Sonntag, 14. August 2016

Raus aus der "Müll-Matrix"



Alle, die mir auf YouTube folgen wissen bereits, dass ich ein neues Hobby habe: Zero Waste 

Zero Waste ist eine Bewegung ähnlich dem Minimalismus, teilweise zu seiner Ergänzung, teilweise ihm entgegengesetzt. Es geht darum keinen Müll zu machen. Am besten überhaupt keinen. Kompost ist ok, der ist ja biologisch abbaubar, aber auch Plastik zu kaufen, das recycelbar ist, sollte möglichst vermieden werden, denn für das Recyceln wird ja auch wieder Energie verwendet und außerdem kann eh nur ein Teil von allem, was wir in den Gelben Sack geben tatsächlich auch wiederverwertet werden.

Das alles war mir völlig neu. Wie die meisten Leute voll in der "Ernährungsmatrix" hocken und absolut keine Ahnung haben wie wirklich gesunde Ernährung tatsächlich geht, hocke ich in der "Müll-Matrix". Ich weiß so ein bisschen darüber, wie die meisten Menschen wissen, dass Obst und Gemüse gesund ist und Fett und Zucker nicht. So weiß ich, dass man Müll trennen muss und mache das auch. Ich kaufe auch Recyckling-Toilettenpapier und Taschentücher, kaufe Biowaschmittel und Spüli und solche Sachen. Ich habe mir aber kaum je Gedanken darüber gemacht, was mit meinem Plastikmüll tatsächlich passiert. Außerdem sind mir die Regeln des Mülltrennens auch nicht zu 100% klar. Und ich habe auch nie darüber nachgedacht, ob es einen Grund dafür gibt, dass ich in meiner gesamten Nachbarschaft keine Tonnen für Bioabfälle sehe. Totale Matrix also: Der Müll wird abtransportiert von anderen Leuten, aus den Augen aus dem Sinn. Ich trenne, weil das irgendwie meine staatsbürgerliche Pflicht ist und denke das reicht. Ist nicht mehr mein Problem der Müll. Ich hab alles richtig gemacht und es getrennt.

So machen andere Leute das mit ihrer Gesundeit. Konsumieren wild auf sich zu, wissen nicht, wie sie das verantwortungsbewusst bewerkstelligen können, werden krank, rennen zum Arzt, der den Müll im Körper irgendwie weg machen soll und der Krankenschein wird dann aus staatsbürgerlicher Pflicht dem Arbeitgeber vorgelegt.

In beiden Fällen werden nur Symptome beseitigt aber nicht Ursachen. Die Umweltwissenschaftlerin Lauren Singer, die mit ihrem Zero Waste Lifestyle berühmt geworden ist, verwendet für die Müllproduktion das selber Gleichnis wie die plantbased Doctors, wenn diese über Schulmedizin sprechen: Es ist so als hätten wir ein überlaufendes Waschbecken in welches permanent ein Wasserhahn sein Wasser ergießt und alles was wir machen ist den Boden sauber zu wischen um den Schaden zu beseitigen. Wir versuchen die Symptome weg zu machen, statt an der Ursache zu schrauben und einfach mal den Hahn zuzudrehen!

Mit dem Müll ist es das selber. Jeder einzelne hat es per Nachfrage im Griff was die Hersteller produzieren. Jeder der was verkauft will Geld verdienen. Wer Sachen, die in Plastik verpackt sind,einfach nicht mehr kauft, senkt die Nachfrage und der Hersteller ändert was.

Ich wollte natürlich auch wissen was Plastik denn so schädliches mit unserem Körper anstellt und mit unserem Planeten und habe dann bei YouTube eine 45-Minütige Doku vom NDR gesehen, in welcher eine 7-köpfige Arztfamilie 4 Wochen auf Plastik verzichtet. Beide Eltern sind Ärzte und hocken voll in der "Müll- und in der Ernährungs-Matrix". Sie glauben, dass sie sich gesund ernähren, kaufen im Bioladen und haben 60% fetten Käse im Kühlschrank. Der Vater kauft während des plastikfreien Experiments dann auch heimlich in Plastik verpackte Wurst. Abgesehen davon, dass sie nur Halbwissen in Ernährungsbelangen haben, wissen sie nichts über die Schadstoffe, die in Plastik sein können und was diese evtl. ausrichten. Meine bisherige Recherche z.B. in Bezug auf Bisphenol A, den Weichmacher, bestätigt uneinheiltliches. Man vermutet, dass es zu Entstehung von Hodenkrebs und schlechter Spermienqualität beiträgt, vielleicht auch zu Allergien, aber definitiv klar ist das nicht. - Dagegen sind alle Studien zur KHK-Entstehung und Cholesterin völlig eindeutig.

Das Experiment ist spannend anzusehen, daher schaut da mal rein.



