Sonntag, 4. September 2016

Paleo-Ernährung besser als Mediterrane Ernährung aber schlechter als Plant-based


Ich hab hier schon mehrfach die Paleo-Ernährung auseinander genommen. Aus unterschiedlichen Perspektiven und wenn sie auch besser ist als Hausmannskost oder sagen wir, was man in der westlichen Welt so isst, halte ich sie lange nicht für so gut wie eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung.

Ich habe aber noch nie über eine Paleo-Studie gelesen. Ich habe auch nie danach gesucht. Es ist offensichtlich, dass die Paleo-Ernährung eh nicht realistisch ist und ein "fad", da so Sachen wie Kokosöl paleotauglich sind, aber Hülsenfrüchte nicht, obwohl die auch bereits im Paleolithikum gegessen wurden. Es ist wie mit der Rohkost. Kein einziger wissenschaftlicher Rückhalt, aus keiner einzigen Disziplin aber die Theorie macht für den Laien total Sinn.

Zum Glück gibt's Dr. Greger, der auf Studiensuche spezialisiert ist und der hat dann mal was zusammengestellt.



Es gibt wohl nur sehr sehr wenige Studien. Die meisten sind sehr kurz und mit sehr wenigen Probanden. Und die erste, die Dr. Greger aufzeigt, ist von 1984 und klingt wie eine Reality TV-Show im Stil des Dschungelcamp trifft Biggest Loser. Wäre es nicht 1984 gewesen, wäre das sicher auch vom Fernsehen verfolgt worden.

Man hat 10 übergewichtige Aborigines mit Typ-2-Diabetes 7 Wochen lang so leben lassen wie ihrer Vorfahren, als Jäger und Sammler und geschaut was sie dann essen und wie es ihnen geht. Dabei war es den Probanden möglich pro Tag ca. 1200 kcal zu erbeuten und zu sammeln. Unter solch einer geringen Kalorienmenge nahmen die Probanden dann natürlich ab und auch ihre Glucosetoleranz besserte sich. Sie nahmen im Schnitt 64% ihrer Kalorien mit tierischer Nahrung zu sich, aber faszinierenderweise nur 13% Fett, was daran liegt, dass Kängurus und Krokodile einen unglaublich niedrigen Körperfettanteil haben. Dr. Greger zeigt auf, dass man mit Känguru und fettarmen Milchprodukten durchaus eine Ernährung zusammenstellen könnte die, obwohl tierisch, nur 7% Fett enthält, wenn man auch Stärke und Öbst integriert.

Das viele Fett der Masttiere ist das Problem bei unseren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wahrscheinlich züchten wir sogar hauptsächlich Tiere, die besonders gute Fettreserven haben. Wild hat häufig ziemlich wenig Fett und wenn man Jäger und Sammler ist, wie im Paleolithikum, isst man eben vor allem Wild und Nager. - Wer also heutzutage Paleo machen will kann nicht Hühner, Schweine und Kühe essen sondern sollte vielleicht eher zu Reh und Kaninchen greifen. Es ist auch wesentlich weniger entündungsfördernd, wie Dr. Greger in einem seiner anderen Videos zeigt. - Wir kommen natürlich noch dazu, dass auch das nicht nötig ist...;-)

In anderen Studien, die ähnlich wenig aussagekräftg waren, weil es nur wenige Probanden waren und eine kurze Zeit, zeigten sich ebenfalls positive Ergebnisse.  Allerdings hatte hier die Paleo Ernährung auch - zufällig oder absichtlich – nur die Hälfte des Fettgehalts einer Normalernährung.

Die längste Paleo-Studie jemals, so Greger, ging 3 Monate, bis 2006 endlich eine erschien, die über 15 Monate ging. Leider, wurde diese Studie nicht an Menschen, sondern an Schweinen durchgeführt. Hier nahmen die Schweine nicht so stark zu wie ihre Artgenossen, die "normal" essen, aber sie bekamen auch 20% weniger Kalorien...Die verbesserte Insulinsensitiviät, die die Studie mit den Schweinen gezeigt hatte, konnte jedoch scheinbar nicht beim Menschen widerholt werden. Auch wenn sich die Glucosetoleranz verbessert habe.

Das Lustige an dieser Studie ist hingegen, dass sie zeigt, dass die Paleo-Ernährung hier bei herzkranken Patienten besser abschneidet als eine mediterrane Ernährung und ich darf an dieser Stelle nochmal an meinen letzten Blogbeitrag erinnen, welcher die Dummheit der European Society of Cardiology (ESC) und die European Atherosclerosis Society (EAS) bemängelt, die ihre Empfehlungn für Herzkrank auf einer Studie basieren, die ausschließlich 3 mediterrane Ernährungsweisen miteinander verglichen hat.

Mediterran ist sicher besser als westliche Industrienahrung und Paleo dann noch besser als mediterran, aber beides ist immer noch der low-fat, plant-based diet haushoch unterlegen. Eine Paleo-Ernährung enthält kein raffiniertes Öl oder Zucker, auch keine Softdrinks oder Kuchen, Paleo schmeißt alle Milchprodukte raus. Im Grund essen Paleo-Anhänger Obst, Gemüse, Nüsse, Wurzeln und Tierisches und das macht alles in allem eine bessere Fettbilanz aus, als bei der mediterranen Ernährung, besonders, wenn die Paleo-Anhänger noch darauf achten grasgefüttertes Vieh zu essen, welches ein bessere Fettsäureverhältnis aufweist, als die ölreiche Ernährung am Mittelmeer.

Und warum sollte man dann doch besser Hülsenfrüchte und Getreide essen als grasgefütterte Tiere? - Weil es tonnenweise Studien darüber gibt wie vorzüglich sich Vollkorn, aber besonders Hülsenfrüchte auf die Gesundheit auswirken und sie sind die Grundlage der Ernährung der am längsten lebenden Bevölkerungen dieser Erde.

Menü des Tages am 3. September 2016

Brokkoli und Tomate



Haferflocken mit Banane, Zimt, Kiwi, Carob, Leinsamen



2 Kraft-Ballast-Brötchen pur



Süßkartoffel, Brokkoli und Kichererbsen mit Salz


1 Banane

Trauben
2 Bananen

Brot, Salat, Wassermelone, Antipasti


3 Bier

Ich war gestern den ganzen Tag unterwegs. Morgens Frühschicht im Bioladen, nachmittags, wie jedes 1. Wochenende im September, war ich beim ASB als Simulationspatient und abends wurden wir Schauspieler dann vom ASB noch spontan eingeladen zum gemeinsamen Grillen zu bleiben.

Das lustige war, dass wir Veganer in der Überzahl waren. Von 5 Schauspielern 3 vegan. Das ist uns allen im Alltag noch nie passiert und während die beiden anderen Ausnahmen gemacht haben und die belegten Brötchen dort mit Käse gegessen haben oder die Wurst runter genommen haben um es dann mit Butter zu essen, hatte ich Essen dabei. Und beim Grillen ließ sich dann sogar auch was Veganes finde, aber das war durchtränkt mit Öl. Es war das klassische Beispiel einer mediterranen Küche und, obwohl haufenweise Ärzte und andere Mediziner anwesend waren, wurde das nicht nur serviert sondern auch gegessen. - So kann man aber nicht gesund alt werden – Das ist nun mal so.

Naja, wenn ich sowas ein Mal mache, passt das schon. Dabei hatte ich die letzten 2 Tage eh unbändigen Hunger. Stellte sich raus, es liegt an der Regel die heute gekommen ist. Ich erinnere mich, dass ich das schon vor 15 Jahren hatte, dass ich mich kurz vor der Regel gefragt habe, warum ich plötzlich fresse wie ein Scheunendrescher, ob das was Emotionales ist oder ich gerade irgendwie gestört reagiere. Es scheint echt irgendwie hormonell zu sein, aber ich habe keinen Schimmer was es physiologisch ist. Ich bin noch nie über irgendwelche wissenschaftliche Fakten diesbezüglich gestoßen. Ich denke ein Großteil der weiblichen Physiologie ist auch irgendwie immer noch nicht entdeckt.

In Büchern über Schwangerschaft findet man, dass der Autor kristallklare Aussagen über die Kindsentwicklung von sich geben kann, über den Zustand der Mutter aber, weiß er fast nichts. Das ist bei allen Frauen irgendwie unterschiedlich und so steht es da auch...Und das in unserer aufgeklärten Zeit...

Alles Liebe,

Silke

1 Kommentar:

  1. Der Heisshunger entsteht durch das Absinken des Progesteronspiegels!
    Lg
    Susanne

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