Sonntag, 24. Mai 2015

Trennungsschmerz...



Sich von Zucker zu trennen fühlt sich genau so an, wie eine Beziehung zu beenden, die einem nicht mehr gut tut. 

Ich habe mich am Freitag noch zum Foodsharing Schrank aufgemacht und sowohl Rohrzucker als auch Melasse entsorgt. Ich habe aber auch nicht die Eier direkt ALLES zu entsorgen, was ich aus dem Keller wieder hervor geholt habe. Zucker und Melasse sind es geworden weil ich, nachdem ich Melasse in meinen koffeinfreien Kaffe gegeben habe, Gelüste auf Nikotin hatte und das geht mal gar nicht!!! Ich kann nicht erklären warum das bei mir so getriggert ist, aber es ist furchtbar! Ich habe bereits vor mehr als 10 Jahren aufgehört regelmäßig zu rauchen und jeder gelegentliche Rückfall seither war die Hölle. Bis die Challenge kam....

Ohne Zucker keine Nikotingelüste! Das hätte mir mal jemand früher sagen sollen...So mit 16! – Ich weiß aber auch nicht, ob das auf andere Menschen übertragbar ist. Ich nehme fast alles in Kauf aber keine quälenden Nikotingelüste und keine quälenden Schokogelüste. Das ist mein Indikator, dass Zucker für mich nicht geht. 

Ich habe ebenfalls am Freitag eine Dankesmail von einer Challengerin bekommen, deren Indikator ist, dass sie immer, wenn sie Zucker isst, ungehalten mit ihrer Tochter ist. Gleichzeitig reflektiert sie aber auch darüber warum ihre eigene Mutter wohl so ungehalten mit ihr war. Zucker. Kathleen DesMaisons schreibt,  dass Kinder feststellen, dass ihrer Mütter wesentlich umgänglicher sind, wenn sie auf Zucker verzichten und dann selber wesentlich mehr bereit sind ebenfalls vom Zucker zu lassen. Sie schreibt ebenfalls man solle Babyschritte machen, denn es ist was völlig anders, wenn man 3 Wochen auf was verzichtet oder wenn man es für den Rest seines Lebens weglassen soll oder muss. 

Eine Beziehung zu beenden ist was anderes als eine Beziehungspause. Babyschritt Zucker aus dem Haus schaffen ist erledigt. Ich hab’s  kapiert! Jetzt muss ich mal gucken, wie ich mit Fett und Mehl so umgehe.

Infolge des Zuckerentzugs war ich Freitag genervt und das mindestens 24 Stunden lang, was ich krass fand. Ziemlich wahrscheinlich dadurch bedingt habe ich mich auch am Freitag in der Mensa mit Kommilitoninnen gestritten und zwar über Gluten. Es ging darum, dass scheinbar in jedem Fach in jedem Semester dauernd das Thema Zöliakie besprochen wird, was ich völlig überbewertet finde. Aus folgenden Gründen: Echte Zöliakie haben nur sehr, sehr wenig Menschen, auch wenn es mehr werden. Außerdem hilft  gegen Zöliakie absolut gar nichts außer Gluten weglassen – keine Medikamente. Keine OP. Nichts. Wie viel muss man da schon Lehren? Das ist eine schlimme Krankheit, bei der die Darmschleimhaut völlig degenerieren kann, aber mehr als, dass auf Gluten verzichtet werden muss, gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Die Kommilitoninnen sahen das aus irgendwelchen Gründen anders und ich habe es nicht gecheckt. Vor allem nicht in Anbetracht dessen, dass an Zöliakie noch nie jemand gestorben ist. An Herz-Kreislauferkrankungen sterben 40% aller Menschen, und wenn man da die Ernährung ändert geht die Erkrankungen zurück, aber darüber wird nix gelehrt, das wird höchsten bestritten. Aber auf Gluten hacken sie jetzt alle herum! Ein Nebenkriegsschausplatz...

Was so irre ist, weil die alternative Gesundheitsszene immer mehr erkennt, dass Gluten nicht des Pudels Kern ist. Vor 5 Jahren waren da alle gegen Gluten!! Nachdem man dann jahrelang auf die Ärzte eingeredet hat, dass Gluten ein Riesenproblem ist scheint das Ganze jetzt an den Fakultäten angekommen zu sein und ist da „Mode“. In 5 Jahren werden sie feststellen, was auch der Gastroenterologie festgestellt hat, der am Donnerstag das Seminar gemacht hat: Wenn man bei einem Patienten gar nicht weiter weiss, kann man ihn 2 Wochen lang auf Gluten verzichten lassen und dann geht es ihm in 10% der Fälle besser. So selten ist Zöliakie. Und dann gibt es ja noch so Menschen wie meine Mutter, deren Vedauung nach Glutenverzehr eine Katastrophe ist, aber Zöliakie lässt sich bei ihr nicht diagnostizieren.

Naja, wenn man sich in der Welt mal umschauen würde, dann würde man das mitkriegen, aber Superbrains veschlingen nur Dinge die in Büchern stehen und kotzen sie dann zur Klausur wieder aus. Bulimielernen. Ich bin total neidisch auf diese Leute, aber wenn ich sehe, was die alles nicht miteinander in Verbindung bringen, kriege ich die Krise und fühle mich grenzenlos überlegen. Manchmal frage ich mich warum man ein Physikum haben kann aber die ernährungsbedingten Grundlagen für Herz-Kreislauferkrankungen nicht auf die Reihe kriegt, wenn jemand betroffen ist. Das findet man nur bei Superbrains, die nicht nur das nicht können, sondern auch Arzt-Patientenkommunikation nicht beherrschen. Empathie können die nicht! Aber 1,0er Abi. 

Das ist der Grund, warum mir der Pathologie-Prof. me Empfehlung schreiben will und warum er erzählt, dass Medizinstudenten nicht selbstständig denken können. Ihr merkt, ich bin offensichtlich immer noch gereizt. Man kann andere Menschen nicht verändern, man kann nur seinen  Zuckerkonsum verändern!:-)

Menü des Tages am 23. Mai 2015

2 koffeinfreie Kaffee
Brokkoli und Paprika

Haferflocken, Wasser, Bananen, Zimt, Mango, Kakaonibs, Paranuss, Chia, Kokos

1 Banane

2 Bananen
Scheibe Roggenbrot

1 Möhre
Brokkoli, Vollkornnudeln und Edamame

 2 Bananen

Mehrere Amaranth Maiswaffeln

Kamuth-Penne mit Sojabolognese und Linsen

Salat aus Blattsalat, Paprika und Avocadodressing
1 wilde Mango
1 Banane

1 alkoholfreies Bier

Ich war 8 Stunden im Bioladen und abends in der Oper. Habe mich gestern wieder verhältnismäßig gut gefühlt und selbst den Katastrophentag im Bioladen überstanden. Morgens Sport gemacht und soweit alles gut. 

Eine Kollegin bot mir an veganen gedeckten Apfelkuchen zu essen und ich habe geantwortet, dass ich da leider süchtig drauf reagiere ;-) – Komisch irgendwie, dass das keiner bezweifelt...

Alles Liebe,

Silke

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen