Montag, 29. August 2016

Fadenwürmer und das Grim-Reaper-Gene oder Warum tierisches Eiweiß die Krebsentstehung fördert



Dr. Greger hat letzte Woche ein interessantes Video veröffentlich anlässlich der Veröffentlichung einer Langzeitstudie über die schädliche Wirkung von tierischem Eiweiß. Dabei holt er ziemlich aus, aber das macht das Thema gerade so interessant. Er fragt sich nämlich wie es dazu kommt, dass manche Menschen ein sehr hohes Alter, also z.B. über 100 erreichen und andere nicht. Dabei kommt er dann auf den Fadenwurm Caenorhabditis elegans zu sprechen, bei dem man ein Gen Namens DAF-2 oder auch liebevoll Grim Reaper Gene, also Sensenmann-Gen, erstmal entdeckt hat. Dieses Gene haben Forscher ausgeschaltet und der Fadenwurm wurde daraufhin nicht nur 30 sondern 60 Tage alt. Also, er erreichte ein Alter das doppelt so hoch war, wie sein normales Alter.

Dieses Gen haben aber nicht nur Fadenwürmer, sondern auch wir Menschen und es codiert für einen Wachstumsfaktor namens IGF-1, was für Insulin-like-growth-factor steht, ein Hormon, was einerseits dazu führt, dass Kinder zu Erwachsenen heran wachsen (natürlich nicht als einziger Faktor) aber auch bei Erwachsenen noch anabole Prozesse reguliert. Leider reguliert es aber auch das Wachstum von Tumoren, respektive regt ihr Wachtum an, da bösartig Tumore voll sind von Rezeptoren für IGF-1.

Man möchte jetzt meine: "Ach, das sind Gene, daran kann man nichts ändern" - aber das stimmt natürlich nicht. Wie viel IGF-1 der Körper produziert, sprich, ob die Gene abgelesen werden oder nicht, hängt unter anderem damit zusammen was wir essen und es wird besonders viel IGF-1 produziert, wenn man tierisches Eiweiß isst.

Greger legt in seinem Video Studien vor, die sowohl belegen, dass eine Verminderung von IGF-1 durch pflanzliche Ernährung das Wachstum von Brustkrebs, aber auch das von Prostatakrebs senken. Im jeweiligen Geschlecht übrigens die häufigste Krebserkrankung.

Jemand der mit einem seltene genetischen Defekt geboren wird, bei welchem der Körper zu wenig IGF-1 produziert, leidet an einer bestimmten Form der Kleinwüchsigkeit. Jedoch haben Studien auch zeigen können, dass diese Menschen regelrecht immun gegen Krebs sind. 230 Menschen mit diesem Defekt befanden sich in dieser prospektiven Studie und kein einziger entwickelte Krebs.

Das ist für Dr. Greger dann auch eine Erklärung dafür, dass LowCarb-Ernährungsweisen die Sterblichkeit grundsätzlich erhöhen. Also tieriche LowCarb-Diäten. LowCarb mit Pflanzen hat diesen Effekt nicht. Auf das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, die durch das viele Fett und Cholesterin in tierischen Produkten verursacht werden, geht er hier noch nicht mal ein. Nur auf IGF-1.

Jetzt hat diese neue Studie gezeigt, dass ein zu hoher Eiweißkonsum, wenn er aus tierischen Produkten stammte die Sterblichkeit und das Krebsrisiko erhöhte, wenn es sich um tierisches Eiweiß handelte. Pflanzliches Eiweiß habe diese Wirkung nicht. Unter LowProtein Intake versteht diese Studie übrigens die empfohlene Menge an Protein.

