Donnerstag, 15. September 2016

Warum Veganismus nicht ausreicht die Tiere, den Planeten und die Menschheit zu retten.



Heute mal ein Beitrag für alle Tierschutzveganer. - Obwohl ich gar nicht weiß, ob mein Blog überhaupt von Tierschutzveganern gelesen wird oder eher von Leuten die "plant-based" leben und gelegentlich tierische Produkte verzehren. - Denn, das wissen wir alle, von einer geringen Dosis davon wird man ja nicht krank.

Der geneigte Zuschauer meines YouTube-Kanals weiß jedoch, dass ich mich gerade mit sehr intensiv und mit Leidenschaft für Zero Waste interessiere. Was heißt, ich versuche keinen Müll zu machen und wenn doch, den Müll so lange ich kann zuhause wieder zu verwerten und wenn das gar nicht geht, ihn zu recyceln. Und das ist ziemlich leicht, wenn man eh vollwertig und pflanzlich lebt. Ich weiß heute beim besten Willen nicht mehr, warum ich noch vor 2 Monaten jeden zweiten Tag meinen Müll raus bringen musste. Als Einzelperson! Mein Gelber-Tonne-Müll war voll mir Gemüseverpackungen und mein Restmüll voll mit Gemüseabfällen, die natürlich eigentlich kompostiert werden sollten. Eine Bio-Tonne gibt es in meinem Haus aber noch nicht. Ich habe mit Mühe eine bestellt bzw. meinen Vermieter überredet. Aber ob ich wirklich eine bekomme, wenn vielleicht mein ganzes Viertel keine hat??? Macht sich die Müllabfuhr dann überhaupt die Mühe in mein Viertel zu fahren? - Jedenfalls Schande über alle, die keine Biotonne haben. Ich hatte in Köln, glaube ich, noch nie eine, daher habe ich mir vor ein paar Jahren mal einen Wurmkomposter gekauft. Seit ich studiere habe ich aber keine Zeit mehr eigenes Gemüse an zu bauen und brauche daher auch den Kompost nicht.

Naja, die meisten Infos über Zero Waste habe ich vom englischsprachigen YouTube aber die Regelungen und Sorgen über Müll, sind ja von Land zu Land verschieden. Die Amerikaner sorgen sich besonders um den Great Pacific Garbage Patch, eine riesige Müllinsel aus Plastik, die im Pazifik treibt.  Derartige Müllinseln gibt es aber in allen Meeren. Darüber hinaus haben die Amerikaner für Restmüll immer noch Müllhalden, während wir in Deutschland alles verbrennen und uns die Mühe machen die Gifte des Verbrennungsrauchs entsprechend zu filtern, was natürlich teure Maschinen erfordert. Die Wärmeenergie aus der Verbrennung wird dann auch wieder weiter verwendet. Aber hat Deutschland auch Plastikprobleme? Dem versuche ich derzeit nach zu gehen genau wie den gesundheitlichen Auswirkungen von Plastik, aber ich weiß noch nicht wo andere Wissenschaften ihre Studien veröffentlichen und wo ich überhaupt anfangen soll zu suchen. Also bin ich noch bei YouTube und sammele Indizien. Und ein tolles Indiz war ein Beitrag von W wie Wissen: Alles über Plastik.



Ich wird auch die naive Arztfamilie kurz thematisiert, die ich schon mal vorgestellt habe, die für das Fernsehen einen Monat plastikfrei lebte. Hingegen auch Biologen und Chemiker, die sich mit der Plastikthematik auseinander setzen und hier besonders auf den Nordseeinseln – unserer Variante von Pazifik. Dort verfangen sich nämlich alle Nase lang Vögel auf Helgoland in Plastikresten von Fischernetzen oder fressen Plastikstücke und sterben dann daran, weil sie nichts anderes mehr essen könne, da ihr Magen von Plastik verstopft ist. Ein weiteres Problem ist Polyethylen, welches in Peelings und Zahncreme als Putzkörper verwendet wird, welche zu klein sind, als dass die Kläranlage sie raus filtern würde und welche dann im Meer landen. Dort verwechseln Kleinsttiere diese Putzkörper dann mit ihrer Nahrung und fressen sie. Die Kleinsttiere werden dann natürlich u.U. auch wieder gefressen und so reichert sich im Laufe der Nahrungskette immer mehr Plastik in den Tieren an, so sie nicht am Plastik selber sterben.

