Freitag, 4. November 2011

Schönheitsprobleme = Ernährungsprobleme

Hallo Liebes,

Tag 944: Es ist, wie ich feststelle fast unmöglich, den ganzen Tag unterwegs zu sein und gleichzeitig seine Ernährung von vorne bis hinten zu überprüfen. So soll das aber natürlich auch nicht sein. Dazu haben wir natürlich eigentlich einen uns innewohnenden Mechanismus, der uns sagt, wann wir zu essen haben, was wir zu essen haben und in welcher Menge.

Den meisten Menschen, so würde ich man annehmen, ergeht es aber so, dass ihr Ernährungsinstinkt pervertiert ist und sie instinktiv gar nicht mehr entscheiden können, was wirklich das richtige für sie wäre. Unser Körper wiederum ist unglaublich widerstands- und anpassungsfähig und erfüllt demütig seine Aufgabe.

Ich muss nochmal auf meine Oberschenkel zu sprechen kommen. Da ich sie mir nicht explizit jeden Tag anschaue bin ich immer mal wieder, wenn sie mir ins Auge fallen, verzückt, wie Straff sie mittlerweile geworden sind. Das waren sie nicht mal als Teenager! Damals habe ich 80 kg gewogen. Ich hab Dehnunsgstreifen bekommen und obwohl ich recht schöne Beine habe, habe ich doch noch nie einen Rock angehabt, der nicht die Oberschenkel abdeckt. Hot Pants oder Mini war noch nie drin, egal wie dünn ich war.

Ich glaube jetzt, zum ersten Mal in meinem Leben, bekommt mein Körper auch wirklich das, was er braucht. Er hat 36 Jahre auf Sparflamme gelebt und für mich ist fast ein Wunder, dass er es überhaupt so gut tut. Ich bin ja schon nicht gestillt worden, also war da schon alles suboptimal. Salat gab es, als ich klein war, auch nicht. Ein bisschen Gemüse aber keine Hülsenfrüchte oder sowas wie Hirse. Reis oder auch Kartoffeln schon. Als Teenager gab es dann permanent Dosenravioli, weil meine Schwerster permanent im Krankenhaus war und meine Mutter ihre Prioritäten anders gesetzt hat. Man könnte natürlich auch mal darüber nachdenken ob meine Schwester genau deshalb krank war, weil meine Mutter ihre Prioritäten nicht auf die Nahrungszubereitung gesetzt hat.

Als Teenager schon war ich dann übergewichtig, als Teenager schon wurde ich Vegetarier und als Teenager schon fiel mit Fit fürs Leben in die Hände und da ging es dann los, dass ich mein Gemüse eingefordert habe. Ich kann euch nicht sagen, wie dankbar ich meinen jüngeren Ich dafür bin, das getan zu haben. Ich kann mich aber auch an einen Familienurlaub erinnern als ich vielleicht 8 war und nach dem Essen meine Eltern gefragt habe ob ich die Salatblätter, die als Dekoration auf den Tellern mit Fleisch und Fisch lagen, essen dürfte. Mein Gott, muss ich einen Grünzeugmangel gehabt haben!

Also wurde ich Vegetarier und habe mehr Gemüse gegessen, was mich dann immer gesund erhalten hat. Ich hatte selten Erkältungen und als meine Mutter das Acerola Vitamin C entdeckt hatte nie wieder Erkältungen, aber ich wurde nicht dünner. Viele Süßigkeiten sind auch vegetarisch.

Ich habe an dieser Stelle schon mal erwähnt, dass ich nie durch eine bestimmte Ernährung abgenommen habe, sondern immer nur durch Liebeskummer, welcher zu Appetitlosigkeit führt aufgrund der hormonellen Lage. So bin ich dann von 80 kg auf 60 kg runter, innerhalb mehrerer Jahre und ohne Diät, aber 2 sehr schlimm gebrochene Herzen. Und vor 8 Jahren stolperte ich dann über Rohkost, habe mich dabei immer höher gehangelt, was den Prozentsatz an Rohkost betraf und auch mein Allgemeinbefinden wurde besser. Ich wurde gar nicht mehr krank, bekam keinen Sonnenbrand mehr, war erstmals in meinem Leben frei von Pickeln und hatte so gut wie keine Regelbeschwerden mehr. Und, und das ist fast das wichtigste, ich hatte keine depressiven Phasen mehr und habe Wertschätzung für mich entwickelt. Hatte den Elan mein Leben in die Hand zu nehmen, was zwar nicht immer funktioniert hat, aber ich habe auch nicht aufgegeben.

