Sonntag, 24. März 2013

Stressmanagement?

-->

Ich habe diese Woche wieder was gelernt. Weniger über Chemie, mehr über mich selbst.

Ich habe gravierende Probleme mit Essen und Stress bzw. alle Genußmittel und Stress. Hatte ich schon immer, man denke nur zurück an das Pflegepraktikums letztes Jahr, wo ich ohne Kaffee nicht leben konnte.

Es passt mir nicht, das Stress auftaucht, mein Ideal ist, dem komplett aus dem Weg zu gehen, aber wahrscheinlich ist das unrealistisch. Gerade in einem Studiengang, in welchem der Druck, der ausgeübt wird, unglaublich groß ist. Also muss ich lernen damit umzugehen. Was passierte war folgendes:

Wir wurden betreut von 2-3 Chemiedoktoranden, die sich überlegt haben, dass immer, wenn wir eine Regel des Chemielabors nicht einhalten, wir am nächsten Tag einen Kuchen mitbringen müssen. Das passierte mir in der Woche gleich 2 Mal. Einmal, weil ich meine Schutzbrille nicht auf hatte, einmal, weil ich mein Heft im Abzug abgelegt hatte. Also 2 Kuchen, die ich natürlich nicht selber gebacken habe und "in gesund", sondern abgepackt gekauft hatte. Weil ich sauer über solche Erziehungsmaßnahmen war konnte ich mir auch nicht verkneifen bei Abgabe des Kuchens bei den Chemikern zu sagen: „Hier, Saccharose und Transfette. Man möchte meinen, ihr wüsstet es besser!“

Ich hab wirklich wenig Ahnung von Chemie, aber ich weiß wenigstens, dass man sowas nicht dauernd essen sollte, schon lange nicht jeden Tag und es war jeden Tag Kuchen da, und auch Chips, noch mehr Transfette und, mit Verlaub, man sah es der Praktikumsleiterin auch an, dass sie zu viel von dem Zeug isst!

Jedenfalls hatte ich ab da verschissen. War irgendwie klar, aber ich konnte halt nicht an mich halten.

Das andere ist, dass ich zwar die Chemieklausur bestanden habe, aber keine Ahnung habe wie. Auch an dem Tag war ich wegen Stress voll auf Dextro Energen, aber das ist ja auch schon mehr als ein halbes Jahr her. In der Zwischenzeit habe ich mich vollgestopf mit Anatomie und alles, was ich über Chemie wusste, hat mein Hirn wieder gelöscht. Mit fiel sogar das Wort „Redoxreaktion“ nicht mehr ein!

Die Chemiker wollten aber jeden morgen mit uns ein Testat abhalten und da stand ich dann, alles vergessen, was ich jemals über Chemie wusste und musste mein Wissen unter Beweis stellen. Das war Stress! Und überhaupt war es nervig die ganzen Tage immer mit den selben Menschen so nah aufeinander zu hocken. Tja und dann, ab nachmittags, stand da auch immer irgendein Kuchen rum, oder Chips oder Negerküsse. Das alles beruhigt die Nerven...

Ich hab beim besten Willen nicht viel davon gegessen, aber es nervt mich, dass ich es getan habe. 7 Chips und 4 Mininegerküsse. Aber so was mache ich unter Stress. Ich brauch was anderes, was an meine Rezeptoren andockt oder ich brauche Entspannungstraining.

Ich bin erst mit dem 3 Semester fertig und insgesamt werden es 11. Es heißt, das dritte sei das stressigste und danach würde es besser, aber dennoch muss ich irgendwas regeln. Plan Nummer 1 deutete sich im letzten Post schon an: Sport! - Sport schüttet diverse Glücks- und Beruhigungssubstanzen aus und ist super für Stressmanagement. Jedoch Zeit dafür zu finden, macht mir auch Stress. Ich muss irgendwie im Organisieren besser werden, aber wahrscheinlich muss ich im nächsten Semster auch nicht so wahnsinnig viel lernen.