Das fand ich absolut grauenvoll anzusehen und dachte, dass jeder Tierschutzveganer demnach eigentlich auch möglichst plastikfrei leben wollen müsste.  

Etwas anderem laufe ich ebenfalls dauernd über den Weg, nämlich dem Wort: Endokrine Disruporen. - Das Zeug ist in unterschiedlicher Form ebenfalls in Plastik drin, geht in Nahrungsmittel über und schädigt unseren Hormonhaushalt. - Ich war gestern im Bioladen arbeiten und blätterte, weil ich Langeweile hatte, dort die Gratiszeitschrift Eve durch, die das Thema auch ansprach. In deren Artikel ging es darum, dass endokrine Disruptoren in konventioneller Kosmetik enthalten sind, in Biokosmetik aber nicht. Im Juni 2016 habe die EU Kriterien zur Identifizierung von Chemikalien vorgelegt, in welcher es heiße, dass ein Stoff nur dann verboten werden würde, wenn eindeutig nachgewiesen sei, dass er das endokrine System störe. Ein dort zitierter Wissenschaftler namens Prof. Dr. Andreas Kortenkamp, einer der bekanntesten Koryphäen auf diesem Gebiet, vermutet aber einen sogenannten "Cocktaileffekt" - heißt, der eine Stoff, in einer geringen Menge, macht niemanden krank, aber diverse in Kombination sehr wohl. - Man vermutet derzeit 800 endokrine Disruptoren.

Und das wäre dann ja vielleicht mal eine Erklärung für all die Erkrankungen, die bisher noch nicht mit fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung geheilt werden können, aber ebenfalls sehr prävalent sind: Hashimoto zum Beispiel, oder PCOS. Wahrscheinlich pfuschen endokrine Disruptoren auch in der Entstehung von Krebs hinein, weil sie Östrogen mimiken und damit einen Wachstumsfaktor oder auch in der Entstehung von Diabetes.

Also, auch Plastik schadet Menschen, Tieren und dem Planeten und damit ist Plastikfreiheit eigentlich genau so wichtig wie Veganismus. - Nur dass das Gros der Leute wahrscheinlich beides nicht  zu 100% kann, daher kann man nur so viel tun, wie man tun kann.

Menü des Tages am 14. September 2016

Brokkoli und Tomate


Haferflocken mit Leinsamen, Banane, Carob, Mango    

 
2/3 Tafel Organic Beans Schokolade  


Tomatensuppe mit Kichererbsen und Reis


8 Datteln



2 Vollkornbrötchen - eins pur und eins Zartbitterstreich

Ich habe im Zuge von Zero Waste letzte Woche eine Schokolade gekauft, welche in kompostierbarer Verpackung abgepackt ist und damit nach 185 Tagen ohne Zucker meinen Zuckerverzicht abgebrochen - natürlich nur um sogleich wieder damit anzufangen.

Meine Reaktion darauf war für mich erstaunlich. Zunächst mal lag die Schokolade 3 Tage bei mir zuhause rum, ohne, dass ich sie angerührt habe, dann habe ich zwei Riegel gegessen und den Rest wieder 2 Tage im Kühlschrank liegen lassen. Ich habe mich im letzten halben Jahr derart umgewöhnt, dass ich, wenn ich was Süßes essen will automatisch Obst esse – auch wenn Schokolade da wäre -  und so soll das sein. Ich habe aber, weil ich meinem Belohnungssystem nicht traue, heute wieder angefangen Tage zu zählen und werde frühestens am 3. Oktober, an meinem Geburtstag, wieder was ähnliches essen. Wenn überhaupt. So wie ich gerade lebe und mich ernähre ist das nämlich super und das wird durch Zero Waste auch noch unterstützt.

Alles Liebe,

Silke


1 Kommentar:

  1. Veganismus ist kein Ziel, sondern ein Weg(,der Plastikmüll vermeidet ). Das Essen sollte pflanzlich, vollwertig (heisst wenig verarbeitet), regional und saisonal ausgerichtet sein. Sogenannte Hochglanzprodukte sind teuer, ungesund und meistens aufwendig verpackt.

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