Gestern früh um 9 Uhr stand ich wie jeden Morgen bei der Diabetesschulung auf der Matte, aber irgendwas war anders. Irgendwie tauchte keiner der Patienten auf, keiner von den Schulungsmitarbeitern. Niemand. Also bin ich zum Schulungsbüro marschiert und habe dort erfahren, dass die Schulung erst um 10 Uhr anfinge, weil Herr Dr. sich spontan entschieden hatte morgens um 9 Uhr Visite zu machen. Ich hatte also eine Stunde Zeit zum tot schlagen, hatte aber nichts zu lesen dabei, was ich angemerkt habe. Daraufhin war der Leiter der Diabetesschulung so nett mir folgendes Buch zum lesen zur Verfügung zu stellen: Diätetik und Ernährungsberatung: Das Praxisbuch
Natürlich kann ich nicht ein ganzes Buch in der einen Stunde lesen und zuerst habe ich mich sowieso mit der wunderbaren Zeitschrift Diabetes Journal beschäftigt, in dem ebenfalls viele hochinteressante Dinge standen, auf die ich später eingehe.
Was ich in dem Buch oben zu lesen geschafft habe war schlussendlich nur die Abhandlung über die drei Markonährstoffe: Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß. Da es nicht mein Buch ist kann ich nicht zitieren, aber zum Thema Fett stand da folgendes: Die Vorgaben der DGE für den Fettverzehr seien, angepasst an die gängigen Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung, 25-30% der Nahrungskalorien, weniger sei jedoch noch besser. Dies sei nur zu realisieren , wenn man Fett und tierische Produkte reduziere. Gesättigte Fett sollten ein Maximum von 10 g betragen.
Und ich denke: Oh mein Gott! - Die DGE ist gar nicht der Meinung, dass man 25-30% Fett verzehren sollte. Die trauen sich nur nicht der Bevölkerung zu sagen, dass sie so wenig Fett wie möglich verzehren sollen, möglichst unter 20%, weil die gängigen Ernährungsgewohnheiten so anders sind. - Das ist das selbe Prinzip wie bei der Diabetesschulung. Die sagen 30-35% Fett wohl wissend, dass die Schulungsteilnehmer locker 40-50% Fett verzehren. Da wäre das schon ein Vorteil.
Ich glaube nur leider, das funktioniert nicht. Die fallen nämlich alle auf die versteckten Fette rein. Päckchen Butter 10 g, Scheibe Käse 8 g, Scheibe Wurst 8 g und das alles auf ein Weißbrötchen und man hat 26 g gesättigte Fette in einer Mahlzeit aufgenommen und ist dabei nicht mal satt. - Ich glaube wirklich es ist leichter gewisse Nahrungsmittel einfach komplett zu verbieten, alle tierischen Produkte und alles ab einer gewissen Fettmenge, um überhaupt was zu bewerkstelligen. Und dann eben den Leuten zeigen, was sie statt dessen essen können und was lecker ist.
Sogar der gesundheitsbewußte Verbraucher isst zu viel Fett. Ich sehe ja immer wieder, was ich im Bioladen über die Kasse ziehe. Eine Frau hat gestern 10 Sahnekefir gekauft. 150g Packung. In 100 g sind auch schon 8 g Fett drin. - Es sind sich übrigens alle einig: Das Problem bei Übergewicht und bei Diabetes ist das Fett. Das sagt nicht nur Barnard, das sagt auch die DGE und damit die Diabetikerschulung.
Und es ist auch gar kein so großes Phänomen, wie ich dachte, dass Diabetiker ihre Medikamente absetzen können. In der Zeitschrift Diabetes aktuell in der Ausgabe November 2013 war ein Artikel über einem Typ-II-Diabetiker, der ein Buch geschrieben hat, wie er komplett auf seine Medikamente verzichten konnte. Fit wie ein Diabetiker: Messen! Essen! Laufen! So besiegen Sie Ihren Lifestyle - Diabetes
Er hat nach der Diagnose angefangen weniger süß und fett zu essen, ist zu leichter, saisonaler Gemüseküche gewechselt mit viel Fisch und wenig Fleisch. Er fing zudem an zu Joggen und ein Jahr nach der Diagnose (1999) hatte er den Diabetes besiegt. Braucht bis heute keine Tabletten. Die Zeitschrift Diabetes aktuell druckt ein Interview mit ihm ab wo er gefragt wird: "Wenn das so einfach ist, warum macht das nicht jeder so?" - Das frage ich mich auch. Warum machen das die 8 Mio Diabetiker in Deutschland nicht?