Und am Ende, als der ganze entfernte Plastikkram der Familie wieder zur Verfügung gestellt wird, wollen sie ihn nicht mehr haben und werfen einen Großteil der 20 Kisten auf den Müll. - Und genau das ist mein Problem beim Minimalismus. Die Leute sortieren alles aus, was sie haben, wollen sich von ihrem Kram befreien und werfen ihn auf den Müll, wo er dann ggf. nicht recycelt werden kann, er niemandem nutzt und den Planeten immer noch belastet. - Dann lieber verschenken, spenden oder sonst was, denn sooooo eindeutig sind die Studien in Bezug auf BPA eben nicht. Es ist ungesünder jemandem eine Wurst zu schenken, als Legosteine aus Plastik! Wichtig ist bei Zero Waste das nicht kaufen, nicht nur das Loswerden und auch das Weiterverwenden, wenn es noch verwendbar ist. Oder auch es jemandem zu geben, der es weiter verwenden kann.

Und so kaufe ich jetzt keine Verpackungen mehr, wenn ich es irgendwie vermeiden kann, wenn dann welche aus Pappe oder Glas, denn das ist am besten zu recyceln oder ggf. auch wiederzuverwenden. Und nur in Ausnahmefällen, wenn es absolut keine andere Alternative gibt, Plastik. Und das macht Spaß. Es ist wie ein Spiel. Immer neue Alternativen finden zu müssen, wie man keinen Müll hinterlässt. Mehr Spaß als Pokemon zu trainieren!;-) - Probiert's mal aus.

Menü des Tages am 13. August 2016

Kaffee mit Hanfmilch

Brokkoli und Tomaten


Haferflocken mit Carob, Leinsamen, Banane und Heidelbeeren


Eintopf vom Vortag


1 Mango


Milchreis aus Reis, Banane, Zimt und Hafermilch

1 Banane

Kohlrabi, roh


Eintopf aus roten Linsen, Reis, Glasnudeln, Mangold, Zwiebel, Salsa, Thai-Curry etc.


1/2 Banane

3 Tage Frühschicht an der Backtheke liegen hinter mir und ich weiß beim besten Willen nicht, wie man 40 Stunden einem einzigen Job nachgehen kann. Das ist doch viel zu langweilig besonders, wenn man es dann noch sein ganzes Leben macht.

Ich plane jetzt schon niemals 40 Stunden als Arzt zu arbeiten, noch nicht mal im PJ. Das ist nichts für mich. Es ist zu einseitig und frisst zu viel Zeit. Und Geld ist wirklich nicht alles. Die Backtheke, also, die Kuchen und so, reizen mich absolut gar nicht mehr. Sie sind nichts, was ich als Nahrung in Betracht ziehe. Ist schon komisch, wie leicht es einem fallen kann ohne was zu leben wovon man vorher dachte, das geht niemals. - Es ist so ähnlich wie  wennman denkt, dass man ohne einen Menschen, den mal liebt, nicht leben kann, und dann macht der Schluss mit einem, man leidet und irgendwann kann man ohne Probleme ohne ihn leben. Kein Wunder, denn in beiden Fällen ist der selbe Teil des Gehirns, natürlich das Belohnungssystem, für die Gefühle verantwortlich.

Und natürlich, wer hätte das jetzt gedacht, ist das Belohnungssystem auch schuld an unseren Plastikproblemen. Plastik ist ja sooo bequem. Man kann ruhig vergessen Einkaufsbeutel mitzunehmen, man braucht sich nicht die Mühe machen zu kochen und isst einfach Fertigpizza, man braucht seinen Müll nicht selber zu entfernen sondern da kommen die Männer in orange und bringen es einfach weg ohne dass man den kleinen Finger krumm machen muss. Aber schlussendlich trägt auch all das dazu bei, dass wir krank werden und dass wir unglücklich werden in unserem Goldenen Käfig voll Bequemlichkeit weil unsere Existez sinnlos wird...

Alles Liebe,

Silke

http://rausausderlustfalle.de/der-21-tage-foodplan.html

1 Kommentar:

  1. Wundervolles neues Hobby! Ich versuche seit einer Weile auch, so wenig Müll wie möglich zu machen... von Zero Waste bin ich leider noch Meilenweit entfernt :( Aber ich klammere mich einfach daran, dass jeder Schritt in diese Richtung ein großer Fortschritt ist :)

    Den Youtube-Clip habe ich auch gesehen vor einer Weile. Und letztens habe ich auch noch einen tollen Blogpost über Plastik und seine Folgen für Umwelt und Mensch gelesen: http://mehralsgruenzeug.com/gesundheitsgefahr-plastik/

    Das mit dem Wegwerfen beim Minimalismus ist mir auch ein Dorn im Auge. Daher versuche ich auch, meine alten Sachen irgendwie zu verkaufen oder zu verschenken... aber teilweise ist das echt nicht so einfach. Gerade Bücher wird man doch eher schlecht los, finde ich. Oder alte Nintendo-Spiele.

    Beim Einkauf ist bei mir leider das Gemüse oft in Plastik... und ich habe hier in der Gegend auch keine Alternativen. Und keine Möhren mehr zu essen, kommt für mich einfach auch nicht in Frage... Außerdem habe ich manchmal das Problem, dass ich entweder Bio oder plastikfrei bekomme, aber nicht beides. Da wähle ich dann bei Tierprodukten immer bio, damit es den Tieren zu gute kommen kann..

    Süße Backwaren reizen mich übrigens genauso wenig wie dich... gleiches gilt für Schokolade und sowas... du hast Recht, es ist tatsächlich alles entbehrlich, wenn man ein Mal angefangen hat :)

    Liebe Grüße

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