Freitag, 3. Juni 2011

Sollten wir essen wie unsere Vorfahren?




Hallo Liebes,

Tag 790: Arghhh, das war dann wohl heute wieder viel zu früh. Nach nur 6 Stunden bin ich wieder wach. Ich hätte mir vielleicht doch lieber einen Nachdienstjob suchen sollen statt einem, der so früh morgens los geht. Vielleicht auch nicht. Dann hätte ich auch ein Übermüdungsprobem und dass der Schlaf vor Mitternacht so viel wertvoller ist als der danach, kann ich so auch nicht unterschreiben. Vielmehr hängt es dann doch von einer ausreichenden Menge ab. Aber ich habe direkt um 5:30 Uhr morgens schon Hunger, was auch selten vorkommt. Zumindest momentan, was aber, glaube ich, schwer damit zu tun hat, dass ich gestern tatsächlich weniger Fett gegessen habe als normalerweise.

Ich hab auch alles mitgerechnet, aber mich auf jeden Fall verrechnet, wo weiß der Himmel, so dass ich auf folgende Bilanz kam: 13,3% Eiweiß, 45% Fett und 25,5% Kohlenhydrate. Sind insgesamt keine 100% obwohl das auch immer ein bisschen schwanken kann, weil ja nicht jede popelige Nachkommstelle in der Nährwerttabelle angegeben ist. Die Differenz zu 100% ist aber reichlich. Offensichtlich kann ich nur noch Analysis und Analytische Geometrie aber kein normales plus, minus, mal und geteilt mehr ;-) Ich habe gestern Abend noch mal kurz überlegt ob ich alles in ein Internetprogramm zum Errechnen geben sollte, hab es dann aber verworfen, weil das ja so Zeug wie Getreidesprossen und Essener Brot eh nicht kennt.

Allerdings glaube ich nicht, dass ich mich beim Eiweiß verrechnet habe. Mit dem Wert bin ich eigentlich zufrieden und auch meine Kraft war gestern super in Ordnung. Genauso, wie ich es mir wünschen würde. Und um nicht dauernd mit Prozentangaben um mich zu werfen: Es waren 65 g Eiweiß, was bei meinem Gewicht von ca. 65 kg eigentlich optimal ist. 1 g pro kg Körpergewicht. Es sei denn, es muss doch mehr sein, wie so manche andere Leute behaupten. Wer weiß. Das Ganze war bei einem Kalorienwert von 2048 was auch so ziemlich optimal war, vor allem wenn man noch hinzu fügt, dass ich 50 Minuten gelaufen bin.

Aber, gestern Abend habe ich noch Flyer verteilt und währenddessen kam Hunger auf, also fing ich an zu überlegen, was ich denn Essen sollte und worauf ich jetzt Lust hätte und eigentlich wären das Nüsse gewesen. Tatsächlich fuhr ich durch die Stadt und stellte fest, dass ich am allerliebsten Sushi gegessen hätte, also vielleicht auch Fisch, aber dafür war weder Zeit noch Geld da, die Geschäfte hatten auch zu und Nüsse, ja die hatte ich mir nach den 50 g die ich bereits gegessen hatte verboten. Also was tun? Ich wollte irgendwas mit Substanz und nicht einfach nur Salat. Gerne Avocados, aber die waren zum einen nicht richtig reif zum anderen auch sehr fettreich, Nüsse, oder Fisch. Und es kam mir auch noch die Idee, dass gekochte Kohlenhydrate, wie Amaranth, Hirse oder Reis es auch getan hätten, aber wollte ich das?

Ich kann‘s beim besten Willen nicht sagen, aber darauf ist es im Endeffekt dann Abends doch hinaus gelaufen, nämlich auf die Buchweizennudeln mit Algen drin, die mein Joggingfreund mir aus Japan mitgebracht hatte. Die habe ich mir Salat gemischt und sie haben mich bestens befriedigt. Das Einzige, was auf der Packung nicht Japanisch war, waren die Nährwertangaben und die sahen so aus:

100 g haben 351 kcal, 13,1 g Eiweiß, 1,7 g Fett und 70,7 g Kohlenhydrate

100 g Mandeln haben 624 kcal, 22,1 g Eiweiß, 54,1 g Fett und 5,4 g Kohlenhydrate

Ich wage zu behaupten, dass beides ungefähr gleich satt macht aber die Bilanz ist ganz schön unterschiedlich. Sollte also meine Theorie sich als Fakt bestätigen, dass meine Lust auf Nüsse eher was mit dem Bedarf an Eiweiß zu tun haben gilt es ordentlich zu überlegen, was das Richtige zu tun ist. Aber von diesem Standpunkt aus verstehe ich warum Brendan Brazier gekochtes, glutenfreies Getreide mit in die Ernährung einbezieht. Und auch, warum in den USA der Trend wieder zu gekochter Stärke geht. Diese Fettphobie wurde größtenteils von Dr. Graham und 80/10/10 geschürt und hat sich auch rumgesprochen. Es ist leichter mit gekochtem Getreide auf seine entsprechenden Werte zu kommen besonders für mehr Eiweiß und weniger Fett.