Rohkost-Buch

Und trotzdem glaube ich, dass ich mein ganzes Leben mangelernährt war, egal ob als Kind mit Fleisch, als Teenager mit Ravioli und Gemüse, als Twen mit einer ziemlich gemüselastigen, vegetarischen Industrienahrung oder auch als Rohköstler. Natürlich gab es auch früher nicht die Möglichkeit sein Essen in einen Computer einzugeben und zu schauen was man so zu sich nimmt. Wir hatten eine Nährwerttabelle, die fast nur Kalorien bestimmt, sowie die Makronährstoffe. Und niemals jemals in meinem ganzen Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass es erforderlich sein könnte, 750 g Brokkoli pro Tag zu essen. Oder als Äquivalent vielleicht 200 g Wildkräuter.

Ich weiß nicht, wie es sich verhält, wenn man sein Eiweiß aus Fleisch holt, ob man dann eine bessere Eiweißratio hat, wahrscheinlich schon, aber Fleisch hat natürlich andere Nachteile. Und Vollwertgetreide wie Hirse ist auch ein wichtiger Faktor. Hirse, Buchweizen, Reis. Das alles steckt voll von Nährstoffen! Jetzt weiß ich, dass ich alle Nährstoffe kriege, oder vielleicht fast alle, wenn man D und B12 außen vor lässt, obwohl D natürlich auch in Pilzen drin ist und es gibt natürlich auch noch ein paar Sachen, die der Chronometer nicht errechnet. Silizium ist das eine, aber das was Dr. Switzer empfiehlt, was in Gelatine drin sein soll, ist das andere. Ich hatte in keinster Weise erwartet, dass sich so ein bisschen Hirse so radikal auf mein Bindegewebe auswirken würde. Vor allem habe ich gedacht, dass Cellulite von der Verschlackung der Gewebes herrührt, ich also noch „reiner“ essen müsste um sie zu beseitigen. Pustekuchen. Entschlackung ist das eine, aber wenn dem Körper die Nährstoffe fehlen um das Bindegewebe anständig aufzubauen, geht auch nichts.

Also bin ich derzeit verzückt, von meinem Arsch und meinen Oberschenkeln und vor allem weiß ich voran es liegt. Es passierte einfach so und war völlig ungeplant. Ich hatte nicht darauf abgezielt mir der Hirse mein Bindegewebe zu stärken, ich wollte mein Hämoglobin damit hochholen. Es kann also noch nicht mal eine Placebowirkung sein!

Nun, worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass ich nunmehr ohne Brokkoli nicht mehr satt werde und wenn ich mal weniger Brokkoli esse auch der Chronometer ein Defizit anzeigt. Dass das Defizit da ist, merke ich aber bereits Nachmittags ohne Chronometer, wenn ich mehr Hunger habe als mit Brokkoli. Der Körper ist jetzt drauf geeicht und fordert es ein, was er 36 Jahre lang nicht gemacht hat. Und all die Zeit stand ich da mit schwabbeligen Oberschenkeln. Und da kann ich mich noch freuen, dass ich von mieser Ernährung nur scheiß Haut kriege, andere Leute kriegen tödliche Krankheiten! Fazit ist aber:

Schönheitsprobleme = Ernährungsprobleme

Die kann man nicht wegcremen oder so. Die kann man nur wegessen. Aber wer sagt einem schon, wie das geht!?

Was gab’s zu essen?:

20 g Rawtella

10 Uhr: Porridge aus Buchweizen, Paranüssen, Braunhirse, Kakao, Bananen, Rosinen und Zimt

11:30 Uhr: 200 g Risotto
1 Banane
2 getrocknete Feigen















14 Uhr: Salat mit Cashewvinaigrette

2 Baguettscheiben Brot
Zucchini-Möhren-Suppe
1 Banane

20 Uhr: 750 g Brokkoli mit Knoblauch, Salz und Pfeffer
1 Banane mit Mandelpüree

Ich war wieder in der Mensa essen und es war diesmal kein veganer Tag. Also habe ich mich für Salat entschieden. Dressing hatte ich dabei und alles funktionierte einwandfrei, außer dass ich relativ spät kam und nicht mehr allzuviel da war.

