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Montag, 18. Mai 2015

Führt fettarme Ernährung zu einem Verlust der Libido?



Mich hat letzte Woche mal wieder die Frage ereilt, ob eine fettarme Ernährung zum Verlust der Libido führt. Das war für mich Anlass genau, weil es immer wieder Gerüchte darüber gibt, ein Video dazu zu drehen. Die Antwort findet ihr hier:



Alles Liebe,

 Silke

Sonntag, 17. Mai 2015

Little Sugar Addicts



Little Sugar Addicts: End the Mood Swings, Meltdowns, Tantrums, and Low Self-Esteem in Your Child Today ist eines der Nachvolgebücher von Kathleen DesMaisons zu ihrem Buch Potatoes Not Prozac. Es geht speziell darum wie man Kinder aus der Zuckersucht befreit und richtet sich ebenfalls weitestgehend nach den 7 Schritten, die Kathleen DesMaisons auch bereits in Potatoes Not Prozac empfiehlt um auszusteigen.

Dabei gefällt mir bei ihr immer sehr gut, dass sie das als schleichenden Prozess macht und nicht so radikal, dass es einem Angst machen könnte. So macht sie das hier natürlich auch und bei Kindern ist das möglicherweise noch wichtiger als bei Erwachsenen.

Der Sinn hinter dem "Ausschleichen" von Zucker ist natürlich auch, dass man nicht schlagartig Entzugserscheinungen hat und nicht in der Lage ist seinen Alltag entsprechend zu meistern. Wenn ich mir anschaue wie genervt ich teilweise in der Challenge war, mag ich mir gar nicht vorstellen, wie krass das ggf. bei anderen Leuten ist, die noch nicht so gesund leben wie ich.

Ich kam darauf dieses Buch zu lesen, weil ja häufig auch die Challengeteilnehmerinnen Kinder haben und auch von ihnen erzählen. Da hat man dann eine zuckersensible Mutter, die ihren noch schlanken Kindern immer wieder Süßkram zu essen gibt und sich nichts böses dabei denkt.

Der Untertitel von Little Sugar Addicts ist interessant: "End the Mood Swings, Meltdowns, Tantrums, and Low Self-Esteem in Your Child Today" - Es geht Kathleen nicht um Gesundheit oder Abnehemen bei Kindern sondern um Stimmungsschwankungen, emotionale Zusammenbrüche, Wutanfälle und mangelndes Selbstbewußtsein.

Wir haben immer mal wieder Kinder im Bioladen, die ihre Eltern total terrorisieren, trotzen bis der Arzt kommt und absolut nicht gewillt sind irgendwas zu tun, was die Eltern sagen sondern so lange wie am Spieß rum schreien und terrorisieren bis sie endlich bekommen was sie wollen, was sowas banales sein kann, wie nochmal eine Ware auf das Band an der Kasse zu legen. Das - so stelle ich mir vor - kann die Folge von Zuckersucht bei Kindern sein. Das oder ADHS.

Noch bin ich in dem Bereich zu unwissend, aber es ist sicherlich besser erstmal zu schauen ob das Kind nicht viellicht zuckersüchtig ist, bevor man ihm täglich Ritalin gibt. In Anbetracht dessen, dass Ritalin über den selben Mechanismus wirkt wie Kokain ist Zucker wahrscheinlich sogar die bessere Droge. Ich fühle mich hier auch wieder an das erinnert was Models und Jockeys gerne machen um dünn zu bleiben und ihrem Heißhunger nicht nachgeben zu müssen: Koksen!

Jedenfalls soll man mit seinen Kindern erstmal eine Bestandsaufnahme machen, was überhaupt gegessen wird, dann soll man darauf achten, dass genug Eiweiß gefrühstückt wird, dann Softdrinks und vor allem solche mit Koffein weglassen und dann nach und nach vollwertige Nahrung und Gemüse in die Ernährung integrieren und Zucker rausschmeißen. Ich hab das Buch noch nicht komplett ausgelesen aber es gibt zunächst mal darum, dass natürlich die Mutter das ganze für sich selber auch ernst nimmt und befolgt. Es darf für die Kinder nicht aussehen wie eine weitere Diät, die Mama da gerade mal wieder macht und sie müssen in dem Prozess begreifen, was Zucker mit ihnen emotional macht. Dass sie nach jedem Zuckerhigh auch wieder einen Absturz haben, dass sie nicht einschlafen können, weil sich an einem Kindergeburtstag mit Süßkram vollgestopft haben, dass sie sich nicht konzentrieren können, weil sie Zucker gegessen haben und der Blutzuckerspiegel jetzt abfällt. Sie müssen Ursache und Wirkung miteinander in Verbindung bringen um selbstständig die Finger von dem Zeug zu lassen.

Und das ist schlussendlich das was mir bei Kathleen Des Maisons gefällt. Ich glaube nicht, dass man die Auswirkungen von Zucker auf die eigenen Befindlichkeit wirklich begreifen kann, wenn man nur stur irgendwelche Regeln befolgt. Ich ticke jedenfalls nicht so. Ich mache die Challenge und fühle mich in den 3 Wochen super, aber dauerhaft die Finger von Zucker lassen will ich ja immer noch nicht, weil ich es noch nicht begriffen habe.

Gestern habe ich es wieder begriffen. Wieder ein geschenkter Schokoriegel im Bioladen, der Verlangen in mir nach mehr und vor allem auch nach Nikotin geweckt hat. Ich kann Nikotin super widerstehen, sogar unter Stress, wenn ich zuckerfrei bin. Wenn ich Zucker gegessen haben, wird das widerstehen zur Qual. Jetzt ist es mir wieder klar, mal gucken, wann ich es wieder vergessen habe. Gott sei Dank ist der Spuk meistens mit einem anständigen Frühstück am nächsten Morgen vorbei.

An Kathleen DesMaisons gefällt mir auch, dass sie nicht so streng ist und zumindest Vollkornmehl erlaubt. Dafür aber keine Süßstoffe. Katastrophal ist in ihrer Ernährungsweise jedoch der viel zu hohe Fettanteil, was für Kinder noch ok sein mag, da Kinder mehr Fett brauchen als Erwachsene, aber Unmengen Käse, Fleisch und Erdnussbutter geht gar nicht klar. Da ist Kay Sheppard besser aufgestellt, die empfiehlt nämlich nur fettarme Produkte - was auch damit zusammen hängen könnte, das sich Kathleen DesMaisons nur auf Serotonin, Endorphine und Cortisol konzentriert, was ausschließlich durch viel Zucker angekurbelt wird und nicht auf Dopamin was hinter Fett bei Belohnungsreaktionen steckt. Beide Programme gehen natürlich für Veganer eh gar nicht, aber Kay Sheppard erlaubt zumindest Süßstoff, was ich auch noch nicht so ganz begriffen habe....

