keine Ahnung, wie alt ihr Freund ist, aber ich nehme an nicht über 60, da sie eher in meinem Alter ist. Er hatte panische Angst vor der OP und sie wäre auch knapp schief gegangen. Fast wäre er im OP verstorben.
Und wofür das alles? Weil er sich ihrem veganen Essen gegenüber verweigert. Das sei seit einiger Zeit so, erzählte sie.
Mit Bypässen (ist das der Plural?) ist das ja so: Man bastelt sie aus einem Gefäß im Bein, welches aus dem Bein raus geschnitten wird und pflanzt sie ans Herz dran. So ein Bypass hält nicht ewig. 10 Jahre, maximal 20. Mit gaaaaanz viel Glück. Dann ist das Gefäß hinüber. Aber irgendwann hat man auch keine Gefäße mehr im Bein, die einem für neue Bypässe zur Verfügung stünden. Wenn man also mit 50 einen Bypass bekommt, kann man fest davon ausgehen, dass man mit 70 tot ist. Punkt. Keine Diskussion. Das ist so. Spätestens mit 70, wahrscheinlich aber mit 60 schon.
Es sei denn, man wechselt zu fettarmer, vollwertiger Ernährung! Siehe Dr. Esselstyns Patienten in Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch
Und warum diese Geschichte so viel tragischer ist als die gestern: Meine Freundin setzt ihm quasi jeden Tag die Gesundheit auf dem Silbertablett vor die Nase, und er sperrt sich dem gegenüber. Er geht lieber in die Uniklinik, läßt sich das Bein und die Brust aufschneiden und stirbt fast im OP nur weil das was sie kocht, und sie kocht sehr gut, "vegan" ist. Sie sollte es lieber als "lebensrettend" statt als "vegan" titulieren, dann würde er es vielleicht essen. Sie hofft jetzt, dass die ihm in der Reha was darüber erzählen, wie er sich besser ernähren kann, aber das bezweifele ich doch auch sehr. Es ist einfach so, dass sich die Arbeit von Ornish und Esselstyn noch nicht ausreichend rumgesprochen hat.
Ein Oberarzt einer Uniklinik ist vielleicht 50-60 Jahre alt. Der hat in den 80er Jahren Medizin studiert. Die Arbeit von Ornish und Esselstyn ist aus den 90ern. Kein Arzt hat Zeit alle wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu lesen und so ein Herzchirurg hat sein Augenmerk nun mal auch nicht auf Ernährung, sondern auf Chirurgie! Auf neue Operationtechniken.
Und vielleicht ist das auch gar nicht verkehrt, denn Patienten wollen Ernährungsratschläge ja eh nicht hören.
Mal angenommen in der Uniklinik gäbe es veganes Essen (die Robert-Koch-Mensa ist nur 500 m entfernt und da gibt es veganes Essen - da kann man als Patient auch hin gehen!), würden die Patienten nicht auch darüber meckern und zuhause dann das essen, worauf sie Bock habe?
Bezeichnender Weise sprach mich gestern Abend in der Vorlesung eine Kommilitonin an, die im Herzzentrum einen 400 €-Job macht - genau da, wo der Freund meiner Freundin auch liegt. Sie will Herzchirurgin werden und ist der einzige Grund, warum ich Menschen Dreck essen lasse, wovon man herzkreislaufkrank wird: Meine liebe Kommilitonin braucht ja auch noch Arbeit!!!
Jedenfalls sagte sie zu mir:
"Silke, ich weiß einfach nicht, ob ich mich richtig ernähre. Die Leute im Herzzentrum sind alle übergewichtig, 90% von denen. Sie haben alle Diabetes und Bluthochdruck und ich weiß nicht ob es ausreicht, wenn ich einfach nur versuche nicht dick zu werden"
Ich: "Lies Dr. Caldwell Esselstyns Buch Prevent and Reverse Heart Disease: The Revolutionary, Scientifically Proven, Nutrition-Based Cure
Sie: "Und? Was muss ich essen?"
Ich: "Gar keine tierischens Produkte und vollwertig. Mit relativ wenig gesättigtem Fett und Fett überhaupt"
Und dann kamen zwei weitere Kommilitonen in die Diskussion und ich habe mit Ärztenamen und Büchern und Studien um mich geworfen, über Barnard, über Diabetes über "Krebszellen mögen keine Himbeeren" und ein Vegetarier sagte zu mir:
"Ne, ist klar, Krebs mit Ernährung bekämpfen. Als ob die Krebszellen dann aufhören würden Glucose zu verstoffwechseln"
Ich: "Erstens verstoffwechseln sie Fructose weitaus lieber und zweitens sind in Pflanzen sekundäre Pflanzenstoffe die das Immunsystem stärken und damit Krebs bekämpfen können"
Er: "Was hat denn das Immunsystem mit Krebs zu tun?"
Ich: "Das Immunsystem macht Krebszellen platt"
Er: "Und dazu braucht der Körper sekundere Pflanzenstoffe? Um das Immunsystem zu stärken"
Ich: "Exakt. Das und noch ein paar andere Dinge."
Er: "Hmm, das haben wir noch nicht gelernt."
Und damit war die Diskussion beendet.
Und deshalb falle ich lieber beim ersten Mal durch jede Klausur durch, statt nur dröge per "Bulemie-Lernen" alles an Lernstoff in mich rein zu fressen und es dann für die Klausur wieder auszukotzen. Ich gucke lieber vorher noch mal rechts und links und verschaffe mir ein profundes Wissen über den Stoff.
So, und jetzt habe ich mich genug aufgeregt...Aber falls jetzt jemand mehr über und von Dr. Esselstyn hören möchte, sei ihm dieser Vortrag wärmstens ans Herz, besonders ans kranke Herz (hihi), gelegt!
Menu des Tages am 29. Juli
Rest rohes Müsli + eingeweichter Buchweizen mit Sunwarrior, Traubenkernmehl, Banane, Leinsamen und Aprikosen
3 g Spirulina
2 Grüntee
Greensmoothie aus Mango, Banane, Feldsalat, Leinsamen und Wasser
2 Calabacitas
Rest Macaroni als Forno
5 Blaubeerkuchen-Trüffel
1 TL Carobella
2 Calbacitas
Das Calabacita-Rezept war einen Addaption von einem Rezept aus Barnards Buch The Cancer Survivor's Guide: Foods That Help You Fight Back
Es war das Beste Essen an das ich mich seit dem Stracciatellaeis erinnern kann! Und das beste herzhafte Essen seit Wochen. Zudem hatten 2 von den Wraps auch nur 400 kcal. Einziger Wehrmutstropfen: Der Bioladen führt keine Vollwertfladenbrote. Ich fürchte ich muss demnächst selber welche backen...
Darüber hinaus habe ich gestern erstmals Liegestütze gemacht. Mit Hängen und Würgen habe ich 10 geschafft. Ich Schlappschwanz!:-)
Aber so ist das immer, wenn man mit irgendeiner Kraftübung anfängt. Und es ist supergeil dann zu beobachten, wie man immer stärker wird. Und Muskeln, verbrauchen auch in Ruhelage schon Kalorien - im Gegensatz zu Fettgewebe!
2153 kcal, alles drin, 24,2% Fett. Ich kenn mich aus. Omega 3:6 war 1:4.
Last but not least:
Ich hab immer noch Ombar grüntee-limone für 2,32 € statt 2,89 € und
Ombar probiotic strawberry zum selben Preis!
Alles Liebe,
Silke
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