Kris Carr schreibt in ihrem Buch Crazy Sexy Diet: Eat Your Veggies, Ignite Your Spark, and Live Like You Mean It! dass sie in Harvard einen Vortrag über Meditation gehalten hat und ihr die Studenten auch erzählt hätten, sie hätten keine Zeit für sowas, weil sie dauernd lernen müssten. Darauf habe Kris aber geantwortet, dass sich durch Meditation auch die Lernleistungen verbessern würden. Ich muss irgendwie dazwischen abwägen...

Ansonsten habe ich Muffins gebacken, Bananen-Quinoa-Muffins und falls ihr euch fragt, warum ausgerechnet immer Muffins: Ich habe keine andere Kuchenform! Nur eine Muffinform. Diese sind jetzt regelrechte Kuchen aus Vollkorn geworden und die hätten es auch im Chemiepraktikum getan. Ganz ohne Transfette und raffinierten Zucker. Gesüßt habe ich mit Kokoszucker und Fett war gar nicht drin. Was mich jetzt aber interessiert ist, ob man sie auch mit Stevia machen kann! - Das muss ich die Tage nochmal ausprobieren.



Und statt ein Menu des Tages zu posten stelle ich euch heute mal Anni vor. Sie hat in letzter Zeit ein paar Mal kommentiert und das sehr angenehm, was daran liegt, dass sie meine Ansichten über Ernährung teilt. Anni ist aber auch Sportstudentin und hat mir ein paar Tips gegeben, wie man sein Sportprogramm am besten gestaltet. Sie hat ein Blog, was noch relativ neu ist und es lohnt sich absolut jeden einzelnen Post, den sie geschrieben hat zu lesen. Sowohl über Sport, als auch über Ernährung und es ist zudem tröstlich zu lesen, dass es auch Sportstudenten so ergeht, dass sie im Semster nicht die Zeit finden Joggen zu gehen...

Also, ich gehe heute Laufen, ein bisschen, weil ich ja erst noch wieder fit werden muss und ich hoffe, dass ich das im nächsten Semster integriert kriege! Über Meditation muss ich noch etwas nachdenken.
Alles Liebe,

Silke

Wenn du deine Wertschätzung für dieses Blog auf materiellem Weg ausdrücken möchtest, kannst du das hier gerne tun

Kommentare:

  1. Hallo Silke,

    ja du solltest mal Meditieren. Ein Vorteil von Meditation kann auch sein, dass man weniger Schlaf braucht. Deswegen ist die Zeit die man dadurch verliert vielleicht garnicht so groß. Brendan Brazier schreibt viel über Stress in seinem Buch Thrive. Wenn du es nicht gelesen hast könntest du mal einen Blick rein werfen...

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab's gelesen! Vor Jahren, als ich keinen Stress hatte!;-)
    Kann aber noch mal rein schauen°:-) Danke!

    AntwortenLöschen
  3. Gerne! Für Brendan ist ja auch falsche Ernährung Stress. Und wenn du planst wieder mehr Sport zu machen passt sein Buch doch perfekt. :)

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Silke,

    dein Beitrag zu mir ist ja echt lieb! Vielen Dank! Freut mich sehr, dass dir meine Einträge gefallen!

    Ich habe mich gestern auch gegen weiße belegte Brötchen, Chips, Schokolade und einer Menge Alkohol widersetzt! Es gab eine Club Mate und Kirsch-Shorle. ABER kein Alkohol o.ä. Und 4 Negaküsschhen über die Woche verteilt sind jetzt nicht so gravierend ;-)

    Zum Thema Stressbewältigung hab ich schon einige Vorlesungen in der Uni gehört. Da ich ja mit Lehramtoption studiere und auch Stressbewätigung im Sport ein großes Thema ist. Vielleicht komme ich mal dazu mein Wissen zusammen zu tragen! ;-) Du gibst mir gute Blog-Inspirationen! hihi

    Alles Liebe und einen schönen Sonntag wünsche ich dir!
    PS: Herzlichen Glückwunsch zum überstandenden Chemie- Praktikum!

    AntwortenLöschen