Und dann habe ich zwischenzeitlich noch eine Susan Pierce Thompson entdeckt, die hat einen Dr. in Psychology und ist Professorin für Psycholgy des Essens. Sie war selber esssüchtig und ist eine Anhängerin von fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung. Leider hat sie einen ganz furchbaren Schreibstil auf ihrem Blog und jammert irgendwie nur rum, was mich befremdet...Außerdem kostet ihr Entwöhnungsprogramm 500$!!!

Es gibt da also die unterschiedlichsten Varianten um das Thema Esssucht in den Griff zu kriegen, aber mich stört immer dieses 12 Schritte Ding worauf sich Kay Sheppard und auch Susan Pierce Thompson berufen. Ich kann mit 12 Schritten nichts anfangen. Das ist mir zu esoterisch. Und es geht dort eben genau das nicht ab, was mir bei Kathleen DesMaisons so gefällt: Man muss begreifen was falsches Essen mit einem macht. Man muss nicht einfach nur sturr regeltreu und dogmatisch etwas durchziehen. 12 Schritte Gruppen erinnern mich zu sehr daran. Man holt sich da Motivation für etwas von dem man noch nicht wirklich begriffen hat, warum man es tun sollte, außer, dass es einem Abstinenz liefert. Es ist wahrscheinlich kompliziert.

Nachdem ich also gestern wieder am eigenen Leib die Erfahrung machen durfte, warum mir die Nachwehen von, vor allem Schokoladenkonsum - aber auch Zuckerkonsum - nicht gefallen interessiert mich jetzt ob Stevia das selbe mit mir macht oder nicht. Wieso verbietet Kathleen DesMaisons, die sonst eigentlich so locker ist, Süßstoffe und die strenge Kay Sheppard nicht? Hmmm...

Mein Menü des Tages gestern sah so aus:

Brokkoli und Kohlrabi


Banane, Haferflocken, Chia, Mandeln, Sunwarrior, Lucumapulver, Mango, Kakaonibs

2 Bananen
1 Spacebar Chili

Gefüllte Paprika


1 Banane
1 Schokoriegel

Eintopf aus Suppengemüse, Vollkornnudeln, Curry, Garam Masala, Koriander, rote Linsen, Salz


1 kleine Banane
10 Mandeln
kleines Döschen Samba Dark

2 Weißmehltortillas

Ehrlich, ich hab Samba Dark noch nie gegessen und es war kürzlich Thema in der Uni. Soll ja sooooo lecker sein, Ich kenne mehrere Leute die süchtig nach Samba sind, - Fragt mich nicht, warum ich nach Schokoriegel noch der Meinung war, ich sollte auch das mal kosten. Gott sei Dank habe ich es nicht vertragen. Ich reagiere allergisch auf Haselnüsse und in Samba sind Haselnüsse drin. Mein Hals juckte danach Wenigstens das habe ich kapiert. Und sollte sich rausstellen, dass Stevia anderes bei mir wirkt als Zucker, komme ich zumindest nicht in Versuchtung irgendwas im Bioladen zu essen, was Zucker enthält sondern vorzubeugen.

Ach ja, Kathleen DesMaisons rät zu Zwischenmahlzeiten die aus komplexen Kohlenhydraten und Eiweiß bestehen und schlägt dann Obst und Käse oder Fleisch oder sowas vor. Geht natürlich für gesundheitsbewußte Menschen gar nicht. Aber Hülsenfrüchte entsprechen ideal diesen Vorstellungen. Ich will auch mal schauen, wie ich fahre, wenn ich Hülsenfrüchte statt Obst als Zwischemahlzeiten esse.

Alles Liebe,

Silke

Donnerstag, 14. Mai 2015

Stimmt der Kaloriengehalt auf Verpackungen?



Ich bin NICHT wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Ich lebe noch!

Mein Treffen mit dem Prof. hat am Dienstag Morgen in seinem Büro stattgefunden und bestand quasi daraus, dass er mir eine Stunde lang aus seinem Berufsalltag erzählt hat und darüber, was seiner Meinung da alles nicht stimmig ist. So hat er beklagt, dass viele Mediziner zu geringe „Social Skills“ besitzen beziehungsweise zu geringe Fähigkeiten wirklich auf Patienten einzugehen und eine Krankheit nicht als etwas für den Patienten existenzielles sondern einfach nur als einen „Fall“ ansehen. Er beklagte, die Ellenbogenmentalität, die den Studenten von der Ärzteschaft vorgelebt wird, so dass diese keine Chance haben sich in Empathie oder auch zwischenmenschlichen Bereichen zu entwickeln, er beklagte, dass in der Lehre zu wenig Raum dafür bleibt die Studenten wirklich kennen zu lernen und auch, dass jeder einzelne Dozent nicht die Möglichkeit hat länger mit den Studenten zu verbringen. Aber das Entscheidene scheint gewesen zu sein, dass er bemängelte, dass viele Studenten des eigenständigen Denkens nicht mächtig seien, dass ggf. sogar gar nicht gewünscht sei bzw. es gezielt aberzogen würde. DAS war wahrscheinlich der Grund, warum er mich kennen lernen wollte, aber ein Kennenlernen hat schlussendlich gar nicht stattgefunden, sondern er hat eine Stunde lang erzählt und ich habe genickt, „mmhmmm“ gesagt und gelegentlich Fragen gestellt. Er hat mir erneut angeboten mir eine Empfehlung zu schreiben, die Frage ist derzeit nur wofür konkret, daher muss sich da erst in Zukunft was abzeichnen. Und er hat mich explizit ermutigt auch in meinem weiteren Studium den Dozenten immer wieder kritische Fragen zu stellen.

Da hatte ich wohl Glück, dass ich ausgerechnet an so jemanden geraten bin. Wer weiß, was passiert wäre, wenn der Prof. eine andere Mentalität hätte. Und er will meine Frage bezüglich Reversibilität oder nicht künftig in seine Vorlesung einbauen.:-) - Ich denke damit ist schon viel gewonnen.

