Freitag, 12. Mai 2017

BMJ: Gesättigtes Fett verstopft nicht die Arterien?



Und täglich grüßt das Murmeltier...oder die Nachricht, dass viel gesättigtes Fett in der Ernährung doch keine Problem mit sich bringt...obwohl wir es besser wissen...

Eine Medizinstudentin einer anderen Fakultät schickte mir einen Artikel von dem sie bisher nur die Zeit hatte die Überschrift zu lesen: Saturated fat does not clog the arteries: coronary heart disease is a chronic inflammatory condition, the risk of which can be effectively reduced from healthy lifestyle interventions 

Also: Gesättigtes Fett ist nicht verantwortlich für verstopfte Arterien, sondern chronische Entzündungen in den Arterien, welche mit einer gesunden Lebensweise zu beheben sind. Und teilweise stimmt das auch. Aber gesättigtes Fett als die Unschuld vom Lande zu betrachten ist so auch nicht richtig.

Leider erschien der Artikel im British Medical Journal, welches ein anerkanntes hochdotiertes Medizinjournal ist. Zu dessen Verteidigung man sagen muss, dass sie auch die Fallverstellung von Goldhammer bezüglich Fasten und fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher, SOS-freier Ernährung zu Therapie des follikulären Lymphoms veröffentlicht haben.

In diesem Artikel werden allerdings keine neuen Erkenntnisse veröffentlicht, es ist keine neue Studie oder so enthalten, sondern Autoren, die bisher auch schon der Meinung waren, dass gesättigtes Fett kein Problem darstellt, haben an alten Studien nochmal neu ihre Position dargelegt. (Warum?) Sie erklären auch nicht, warum eine Intervention mit Statinen, also Cholesterinsenkern, in diversen anderen Studien dargelegt, die Mortalität senkt oder genau welche Pathogenese dahinter steckt. Cholesterinsenker senken nämlich nur das Cholesterin und nicht etwa chronische Entzündungen. Wenn Atherosklerose auf chronische Entzündungen zurückzuführen ist, dann verstehe ich nicht, warum man statt Cholesterinsenkern nicht einfach Cortison verschreibt?!

Dr. Katz MD hat online eine Gegendarstellung veröffentlicht in welcher er schreibt, dass er keinen blassen Schimmer hat warum eine alte Hypthese dreier Autoren mit alten Studien es wert sein sollte in einem peer-reviewten Journal wie dem British Medical Journal veröffentlicht zu werden. Gab es sonst nichts zu veröffentlichen? Und tatsächlich aber sogar ich die meisten Studien, die hier angeführt sind bereits im Blog besprochen und sie sind nicht stichhaltig genug.

Zum Beispiel die PREDIME-Studie, die eine "fettarme" Ernährung mit 37% Fett, was aber tatsächlich mehr ist als Otto Normalverbraucher isst mit einer Mediterranen Ernährung mit 41% Fett verglichen wird. Die mediterrane schneidet hier besser ab, daher kommen die Empfehlungen für mediterrane Ernährung. Tatsächlich sind aber bei Ernährungsweisen suboptimal. Auch die Mediterrane. 37% mit viel gesättigtem Fett und Zucker und Weißmehl ist aber so oder so eine Katastrophe. Dann doch lieber mediterran. Eine echte fettarme Ernährung wurde hier gar nicht untersucht und schon lange keine fettarme, vollwertige Ernährung. Die Entzündungen in der Arterien kommen nämlich hauptsächlich von zu hohen Blutzuckerwerten und die hat man wenn man viel Zucker isst und wenn man insulinresistent ist. Beides wird mit einer fettarmen, vollwertigen Ernährung ausgeschlossen. In der Lyon Heart Study hatte sich dann auch gezeigt, dass eine Mediterrane Ernährung ein besseres Outcome hat, also eine andere Ernährung bei der der LDL-Spiegel aber gleich war (Hier wird natürlich nicht erwähnt, von welchem LDL-Wert wir sprechen. 70 mg/dl oder 200?) Das das Outcome hier aber besser war kann sowohl an mehr ungesättigten, entzündungshemmenden Fettsäuren liege, aber auch daran, dass eine Mediterrane Ernährung meist vollwertiger angelegt ist. - Und an dieser Stelle frage ich mich dann? Hä? Genau diese Studie würde doch zeigen, dass das was im Titel behauptet wird nicht stimmt. Ungesättigtes Fett ist besser als gesättigtes. Aber Fett, egal welches, erhöht eben auch den Cholesterinspiegel. HDL und LDL.