Schwieriges Thema. Ist vielleicht Fit für’s Leben oder 80% roh doch optimaler als Dauerernährung?

Gabriel Cousens Anti-Candida-Diät enthält locker 70% Fett, allerding sagt er auch nirgends, dass so eine Dauerernährung aussehen soll und vielleicht sind wir da wieder beim Thema: Nicht alles, was eine Krankheit optimal heilt ist auch als Dauerernährung geeignet.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt folgende Werte vor:

0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht für einen gesunden Erwachsenen
55-60% der Kalorien aus Kohlenhydraten davon nur 10% aus Süßigkeiten
25-30% Fett

Das lässt für das Eiweiß also einen Spielraum von 10-15%. Soweit ich das beurteilen kann, gehen die meisten Ernährungtheorien in die Richtung, dass ein Großteil der Nahrung aus Kohlenhydraten bestehen sollte und ich für meinen Teil möchte behaupten, dass es wesentlich leichter ist sie aus Getreide zu bekommen als aus Obst, da so große Mengen Obst, besonders innerhalb einer Mahlzeit, mich vor Probleme stellt. Und der zu geringe Gehalt an Eiweiß ebenso. Was ich jetzt gerade an mir beobachte sowohl an Kraft als auch an der Regeneration meiner Fingernägel ist, dass ich definitiv ein Proteindefizit hatte. Aber im Herbst letzten Jahres hätte ich auch definitiv keine gekochten Kohlenhydrate essen können, denn von denen hätte ich auch nur Blähungen gekriegt. Parasiten im Darm halt.

Nach Gabriel Cousens heißt es in Rainbow Green Live-Food Cuisine auf Seite 55:

Der Schlüssel zur Gesundheit ist bio und lebendig. Die exakte Mischung an Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett hängt von der eigenen Konstitution ab.(Metabolic Typing)


I: Fast oxidizers and parasympathetics: 50-55% Eiweiß, 25-30% Kohlenhydrate und 20% Fett
II: Slow oxidizers and sympathetics: 50-55% Kohlenhydrate, 30% Protein und 15% Fett
III: die gemischte Ernärhung ist: 40% Eiweiß, 40% Kohenhydrate, 20% Fett

Daher auch hier wieder eindeutig, dass mehr als 20% Fett nicht empfohlen werden und es bezüglich Kohlenhydraten und Eiweiß unterschiedliche Meinungen gibt. Aber selbst beim Typus II wird weitaus mehr Eiweiß empfohlen als von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Wenn ich Typ II und Dr. Graham jedoch addiere lande ich ungefähr bei den Werten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Und ich weiß auch auf Teufel komm raus nicht, wie ich auf 50% Eiweiß kommen könnte, daher hoffe ich mal schwer, dass ich Typ II bin.

Rohkost-Buch

Ich hab mir gestern auch die Mühe gemacht mir David Rainoshecks Webinar zum Thema B12 reinzuziehen und ich konnte wieder, beim besten Willen, keinen B12 Mangel bei mir feststellen. Ich habe die Symptome einfach nicht, daher ist es auch keines meiner Lieblingsthemen. Ich kann euch nicht viel erklären über die unterschiedlichen Sorten von B12 und welches Nahrungsergänzungmittel man nehmen sollte oder ob man es doch besser spritzt. Interessiert mich daher einfach nicht besonders. Was ich aber interessant fand war, dass es ca. 7 Stellen innerhalb des Verdauungssystems geben soll, wo es dazu kommen kann, dass man einen B12 Mangel entwickelt und so kommt es, dass auch Fleischesser einen Mangel haben können. Es wird dann einfach nicht aufgenommen. Ein Ort ist der Magen wo auch ein Mangel an Magensäure die Resorption erschwere. Das erinnerte mich wieder daran, dass ja bei zu wenig Salz in der Ernährung man zu wenig Magensäure produziere. Klar ist zu viel Salz auch nicht gut, vor allem Kochsalz aber ich behalte definitiv meinen Salzkonsum bei.

Und dann hat mich noch die Diskussion fasziniert, die auf Alexandras Blog statt fand wo es darum ging, ob es überhaupt gesund ist, dass wir momentan jedes Nahrungsmittel zu jeder Jahreszeit im Supermarkt kaufen können. Es ging darum anhand unserer Vorfahren zu bestimmen, was wir essen sollten. Ich war kurz davor auch zu kommentieren, habe es dann aber gelassen, weil die Diskussion eh schon kompliziert wurde, weil Anhänger der unterschiedlichsten Richtungen sich daran beteilig hatten. Mein eigener Senf dazu sieht wie folgt aus, einen Großteil davon habe ich aus dem Biounterricht in der Schule.

Das letzte Mal dass der „Mensch“ Obstrohkost, Blätter und Insekten verzehrt hat war, als er noch Australopithecus war und der ist vor sage und schreibe 2 Mio Jahren ausgestorben. Sich daran zu orientieren finde ich abwegig weil es einfach viel zu lange her ist. Ich meine auch im Biounterricht gelernt zu haben, dass allein in den letzten 2000 Jahre wir als Spezies ca. 500 genetische Veränderungen erfahren haben. Ich kann mich täuschen was die Zahlen betrifft, denn der Biounterricht ist schone twas her, ich habe aber auch darüber hier schon mal geschrieben.