Was ich euch heute aber eigentlich zeigen wollte ist dieses Video:



Es geht darum, dass von Gesetzeswegen vorgeschrieben ist, das unter den und den Umständen die Kalorienangaben von Lebensmitteln für den Konsumenten einsichtig sein müssen. Was aber nicht vom Staat verlangt wird ist, dass die Kalorienangaben tatsächlich auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

Diese Überprüfung wird in den Video stickprobenartig durchgeführt indem der Kommentator alle Lebensmittel eines für ihn typischen Tages zu zwei Lebensmittelwissenschaftlern ins Labor bringt und in ein Kaloriemeter werfen lässt um den Kaloriengehalt zu bestimmten. Fatalerweise stellt sich raus dass die angegebenens Kalorien fast nie stimmen und zumeist mehr betragen als auf der Verpackung angegeben. Am schlimmsten ist das bei einem veganen Vollkornsandwich auf welchem extra drauf steht, dass es vegan und „gesund“ sei. Tatsächlich enthielt es doppelt so viele Kalorien wie auf der Verpackung verzeichnet waren. - Am richtigsten waren die Kalorienangaben bei Subway!

Die Tagesdifferenz die sich hier zeigt sind satte 500+ Kalorien und damit den Betrag, den auch ein Cheeseburger hat.

Wer also Fertignahrung verzehrt, eine bestimmte Kalorienmenge einhält und sich dann wundert, dass er dabei nicht abnimmt, der könnte auf falsche Kalorienangaben auf der Verpackung reingefallen sein. Selber Kochen ist da um Längen verlässlicher.

Menü des Tages am 13. Mai 2015

Brokkoli und Paprika


Haferflocken, Banane, Sunwarrior, Zimt, Paranuss, 7 Mandeln, Kakaonibs, Agavendicksaft


2 Bananen
rohe Möhren

Mensasalat, Kartoffeln und Linsen


2 kalte Kartoffeln
1 Spacebar Chorizo

Pilze, Linsen und Kartoffeln


1 Banane

3 alkoholhaltige und 2 alkoholfreie Becks

Ich hatte nen superlangen Tag mit Uni, Flyer verteilen, dann Bioladen und abends war ich bei einem Freund zu besuch. Das das überhaupt so gut klappt mit dem unterwegs essen erstaunt mich und habe ich der Challenge zu verdanken. Der Einfachheit einer Mahlzeit und den Zip-Lock-Bags. Und last but not least der Tatsache, dass ich keine Bücher mehr mit mir rumschleppen muss, sondern alles einfach ins Ipad packe! - Ich liebe dieses Gerät. Jetzt habe ich nur noch einen kleinen Beutel mit essen dabei und alles was ich lesen muss im Ipad in der Handtasche! Großartige Erfindung!

Ich bin gestresst und übernächtigt und hoffe, dass die Woche bald vorbei ist.

Alles Liebe,

Silke

Dienstag, 12. Mai 2015

Challenge vs. Nicht-Challenge



Leute, ich mache wieder mal Erfahrungen mit normalerem Essen und sie gefallen mir eigentlich nicht. Mir gefällt, so unbeschwert am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können und mir gefällt auch, die Nahrungsmittel aus meinem Keller zu leeren. Aber ich fühle mich schlussendlich auch schlechter als in der Challenge. Besonders merke ich, dass meine Verdauung nicht so gut funktioniert und dass ich mit mehr Fett in der Ernährung auch mehr Blähungen bekomme. Und gleichzeitig merke ich, dass ich nicht so ohne weiteres mit Stress und Gelüsten umgehen kann und das passt mir nicht. Es ist also weiterhin ein Balanceakt.

Am Wochendende war ich auf einer Familienfeier eingeladen, in dem Restaurant meiner Cousine mit allen Tanten und Onkeln und Nichten und Neffen und deren mittlerweile reichhaltigem Nachwuchs. Richtig, richtig riesig.

Ich muss da leider drüber schreiben, weil ich, als ich das letzte Mal dort war, eine nur halb positive, aber auch halb negative Kritik innerhalb der Challenge abgelassen habe. Nämlich am 17. März. Während ich eigentlich völlig begeistert darüber war in einem gutbürgerlichen Restaurant in der Mitte vom Nirgendwo – es ist wirklich im Nirgendwo, mein Handy hat da keinen Empfang – challengetaugliche, fettarme, vollwertige, pflanzliche Nahrung zu kommen ereilten meinen Vater die Beschwerden darüber, wie ich denn nur wagen kann zu sagen, dass die Kartoffel kein Aroma hatte und die Tomatensauce nach Dose schmeckte. - Ich wage das, weil es so war! Und man kann sich auch bei mir persönlich beschweren!- Ich hab auch gesagt, dass der Brokkoli und das Obst zum Dessert fantastisch war und ich total froh war, dass man überall gesundes Essen bestellen kann! - Und vor allem habe ich keinen Namen genannt. Daher werde ich jetzt auch kennen Namen nennen, jetzt wo ich begeistert war ;-) - Aber das Essen war fantastisch! Wahrscheinlich genau wegen meiner Kritik ;-) - Die Kartoffeln waren jung und aromatisch, es gab ein Buffet mit gaaaaaanz vielem Gemüse und das ohne dass es in Unmengen Butter getränkt war. Brokkoli, Blumenkohl, Erbsen und Möhren, Bohnensalat – reichlich da für mich. Für die Fleischesser war auch reichlich da und vor allem imponiert hat mir, dass nicht jedes Gemüse nur vegetarisch war und dass man erkennen konnte, was vegan und gesund war. Als ich das dem Koch sagte, sagte der: "Hauptsache du erzählst es auch weiter!"...was ich hiermit tue!

Und da sehe ich, dass es auch sinnvoll sein kann einem Restaurant eine Kritik zu geben die nicht nur eine Bestätigung des Spruchs der Kellnerin beim Abräumen ist: „Hat's geschmeckt?!“ - Merkt ihr was? - Eine geschlossene Frage. Ist für Gespächstechniken absolut untauglich weil die Antwort nur ja oder nein sein kann. Außerdem ist das Thema gleich festgelegt. An die wirkliche Meinung seiner Kundschaft kommt man so aber nicht und kann dann auch nichts verändern! Will man vielleicht auch  eh nicht. Vielleicht interessiert den Kunden aber auch nicht nur ob es geschmeckt hat sondern auch ob es gesund war, ob es frisch war und wo es angebaut wurde. Nur mal so hypothetisch...

Naja, ich hab also gesundes Gemüse und Kartoffeln gegessen aber auch Alkohol und Dessert, welches nicht gesund war. Und dabei festgestellt, dass mir das zwar auch Gelüste macht bzw. ich immer mehr will, aber das wiederholt sich dann am nächsten Tag nicht, wie es bei Schokolade ist. Schokolade ist die allerschlimmste Falle für mich. Schokoladenmuffins taten das am Wochenende nicht.

