Samstag, 29. Oktober 2011

Diabetes mellitus in der Schulmedizin...

Hallo Liebes,

Tag 938: So, heute geht’s besser. Um 8 Uhr aufstehen ist weitaus angenehmer als um 5 Uhr. Keine Frage. Und heute kann ich euch dann auch erzählen, was ich eigentlich schon gestern erzählen wollte, denn ich hatte vorgestern mein erstes Diabetestutorium.

Das war noch nicht die eigentliche Vorlesung, sondern nur eine erste Vorbereitung durch den Tutor auf das Thema mit einer kurzen Darstellung der Eckdaten, wovon mir, obwohl ich zwei Bücher über Diabetes gelesen habe, doch ein bisschen was neu war und es hat zudem noch was „klick“ gemacht, was es vorher nicht tat.

Die beiden Bücher waren There Is a Cure for Diabetes: The Tree of Life 21-Day+ Program von Dr. Gabriel Cousens und Dr. Neal Barnard's Program for Reversing Diabetes: The Scientifically Proven System for Reversing Diabetes Without Drugs von Dr. Neal Barnard. Beide wurden bisher nicht ins Deutsche übersetzt. Und dann gibt es ja noch Victoria Boutenkos erstes Buch Raw Family : A True Story of Awakening, in dem sie unter anderen beschreibt, wie ihr Sohn Sergej durch Rohkost von Jugendlichem Diabetes geheilt wurde.

Im Tutorium wurde uns zunächst mal beigebracht, dass es zwei Sorten Diabetes mellitus gibt, was allgemein bekannt ist, denke ich. Typ I und Typ II. Der, mit dem sich Cousens und Barnard haupsächlich beschäftigen ist Typ II. Das ist der, der durch Zivilisationsnahrung verursacht wird. Und das funktioniert so:

Wenn der Mensch Zucker isst, bzw. Kohlenhydrate, dann schüttet die Bauchspeicheldrüse, bzw. ihre B-Zellen, Insulin aus, oder besser erst mal Vorstufen davon, aber das ist hier nicht relevant. Das Insulin hat die Aufgabe den Zucker in die Körperzellen zu schaffen und dort für den Aufbau von Speicherstoffen zu sorgen. Glykogen, Fett und Proteine. Bei Menschen mit Typ I Diabetes sind die B-Zellen der Bauchspeicheldrüse aus irgendwelchen Gründen kaputt und produzieren gar kein Insulin mehr. Bei Typ II Diabetes sind die B-Zellen ausgelaugt, was daher rührt, dass der Mensch in seinem Leben bereits viel zu viel Zucker gegessen hatte und die Bauchspeicheldrüse quase unter Überproduktion litt. Ein Mensch mit Typ II Diabetes ist meist über die besten Jahre hinaus, ist übergewichtig, hat hohen Blutdruck und durch den Diabetes steigen seine Chancen von Tag zu Tag irgendwann an einem Herzinfarkt zu sterben oder einfach nur das Gefühl in seinen Füßen und seinen Augen zu verlieren, bzw. seine Sehkraft. Die Blutgefäße verhärten durch Diabetes nämlich.

Es ist aber nicht nur die Unterproduktion der B-Zellen schuld am hohen Blutzucker und wenigem Insulin. Es gibt auch noch einen zweiten Faktor. Typ II Diabetiker haben meist beide Probleme. Es wird nicht genug Insulin produziert, die Körperzellen sind aber auch nicht mehr in der Lage auf das Insulin zu reagieren, was an die Zellen andockt um den Zucker dort einzulagern.

Die Lösung die die Schulmedizin für Typ II Diabetiker gefunden hat ist zum einen weniger Kohlehydrate verzehren, zum anderen Tabletten schlucken, die den Blutzuckerspiegel senken bzw. Insulin enthalten oder die Insulinresistenz der Zellen erhöhen. Was genau, weiß ich leider nicht mehr, vielleicht auch alles zusammen.

Was sich aber niemand fragt ist, ob man vielleicht auch die Insulinproduktion der B-Zellen wieder verbessern kann. Oder ob man die Insulinsensitivität der Körperzellen irgendwie verbessern kann. Es wird einfach nur der Stoff, künstlich wohlgemerkt, in die Blutbahn gegeben und abgewartet bis die B-Zellen ganz mit der Produktion aufhören oder die Zellen noch schlechter in der Lage sind den Zucker aufzunehmen. Also keine Heilung, sondern nur Abwendung der Sypmtome.

Rohkost-Buch

Und hier setzt dann eben Dr. Barnard an. Er hat rausgefunden, dass durch eine fettarme, vegane Ernährung die Körperzellen nicht mehr blockiert sind in der Aufnahme von Zucker und dass zu viel Fett in der Nahrung dafür sorgt, dass die Körperzellen Insulinresistent werden. Wenn man also, nach seinem Programm, das Fett reduziert, kann das bisschen Insulin, was die ausgeleiherten B-Zellen der Bauchspeicheldrüse noch produzieren dafür sorgen, dass der Zucker, den man isst, normal in die Zellen transportiert wird. Barnard legt nahe Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischem Index zu vermeiden, was logisch ist, denn der Typ II Diabetiker produziert ja weniger Insulin, aber er produziert noch.

Und wenn man nun das Fett aus der Ernährung drastisch reduziert ist man somit quasi von Diabetes mellitus geheilt und braucht keine Medikamente mehr. Toll oder? Wenn man dann noch weiter gesund lebt, werden die B-Zellen vielleicht auch wieder stärker, wenn man durch die Fettvermeidung abnimmt sinkt der Blutdruck und somit die Gefahr einem Herzinfarkt zu erliegen. Wobei, das weggelassene Cholesterin aus der tierischen Nahrung ist ja nun auch ein weiterer Indikator für spätere Herzinfarkte.