Wir hatten wieder Diabetesvorlesung und habe folgendes mitgeschrieben:

„Die Insulinresistenz ist noch nicht verstanden, wird aber untersucht“

Das heißt, dass die Schulmedizin in Köln auf jeden Fall noch nicht von Dr. Barnard gehört hat, der die Insulinresistenz beseitigt, indem er das Fett aus der Ernährung streicht. und außerdem setzt Zimt die Insulinresistenz der Zellen herab! Ich muss das die Tage mal anbringen.

Außerdem wurde konkret gesagt, dass zuerst die Zellen insulinresistent werden und dann erst die Zellen der Bauchspeicheldrüse überproduzieren und dadurch auslaugen. Das heißt, Diabetes kriegt man tatsächlich nicht von zu viel Zucker, sondern von zu viel Fett in der Nahrung, wobei ich da 30% als normales und verträgliches Maximum einstufen würde. Die meisten Diabetiker essen natürlich zu viel Fett und Zucker.

Und dann fiel noch folgender Satz, den ich auch nicht umhin kam niederzuschreiben, weil er von einem Schulmediziner lustig ist:

„Es gibt auch esoterische Sonderfälle!“

Wir hatten auch Hepatitis und ich weiß immer noch nicht ob ich mich impfen lassen soll/muss oder nicht. Nicht, dass ich Angst hätte mich anzustecken, dass ist mir egal. Der Haken bei Hepatitis ist, dass sie eine Inkubationszeit von 8-10 Wochen hat und in der ganzen Zeit merkt man nicht, dass man sich angesteckt hat und kann dennoch andere Leute anstecken, was in einem medizinischen Beruf nicht wünschenswert ist. Aber ich lerne in den nächsten Tagen auch noch mehr über die Krankheit, dann kann ich wohl besser abwiegen. Ich fürchte aber, das System zwingt mich eh!

Es gab 2003 Kalorien, ohne die Suppe, die ich in der Mensa gegessen habe, 66/12/22. 49 g Fett und 68 g Eiweiß. Wohlgemerkt ohne die Suppe. Das ist schon in Ordnung. Ich glaube nicht, dass ich mich als gesunder Mensch auf unter 10% Fett zwingen muss, vor allem wenn es gutes Fett ist, ich glaube aber auch, dass man 30% nicht überschreiten sollte.

Nennt mich angepasst und konservativ, aber ich stimme den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu. Für gesunde Menschen, wohlgemerkt, und ich meine, dass man viel mehr Obst und Gemüse und Rohkost verzehren sollte, als die Empfehlen und viel, viel weniger tierische Produkte. An ihren vorgegebenen Werten ist aber nicht allzu viel auszusetzen.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. hi,
    mich würde sehr interessieren, wie du die hirse verwendest. isst du die roh?
    und wie genau machst du die an?
    ich ernähr mich auch zu ca 90-100 % roh aber hirse hab ich bis jetzt noch nicht versucht.
    liebe grüße, maxi

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  2. Hallo Silke,
    also deine Berichte über deinen Körper machen Mut und bestätigen auch meine Erfahrung. Dachte ich in meiner Jugendzeit immer, dass das Aussehen meines Körpers ab nun nur noch bergab geht, weiß ich es heute besser. Auch ich habe die 30 hinter mir und sehe dank mehr Frischkost, weniger Weißmehl und Zucker, keine tierische Produkte besser aus als je zuvor.
    Und ich glaub, da geht noch so viel mehr:-)

    Also weiter so!
    Lieber Gruß
    Marion

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  3. Liebe Maxi,

    die Hirse koche ich ganz normal wie es auf der Packung beschrieben ist. Mit der doppelten Menge Wasser und dann 5 Minuten kochen und 10 Minuten ausquellen lassen.
    Man kann dann alles mögliche damit machen. Sie unter deinen Salat mischen, oder direkt einen Hirsesalat machen. Großartig ist sie auch mit meiner Spanischen Mandelsauce, die aber viel Fett enthält oder einfach mit ein bisschen Peffer, Salz, Knoblauch und eine Spur Öl. Sie ist unglaublich variabel.
    Braunhirse kann man auch roh essen, gemahlen unter das Müsli oder einen Smoothie geben, oder sie keimen lassen.

    Marion,

    genau so ist das!:-) Ich wünschte wirklich jemand hätte mir früher gesagt, wie das geht. Hat eigentlich auch jemand, aber nie so konkret.;-) Außerdem verwirren die unterschiedlichen Ernährungstheorien schon ganz schön. Die einzig wahre Bestätigung ist leider die eigene Erfahrung.

    LG Silke

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