Dennoch vermisse ich mein absolutes Wohlgefühl, ich vermisse die totale Befriedigung beim Essen, die reibungslose Verdauung und meine Gelassenheit. Das Wochenende war auch Stress. Ich schreib heute eine kleine Klausur, hab so gut wie gar nichts lernen können, muss diese Woche 24 Stunden in den Bioladen obwohl ich nur 52 Stunden im Monat machen darf und war gestern so müde, dass ich einen Kaffee gekauft habe. Es ist die 6 Woche des Semesters. Was jetzt?

Das Treffen mit dem Pathologie-Prof musste ich auf heute verschieben, weil ich gestern früh im Bioladen stand und ich hoffe, dass der Feiertag am Donnerstag ein bisschen Regeneration bereit hält. Ich hab nämlich auch die Nachwehen von Alkohol und Kuchen gespürt. Regeneration ist erforderlich und Schlaf.

Ich bin darauf eingegangen, weil ich von einer Challengerin die Frage gestellt bekommen habe ob ich mich mit der Challengeernährung besser fühle oder mit etwas mehr Fett drin. So würde es ihr nämlich gehen, dass sie sich mit ein paar Nüssen und Avocados besser fühlt. Sie hat mir zwar nicht gesagt, was genau sich da besser anfühlt, aber bei mir ist das nicht so. Ich finde die Challengeernährung ist die cleanste Ernährung die man machen kann und empfinde es so, dass ich mich damit auch am optimalsten fühle. Ich kriege mein Leben damit am besten bewerkstelligt. Die optimalste Menge Fett ist für mich 1 TL Leinsamen und eine Paranuss am morgen. Rest Challenge. Dann ist meine Verdauung und mein Lebensgefühl, mein Wohlbefinden, am besten. Ein anderer Challenger, der das jetzt seit 2 Monaten oder so macht, sagte er habe das Gefühl, dass die Entgiftung mit dieser Ernährung am besten funktionieren würde, besser noch als Fasten.

Menü des Tages am 11. Mai 2015

Zucchini und Paprika


Haferflocken, Banane, Kakaonibs, 5 Mandeln, 1 TL Chia, 1 Paranuss, Mango, Sunwarrior, Zimt, 1 TL Agavendicksaft


1 Roggenvollkornbrötchen, pur

Mensasalat mit Topinambur und Kichererbsen


Sojamilchkaffee mit Süßstoff
1 Banane

1 Banane
Stück Nusskuchen (von einer Kommilitonin geschenkt)
Stück Wassermelone
1 Möhre
1 Banane

Brokkoli mit Bärlauch und Topinambur


Bananensofteis

Der Unterschied zwischen Challenge und Nicht-Challenge ist quasi, dass man den Kuchen auch gar nicht will oder auch gar nicht als erstrebenswert ansieht. Rational natürlich schon, rational möchte man sich in gesellschaftlichen Situation auch einfach mal zu den sorglosen Essern gesellen, aber emotional, für diesen einen Moment, braucht man es nicht. Ich hab immer noch nicht ganz kapiert was genau es ist, was das Belohnungssystem da macht. Aber ich weiß, dass es besser funktioniert, wenn man sich drum rum vernünftiger ernährt, mit niedrigem Glyx und vollwertig und pflanzlich. Daher gibt es dieses Diät-Mentalitäts-Ding von „Jetzt hab ich einmal gesündigt, jetzt ist eh alle egal“ nicht. Gibt es eh nicht, gibt es in Bezug auf Kalorien nicht und auch nicht in Bezug auf den Rest des Lebens. Jede einzelne Mahlzeit gibt die Möglichkeit zur Verbesserung!:-)

Alles Liebe,

Silke


Samstag, 9. Mai 2015

Arteriosklerose vs. Atherosklerose - Reversibel oder nicht?



Ich hab euch versprochen, dass ich euch die Geschichte von der Reversersibilität oder nicht-Reversibilität der Arteriosklerose heute erzähle und mal wieder bin ich schwer erstaunt über die Weit- und Einsichtigkeit von Wissenschaftlern!

Wenn man sich in der alternativen Gesundheitsszene rum treibt, hört man sehr schnell, dass Ärzte rechthaberische Nichts-Wisser und Nachbeter von Lehrmeinungen sind, dass sie von der Pharmaindustrie geschmiert und beeinflusst werden und zu dumm sind das zu erkennen und dass sie vor allem ausschließlich auf ihr eigenes Portemonnaie schauen. - Ängste davor, dass das wirklich so ist, verfolgen mich bis heute, dabei habe ich nie irgendetwas dergleichen erlebt.

Als ich mein wissenschaftliches Projekt über Diabetes schreiben wollte, war der betreuende Dozent ein Pharmakologe! - Und ich komme mit meinem Plan daher ein wissenschaftliches Projekt über Heilung von Typ-II-Diabetes ausschließlich mit Ernährung zu schreiben. In meiner Phantasie sah ich mich im Büro des Pharmakologen, nachdem er mein Projekt gelesen hat winzig klein mit Hut gemacht zu werden, dass ich herablassenden Blödsinn erzähle, was ich denn glauben würde den Gold Standard in der Diabetesernährung anzugreifen und dass ich mich schleunigst aus dem Staub machen solle. Setzen 6! - Dem war natürlich nicht so. Der Pharmakologe fand das alles sehr interessant, etwas extrem allerdings, so eine rein pflanzliche Ernährung, aber er gab mir eine 2. - Kölner Pharmakologie forscht unter anderem wie man mit Spirulina Allergien bekämpft und was für förderliche Stoffe in Kakao sind. Natürlich um sie zu extrahieren und in Pillen zu packen.

Am Dienstag ging es in der Pathologievorlesung um das Thema Arteriosklerose. Mittlerweile mein absolutes Lieblingsthema, weil mir nach allen Erfahrungen mit Diabetes, sowohl theoretisch als auch praktisch, im Pflegepraktikum auf der Diabetesstation, völlig klar ist, dass sich Typ-II-Diabetes mit fettarmer, pflanzlicher Ernährung entweder heilen oder die Medikamente weitgehend reduzieren lassen. An Diabetes stirbt per se aber keiner. An Herz-Kreislauf-Erkrankungen aber sehr wohl, fast die Hälfte der Bevölkerung und da ist lange noch nicht klar, ob sich das so leicht heilen lässt. Auf jeden Fall dauert es länger.