Die Schulmedizin empfiehlt als erstes Mittel für Diabetiker „Abnehmen“. Abnehmen ist aber sauschwer und keiner weiß einen sicheren Weg dahin. Keiner weiß ob Fett fett macht oder Kohlehydrate oder Kalorien. Ich weiß es auch nicht, aber 2000 Kalorien scheint weiterhin zu funktionieren.

Die typische Schulmedizinische Diät bei Diabetes sieht wenig Kohlehydrate vor, dafür aber viel Huhn und Fisch, das „gesunde“ Fleisch. Barnard schreibt, dass die Patienten, mit denen er gesprochen habe diese Ernährung voll und ganz satt gehabt hätten und vor allem auch frustriert waren, weil es ihnen nicht besser ging. Das war mit der veganen, fettarmen Ernährung, die er ihnen anbot, anders. Sie genossen sie viel mehr und hatten eben auch das Gefühl, dass sie wirkte. Ist ja klar, wenn man nach und nach Medikamente weglassen kann, erstmals im Leben abnimmt und trotzdem noch lecker isst – und so viel wie man möchte. So ist man dann natürlich auch motiviert.

Wie gesagt, beide Bücher gibt es nicht auf Deutsch. Und ich erinnere mich dunkel an irgendwelche Aussagen über B Zellen die auch bei Typ I Diabetikern evtl. auch wieder repariert werden konnten.

Wichtiger Faktor bei Diabetes ist dann auch noch die Volkswirtschaft. Diabetes kostet den Steuerzahler Unmengen!!!! Und die daran Leidenden neigen zudem zur Depression…. Warum verbiete eigentlich niemand Zucker?

Was gab’s zu essen?:

13:30 Uhr: Haferflocken mit Mandelpüree, Wasser, Zimt, Rosinen
200 g glutenfreie Pasta
1 Grüntee
1 TL Rawtella















19 Uhr: Salat aus Chinakohl, Möhren, Zwiebel, Paprika, Gurke, Kichererbsen und Cashew Vinaigrette
40 g Rosinen

21 Uhr: 50 g glutenfreie Pasta

Das war alles andere als optimal, aber ich war ziemlich durch den Wind und kam unglaublich hungrig nach Hause. Zudem bin ich ja pleite bis zum Ende des Monats und konnte weder Bananen noch Brokkoli kaufen, sondern musste mich auf das beschränken, was noch da war.

Was mich zu meinem letzten Ernährungsexperiment bringt, dass ich bis Tag 1000 durchziehen will oder länger, wenn es funktioniert:

Meine Oberschenkel finde ich ja, wie gesagt, super. Dass meine Haut mehr zu Pickeln neigt und auch meine Regel schmerzhafter ist, finde ich zum kotzen. Also habe ich mir vorgenommen tatsächlich mal konkret 80% roh zu probieren, denn es fällt mir schon schwer da zu trennen und nicht, so wie gestern, vegane Industrienahrung zu verzehren. Was Barnard schreibt ist da alles sehr verführerisch, aber ich will keine Pickel und keine Regelbeschwerden haben. Irgendwas ist faul an veganer Fetignahrung bzw. Getreide.

2000 kcal finde ich super. 20% davon sind 400 kcal die ich dann gekocht verzehren dürfte. 250 davon kommen allein aus Brokkoli, denn auf den kann ich nicht verzichten. Habe gestern schon wieder festgestellt, dass ich ohne nicht richtig satt werde und zudem habe ich nur 49% Kalzium verzehrt, 43% Omega 3 und 31% Vitamin E. Das ist sonst alles im Brokkoli drin. Und dann könnte ich täglich noch 150 kcal aus Hülsenfrüchte oder gekochtem Getreide essen.

Ich nehme an, dass mir das ein wenig mehr Fett einbringt, als was ich jetzt mache, aber diese Nüsse hin oder her Diskussion ist für mich dann auch wiederum nicht so relevant wie für einen Diabetiker, da ich keinen raffinierten Zucker verzehre und auch keine tierischen Fett, höchstens mal etwas Lachs. Ich hoffen nur es kommt heute noch Geld, sonst muss ich das Experiment auf Montag verschieben.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Hallo Silke!

    Ich bin gespannt, was das Experiment bringt.
    Ich hoffe, es macht dich wieder schmerzfrei!

    Schön, dass du uns auf dem Laufenden hälst!

    Lieben Gruß
    und ein schönes Wochenende,
    Kris

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  2. aber sagt das nicht dr. graham schon die ganze zeit? dass fett am diabetes schuld ist? oder hat das der dr. barnard vorher herausgefunden?

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  3. Graham bezieht sich in seinem Buch auf die Studien von Barnard, Esselystyn und Ornish und macht seine eigene Rohkostvariante daraus, welche im richtigen Leben, meiner Ansicht nach, utopisch ist, weil man Unmengen essen muss und soll, um auf die entsprechenden Nährwerte zu kommen, wobei man die überschüssigen Kalorien, ca. 40% der Gesamtkalorien, wieder abtrainieren muss.
    Für mich und auch für viele andere ist das nicht realistisch. Dr. Graham heilt mit seiner Ernährung aber auch Diabetes in seinem Institut. Cousens macht es auf etwas andere Weise auch und Barnard auf noch andere Weise auch.
    Sie kümmern sich allerdings, im Gegensatz zur Schulmedizin, eben nicht darum dem Körper oral Insulin zuzufüheren, sondern die Tätigkeit der B-Zellen und die der Körperzellen zu verbessern. Ausschließlich mit der richtigen Nahrung und darauf wollte ich in diesem Post hinaus!

    LG Silke

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