Als nächstes wird aber die Sydney Diet Heart Study und das Minnesota Coronary Experiment angeführt, bei welchem der Cholesterinspiegel der Probanden gefallen sein soll, als sie gesättigtes Fett durch Öle ersetzt haben, aber ihre Mortalität dennoch stieg. Auch hier würde ich gerne wissen über welchen Cholesterinspiegel wir hier reden (ich kenne beide Studien nicht). Es kann durchaus sein, dass jemand, der durch gesättigtes Fett einen Cholesterinspiegel von 250 mg/dl hat aber wenig entzündungsförderndes Omega 6 isst, weniger vaskuläre Entzündungen aufweist. Und das heißt noch lange nicht, dass gesättigtes Fett gesund ist! - Ich verstehe nicht, warum man dauernd zwei miese Sachen miteinander vergleichen muss. Das ist genau wie der Vergleich von HighFat und HighCarb. Weder viel Fett, noch viel Zucker ist gut. Kann bitte mal irgendwer eine Studie machen und dabei eine richtig gute Ernährung im Vergleich beobachten? Abschließend wird dann wieder die eine Studie zitiert, die zeigt, dass bei über 80jährigen ein höherer LDL Spiegel mit einer geringeren Mortalität einherging. - Das finde ich, ist nicht übertragbar auf Menschen mittleren Alters. Außerdem sei das Verhältnis von Triglyceriden zu HDL der entscheidende Parameter für das Risiko an einem Herzinfarkt zu erkranken. - Äh, ja und Triglyceride sind Fett. Die Leber stellt es aus allen Fetten her, die man isst und aus Fructose. - Was bitte spricht jetzt hier dafür gesättigte Fette frei zu sprechen???

David Katz stellt diesen paar in diesem Artikel erwähnten Studien dann allerdings noch die Tausen Studien entgegen, die belegen, dass ungesättigtes Fett gesünder ist als gesättigtes. Studien, mit denen ich mich schon gar nicht mehr beschäftige. Ich werde nie über 20% Fett essen! Die vorgelegten Studien seien hochgradig selektiv, limitiert und fehlinterpretiert. Tatsächlich sei es auch nicht so, dass die Autoren dieses Beitrags jetzt neuerdings nach der Durchsicht von Studien, zu diesem Fazit gekommen seien, sondern der Artikel bietet eine Selektion von Studien damit die Autoren ihre schon lange gefasste Haltung zu LowCarb-Diäten bestätigt sehen können.  - Die Frage stellt sich, warum das BMJ sowas veröffentlicht?

Und mal hypothetisch: So lange man sich nicht einig ist, ob gesättigtes oder ungesättigtes Fett zu Herzkrankheiten führt, sollte man vielleicht nur die Dinge essen, von denen klar ist, dass sie nicht dazu beitragen. Vollwertige Kohlenhydrate. - Problem gelöst.

Menü des Tages am 11. Mai 2017

Brokkoli


Haferflocken mit Banane, Zimt, Leinsamen, 1/2 Paranuss, Apfel


Banane
Süßkartoffel, Brokkoli und rote Linsen


Banane

rohe Möhren


Rest vom Vortag


1 Aprikose


Brokkoli, rote Linsen, Knoblauch, Cherrytomaten, Rettich, Salz und Pfeffer


1 Mango



Ich hab unterdessen am letzten Montag, also am 1. Mai meine 365-Tage Challenge begonnen, von der ich 18 Ausnahmen machen will. Ich hab mich ja schon lange nicht mehr beim challengen gewogen, aber dieses Mal schon um zu dokumentieren, wie sich das Gewicht entwickelt. - Und es geht krass runter. In der ersten Woche um 1,4 kg, in der 2. um 0,5 kg - und das bei einem BMI von 22. Das ist echt unfassbar! Ich bin mal gespannt, wo sich das einpendelt. Und ob ich es schaffe meine 18 Ausnahmen einzuhalten. Eine habe ich nämlich schon gemacht.:-)

Alles Liebe,

Silke


1 Kommentar:

  1. Alles klar ;-) Die "Wissenschaft" hat wieder mal festgestellt, dass es gesund sein kann aus dem Fenster zu springen. (Wenn das Haus brennt ;-))

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