Naja, also es ging um Arteriosklerose und ich sah mich zunächst völlig bestätigt. Ich habe für euch extra die Folien des Dozenten fotografiert weil  ich sie sehr anschaulich fand.



Zum Ende der Vorlesung aber wurde ich zutiefst enttäuscht, weil der Prof. sehr darauf insistierte, dass Arteriosklerose absolut nicht heilbar und total irreversibel sei. Ein weiterer abturnender Faktor war, dass er sagte es sei hirnlos eine 85jährigen Frau mit zu hohem Cholesterinspiegel zu sagen, dass sie aufhören soll Eier zu essen. Wenn sie so alt geworden sei, wäre es wohl kaum sinnvoll jetzt Eier zu streichen, außerdem sei Cholesterin auch sinnvoll und gesund für die Zellmembran und zur Bildung von Gallenflüssigkeit – und das kam alles nachdem er eingangs ganz klar dargelegt hatte, dass ein zu hoher Cholesterinspiegel ein Risikofaktor ist.

Mich hat das nicht los gelassen und ich habe ihm eine Mail geschrieben und ihn gefragt, warum denn bis heute, auch von ihm noch gelehrt wird, dass Arteriosklerose irreversibel sei, wenn doch vor 25 Jahren bereits in der Lancet Ornishs Studie (http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PII0140-6736%2890%2991656-U/abstract) über die Reversion von Arteriosklerose mit fettarmer vegetarischer Ernährung, Rauchverbot und Entspannungsübungen veröffentlicht worden war.

Ich weiß in solchen Fällen, Gott sei Dank, meine Worte gut zu wählen. Ich hatte Deutsch LK, kenn' mich mit Literatur aus und weiß dass Vorwürfe nichts bringen. Nie würde ich hingehen und ihm vorwerfen, dass er was Falsches lehrt oder dass er Unrecht hat und Ornish Recht. Ich bin auch per se ein ultra-skeptischer Mensch und ich zweifele immer als erstes an mir selbst. Vor allem verglichen mit Ärzten, die seit 30 Jahren im Beruf sind. - Ich meine, wie irre ist es, dass 5 amerikanische und 3 deutsche Ärzte sagen, dass sei reversibel, aber niemand der irgendwo lehrt oder Lehrbücher schreibt, stimmt dem zu? Die Wahrscheinlichkeit ist da doch größer, dass die Minderheit im Unrecht ist, oder? Vielleicht bin ich ja viel zu unerfahren um Ornishs Studie richtig zu interpretieren etc.!?

Der Prof. schrieb prompt zurück und zwar folgendes:

„Liebe Frau Rosenbusch,
besten Dank für die excellente Frage - auf die es zwar keine
einfache
aber mehrere interessante Antworten gibt. Ich werde morgen darauf in
der Vorlesung eingehen.“

Das hat er dann gemacht und zwar 20 Minuten lang. Leider waren nicht sonderlich viele Studenten anwesend.

Es stellte sich heraus, dass ihm die Studie von Ornish neu war und er noch nie davon gehört hatte, was schlicht und ergreifend daran liegt, dass kein Arzt alle Studien die in den letzten 25 Jahren in allen hochkarätigen Journalen erschienen sind im Kopf haben kann. Er hat sich auf die Suche gemacht nach weiteren Studien, die ähnliches feststellen, und keine gefunden. Hat sich mit dem Französischen Paradox auseinander gesetzt, dass die Franzosen 50% weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, weil sie – so die Theorie – Rotwein trinken, der viele Falvonoide enthält. Was Flavonoide sind war ihm auch neu und er hat sie dann wiederum auch gegoogelt und gelernt, dass das sekundäre Pflanzenstoffe die in Obst und Gemüse vorkommen sind. Und er hat explizit darauf hingewiesen, dass Arteriosklerose und Atherosklerose nicht das gleiche ist.

Die meisten Kliniker verwenden die Begriffe regelrecht alternierend. Ich meistens auch. Er, als Pathologe, aber nicht, weil er genau das beruflich beurteilen muss. Gewebsveränderungen. Arteriosklerose ist bedingt durch jahrelangen Bluthochdruck und zu hohen Kalziumgehalt im Blut, der daher rühren kann, dass zu viel Kalzium verzehrt wird oder zu viel aus den Knochen gelöst wird. (Krass, in Bezug auf Milchprodukte!!!) - Atherosklerose sind die Fettplaques, die durch Cholesterin und Triglyceride entstehen, die auch irgendwann verkalken und andere Stoffe ansammeln. - Irgendwie ist der Unterschied dann aber auch nicht so relevant, weil die meisten Patienten beides haben. (Ist klar, Milchprodukte enthalten ja auch Fett, Cholesterin und Kalzium ;-))) - Naja, und den Prozess der Arteriosklerose hält er tatsächlich auch nicht für reversibel, warum habe ich leider nicht verstanden. Irgendwas auf zellulärer Ebene. Aber dass diese Fett-Atherome, die Plaques schrumpfen können, dass hält er durchaus für möglich, wenn er auch nicht glaubt, dass sie sich komplett zurück bilden sondern eben nur schrumpfen. Meine Erklärung dafür ist, dass bei Ornishs Ernährung massiv das Fett und Cholesterin eingespart wird UND viele Flavonoide in Form von Obst und Gemüse verzehrt werden.

Irgendwie tat mir der Prof. dann aber leid, weil er keine andere Studie gefunden hat, die ähnliches zeigt und er machte den Eindruck, als wolle er mehr darüber wissen. Also habe ich ihm wieder eine E-Mail geschickt mit einem Link zu Esselstyns Studie, die 10 Jahre später im Amercan Journal of Cardiology erschien. http://www.ajconline.org/article/S0002-9149%2899%2900290-8/abstract
Oder in voller Länge auf Dr. Esselstyns Website:
http://www.dresselstyn.com/reversal01.htm

Seine Antwort:

„Vielen Dank für Ihre Antwort. Vielleicht können Sie am Montag, am Ende der
Vorlesungsreihe, sich doch noch einmal bei mir zu "erkennen" geben -
ich würde mich freuen Sie kurz kennenzulernen. Sollten Sie mal eine
Empfehlung brauchen, werde ich Ihnen hierbei gerne helfen.
Ansonsten alles Gute für Ihren weiteren Weg und bleiben Sie
engagiert!!“

Ich hab immer noch ein bisschen Angst, dass er mich am Montag wegen Ketzerei anzeigt und auf den Scheiterhaufen bringt, wegen all der fiesen Gerüchte der alternativen Gesundheitsszene.;-) - Dabei habe ich jetzt echt oft erfahren, dass es, zumindest an den Universiäten, vor allem darum geht Wissen zu sammeln und die Wahrheit zu erkennen.

Und ich frage mich auch, warum das sonst keiner macht. Warum bin ich scheinbar die erste Studentin in 25 Jahren, die einen Dozenten darauf anspricht. Ich weiß von vielen veganen Ärzten und es lesen auch viele Medizinstudenten hier mit! - Irgendwer muss doch die Profs. auf neue  Erkenntnisse bringen! In Anbetracht dessen, dass nur so weniger Studenten in die Vorlesungen gehen, muss man offensichtlich aber auch die Autoren von Lehrbücher anschreiben. Und natürlich muss man sich didaktisch klug verhalten und sehr, sehr wissenschaftlich. Es hilft gravierend, dass sowohl Ornish als auch Esselstyn ihre Studien in hochrenomierten Journalen veröffentlichen konnten. Und es hilft, wenn man das Wort „vegan“ komplett ausspart. Ich habe das so geschildert, dass Ornishs Ernährung eine pflanzliche Ernährung mit unter 10% Fett ist. Denn das war dem Prof nicht klar. Er las Ornishs Studie so, dass es quasi eine vegetarische FDH-Ernährung war. 10% Fett ist aber gravierend anderes.

Also so viel dazu. Ich habe durchaus vor weiter so engagiert zu bleiben. Mal schauen ob ich dem Endokrinologen mit der Milchprodukteempfehlung auch noch anschreiben soll mit der Studie aus Upsalla!

Menü des Tages am 8. Mai

Paprika und Brokkoli


Haferflocken, Banane, Brombeere, Mandeln, Leinsamen, Paranuss, Seidentofu, Zimt


2 Bananen

Mensasalat mit Topinambur und Kichererbsen


1 Apfel

3 Frühkarotten
koffeinfreier Kaffee

1 Apfel
Salat aus allen Resten des Tages mit Dressing aus ¼ Avocado


125 g Brombeeren


Ich stelle, wenn ich nicht Challenge esse, ganz klar mehr Gelüste fest. Ich gehe durch den Supermarkt und mir erscheint der Gedanke reizvoll irgendeinen zuckrigen Mist zu essen, der mich während der Challenge überhaupt nicht angesprochen hat. Ich tu's aber nicht, sondern ertrage die Gelüste und überlege ob ich wirklich dauerhaft Challenge leben muss um das nicht zu haben und wie ich dann in der Gesellschaft klar komme. Aber noch entscheide ich das nicht, weil ich ja noch so viele Reste im Keller habe von nicht-challengetauglicher Nahrung.

Alles Liebe,

Silke

Donnerstag, 7. Mai 2015

In die richtige Richtung...



Ich fürchte, ich muss meinen Beitrag vom Wochenende, bezüglich Demenz und Grünzeug noch etwas ergänzen, da mich Fragen dazu ereilt haben und zwar völlig zu Recht. Ich definiere Grünzeug schon seit Jahren nicht ausreichend. Schon seit Victoria Boutenko die Green Smoothies erfunden hat und der Spruch „Eat your greens“ etabliert wurde.

Grünzeug ist in meinem Jargon nämlich nicht nur alles was Grün ist, sondern fast ausschließlich grüne Blätter. Ich dachte das sei klar, da ja die vor Demenz schützenden Mikronährstoffe nur in grünen Blättern vorkommen. Mich haben aber viele Leute gefragt, ob das Gesagte auch für Avocados, Gurke, Zucchini oder Kohlrabi gelte.

Leider tut es das nicht. Es gilt für grüne Blätter wie Kohl, Kräuter und Salate. Und es gilt für Brokkoli, weil dessen Röschen quasi Blätter sind und er auch deshalb mein Lieblingsgemüse ist. 400 g Salat zu essen ist richtig schwer, sogar als Green Smoothie, aber 400 g Brokkoli essen ist total easy. Ich schrieb oben, dass das Gesagte fast ausschließlich für grüne Blätter gilt, weil es tatsächlich auch für rote Blätter wie Radichio oder Rotkohl gilt. Hier überlagert der rote Farbstoff den grünen, daher handelt es sich hier ebenfalls um grüne Blätter. So viel dazu.

In den letzten Tagen bin ich meinem Traum von einer Doktorbarbeit zum Thema „Warum der kranke Mensch einfach nicht aufhören kann, das ihn krank machende Zeug zu essen“ aka „Esssucht“ möglicherweise ein Stückchen näher gekommen, nachdem 6 Monate lang gar nichts ging.

Ich hatte E-Mails geschrieben, an die Präventivmedizin, die Psychiatrie, die für Suchterkrankungen zuständig ist und an das Max-Planck-Institut und habe nur von der Präventivmedizin eine Antwort bekommen, weil ich da 2 Mails hingeschrieben habe. Allerdings eine enttäuschende, weil mir mitgeteilt wurde, dass derzeit keine Kapazitäten bestünden.

Warum die anderen beiden Institutionen noch nicht einmal geantwortet haben ist mir ein absolutes Rätsel...

Ich komme aus der Kunst und die Kunst ist überlaufen mit Leuten, die als Künstler Karriere machen wollen. Dennoch kriegt man von jedem Stadttheater, was pro Spielzeit ca. 1000 Bewerbungen bekommt, immer eine Antwort zurück. Man bekommt seine eingesandten Unterlagen zurück und alles drum und dran. So bin ich das gewohnt. Eine Absage, aber wenigstens kommt Antwort.

In der Medizin herrscht hingegen absoluter Nachwuchsmangel. Jede Fachrichtung wirbt um die Studenten im klinischen Studienabschnitt als gäbe es kein morgen. Das ist sehr angenehm für jemanden wie mich, der bisher beruflich so wahnsinnig viel Ablehnung erfahren musste. Warum aber auf E-Mails nicht mal eine kurze Rückantwort kommt weiß ich nicht. Ich empfinde es jedenfalls als unverschämt. Wenn man persönlich auf die Leute zugeht, ist das dann aber irgendwie völlig anders. - Das funktioniert am Theater oder auch bei Castern nämlich überhaupt gar nicht!

Jedenfalls habe ich mir seither einen Plan B zugelegt: Eine Famulatur in der Präventivmedizin zu machen, also ein Praktikum als Arzt, und dann Kontakte herstellen zu Leuten bei denen ich eine Doktorarbeit zu meinem Wunschthema machen kann.

Die Präventivmedizin ist eine winzigkleine Abteilung innerhalb des Uniklinkum-Komplexes und ist auch noch funsioniert mit der Diabetologie und der Endokrinologie. In meinen Augen völlig fatal, da das Herzzentrum ein eigenes, riesiges Gebäude ist und das fast alles auch präventiv in den Griff zu kriegen wäre. - Aber zur Lehrmeinung über Arteriosklerose komme ich noch diese oder nächste Woche in einem separaten Blogeintrag.

Ich bin also am Montag morgen in diese Abteilung spaziert nur um die zuständige Sekretärin, die mir vor einem halben Jahr schon eine Absage geschickt hat, nicht anzutreffen. Am Dienstag sollte sie aber wieder da sein, also kam ich am Dienstag wieder, traf sie an, erzählte von meinen Plänen eine Famulatur machen zu wollen und sie sagte quasi: „Ich glaube kaum dass das klappt, aber gehen sie einfach mal durch zum Chefarzt.“ - Ich dachte: „Ich jetzt so ganz allein einfach zu einem Chefarzt gehen???“ - Aber gut, hab ich dann gemacht, angeklopft, habe natürlich gestört, da er im Gespräch mit einer anderen Ärztin war und mein Anliegen dargelegt. Ich wurde gebeten, dann kurz draußen zu warten, was ich gemacht habe.

Keine 5 Minuten später, mit durch die Sekretärin enttäuschten Erwartungen, bin ich dann zum Chefarzt rein, der mich quasi sofort gefragt hat, wann ich denn gerne die Famulatur machen würde.

Seit Monaten schon habe ich dafür den September reserviert und mir im Bioladen Urlaub dafür eingereicht. Er schaut also in seinen Kalender und sagt mir sofort: „September, das passt. Wie lange? Vier Wochen? - Ja, das können wir machen.“ - Ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd, weil ich damit absolut nicht mehr gerechnet hatte. Das hab ich ihm auch gesagt. Daraufhin erklärte er mir, dass sie ja nur eine sehr, sehr kleine Abteilung seien und mehr als einen Praktikanten gleichzeitig könnten sie dort leider nicht betreuen. Hinzu käme, dass die Famulaturen immer sehr schnell weg seien.

Ich war selig!!! - Die kümmern sich dort um Diabetiker um Adipöse, machen Ernährungsberatung und vor allem machen sie auch Studien darüber warum z.B. Diabetiker nicht aufhören können zu Essen obwohl es fatal für ihre Gesundheit ist. Das vor vor einem halben Jahr jedenfalls so als sie für eine derartige Studie eine 400-€-Kraft gesucht haben wofür sich eine Kommilitonin beworben hatte, aber nicht genommen wurde. Ich habe leider zu spät davon erfahren...Aber hoffentlich ergibt sich nochmal so eine Möglichkeit und dann wäre es gut, wenn ich präsent wäre.

Ich würde lieber heute da anfangen als morgen, geschweige denn im September! Hinzu kommen auch noch fantastische Arbeitszeiten: Von 8 Uhr morgens bis 13 Uhr nachmittags! - Ehrlich, so einen Job kann ich mir auch für den Rest meines Lebens vorstellen und nicht so 24-Stunden-Notfalldienste und so einen Scheiß!

Und dann auch endlich mal wieder Leute die Ahnung haben und mit denen ich mich darüber unterhalten kann! Nicht nur irgendwelche Buchautoren aus Amerika.

Es passiert schon lange hier auf dem Blog nichts mehr, dass mich noch irgendwie fordert. Lange Zeit hatte ich Blogging-Peers, also Leute, die selber bloggten, aber eine andere Ernährung für optimal hielten, die mir immer wieder Input bzw. Kritik gegeben haben, die ich dann wissenschaftlich dementieren musste und auch konnte. Die, von denen man jetzt noch hört sind zu einer meiner eigenen Ernährung ähnlichen Ernährungsweise über gegangen. Ich weiß von niemandem mehr der LowCarb macht! - Gott sei Dank! So gefordert werden, fehlt mir hingegen. Vielleicht können das jetzt die Dozenten übernehmen, die Milchprodukte empfehlen und lehren, dass Arteriosklerose irreversibel ist, aber dazu kommen wir ein anderes Mal...

Menü des Tages am 6. Mai

Brokkoli und Paprika


1 Banane

Haferflocken , Banane, Mango. 1 Paranuss, 1 TL Leinsamen, 5 Mandeln, 10 g Sunwarrior, Zimt



Allos Riegel, 125 g Heidelbeeren, 1 Medjooldatteln



190 g rohe Möhren
Vollkornnudeln mit Spargel, Seidentofu, süßer Senf, Salz und Tomatenmark


2 Äpfel
2 Medjool-Datteln

Couscous mit Linsen, Kopfsalat und süßem Senf


1 Banane
1 Birne
125 g Himbeeren

Also, ich muss sagen, die Zeit nach der Schokolade und der Laugenbrezel am Samstag war echt fatal. Alles voller Gelüste, die ich sonst nicht habe. Sowohl in Bezug auf Weißmehl als auch auf Schokolade. Richtig, richtig krass! - Das vergisst man, wenn man mal ne Zeit ohne Gelüste war.

Diese Allos Riegel hat mir jedoch keine Gelüste gemacht und auch Vollkornnudeln nicht. Ich habe das Zeug gegessen, weil ich gucken wollte ob ich eigentlich mehr essen, wenn ich auch Nahrung esse, die stark auf das Belohnungssystem wirkt. Habe ich nicht. 2400-2500 kcal scheint so das zu sein, was ich immer esse, wenn ich 6 Mal die Woche Sport mache. Meine Lieblingshose rutscht...Das lässt mich überlegen, ob die entscheidende Wirkung bei der Challenge vielleicht doch der superniedrige Fettanteil ist.

Was aber fatal ist, wenn man derartige Fertignahrung ist ist, dass der Nährstoffgehalt pro Kalorie im ganzen geringer wird.

Faszinierend auch, dass ich das Abendessen weitgehend ohne Salz essen konnte obwohl ich mittags Salz verwendet habe. Es ist gar kein alles oder nichts!

