Donnerstag, 11. September 2014

Anpassungsmechanismus des Belohnungssystems...



Ich bin krank – nein, nicht körperlich...psychisch. - Ich hab am Montag vom Hörensagen erfahren, welche Themen ich in der mündlichen Physikumsprüfung bekomme – Biochemie und Soziologie – und seither drehe ich am Rad. Und das, obwohl das meine Wunschthemen waren! Bis Montag hat mich nur die Sorge umgetrieben, dass ich Anatomie bekomme und dann eh durchfalle. Mit Biochemie und Soziologie habe ich aber ne reelle Chance zu bestehen und das vielleicht sogar mit einer relativ guten Note!

Dienstag kam das Bestätigungsschreiben per Post. Es ist Biochemie und Soziologie.
Dienstag rief dann aber auch eine Fernsehproduktionsfirma an, die vor 3 Wochen bereits schon angefragt hatte für eine Rolle und der ich gesagt habe, dass ich mehr Gage will. Bis spätestens Ende letzter Woche wollten die sich gemeldet habe, ob ich die Rolle bekomme oder nicht. Haben sie nicht gemacht und ich dachte: „Gut, dann hat sich das ja erledigt und ich hab Zeit zum Lernen“ - Dienstag kam per Telefon dann auch die Zusage, dass meine Gagenforderung akzeptiert wurde. Ich war enttäuscht, weil ich lernen wollte und gleichzeitig, weil die Idioten von der Fernsehproduktionsfirma mir für nächste Woche keine genauen Drehtage nennen konnten und ich immerhin auch noch im Biolaen arbeiten muss und mit denen auch den Dienstplan abstimmen muss. Zu allem Überfluss haben die bis heute auch noch kein Drehbuch rausgerückt!!! Text will ja auch gelernt werden! - Ich bin ausgerastet!!!

Das ist eine Pilotfolge von etwas, was so ungerfähr so werden soll wie ein Tatort. Aber ich prophezeie jetzt schon: Das wird nix. Unglaublich unproffessionell, wollen kein Geld ausgeben aber hochwertiges Fernsehen produzieren. Dauert nicht mehr lange, dann bricht auch in Deutschland die Idiotenfernsehkultur zusammen und eine deutsche Variante von HBO wird gegründet. Deutsches Fernsehen sollte man in jeder Hinsicht boykottieren. Eigentlich auch als Schauspieler!!! - Ich denke das Problem ist, dass so viele Mit-20-jährige für geringes Geld heute in Fernsehproduktionsfirmen arbeiten und die sich gar nicht mehr an das deutsche Fernsehen der 80er Jahre erinnen könne, als es noch gute Fernsehserien gab!

Schlussendlich habe ich mich damit aber abgefunden. Womit ich mich nicht abgefunden habe ist, wie ich das alles auf die Reihe kriege. Den Besuch bei meinem Vater dieses Wochenende habe ich gecancelt aufgrund all diesen Ärgers. Und meine Hauptsorge ist eigentlich gar nicht zu bestehen, sondern, dass ich evtl. sogar eine Chance habe halbwegs gut zu bestehen. Aber vielleicht habe ich auch einen Blackout und falle doch durch und kriege dann nächstes Semester Anatomie!!! Argh!

Jedenfalls, zu meiner psychischen Krankheit: Ich habe Appetitlosigkeit. Habe ich seit 9,5 Jahren nicht mehr gehabt, als ich zwischen glücklich und unglücklich verliebt war. Hängt wahrscheinlich mit dem Serotoninlevel zusammen. Ich kenne mich so nicht. Ich habe Hunger, fange an was zu essen und der Hunger ist nach 5 Min. vorbei.

Tatsächlich ist die Situation aber auch so wie vor 9,5 Jahren. Ich hatte mich verliebt wusste aber nicht, was der Gegenpart fühlt, hatte Angst, dass er nichts fühlt, hatte aber Indizien, dass er was fühlt. Bei Klausuren weiß ich eigentlich immer, dass ich zu wenig weiß, und es ist alles ein Glücksspiel. Für die mündliche Prüfung gibt es Altprotokolle wo drin steht, was der jeweilige Prüfer in den letzten Jahren so gefragt hat und sehr häufig wiederholt sich das. Man kann sich also quasi relativ konkret vorbereiten, was man bzw. ich bei Klausuren nicht kann, weil der Stoff immer viiiieeeel zu viel ist. Das Lernen erscheint wie eine Sisyphosaufgabe.

Schlussendlich wollten aber nicht meine Sorgen zum Thema des heutigen Posts werden, sondern eine Studie die in Nature veröffentlicht wurde, wo das Belohnungssystem übergewichtiger Menschen in der Magentresonanztherapie untersucht wurde. Man hat Menschen Bilder von Essen gezeigt und dann geschaut wie ihr Limbisches System, speziell Putamen und Striatum, darauf reagieren. Man geht davon aus, dass Übergewichtige eine Hyperaktivität ihres Belohnungssystems haben und die Frage war hier: Ist das reversibel?

13 Teilnehmer gab es, was zugegeben eine sehr kleine Studie ist. 8 haben 6 Monate lang eine Diät gemacht und 5 waren die Kontrollgruppe. Nach 6 Monaten hatte die Diätgruppe abgenommen und als man im Magnetresonanzapparat überprüfte wie ihr Belohnungssystem auf Bilder von kalorienarme Nahrung reagierte, stellte man fest, dass nun auch dabei das Belohnungssystem angeworfen wurde, was vorher nicht der Fall oder nicht so stark der Fall war.

Heißt, nicht nur die Geschmacksknospen, die nur 12 Tage alt werden, kann man umerziehen. Auch sein Gehirn kann man umerziehen. Das geht selbstredend erstmal mit schlechteren Gefühlen beim Essen einher, ist aber auch der Grund warum nur eine Ernährungsumstellung dauerhaften Gewichtsverlust bietet und keine Kalorienreduktion.

Interessant ist hier, dass Kohlenhydrate hier als "Low Calorie Food" eingestuft wurden und nicht sowas wie Magerquark. Und ich schwöre: McDougall steckt nicht hinter der Studie und auch nicht Douglas Lisle. "High Calorie-Food" waren hier die Sachen, die viel Fett enthielten, wohl weil 1 g Fett mehr Kalorien hat als 1 g Kohlenhydrate. Außerdem ist dieser Artikel sehr schön aufgebaut und man wirklich jedes Detail der Studie recherchieren.

Menü des Tages am 10. September

Haferflocken mit Apfel, Zimt, Leinsamen, Mohn, Reissüße, Wasser


4 Grüntee

3 Gabeln voll Instantpaella mit zusätzlich Brokkoli und Lauch



1 Riegel Vivani Dark Nougat
1 Ombar Kokosmilch
1 Vivani White Nougat Crisp

Noch ein paar Gabeln voll Paella

Es war wirklich schrecklich. Ich hab nach dem Frühstück absolut nichts mehr runter gekriegt außer es war Schokolade. Ich hatte Spätschicht im Bioladen und musste am Süßigkeitenreal Ware aus sortieren, deren Mindesthaltbarkeitsdatum kurz vor dem Ablauf steht. Daher die Inspiration.

Vor 9,5 Jahren habe ich nur von Kaffee, Zigaretten und Bier gelebt.
Da ist Grüntee und Schokolade auf jeden Fall die bessere Variante.

So oft im Leben muss man nicht in eine mündliche Physikumsprüfung...

Alles Liebe,

Silke


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