Freitag, 9. September 2011

Methionen, Männer und Castings...

Hallo Liebes,

Tag 888: Also das war mal ein guter Tag. Ich habe vergessen wie gute, produktive Tage gehen, nachdem ich die letzten 4 Monate täglich arbeiten war. Arbeiten ist nicht gut. Es ist nicht produktiv. Es ist Geld verdienen und es ist langweilig und ich habe immer noch nicht den gedanklichen und emotionalen Spagat geschafft zwischen Berufung leben und Geld. Ich krieg‘s nicht auf die Reihe. Jahrelang habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mit seiner Berufung kein Geld machen kann und daher kann ich den Schalter nicht umlegen. Natürlich weiß ich auch, dass Empirie, also Erfahrungen, nichts taugen, weil immer alles anders kommen kann.

Ich war bei einem Casting und einfach nur bei einem Casting zu sein, fühlt sich schon besser an als arbeiten zu gehen. Das war wahrscheinlich das erste Casting meines Lebens, bei dem ich nicht nervös war. Ich kann nicht mal sagen wieso. Zunächst mal wurde kein vorgesprochener Text verlangt, sondern Improvisation. Und dann wusste ich nicht mal ob ich überhaupt Zeit für die Rolle finden würde.

Ich glaube, was mich so ruhig gemacht hat ist, dass ich die Rolle nicht händeringend brauche um Geld zu verdienen. Ich kriege ja Bafög ab Oktober. Daher war die Not nur halb so groß…

Normalerweise ist das so: Zum einen möchte man eine Rolle, weil man gerne spielt und Freude daran hat kreativ zu sein. Dann will man eine Rolle, weil jede Rolle ein Schritt zu einer weiteren Rolle ist: neue Kontakte, ein weiteres Stück für die Vita. Und dann, last but not least, will man eine Rolle, weil die auch mit Geld verbunden ist, und Geld braucht man um die Miete und Essen zu bezahlen. Das heißt, naturgemäß ist man, selbst als sehr sicherer Schauspieler, bei einem Casting sehr nervös. Es geht schon ums überleben. Und ich glaube deshalb war ich total ruhig.

Alle Rollen werden doppelt besetzt, man muss nicht immer da sein, ein Großteil der Proben findet noch im September statt und sooo riesig war die Konkurrenz nun auch nicht. Und wenn das Schicksal will, dass ich eine Rolle kriege fein, wenn nicht ist auch fein, denn dann kann ich trotzdem die Miete zahlen! Ha! Ausgetrixt!!!

Und wie das immer so ist, wenn man in einem Lebensbereich gerade voll aufgeht, fängt dann auch wieder der andere an sich zu rühren. Ich hatte mein Handy auf lautlos gestellt, dachte ich zumindest, aber irgendwann klingelte mein Handy. Mein Joggingfreund. Logisch! Dem hatte ich am Montag geschrieben ich sei finanziell in der Lage mich bei ihm für die Einladungen zu revanchieren. Er solle mich die Tage mal wissen lassen wie er Zeit habe. – Jetzt rief er an um mir zu sagen, dass es diese Woche nicht mehr klappen würde, weil er Proben habe und eine neue Küche bekommen habe. Es würde erst nächste Woche klappen und er würde mich am Sonntag nochmal anrufen. Ich war hingerissen!!!

Ich habe ihm extra keinen Druck gemacht und ganz bewusst „die Tage“ geschrieben. Er hätte darauf überhaupt gar nicht antworten müssen. Und dass er es trotzdem tut reiß mich hin! Ich habe noch nie, noch nieeeee, einen so aufmerksamen Mann getroffen. Vor allem, weil die meisten Männer die ich kennenlerne, versuchen mich mit Beleidigungen und Vorschriften, sowie Belehrungen zu beeindrucken. Was nicht geht! – Und weil es nun mal so ist, dass das Männchen wirbt und das Weibchen auswählt, kann ich nichts tun. Es gibt vielleicht 5 interessante Männer in meinem Dunstkreis und keiner, außer meinem Joggingfreund, wirbt. Also kann ich nichts auswählen außer ihn. Dass man sein Werbeverhalten auch nicht ernst nehmen kann, ist mir auch klar. Aber wie gesagt, mehr habe ich nicht auszuwählen.

Ich habe ihn schon mal gebeten Workshops für optimales Werbeverhalten anzubieten, aber er hat das als Scherz aufgefasst. Für mich ist es bitterer Ernst. Wann lernen Männer, dass wir nicht mehr im Kindergarten sind und das Mädchen, dass man mag geärgert werden muss??? – Da gehe ich dann doch lieber ins Kloster…oder warte bis ich grau werde auf meinen Joggingfreund… Sorry, ich musste das einfach mal wieder los werden….

Rohkost-Buch

Methionin lief gestern auch super. Mit Brokkoli…. Ich habe 2 E-Mails bekommen. Eine in der auf Teff als gute Methioninquelle hingewiesen wurde. Eine, die auf Hüttenkäse hinwies. Ich habe beides in den Chronometer eingegeben, wobei sich rausstellte, dass Teff ca. genau so viel Methionin enthält wie Hirse, also schon ziemlich gut, aber kein Methionin-Superfood. Hüttenkäse hat da doch schon ein wenig mehr, aber Hüttenkäse hat auch mehrere Nachteil.