Und jetzt wird's lustig: Daraufhin wurde in der Presse ein Statement veröffentlicht, dass Chicken Wings demnach so schädlich sein könnten wie Zigaretten, denn der Sterblichkeitsfaktor in dieser Studie war wohl dem Sterblichkeitsfaktor von Zigaretten sehr ähnlich. - Diese Behauptung fand daraufhin der Ernährungswissenschaftler Gunther Kuhnle von der Reading University fatal, denn das würde den Leute suggerieren, dass man, wenn Chicken Wings so schädlich sind wie rauchen, ja regelrecht die Menschen dazu auffordern würde zu rauchen, weil das dann ja wohl doch nicht so schlimm sei (ich frage mich jetzt wieder, wie ein Akademiker so einen Schwachsinn denken kann...warum kann er nicht denken: "Oh, Chicken Wings so schädlich wie Rauchen – na, dann muss ich wohl meinen Konsum an Chicken Wings reduzieren...")

Greger kommt das hingegen bekannt vor, von einer Behauptung die der Zigarettenhersteller Phillip Morris vor Jahren schon aufgestellt hat als es darum ging das Passivrauchen als nicht so schlimm darzustellen. Damals hatte Phillip Morris Zahlen präsentiert, dass Milchtrinken 3 Mal so schädlich sei wie Passivrauchen in Bezug auf die Lungenkrebsentstehung, mit Öl kochen 9 Mal so schädlich, Fleisch essen 10 Mal so schädlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und eine Ernährung mit viel gesättigtem Fett sogar 26 Mal so schädlich in Bezug auf Lungenkrebs wie Passivrauchen. Phillip Morris hatte auch Studien dazu und forderte in dem Zusammenhang auch auf bitte eine objektive Perspektive zu wahren. - Das selbe Prinzip nur anders herum. - Greger erklärt, seit Phillip Morris Kraft Foods gekauft habe, würden sie die Schädlichkeit von Zigaretten auch nicht mehr mit der Schädlichkeit von Nahrungsmitteln vergleichen... Ruiniert ja doppelt ihren Profit.



Menü des Tages am 28. August 2016


Brokkoli mit Paprika


Haferflocken mit Banane, Leinsamen, Ananas, Carob, Zimt


Salat aus Kopfsalat, Süßkartoffel, Linsen, Paprika, Gurke, Zwiebel, Salz, Pfeffer, Limettensaft


1 Banane


Diverses beim HighCarb treffen in Köln



2 Alkoholfreie Becks



Ich war gestern auf dem HighCarb treffen, was gestern besonders nett war und zum Ende der Veranstaltung ist was passiert, was mich schwer zum Nachdenken gebracht hat. Jemand hat erzählt, dass – und eigentlich glaube ich das auch nicht ;-) - es Schätzungen gäbe, wie lange es noch dauert, bis der Mensch sich selbst ausrottet, die vermuten, dass wir noch ca. 15-20 Jahre auf diesem Planeten haben. Dann kommt die Sintflut oder der Nukleare Holocaust oder ähnliches.

Also, ich glaube das allein schon deshalb nicht, weil die alten Griechen schon geglaubt haben, die Welt stünde kurz vor dem Untergang, aber ich habe mich gefragt, was ich machen würde, wenn das jetzt wirklich so wäre. Wenn ich und auch alle anderen Menschen nur noch 15 Jahre zu leben hätten. - Dann wäre es nämlich völlig egal, dass ich mich leidenschaftlich dafür einsetze, dass Menschen nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs leiden und sterben, welche sie sich selber angefressen haben. Ich kann auch meine ganzes Müll sparen und Tiere retten völlig vergessen. Meine gesamte Existenz wäre unbedeutend, wenn die Welt in 15 Jahren unter geht.- Möglicherweise bin ich auch so völlig unbedeutend, aber meine Ziele wäre auch unwichtig: Abschluss des Studiums, Doktorarbeit, Nachwuchs in die Welt setzen – ALLES. Wenn ich heute wüsste, dass die Welt in 15 Jahren unter geht, was würde ich dann tun?