So, und jetzt muss ich mich sputen! So lang sollte dieser heutige Eintrag heute eigentlich nicht werden und er sollte sogar um was anderes gehen!;-)

Alles Liebe,

Silke

Sonntag, 3. Mai 2015

Grünzeug schützt vor Demenz



Ich hab hier nur sehr wenig über Demenz geschrieben. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Demenz weniger gut erforscht ist in Bezug auf die Ernährung im Vergleich zu Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nichts desto Trotz hat Dr. Barnard auch über den Zusammenhang von Ernährung und Demenz ein ganzes Buch geschrieben: Power Foods for the Brain: An Effective 3-Step Plan to Protect Your Mind and Strengthen Your Memory

Darin macht er entweder den Mangel oder Überschuss an bestimmten Mikronährstoffen verantwortlich. Aber natürlich auch - wie immer - einen Überschuss an Fett in der Ernährung. Das beruhe schlussendlich auf die selben Mechanismen auf die auch Herzinfarkte oder Schlaganfälle gründen, nämlich einer Verstopfung der Blutgefäße und einer Unterversorgung des umliegenden Gewebes mit Blut und Sauerstoff. Das Gewebe, insofern es sich um Herz- oder Nervengewebe handelt, stirbt dann irreversibel ab. Barnard macht zu viel tierisches Fett bzw. Cholesterin für Mikro-Schlaganfälle im Hirn verantwortlich, so dass nach und nach kleinste Bereiche des Hirngewebes absterben und man immer mehr vergisst.

Im Journal of the Federation of American Societies for Experimental Biology erschien im April 2015 eine Kohorten-Studie durchgeführt an 954 Personen mit einem Durchschnittsalter von 81 Jahren. 75% dieser Personen waren weiblich. (Waren die Männer bereits tot?;-)) Man beobachtete diese Personen über einen Zeitraum von durchschnittlich 4,5 Jahren und gab ihnen regelmäßig einen Ernährungsfragebogen bezüglich 144 verschiedener Nahrungsmittel. Was sich zeigte war, dass die Personen mit höherem Konsum an grünen Blättern bessere kognitive Funktionen hatten als die, die weniger davon verzehrten.

Daraufhin untersuchte man die Mikronährstoffe, die in den häufig verzehrten grünen Blättern enthalten waren und stellte fest, dass ein besonderer Schutz vor Demenz mit Folsäure, Vitamin K, Lutein und Beta-Carotin in Zusammenhang steht. Keine Korrelation ergab sich für Lycopin, Alpha-Carotin und Cryptoxanthin.

Und jetzt fragt ihr euch sicher wie viel Grünzeug ihr essen müsst um mit 80 nicht an Demenz zu erkranken!

Es zeigte sich, dass die Personen, die ein bis 2 Portionen Grünzeug am Tag essen im Schnitt eine kognitive Funktion von 11 Jahre jüngeren Personen hatten. - Als eine Portion kann man meines Erachtens etwa 250-300 g ansehen.

Die meisten Menschen essen viel zu wenig Grünzeug. Veganer essen zu wenig Grünzeug. HCLF-Anhänger essen zu wenig Grünzeug. 80/10/10er essen zu wenig Grünzeug. Und auch meine Challenger essen zu wenig Grünzeug. Die meisten jedenfalls - nicht alle.

Das ist mit einer der Gründe warum ich so häufig Brokkoli frühstücke. Erstens mag ich ihn und zweitens habe ich dann direkt eine große Portion Grünzeug intuss und brauche mir für den Rest des Tages, egal wie mies er läuft, zumindest darüber keine Gedanken zu machen. Grünzeug enthält darüber hinaus noch Kalzium und Eisen, womit auch viel Veganer Probleme haben, es sei denn sie essen damit angereicherte Produkte oder supplementieren.

Per se ist das aber nicht nötig und auf jedem Vitaminpräparat steht drauf, dass es kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung ist. Ich bin mir sicher, dass aufgrund derartiger Studien auch wieder extrahiertes Vitamin K, Folsäure, Beta-Karotin und Lutein in einem Präparat zur Prävention von Dement verkauft werden wird. Leider haben viele synthetische Vitamine aber nicht die selbe Wirkung wie es ihre natürlich vorkommenden Zwillinge haben. Warum das so ist hat man, so glaube ich jedenfalls, bis heute noch nicht ergründen können.

Tja, und angesichts einer solchen Studie präsentiere ich euch heute ein relativ mieses Menü des Tages:

2 Zucchini, 1 Kohlrabi, 2 Tomaten


Haferflocken, Banane, Apfel-Aprikosen-Mark, Erdbeeren, 1 TL Leinsamen, 5 Mandeln, 1 Paranuss, Sunwarrior, Traubenkernmehl


2 Bananen
1 unbelegtes Körner-Brötchen
einige Würfel Käse
2 Erdbeeren
1 Schokoriegel

Rest Brokkoli, Linsen, Wedges und Avocado-Sauce vom Vortag


1 Apfel
10 Mandeln

1 Banane
1 Laugenbrezel
paar Möhrensticks

Ich hatte von 9 bis15 Uhr Schicht im Bioladen und völlig vergessen was das für eine Katastrophe wird. Wahrscheinlich weil gerade keine Challenge ist. Ich muss tatsächlich darauf achten in solchen Fällen eine Mittagspause zu machen, weil ich mittags immer esse, aber wenn ich nur 6 Stunden arbeite habe ich kein Recht auf Pause. Das ist fatal und vor-essen ging auch nicht, weil ich absolut keinen Hunger hatte. Wenn das nochmal passiert muss ich anbieten ne halbe Stunde länger zu bleiben um ne Mittagspause einbauen zu können. - Sowas sind dann übrigens auch Gründe für andere Leute nicht ordentlich zu essen, nur wissen die nichts über die Probleme die man dann bekommt, Blutzuckerspitzen, Cortisol, Belohnungssystem und Zivilisationerkrankungen. Ich beneide sie fast!;-)

Abends war ich in der Oper und das war nix besser. Möhre und Banane in der Öffentlichkeit der High Society zu essen war eine Sache, aber was noch? Ich hab daher eine Laugenbrezel gekauft, die mich voll gekickt hat!

Heute sitze ich mit vollem Bauch nach dem Frühstück da und spüre ein Bedürfnis in mir dass ich noch irgendwas will. Irgendwas stark zuckriges. 1-2 TL Agavensirup würden's schon tun.
Ich mach das aber nicht. Auch Laugenbrezel wirkt gerade wieder sehr anziehend. Mein Agavensirup steht noch im Keller. Ja, ich habe noch welchen. Ich schaffe es zwischen den einzelnen Challenges nie, das in den Keller gebrachte Zeug aufzubrauchen. Manches steht seit November im Keller. Oh Gott!

In gewisser Hinsichte habe ich gestern auch zugelassen, weil ich schauen wollte, wie ich mich heute fühle und um abzuchecken, wie ich mit derartigen Ausnahmen klar komme. Ich komme schlecht damit klar, aber es scheint machbar zu sein. Bisher...

Alles Liebe,

Silke