Donnerstag, 5. Mai 2016

Meine Meinung zu intermittierendem Fasten


Ich werde immer wieder zu meiner Meinung zu intermittierendem Fasten gefragt. Auch jetzt wieder nach dem letzten Blogartikel, in welchem ich geschrieben habe, dass beim Fasten Hungerendorphine ausgeschüttet werden und dass ich davon ausgehe, dass das viele Leute motiviert ihr Frühstück ausfallen zu lassen und der ein oder andere nennt das dann schon "Intermittierendes Fasten". Daher will ich meine Meinung heute mal darlegen.

Also erstens interessiert mich intermittierendes Fasten nicht sonderlich, sonst hätte es darüber schon einen Blogbeitrag gegeben. Ich denke nicht, dass sich damit gesundheitlich groß etwas ausrichten lässt, verglichen mit einem richtigen Heilfasten. Ich denke auch, dass die meisten Leute es wohl kaum aus gesundheitlichen Gründen machen, sondern um abzunehmen. Ich hab mit einer naturheilkundlichen Ärztin im True North darüber gesprochen, die erklärte es gäbe Studien, dass Leute mit intermittierendem Fasten gut abnehmen würden. Daraufhin meinte, ich, dass man das dann aber doch auch den Rest seines Lebens weiter machen müsste um nicht wieder zuzunehmen. Dem stimmte sie zu. Intermittierendes Fasten müsste demnach, wenn dann, zu einem Lifestyle werden und nicht zu einer Diät. Wo ich mir dann jedoch wiederum nicht sicher bin, ob das nicht dauerhaft auch den Grundumsatz runter schraubt und dieser Prozess irgendwann ein Ende findet.

Persönlich habe ich eher den Eindruck, dass intermittierendes Fasten etwas ist wozu Leute greifen, die einen Kontollmechanismus für ihr Essen suchen. Auch Leute, die sich schon lange oder länger mit gesunder Ernährung beschäftigen, aber noch nicht ihr Traumgewicht haben. Und immer wenn es darum geht etwas kontrollieren zu wollen, was außer Kontrolle ist, haben wir es mit einem defekten Belohnungssystem zu tun und dann ist intermittierendes Fasten nur eine Symptombekämpfung, nicht aber eine Heilung. Man kriegt seine Hungerendorphine und braucht dann keine Endorphine ausgeschüttet z.B. durch Zuckerverzehr und man gerät nicht außer Kontrolle, weil man gar nicht erst anfängt zu essen. Nicht aufhören können gibt es logischerweise nur, wenn man überhaupt angefangen hat. Ich persönlich bin immer gegen Symptombekämpfung, wenn es auch die Variante Heilung gibt.

Mir hat dann aber auch jemand eine Studie zukommen lassen über "intermittierends Fasten" in der es darum geht, welche Regenerartionsprozesse der Körper einleiten kann, wenn er Hungern muss. Nur leider geht aus der Studie nicht hervor, ob man dazu im Zustand des Fasten sein muss oder ob man nur seine Kalorien beschränken muss.

Das Kalorienrestriktion der Langlebigkeit dient ist ja nun auch nicht neu. Ich habe schon mal darüber geschrieben und auch darüber, dass man derzeit irgendwo in den USA eine Studie an Menschen durchführt, die schon jahrelang in einem Kaloriendefizit leben um zu gucken ob das was für Mäuse und andere Versuchstiere gilt, auch auf Menschen anwendbar ist. Das Thema wurde auch in den Physiologievorlesungen an der Uni erwähnt. Diese Menschen leben da mit ihrem Kaloriendefizit, haben tiptop Blutwerte, aber null Energie um irgendwas zu machen. Sie haben keine Kraft für Sport oder für körperliche Leistung. Ein Kaloriendefizit kann daher nicht die Lösung sein. Gott sei dank gäbe es noch einen weiteren Mechanismus, der genau so effektiv sei wie Kalorienrestriktion, sagte damals der Prof.: Möglichst wenig Methionin zu sich nehmen, allerdings nicht zu wenig, da Methionin eine essentielle Aminosäure ist. Methionin ist hauptsächlich in tierischen Produkten enthalten und daher denke ich, dass jemand der weitestgehend pflanzlich lebt auch nicht die Notwendigkeit hat, Kalorien zu restringieren oder auch intermittierend zu fasten.

Und dann ist da noch das Problem mit "eating under the hunger drive". Das spricht Dr. Lisle immer wieder an. Auch in "How to lose weight without losing your mind". Es macht einen nämlich bekloppt unter seinem Hungertrieb zu essen, also weniger als der Hunger einem sagt zu essen da das Belohnungssystem dann die voll Kontrolle übernimmt und man stürzt sich auf die nächstbeste hochkalorische Nahrung.

Also, intermittierendes Fasten interessiert mich nicht sonderlich als Technik zur Gesundung oder zum Abnehmen, Es ist nicht sonderlich effektiv. Wenn dann komplett fasten! - Und zum Abnehmen empfehle ich sein Belohnungssystem zu heilen. Sich mit seiner Psyche zu beschäftigen. Über sich und sein Verhalten zu reflektieren und "Drogennahrung" so weit wie möglich aus seinem Leben zu verbannen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass man mit intermittierendem Fasten von einem Binge zum nächsten lebt.

Falls noch weitere Fragen dazu sind, kann ich gerne darauf eingehen. Weitere Studie schaue ich mir ebenfalls gerne an.

Menü des Tages am 4. Mai 

Zucchini mit Tomate


Vollkornreis, Banane, Zimt, Sunwarrior, Birne, Leinsamen, Paranuss, Mandelmus


 ½ Dose Kichererbsen


125 g Tomaten


½ glutenfreies Brötchen mit Cashewmayo


 Brokkoli, Rote Linsen, Vollkornreis, Balsamico, 1 TL Kakaobutter, Chilisauce, Knoblauch



Rest vom Mittagessen
1 Reiswaffel

Ich habe Kakoabutter Reste. Schon ewig!!! - Vom Rohkostschokolade machen. Aber ich bin ja fertig mit Schokolade und mit Rohkostschokolade erst recht.

Ich finde selbstgemachte Rohkostschokolade ja noch viel ungesünder als gekaufte Zartbitterschokolade, weil man viel mehr Fett rein tun muss, wenn man sie selber macht, weil man ja keine Conche zuhause hat, welche die Schokolade ewig walzt, so dass sie auch ohne viel Fett homogen ist. Selbstgemacht Schokolade besteht daher meist aus ca. 70% Fett und das ist alles andere als gesund. Der Rest ist dann Zucker bzw. Agavendicksaft und damit Fructose pur. Mit Rohkostschokolade kann man daher sehr effizient seinen Cholesterinspiegel, seine Triglyceride und sein Herz-Kreislauf-Erkrankungs-Risiko steigern. Dennoch findet man haufenweise Websites, die versuchen ihren Lesern zu erzählen, dass selbstgemachte Rohkostschokolade gesund sei. Und das nur wegen des dann verschwindend geringen Kakaoanteils, der ein paar Antioxidazen enthält (welche natürlich auch in echtem Obst und Gemüse drin sind) und nebenbei noch Theobromin, was genau so wirkt wie Koffein.

Lange Rede kurzer Sinn, ich brauche das Zeug jetzt auf, indem ich es Teelöffelweise in Gemüsepfannen gebe...

Alles Liebe,

Silke


Kommentare:

  1. Wenn du die Kakaobutter nicht essen magst, gibt es auch Rezepte, wie man daraus Körperpflege machen kann... zum Beispiel Handcreme, Körperbutter... Whatever. :)

    AntwortenLöschen
  2. Hallo liebe Silke!
    Ich lese deinen Blog seit einigen Monaten und bin von deiner wissenschaftlichkeit total begeistert. Es macht einfach sinn! ;) ich lebe seit 1Jahr highcarb stärkebasiert und bin davon auch total überzeugt, dass dies für mich auf jeden fall der heilige gral ist ;D
    Nun ich habe eins zweifragen an dich:
    Meine freunin achtet sehr auf ihre ernährung.... und alles bio und zusatzstoff frei. Allerdings folgt sie einem mir feindlichen Ideal: LowCarb. Nachdem sie mich aber aufgeklärt hat warum wieso und, dass sie einen Münchner Ernährungsberater kennt der sehr erfolgreich mit dieser Ernährung ist und ihr und ihrer gesamten familie das eben auch sehr gut tut, kann ich nicht abstreiten, dass sie das irgendwie wohl schon "richtig" machen. Wir diskutieren oft darüber weil es mich auch einfach interessiert was er sagt und es scheint mir ziemlich plausibel jetzt bin ich auf zwei "fakten" gestoßen, die ich nicht erklären kann und die highcarb unsinnig erscheinen lassen:
    unser menschliche Körper besteht zum größten teil aus eiweißen und zum etwas geringerem teil aus Fett und am minimalsten aus Kohlenhydraten.
    Deshalb sollte man ihn auch so ernähren.

    Und:
    Der körper kann aus fetten und Eiweißen Kohlenhydrate synthetisieren, aber nicht aus Kohlenhydraten die nötigen proteine und Fette.

    Ich weiß dass das wahrscheinlich so die standardfragen sein könnten, aber mir wurden diese bisher nicht beantwortet, deshalb wende ich mich nun an dich. Falls du schon darüber geschrieben hast, dann hab ich den artikel wahrscheinlich noch nicht entdeckt, ansonsten wäre es schön wenn du mir antwort darauf geben kannst.
    Liebe Grüße :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hä? Deja vue? Ich hab dir diese Frage doch schon gestern unter dem Artikel "Zucker macht mich bekloppt!" beantwortet...

      Löschen
  3. Hi Silke. Vielleicht kennst du ja dieses Video zum Thema.
    https://www.youtube.com/watch?v=zRyGwu03nDI&feature=share
    Ich finde es sehr interesant.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Radio Rose,

      nein, das Video kenne ich nicht, aber ich hätte es mir ohne Empfehlung auch nie angeschaut weil sich die YouTuberin London nennt, und das macht mich schon sehr skeptisch. Gleichzeitig empfiehlt sie Graham, Freelee und Durianrider, was mich noch skeptischer macht. Ich habe es mir dann aber angeschaut, weil sie die Studien auf die sie sich bezieht verlinkt hat.
      Die Studien sagen aber nicht das aus, was sie behauptet, nämlich das Stunden Fasten Brustkrebs stoppt. WAs tatsächlich in JAMA veröffentlich wurde ist, dass bei Frauen mit Brustkrebs das Risiko sank nach Therapie erneut daran zu erkranken, wenn sie mehr als Stunden über Nacht nichts aßen. - Das ist natürlich immer noch sehr interessant, aber diese Fehldarstellung finde ich mal wieder sehr nervtötend. Danke dennoch für den Link.

      LG Silke

      Löschen
  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  5. Hallo liebe Silke,
    ich habe mal eine ganz andere Frage und zwar handelt es sich um das Medikament Prednisolon (Cortison)
    Mir wurde heute beim HNO gesagt ich habe eine infektion und geschwollene Stimmlippen, was für mich persönlich total schlimm ist, da ich meine Stimme berufsbedingt brauche. Die Ärztin hat mir nun eine Prednisolon-Therapie verordnet, die ungefähr 3Wochen gehen soll, bei der ich mit 50mg beginne und dann im 3-Tages-Rythmus mit der Dosierung nach unten gehen soll. Ich bin nun im zwiespalt, ob ich das Gift in mich reingeben soll oder ob ich das auch anders lösen kann. Kennst du dich damit aus? Ist Prednisolon sehr schlimm? Gibt es Alternativen?
    Liebe Grüße Larissa :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Larissa,
      wenn du es nur 3 Wochen nehmen sollst, geht das noch. Aber Prednisolon ist schon ziemlich schlimm. Es unterdrückt das Immunsystem und damit auch deine Infektion, so dass du quasi nicht merkst, dass du eine Infektion hast, dennoch hast du sie natürlich. Am besten wäre du machst gar nichts, legst dich 3 Wochen ins Bett trinkst viel und wartest bis der Körper die Infektion in den Griff kriegt. Prednidolon würde deine Symptome beseitigen und du könntest deinem Alltag nachgehen, gleichzeitig unterdrückt es dein Immunsystem, macht dick und kann Blutzellen zerstören. Umbringen wird es dich in den 3 Wochen aber nicht. Ich persönlich würde lieber krank im Bett bleiben als Prednisolon zu nehme.

      LG Silke

      Löschen
  6. Hallo Silke,
    da ich mich ja immer mal wieder mit dem Thema beschäftigt habe, kann ich Dir hier in einem Punkt völlig Recht geben. IF hilft ungemein dabei, die Kontrolle zu behalten - und zwar völlig mühelos. Bei 3 oder mehr Mahlzeiten täglich gelingt mir das nicht.

    Darüber hinaus gibt es aber auch immer mehr Studien, die sich damit beschäftigen. Aktuell finde ich die Arbeit von Prof. Dr. Madeo der Uni Graz zum Thema sehr interessant. Hier mal ein TED Talk von ihm dazu:
    https://www.youtube.com/watch?v=N-dsHgOl00M

    Die machen übrigens auch gerade eine Human Studie dazu : http://www.interfast.at

    Es gibt Hinweise darauf, dass neben dem Effekt des Abnehmens noch sehr viel mehr passiert. Offenbar scheint es eine definitiv lebensverlängernde Maßnahme zu sein die dazu noch in der Lage ist, altersbedingten Krankheiten vorzubeugen. Auch in anderen Ländern arbeiten Forschungsinstitute daran. Neben den Bodybuilding und Fitness Freaks gibt es also auch ernst zu nehmende Forschung dazu.

    Gruß Klaus

    AntwortenLöschen
  7. Eine lebensverlängernde Maßnahme ist es aber nur durch die Kalorienrestriktion, nicht weil es zur Entgiftung oder so beiträgt.

    AntwortenLöschen