Donnerstag, 20. Oktober 2011

Opiate im Essen?

Hallo Liebes,

Tag 929: Na, das war doch dann gestern wieder ganz anders. Ich war satt. Ich war bei unter 2000 kcal schon sehr satt und ich war auch nicht hungrig, als ich ins Bett gegangen bin. Ach, und ich hatte auch keinen Appetit!

Nach allem, was ich in letzter Zeit so beobachtet habe, kann ich folgendes Bestätigen: Nährstoffe machen satt. Wer genug Nährstoffe verzehrt, will nicht über den Hunger hinaus essen, überlegt nicht den ganzen Tag was er essen soll, denkt eigentlich gar nicht ans Essen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo ich von einem 1 Liter Greensmoothie zwar voll, aber nicht satt wurde. Es blieb irgendwie ein Gefühl des nicht befriedigt seins und ich konnte es mir nicht erklären. Jetzt kann ich es. Es fehlte was. Wahrscheinlich genau Kalzium und Eisen, denn mein Greensmoothie bestand aus hauptsächlich Obst, weniger Grünzeug, aber das hat mir nichts ausgemacht, denn Graham pocht ja darauf, wie wichtig Obst ist. Das man davon 3500-4000 kcal essen muss um alle Nährstoffe zu kriegen, die man braucht, war mir da dennoch irgendwie entgangen. Ich war allerdings auch schon nach einem Greensmothie von 1 l voll und hätte nich gewusst woher ich da noch Kalorien nehmen soll und daher ist Graham für mich völlig utopisch. 3000-4000 kcal aus qualitativ hochwertigem Bioobst und dann noch 40% von den Kalorien täglich abtrainieren, damit ich genug Nährstoffe habe aber weniger Kalorien! Blödsinn! Ich lebe doch nicht nur für Essen und Sport. Ich muss auch irgendwann das Geld verdienen für das viele Essen! Nein, ich kaufe lieber Kichererbsen und Getreide.

Also, Nährstoffe machen satt. Wenn jemand jahrelang Diät gelebt hat oder jahrelang Rohkost gemacht hat oder jahrelang Fastfood gegessen hat fehlt was. Dann kann man essen und essen und wird nicht satt, bis der Körper seine Defizite wieder eingeholt hat. Jedem der so ein Problem hat kann ich echt nur wärmstens empfehlen das alles durchzurechnen mit einem Computerprogramm wie dem Chronometer. Wenn da irgendwas fehlt, braucht man sich überhaupt nicht wundern, wenn man noch Hunger hat.

Meine Eiweißbilanz war gestern um Längen besser, nämlich 81 g statt nur 51 g am Vortag und das bei exakt genau der gleichen Kalorienmenge, nämlich 1999 kcal. Meiner Erfahrung nach macht Eiweiß satt, was vielleicht darauf hin deutet, dass ich zuvor zu wenig Eiweiß gegessen habe, was der Theorie, dass Rohkosteiweiß doppelt so wertvoll ist widersprechen würde. Ich habe auch einen Hauch mehr Fett gegessen als am Vortag, aber alles noch im Rahmen. Liegt hauptsächlich daran, dass ich Rawtella und Mandelpüree konsumiert habe. Ich war wieder mal ausgesprochen lange satt, was super war, weil ich aktuell echt viel zu tun habe und nicht so was wie regelmäßige Essenszeiten habe. Brokkoli gab’s um 11:30 Uhr und die nächste Mahlzeit danach erst um 20:15 Uhr. Hunger hatte ich erstmals um ca. 18:30 Uhr wahr genommen. Ich sag ja, Eiweiß macht satt.

Super zum satt werden sind auch immer Gerichte, die in einem Topf sind, so was wie Salat, Suppe Gemüsepfanne oder Eintopf. Außer in den Salat braucht man nämlich kein Fett zugeben und kann die Kalorien so sehr gering halten und die Nährstoffe hoch. Die Gemüsepfanne gestern Abend, Riesenportion, hatte 470 kcal. So ist es leicht 2000 kcal einzuhalten und 40 g Fett auch. Jetzt muss ich nur noch feststellen, ob ich damit Gewicht verliere oder nicht. Außer Fahrradfahren mache ich gerade kein Sport.