Vor 2 Mio Jahren tauchte Homo Erectus auf und der verließ dann nicht nur die Tropen sondern übte sich zudem in aufrechten Gang und verbreitete sich überall auf der Welt in ganz unterschiedlichen Typen. Manche waren nur 1 Meter groß, andere größer als wir, je nachdem wo sie lebten. Der Homo Erectus war dann außerdem ein Allesfresser. Aus dem Homo Erectus entwickelte sich dann erst vor 200 000 Jahren der Homo Sapiens, der Mensch, und der blieb ein Allesfresser. Allerdings bin ich auch ziemlich überzeugt davon, dass wir in den letzten 2 Mio Jahren uns von reichlich Rohkost und auch weitaus natürlicher ernährt haben, als in den letzten 200 Jahren.

Vor ca. 20 000 Jahren ging das dann mit dem Ackerbau los und Getreide wurde immer häufiger in der Ernährung. Vorher gab es das gar nicht, daher wird so oft behauptet, dass Getreide nicht optimal für uns ist, wir sind nicht genug daran angepasst außer die Urgetreide, welche eben die ohne Gluten sind. Im Zusammenhang mit der Steinzeit und dem Fett möchte ich noch erwähnen, dass ich kürzlich von Petra gehört habe, dass sie in einem Buch gelesen hat, dass Tiere früher weitaus magerer waren, als unser gemästetes Schlachtvieh.

Und dann schaue ich mir an was mit meinen eigenen Vorfahren los ist. Die leben nachweislich seit 400 Jahren in unseren Breiten, waren Bauern und lebten bestimmt so wie es meine Großeltern noch taten, mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, Fleisch nur am Wochenende, Vollkornbrot und Milch (roh). Und ich wette, das haben auch ihre Vorfahren schon so gemacht. Angesichts dessen, was wir für zahlreiche genetische Anpassungen in recht kurzer Zeit durchgemacht habe ist es fast schon absurd sich so weit in die Vergangenheit zu begeben, vor allem, weil diese Zustände nicht mehr existieren und auch wir nicht mehr so sind wie früher. Daher gilt es doch wohl durch reine Wissenschaft rauszufinden,  wie die optimale Ernährung für den jetzt lebenden Homo sapiens aussieht.

Was gab’s zu essen?:

Püree aus 100 g Haferkeimen und 2 Bananen sowie Zimt















13 Uhr: 50 g Mandeln

14 Uhr: Salat aus 100 g gemischte Sprossen, 1 Avocado, 180 g Miniromana, Frühlingszwiebel, Salz, Stevia, Zitronensaft und Chili















Orangen-Jasmin-Tee

16 Uhr: 2 Kugeln Eis in der Waffel

17:30 Uhr: 2 Stück Essener Brot

1 Grüntee

21 Uhr: Salat aus 100 g Buchweizen-Algen-Nudeln, 30 g Rucola, 50 g Zuckerschoten, 1 Paprika, 1 EL Olivenöl, Salz, Stevia, Zitronensaft, Chili















 Ich hab mich mit meinem Joggingfreund getroffen und wir waren zunächst bei Starbucks und dann im Park und daher habe ich das Eis gegessen. War das geiles Wetter oder was?

Davor war ich wie gesagt 50 Minuten Joggen in der Mittagshitze und mit Mathelernen und Flyer verteilen habe ich dann den Abend verbracht. Dummerweise habe ich den Fehler begangen um dafür wach zu werden noch Nachmittags einen grünen Tee zu trinken, obwohl ich meinem Joggingfreund zuvor extra schon gesagt hatte ich wolle was ohne Koffein. Das hatte zur Folge, dass ich abends im Bett dann zwar müde war, aber nicht einschlafen konnte. Zu dumm aber auch. Morgen ist wieder Wochenende. Matheendspurt und dann…vielleicht…etwas mehr Ruhe.

Mein Joggingfreund war so süß. Er fragte: „Und? Wie geht’s dir gerade so mir Rohkost und ehec?“ Außerdem hatte ich die Gelegenheit ihm zu erzählen, dass ich seit Rohkost keinen Sonnenbrand mehr kriege.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Das ist echt nicht normal. 6-8 Stunden Schlaf sollten reichen, es sei denn die Schlafqualität ist beeinträchtigt, oder es sind wirklich Mangelerscheinungen deiner seltsamen Ernährung.
    Mich nervt es zumindest, dass dein Blog jedesmal mit "shit, nur 8 Stunden geschlafen und bin hundemüde” beginnt. Werde ab sofort nicht mehr lesen.

    Und: Arbeiten und du das geht nicht zusammen, wa?

    Matthias

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  2. Da bin ich froh, dass du nicht mehr liest.

    Aber mal ehrlich: Weißt du wie viele Leute mir das schon versprochen haben?
    Ich hoffe du hältst dich dran. Wäre mal ne schöne Abwechslung!

    Im Voraus schon mal vielen Dank!

    Silke

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