Donnerstag, 1. Dezember 2016

Ein weitere Beweis für den Zusammenhang zwischen LDL-Cholesterin und Atherosklerose


Ich hab bereits mehrfach erwähnt, dass ich denke, dass Dr. Dean Ornish einen Nobelpreis bekommen hätte, hätte er ein Medikament erfunden, was das kann, was seine Ernährungsweise kann, nämlich atherosklerotische Plaques, die Hauptursache für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rückgängig zu machen. Es sieht so aus als hätte jemand tatsächlich ein derartiges Medikament erfunden, denn erschien soeben eine Studie in JAMA und im Zuge dessen dann auch im Deutschen Ärzteblatt, welche 18 Monate Patienten unter dieser Therapie beobachtet hat und zu dem Schluss kam, dass sich bei 64,3% der Patienten die Plaques verkleinerten. Wurde der LDL-Cholesterinspiegel auf unter 20 mg/dl gesenkt (empfohlen wird bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten ein LDL von unter 70 mg/dl) passierte das sogar bei 81,2% der Patienten. Damit wirkt es um Längen besser als die allseits verschriebenen Statine zur Cholesterinsenkung und ist ein weiterer Beweis dafür, dass es wirklich das LDL-Cholesterin ist, welches für die Entstehung der Plaques verantwortlich ist und dass Ornish' Programm vor allem auch deshalb erfolgreich ist, weil es das Cholesterin so gravierend senkt und nicht, weil seine Ernährung auch reich an sekundeären Pflanzenstoffen und arm an Zucker ist und auch die Entspannungstechniken und der Nikotinverzicht nicht die entscheidende Rolle spielen.

Das Medikament heißt Evolocumap und ist ein monoklonaler Antikörper, welcher dafür sorgt, dass mehr Cholesterinrezeptoren auf der Zelloberfläche vorhanden sind und damit mehr Cholesterin aufgenommen wird, statt im Körper zu zirkulieren und sich dort irgendwo in den Gefäßen abzulagern, wo es für Bluthochdruck sorgt. Und es ist bereits seit über einem Jahr zugelassen – allerdings nicht für all die Leute da draußen, die einen zu hochen Cholesterinspiegel haben – das wären zu viele, sondern nur für Menschen, die normale Cholesterinsenker entweder nicht vertragen oder die einen genetisch zu hohen Cholesterinspiegel haben, bei denen Statine nicht genug ausrichten, denn die können nur eine maximale Senkung von 50% bewirken.

Es ist auch deshalb nicht weitläufig zugelassen, weil es sauteuer ist.

Eine Packung Simvastatin oder Atorvastatin, die gängigsten Cholesterinsenker kosten ca. 15€ für eine Packungsgröße von 100 Stück. Da nimmt man dann eine täglich. Evolocumab kostet pro Monat 670 € und für einen Zeitraum von 3 Monaten eben knapp 2000€. Das wollen die Krankenkassen natürlich möglichst nicht bezahlen.

Also folgendes Medizinerproblem: Wie kriegt man Patienten dazu eine Lebensstilveränderung durchzuführen, wenn man auch Medikamente nehmen könnte?

Zweites Problem: Wie kriegt man Leute dazu überhaupt zu glauben, dass es wirklich das Cholesterin ist?

Der Cholesterin-Lügen-Scheiß ist je weiter verbreitet als man denkt und wird nicht nur von Laien und Journalisten verbreitet, die noch nie eine einzige Studie oder ein einziges Journal je gelesen haben.

Meine Hausärztin hält Cholesterin für nicht sooooo relevant, weil es halt auch Menschen da draußen gibt, die hohe Cholesterinwerte haben, aber dennoch keine Plaques. Gestern im Neurologiepraktikum haben wir einen Patienten untersucht, der einen Schlaganfall hatte und kein typischer Risikofaktorenpatient ist. Er raucht nicht, hat keinen Diabetes, treibt Sport – nur sein Blutdruck ist zu hoch. Als ich nach seinem Cholesterinwert fragte, sagte der junge Arzt, der uns betreute dass Cholesterin ja nicht soooo relevant sei.

Meine Theorie ist, dass Ärzte, die selber einen erhöhten Cholesterinspiegel haben, was ja ca. 95% alle Patienten in der Hausarztpraxis hatten, sich einfach einreden, dass es kein relevanter Faktor sei. Der Psychologe nennt das dann "Abspaltung". Man verdrängt es einfach bis es gefühlt kein Faktor mehr ist. Anders kann ich mir das nicht erklären. Genauso wie verdrängt wird, dass Kühe, Schweine und Hühner vielleicht die selben Gefühle haben wie unser Schoßhündchen und unsere Kuschelkatze.

Was zu schrecklich ist um es ins Bewusstsein zu lassen, lässt man einfach nicht rein und dann spielt es keine Rolle mehr. Im Falle des Cholesterins finde ich es aber noch schlimmer als bezogen auf den Fleischverzehr, denn so eine private Abspaltung beeinträchtigt die optimale Therapie für den anvertrauten Patienten.