Dr. Barnard schreibt übrigens in der Kategorie „Toubleshooting“ in Dr. Neal Barnard's Program for Reversing Diabetes: The Scientifically Proven System for Reversing Diabetes Without Drugs auf die Frage was man machen könne, wenn das Gewicht trotz veganer fettarmer Kost stagniere, dass es hilfreich sein könne mehr Rohkost zu integrieren. Manche Menschen hätten dramatische Gewichtsverluste bewirkt, indem sie Rohkost gegessen hätten. Mir macht das klar, dass er sich der Rohkostszene durchaus bewusst ist, das aber ebenfalls wissenschaftlich nicht als Optimum nachweisen kann.

Rohkost-Buch

Zum Thema „Nährstoffe machen satt“ fällt mir dann noch ein, dass ich nicht daran glaube, dass Vitamintabletten satt machen, sondern nur ganze Nahrungsmittel. Denn wenn Nährstoffe und Mineralien satt machen, warum dann nicht auch sekundäre Pflanzenstoffe, wenn der Körper sie eben gerade braucht. Sekundäre Pflanzenstoffe kann man nicht isolieren. Das gilt natürlich auch für Ballaststoffe, Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Wenn irgendwas davon fehlt, hat man weiter Hunger.

Rechnet es durch, das kommt hin!

Und dann hat Dr. Barnard mir noch die Sache mit dem Opium erklärt.

Also: Es gibt in der Rohkostszene dieses Gerücht, dass Getreide und Fleisch Opiate enthalten was dazu führt, dass man davon süchtig wird. Und wie diese Behauptung gibt es innerhalb der Rohkostszene noch viele weitere gefährliche Halbwahrheiten. Und das liegt natürlich daran, dass sich in der Rohkostszene nur Laien tummeln und kaum Ärzte und Ernärhungsberater.

Dr. Barnard erklärt als folgendes: Manche Nahrungsmittel haben eine ähnliche Wirkung auf unser Gehirn wie Alkohol, Tabak, Koffein und sonstige Drogen. Das seien Zucker, Schokolade, Käse und Fleisch.

Zunächst Mal Zucker: Zucker wirkt auf das Gehirn ähnlich wie Opiate wie Morphium und Heroin, aber in weit abgemilderter Form. Das weiß man, weil man in Studien einer Kontrollgruppe das Medikament Naloxon gegeben habe, welches normalerweise in der Notaufnahme für Suchtkranke gebraucht wird, wenn diese mit einer Überdosis eingeliefert werden, da das Medikament die Heroinrezeptoren im Gehirn blockt, so das der süchtige Notfallpatient eben nicht weiter nach seiner Droge verlangt. Wenn man dieses Naloxon Menschen mit Süßhunger spritz, lässt auch deren Verlangen nach was Süßem nach. Dr. Barnard weißt darauf hin das Naloxon ein intravenös verabreichtes Medikament ist und nicht etwas  das bei Gelüsten verschrieben werden kann. Und er weißt auch darauf hin: „Zucker enthält keine Opiate. Der Geschmack von Zucker auf der Zucker löst die Ausschüttung von körpereigenen Opiaten aus.“ Das kann auch Sport.
Was der Zucker kann, kann häufig auch Weißbrot und ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch Obst und Trockenfrüchte können, was mir voll und ganz erklärt, warum man sich so toll fühlt, wenn man mit 80/10/10 anfängt: Zuckerhigh! – Das geht so lange gut bis der Nährstoffmangel kommt.

Schokolade ist noch etwas anders gelagert. Das gilt auch für rohen Kakao. Kakao und Schokolade enthalten Koffein, Theobromin und Phenyletylamin. Stimulantien. Ich für meinen Teil würde auch rohe Schokolade niemals Kindern geben oder zu mir nehmen wenn ich schwanger wäre oder stille. Kaffee gibt doch auch niemand seinen Kindern! Im Zug habe ich mal eine Mutter ihrem Sohn sagen hören, dass Kinder erst wenn sie Schulkinder sind Cola trinken dürften. Meiner Meinung nach dürfen Kinder nie Cola trinken denn abgesehen von den Stimulanzien ist da auch noch Zucker drin. Rohkostkindern Schokolade zu geben ist die Rohkostvariante davon. Ich benutze Schokolade immer absichtlich als Aufputschmittel, genau wie grünen Tee. Gesund mag das auch nicht sein und er macht auch süchtig. Das haben schon andere festgestellt. Erwachsene haben meistens ein stressigeres Leben als Kinder und müssen auf den Punkt leistungsfähig sein. Auch bei mir ist das oft so. Viel besser auf lange Sicht betrachtet, geht es mir aber völlig ohne  Stimulantien. Ich kann dann faktisch besser denken und mich besser konzentrieren, als wenn ich durch Aufputscheffekt wach bin.

„Käse wird bei der Verdauung nicht nur in seine Aminosäuren aufgeteilt sondern in unterschiedliche Stränge, vielleicht 4, 5 oder 7 „Bänder“. Das sind nicht nur die Aufbaustoffe für Eiweiß, sondern auch biologisch aktive Bestandteile mit einem mild narkotisierendem Effekt. Die Wissenschaft nennt sie Kasomorphine, da sie aus dem Kasein stammen.“
Kasomorphine sind in Käse besonders häufig, weil Käse mehr Kasein enthält als andere Milchprodukte und deshalb fällt es Menschen, die vegan werden wollen, auch so schwer die Finger vom Käse zu lassen.

Bei Fleisch wurden die selben Studien gemacht wie bei Zucker. Die Rezepttoren für Opitate im Gehirn wurden mit Hilfe von Medikamenten ausgeschaltet und das Verlangen nach Fleisch ging zurück.

Und jetzt wundert ihr euch, warum die Menschen ausflippen, wenn man ihnen ihr Fleisch oder ihr liebstes Süßungsmittel wegnehmen möchte? Wer flippt schon aus, wenn man ihm seine Möhre wegnimmt. Ich persönlich flippe aus, wenn ich keine Bananen bekomme. Auf das Bananenkaufen achte ich genau so wie auf das Zigarettenkaufen früher. Ich kann das Gefühl nicht ertragen keine im Haus zu haben. Schon mal gehört, dass Bananen glücklich machen?! Bingo, hier sind wir wieder bei der Sucht. Das passiert auch bei Obst und Trockenfrüchten, nicht aber bei Salat. Alles klar?

Was gab‘ s zu essen?:















7:30 Uhr: Haferflocken mit Birne, Kakao, Zimt und Rosinen

10 g Paranüsse

10:50 Uhr: 1 Banane mit Mandelpüree
6 g Rawtella

11:25 Uhr: 100 g Kichererbsen aus dem Glas
750 g Brokkoli mit Knoblauch, Salz und Pfeffer















20:15 Uhr: Gemüsepfanne aus Quinoa, Paprika, Möhren, Chinakohl, Zucchini mit Salz, Pfeffer, Edelsüßer Paprika und Curry


Leider ist mir die Gemüsepfanne ein wenig angebrannt, weil ich nicht aufgepasst habe, viel um die Ohren hatte, spät aus der Uni kam und dann auch noch Wäsche waschen musste. Und ja, es ist erwiesen, dass das Angebrannte mit Giftstoffen belasten ist. Beim Dünsten oder Kochen lässt sich nichts nachweisen, beim Anbrennen schon. Acrylamid.

Ich hab’s trotzdem gegessen und mir geschworen beim nächsten Mal besser aufzupassen.

Das waren als 1999 kcal davon 81 g Eiweiß, 42 g Fett und 66/15/19. Ich persönlich fühle mich mit dem Mehr an Eiweiß wohler als mit den 40-50 g rohem Eiweiß. Vielleicht liegt das auch an anderen Sachen, die mir vorher fehlten und jetzt vorhanden sind, aber so ist es auf jeden Fall besser als zuvor. Besser als alles, was ich zuvor gemacht habe, abgesehen von der Phase vor 4-5 Jahren als ich in einer Umstellungsphase auch Rohmilchkäse, recht viel rohen Fisch, Dinkelcracker und Vollkornspaghetti gegessen habe. Da habe ich für meinen ersten Marathon trainiert und da steckte ich voll mit Kraft. Das war danach nie wieder so, also muss wohl irgendwas dran sein. Max-Planck-Institut hin oder her….

Alles Liebe,

Silke
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