Ich nehme an das Studium schmeißen, im Bioladen Teilzeit arbeiten und in der Zwischenzeit versuchen Spaß zu haben. Nein, Blödsinn, ich würde das Studium schmeißen, genug Geld sparen um nach Los Angeles zu ziehen und da die letzten 15 Jahre mit Geld verdienen und Spaß haben verbringen. Da ist das Wetter und die Mentalität besser als in Deutschland... - In Anbetracht dessen, dass ich davon ausgehe, dass ich noch 60 Jahre lebe und die Welt noch ein paar 100 Jahre, ist das aber keine Option. - Verrückt, wie anders die Lebensplanung ausfällt, je nachdem wie viel Lebenszeit man sich noch erhofft. - Wenn nur ich in 15 Jahren tot wäre, wäre es hingegen anderes: Dann gäbe es noch Tiere, Menschen und Planeten zu retten und ich hätte wieder eine Aufgabe!:-)

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Zu dem IGF-1: Das hab ich in ner Doku gesehen.
    Krebswahrscheinlichkeit steigt ja mit der Lebenszeit; Wahrscheinlich würde jeder Mensch mal Krebs bekommen, wenn die durchschnittliche Lebenerwartung einen bestimmten Punkt überschreitet. Krebs scheint normal zu sein.
    Philosophisch: Krebs gehört zum Leben.
    Das können die Krebsfunde vor der Zivilisierung und Industrialisierung belegen.
    Du hast mir ja bereits geschrieben. Mensch und Tier haben sich an die Natur angepasst, und die Natur an Tier und Mensch. Somit war der Körper immer ein dynamischer Organismus der zur Veränderung und Wachstum bereit sein sollte. Da scheinen Fehler wohl das notwendige übel zu sein - aus unserer menschlichen Sicht heraus.

    Aus Sicht der Natur gibt es aber keine Wertung, kein Gut und Böse, kein Richtig und Falsch. Das hat erst der Mensch ins Spiel gebracht - soweit man das Leben als Spiel bezeichnet - nicht einfach durch so ein Tal zu wandern. Da ist die Frage nach dem Wozu&Wie wohl die entscheidende, sonst bleibt nur noch das
    Wie:

    Für die Natur leben?
    Für die Tiere leben?
    Für die Erde leben?
    Für die Menschen leben?
    Für die Religion leben?

    Da ist so ein cooler Typ im Netz unterwegs, der bezeichnet die Menschen als Abwehrschild der Erde. Die Erde wollte den Menschen hervorbringen ums sich gegen Meteoriteneinschläge durch Kernwaffen zu schützen. Yeeeeehaaaaaaaaaa! Ich glaub da ist viel Selbstironie dabei - für mich zumindest https://www.youtube.com/watch?v=s2Kqzob7Cww

    Ghettofist4ever!

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  2. Hallo Silke,
    Danke noch für deine Antwort. Am Ende soll man sich bei gallenproblemen so ernähren, wie du es immer schreibst. Wenn ich das richtig gedeutet habe.

    Aber wie sollte die Ernährung da bei Kindern sein? Im Fernsehen kam da mal eine Doku, dass eine vegetarische - vegane Ernährung fatale folgen für Kinder haben könnte. Die bis zur Behinderung und Entwicklungsstörrung führen können. Ich frage deshalb, weil wir unsere Ernährung umgestellt haben. Ich mir aber nicht sicher bin in Bezug auf meine 2 gurken (8 und 2 Jahre). Eine ausführliche Antwort worauf man da achten muss, was wichtig und was Unsinn ist wäre super.
    Danke schonmal im voraus
    Mfg falk

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  3. Hallo Falk,
    auch bei Kindern ist das einzige Problem das B12, welches du supplementieren musst, alles andere ist ausreichend vorhanden wenn sie sich abwechslungsreich und vollwertig ernähren. Das ist alles Ausführlichkeit, der es bei dem Thema bedarf.😊

    LG Silke

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