Und dennoch hängt es beides natürlich zusammen. Wenn Ärzte das Cholesterinproblem nicht so abtun würden, hätten wir einen geringeren Verzehr tierischer Lebensmittel und im Zuge dessen vielleicht auch die Erlaubnis darüber nachzudenken, was wir mit dem Fleisch-, Milch- und Eierverzehr den Tieren antun.

Wir haben also eine Umweltministerin, deren Ziel eine Fleischsteuer einzuführen um den Fleischverzehr auf das von der DGE empfohlene Maß zu senken vom Landwirtschafts- und Wirtschaftministerium abgeschmettert wurde und wir haben die Pharmaindustrie, die in der Lage war medikamentös den Cholesterinspiegel zu senken ohne relevante Nebenwirkungen und zudem Ärzte, die das Cholesterinproblem als nicht soooo relevant ansehen. Dabei ist die Massenproduktion tierischer Produkte und die übermäßige Nachfrage eines der größten Probleme unserer Zeit. Vielleicht einzig getoppt von der globalen Verdummung durch Fake News und das post-faktische Zeitalter, in welchem Fakten einfach nicht mehr gesehen werden. - Oder das post-faktische Zeitalter ist der Grund warum weiterhin Raubbau an unserer Gesundheit und dem Planeten betrieben wird, denn Fakten wie diese Studie oder auch Ornish' Studie, scheinen keine Rolle zu spielen zur Bekämpfung der Todesursache Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es sind übrigens nicht nur 40% der Bevölkerung, wie ich immer sage, die daran in der westlichen Welt sterben, es sind satte 42,2%

Menü des Tages am 29. November 2016
Haferflocken mit Chia, Banane, Zimt, Kokosmehl, Kaki


Vollkornbrötchen mit Senf und Avocado


Vollkornbrötchen mit Mandelpüree und Banane


Spaghetti mit Sojabolognese und Salat mit Brötchen 


1 Kaki


Vollkornnudeln mit Linsenbolognese und Walnüssen


Kokosschokolade

Ich hatte vergessen am Vortag Gemüse fürs Frühstück zu kaufen, musste früh los, hab in der Mensa gegessen, hatte nichts vorbereitet und lege gerade auf Ernährung nicht so wert. Hauptsache es ist vegan und halbwegs ordentlich. Ich fühle mich befreit von dem Sucht-Zwang, den ich vorher hatte und bin nicht so 100% sicher woran das liegt. Ob mir mein Leben gerade besser gefällt, die Uni interessanter ist und ich grundsätzlich mehr Gelassenheit habe, oder ob der totale Ausstieg daraus, durch die Challenge, der entscheidende Faktor war. Oder aber der Ausstieg durch die Challenge hat dazu gefühlt, dass andere Bereiche in meinem Leben angefangen haben eine größere Rolle zu spielen.

Ich habe es letzte Woche geschafft eine Doktorarbeit zu ergattern, habe einen sehr netten Betreuer, von Haus aus Psychologe, und einen ebenso netten Doktorvater, einen Kinder- und Jugendpsychiater über den ich, als ich ihn das erste Mal sah dachte: "Hey, der sieht ja fast aus wie Dr. Lisle nur etwas jünger".:-))) Er hat auch die gleiche Ausstrahlung und man fühlt sich einfach wohl in seiner Nähe. Das ist sehr angenehm,

Und von daher läuft es medizinisch gerade sehr gut, außer, dass alle Nase lang Klausuren sind und es quasi unmöglich ist alle zu bestehen.- Aber auch das macht mir keine großen Sorgen, denn es gibt ja noch zwei weitere Semester.

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Hallo Silke, ein mir bekannter Veganer erlitt vor ein paar Wochen einen Infarkt am Sehnerv, der tragischerweise zum bleibenden partiellen Gesichtsfeldausfall eines Auges führte. 68 J, BMI 24, Blutdruck 110-60, Nichtraucher, körperlich aktiv, nach meinem Eindruck keine gravierenden Ernährungsfehler ausser stressbedingtem gelegentlichem Alkoholkonsum. Internistische Abklärung und alle erhobenen Laborwerte im grünen Bereich . Allerdings GesamtCHOLESTERIN bei 210 - nach Einschätzung des Arztes wg. ansonsten fehlender Risikofaktoren UNWICHTIG, deswegen auch keine HDL/LDL Bestimmung. Therapieempfehlung: Kortisonstosstherapie (wurde nicht vertragen) und 3 Monate täglich ASS 100. Man fragt sich, was da "ins Auge" gegangen ist, wenn nicht das Cholesterin.
    Kann Alkohol bzw. Stress das Cholesterin hoch treiben? Leberwerte und Triglyceride waren im unteren Referenzbereich.

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  2. Alkohol kann die Triglyceride nach oben treiben und daraus könnte dann theoretisch wieder Cholesterin synthetisiert werden. Stress baut Fett eher ab, treibt aber den Blutdruck hoch.

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  3. Danke für Deine prompte Antwort. Er wird wohl das Cholesterinproblem "im Auge behalten" müssen. ;-) ....und ein anderes Stressmanagement dazu.

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