Manche denken er sei ein Einzelfall aber sogar die Deutsche Diabetes-Stiftung geht davon aus, dass mindestens 3-4 Mio Diabetiker durch Lebensstilveränderungen weniger oder keine Medikamente bräuchten. Prof. Rüdiger Landgraf von der Deutschen Diabetiker Stiftung bemängelt, dass Prävention keine Lobby habe und die Ärzte nicht vehement genug eine Veränderung des Lebensstils einfordern würden und wenn ein guter Arzt dies doch täte, würde der Patient halt zum nächsten Arzt gehen.
Ich persönlich bin ja der Meinung man müsst den Patienten mehr Angst machen mit den Folgeerkrankungen und den Nebenwirkungen der Medikamente und man müsste ihnen aufzeigen, dass Gesundheit auch Spaß machen kann, ihnen was über die Lustfalle erzählen und ihnen Carobcremepudding zu esse geben.
Auch der Diabetesschulungsleiter bemängelt, dass es in 2 Wochen Schulung einfach nicht viel ausrichten könne. Eigentlich bräuchte jeder Typ-II-Daibetiker einen persönlichen Coach, der ihn über Wochen oder Monate begleitet und ihm zeigt, wie er die Richtlinien in sein Leben integrieren kann. Aber das ist unrealistisch.
Was an Barnards Programm für die Diabeteswissenschaft aber tatsächlich völlig neu ist ist, dass man Insulinresistenz tatsächlich sogar komplett ohne Sport in den Griff kriegen kann, ausschließlich mit Ernährung und das ist revolutionär, weil viele Diabetiker keinen Sport machen können. Entweder sind sie zu fett oder zu krank, oder haben zu wenig Füße und Zehen. Auch dann kann man den Zucker in den Griff kriegen, aber dann reicht nicht mehr wenig Fleisch und viel Fisch, dann muss es pflanzlich, vollwertig und fettarm sein. Wobei man ja tierisches Eiweiß eh meiden sollte als Diabetiker um nicht die Nieren weiter zu schädigen und sogar das ist in der Diabetesschulung ebenfalls erwähnt worden. Auch das gehört bereits zum medizinischen Allgemeinwissen.
Menu des Tages am 31. Oktober
Haferflocken mit Banane, getrocknete Feigen, Hanfprotein, Mohn und Wasser
3 Feigen
2 Brennnesseltee
2 Amaranth-Mais-Waffeln
Greensjuice aus Feldsalat, Endivie, Gurke, Möhre und Zitrone
1 Scheibe Früchtebrot
24 g Carrot Cake
1 Amaranth Maiswaffel
Brokkoli mit veganem Camembertwasser, Salz, Pfeffer, Knoblauch - leider war der Brokkoli nicht mehr ganz frisch, da er aus Resten im Bioladen bestand...
3 Feigen
Amaranth-Maiswaffel
Roggenbrötchen mit Senf und Veganem Camembert
Trek Riegel, Mixed Berry
Für die Herstellung des Camember habe ich den Bianco Blender benutzt und jeder der einen High Speed Blender hat wird sich schon mal darüber geärgert haben, dass er nicht alles Püriergut wieder ganz unten aus dem Mixer rauskratzen kann. Ich auch. Weil wir am Stand auf der VeggieWorld darüber geredet haben und darüber, dass man auch ein bisschen Wasser reinkippen kann, die Ablagerung durch Pürieren damit vermischt und dann vielleicht ein Getränk oder eine Grundlage für eine Sauce hat, habe ich das mal gemacht. Ich hab den Rückstand also mit Wasser püriert und darin dann den Brokkoli gedünstet. Das ging super.
Vor ein paar Tagen habe ich so auch den Rückstand von Dattelsirup mit in ein Tahinidressing eingearbeitet. Man muss sich selbst immer wieder auffordertn an sowas zu denken.
Spätschicht im Bioladen hat was Praktisches verlangt. Brötchen und Riegel - den Riegel hatte ich auf der Veggie World gekauft und der war super. Geschmacklich und was Makronährstoffe betrifft. Ich hab noch nie einen so fettarmen Riegel gegessen. Es sind keine Nüsse drin dafür Haferlocken und Sojacrispies. 204 kcal 11 g Eiweiß, 1,6 g Fett. Keinerlei gesättigte Fette. Perfekt für Diabetiker!:-) Mal sehen ob ich sowas nachmachen kann...
Der Greensjuice hat mir wieder alle Nährstoffe verschafft obwohl ich eigentlich recht suboptimal gegessen habe. Das ist wirklich eine gute Lösung für solche Tage. Daher sagen auch so viel Experten ein Greenjuice pro Tag sei essentiell. Es ist wirklich nichts leichter als einen Saft zu trinken. Das Saubermachen der Maschine nervt etwas...
Alles Liebe,
Silke