- er besteht aus Milch
- er ist ein tierisches Produkt
- es gibt ihn nur aus pasteurisierter Milch
- er enthält gesättigte Fette

Ich glaube nicht, dass ein bisschen Hüttenkäse eine Katastrophe ist, möglicherweise ein Nutzen, aber 100 g Hirse liefert 20% der Tagesbedarfs an Methionin, 100 g Hüttenkäse 26%. Hirse übersäuert dafür nicht, enthält keine gesättigten Fette, ist kein tierisches Produkt, ist allerdings auch gekocht. Und wir sind wahrscheinlich besser dran angepasst, als erwachsene Menschen, als an Käse.

Aber: Dr. Norman Walker verwendet auch Hüttenkäse in seinem Buch Auch Sie können wieder jünger werden. Kein Fleisch, auch Rohmilchkäse, aber auch Hüttenkäse. Ich habe recherchiert…Hüttenkäse wird immer aus pasteurisierter Milch hergestellt…

Und so scheint es, dass wirklich jeder Rohköstler entweder wenig Eier isst, oder etwas Rohmilchkäse, oder etwas Fisch, oder etwas gekochtes Getreide. Vor allem die Leute, die sich bereits über lange, lange Jahre damit beschäftigen. Jemand der es erst seit 4-5 Jahren macht, kann noch kein umfassendes Wissen über die Auswirkungen haben. Alle die bei 10 Jahren oder so angekommen sind supplementieren irgendwas, ergänzen irgendwas oder schwören auf Superfoods. So jedenfalls meine Beobachtung.

Was gab’s zu essen?:

8 Uhr: Banane-Zimt Smoothie
10 g Paranüsse

14 Uhr: Hirse-Spinat-Polenta mit sonnengetrocknetem Tomaten Pesto















2 Bananen
10 g Kakaobohnen

17 Uhr: 1 Cream-filled delight

21 Uhr: 750 g Brokkoli, gekocht, mit Salz, Pfeffer und Knoblauch
5 Datteln

Jawoll, ich esse wesentlich weniger, wenn ich keinen Sport treibe. Aber, ich habe von der Hirse-Spinat-Polenta den Hals nicht voll gekriegt. Das Rezept war wohl für ca. 4 Personen. Eine Portion habe ich vor ein paar Tagen gegessen, die restlichen drei gestern und es war so lecker und mit einem richtig schön sauberen Wok, hätte ich auch gar kein Öl gebraucht um es anzubraten.

Braten ist ja eigentlich nicht unbedingt die allerbeste Zubereitungform und wenn dann mit Kokosöl, was ich zwar gemacht habe, aber in der Polenta war ja auch noch Olivenöl. Ich bin immer noch am üben, was das Kochen betrifft. Ich habe keine Routine. Aber ein Tag mit viel Hirse bringt viel Methionin mit sich und ein Tag mit viel Methionin offensichtlich auch viel Fett. Es war nämlich wieder mehr als ich möchte und dennoch keine Vollkatastrophe. Was ich an mir feststelle ist jedenfalls, dass ich das Fett nicht soooo reglementiere, dass ich irgendwann totale Fressflashs kriege, in denen ich haufenweise Nüsse und Avocados esse und ich denke das ist gut so. Ich bleibe lieber bei 20% Fett, als zu versuchen zwischen 5 und 10% zu landen, nur um dann einen Totalrückfall in Fettessen zu haben. Das sorgt vor allem auch dafür, dass ich immer genug gesunde Fett zu mir nehme.

Es waren 2078 kcal (sag ich doch: ohne zu kontrollieren komme ich bei täglich fast exakt der selben Menge raus), davon 55 g Fett und 68 g Eiweiß davon wiederum 95% der Tagesdosis Methionin. Alle anderen Aminosäuren waren übrigens zu mindestens 200% vorhanden, teilweise sogar noch mehr. Wieso ist Methionin so eine Mangelware? Es war wieder vegan, daher kein D und B12 in der Ernährung und Omega 3 und 6 war auch zu über 100% vorhanden.

So weit also so gut. Ich müsste eigentlich Hirse, bzw. Getreide ein bisschen reduzieren und Hülsenfrüchte ergänzen. 750 g Brokkoli am Tag ist super :-)) Es ist eine Mahlzeit, macht toll satt, ist grün und enthält superwenig Fett und Kalorien. Ich weiß wirklich nicht, warum das nicht in jedem Diätplan vorkommt. Man kann sich sattessen damit 750 g Brokkoli haben nur 250 kcal.

Ich erinnere mich an ein Rezept aus der Brigittediät von vor 20 Jahren oder so. Da gab es ein Hauptgericht aus ca. 400 g Brokkoli mit Käse überbacken, was ca. 400 kcal enthielt. Das hielt aber nie lange vor. Hätte man den Käse weggelassen, hätte es weitaus weniger Kalorien gehabt und dafür mehr Essen. – Aufgrund dieses Rezepts habe ich jahrelang gedacht, Brokkoli schmecke eh nur mit überbackenem Käse….tztztzt….stimmt nicht. Es ging nicht um den Käse, nur um das Salz! Guten Appetit!!!

Makronährstoffratio: 64/12/24

Alles Liebe,

Silke
Wenn du deine Wertschätzung für dieses Blog auf materiellem Wege ausdrücken möchtest, kannst du dies hier gerne tun:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen