Freitag, 1. März 2013

Demeter

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Der Bioladen macht Sachen mit mit!!!

Der Laden in dem ich arbeite ist kein Mini-Einzelunternehmen, sondern eine der großen Ketten in Deutschland. Um die Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand zu halten, gibt es seit Anfang des Jahres ein E-Learning, ein Programm im Internet, wo man sich als Mitarbeiter einloggen kann, eine Lerneinheit bearbeiten muss und abschließend einen Test durchführen und bestehen muss. Aufgrund von technischen Problemen, weil mein Login nicht funktioniert konnte ich mich erst letzte Woche damit beschäftigen. Also musste ich diese Woche, die ersten beiden Lerneinheiten nacharbeiten, die erste war eine Unternehmensvorstellung und die zweite eine zum Thema ökologischer Landbau.

Jetzt war ich von der Unternehmensvorstellung schon völlig hingerissen, weil dort der oberste Chef interviewt wurde, der davon erzählt, wie er damals angefangen hat und ich fand das total inspirierend. Wenn das Interview auf YouTube wäre würde ich es verlinken!

Vor fast 40 Jahren war er 22, hatte keine Berufsausbildung und wollte Bauer werden. Der Bauernhof war ihm dann doch irgendwie zu langweilig und er hat sich mit 4 Bio-Produkten und 30 Kunden selbstständig gemacht. In den 70er Jahren gab es noch gar keine Biobewegung. Und jetzt produziert das Unternehmen 11400 Bioprodukte und ich glaube er hat immer noch keine Berufsausbildung!;-) Ich finde diese Erfolgsstory sooo cool und am liebsten würde ich ihn jetzt persönlich kennenlernen und mir Tipps holen!

Das zweite Thema war Ökologischer Landbau und ich gestehe ich haben mich bisher keinen Deut mit den unterschiedlichen Biosiegeln beschäftigt, schlicht und ergreifend, weil ich aus der amerikanischen Rohkostbewegung komme und es in allen Büchern, die ich habe „organic“ heißt und auch, weil ich noch nie das Geld hatte regelmäßig in Bioläden einkaufen zu gehen! Ich kaufe auch jetzt, wo ich in einem Bioladen arbeite, nicht alles dort und gucke immer noch auf mein Geld! Zudem haben ja auch normale Supermärkte viele Bioprodukte und ich dachte immer das EU Biosiegel reicht.

Jetzt hat mich der Bioladen mit Demeterqualität vertraut gemacht. Ein bisschen jedenfalls. Komplet habe ich da noch nicht wirklich was verstanden. Demeter ist auf jeden Fall die strengste Biorichtlinie überhaupt, 1930 von Rudolf Steiner erfunden und ziemlich interessant, ein bisschen esoterisch, es wird auch auf Mondphasen etc. geachtet und vor allem darauf, dass so so viel wie möglich auf dem Demeterhof im Kreislauf gewirtschaftet wird. Dass eigener Dünger für die Pflanzen und eigenes Futter für die Tiere produziert wird. Es darf so gut wie nichts zugekauft werden. Im Sommer muss das Vieh grasgefüttert werden und im Winter soll möglichst viel Heu gegeben werden.

Was mich aber am meisten beeindruckt ist, dass es verboten ist die Kühe, oder richtiger die Bullen, zu enthornen. Ich weiß nicht wieso das so ist, wozu es gut ist, aber ich finde es sehr nett. Was ich nicht nett finde ist, dass auch auf Demeterhöfen Tiere geschlachtet werden. Ich kann aber akzeptieren, dass das der Lauf der Dinge ist. Fressen und gefressen werden ist Teil der Welt und hätte Gott gewollt, dass alle Wesen Vegetariere sind hätte er keine Fleischfresser erschaffen. Im übrigen gehe ich davon aus, dass sich auch Tiere ihre Inkarnation selber aussuchen und davon dass der Grund, warum sich ein Wesen als Schlachtvieh inkarniert der ist, dass es uns Menschen eine Lektion erteilen will, immerhin kriegen wir von der Massentierhaltung all unsere Zivilisationskrankheiten und sterben dann auch daran. Loss-loss auf beiden Seiten. - Wenn Fleisch sollte man Wild essen, dass ist eine faire Situation und das Tier erreicht ein mehr oder weniger normales Alter.

Jetzt wo gerade Pferdefleisch in Lasagne gefunden wird erzählte mir ein Kunde im Bioladen er habe schon mal Fohlen gegessen. Auch überhaupt nicht nett! Aber die Menschen essen ja auch gerne Kalb und jetzt zu Ostern auch mal wieder schön Lamm. Das ist auch gar nicht nett! Kann das Tier nicht wenigstens ein bisschen Leben gehabt haben, bevor man es schlachtet?

Ein anderer Kunde erzählte mir, wenn wir eine Frischfleischtheke hätten, würde er noch mehr Geld bei uns lassen. Ich habe ihm natürlich erzählt, dass man von Fleisch eh nur einen Herzinfarkt bekommt, worauf er meinte: „Ja, aber das Eisen!“

Ich hab dann erklärt, dass man Eisen auch ganz prima aus Hirse beziehen kann und aus anderem Vollwertgetreide oder eben aus grünen Sachen wie Brokkoli oder Mangold. Seine Frau machte dann ganz große Augen, wie ein Kind an Weihnachten. „Echt? Sowas geht? Da ist genug drin? Wie bereitet man Hirse denn zu?“ - Oh, Mann, da ist noch total viel Aufkärungsarbeit notwendig.

Naja, worauf wollte ich hinaus? Demeter! - Ich will mich noch mehr damit befassen und schauen welche Produkte alle ein Demetersiegel haben und was da sonst noch drin ist. Denn was nützt einem Demeter wenn Zucker und Fett drin ist oder Demeter-Weißmehlbrot. Demeter ist natürlich auch entsprechend teurer, aber da kann man dann wirklich davon ausgehen, dass man jemanden unterstützt der nicht nur Profit machen sondern auch der Welt was Gutes tun will.

Habe gestern in der Bioladenbäckerei mal ein richtiges Vollkornbrötchen gegessen und es war sehr gut.

Menu des Tages am 28. Februar


Frischkornbrei oder besser Creme ;-) aus Quinoa, Nackthafer, Buchweizen, Banane, Apfel, Zimt, Sunwarrior und etwas Sojamilch

3 Grüntee

1 Vollkornweizenbrötchen

Salatschale mit fettfreiem Dressing
250 g Sojajoghurt mit Stevia

2 selbstgebackene Scones mit Kidneybohnenpaté und Gurke
½ Banane
30 g Biobitterschokolade

Smoothie aus Banane und Sellerie
2 St. Lifeffood Pikantbrot italienisch

Brokkolisuppe



125 g Sojajoghurt mit Stevia
etwas Carobfudge

Die Scones habe ich am Montag nach einem Rezept aus Barnards Buch gemacht, wobei ich die Hälfte aus glutenfreiem Mehl gemacht habe und das hat nicht funktioniert. Muss ich nochmal anderes probieren aber in der zwischenzeit muss ich sie aufessen.

Und jetzt zum fettfreien Salatdressing – es ist keine Rohkost!

Zunächste macht man einen Ölersatz aus 1 Tasse Wasser, 1 EL Gemüsebrühepulver und 2 TL Maisstärke oder irgendeiner anderen Stärke. Dazu alle Zutaten in einen Topf geben, bei mittlerer Hitze erwärmen und und unter ständigem Rühren köcheln lassen bis es andickt.

Ich habe gestern alles in den Bianco Blender gegeben, die Suppentaste gedrückt und den Mixer alles machen lassen. Funktionierte super.

Mit diesem Ölersatz hat man dann eine Grundlage, die man auch in anderen Rezepten als Öl verwenden kann.

Zu diesem Ölersatz gibt man dann:

50 ml Rotweinessig
1 EL Balsamicoessig
1 Knoblauchzehe
1 TL Salz
1 EL Dijonsenf
1 TL Zucker oder Ahornsirup oder Stevia oder eine Dattel oder halt irgendwas womit man süßen kann, je nach Geschmack.

Also, Prinzip klar? - Man kann jedes X-Beliebige Dressing aus irgendeinem Rezeptbuch machen, nimmt aber statt Öl. Diesen Ölersatz. So geht das. Das Dressing ist supersparsam und hält sich superlange im Kühlschrank.

Alles Liebe,

Silke

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1 Kommentar:

  1. Super, ich danke dir für das Rezept, muss aber gestehen, dass ich etwas enttäuscht bin;-( Ich weiß jetzt echt nicht, ob ich 1 TL Öl schlechter halten soll als Gemüsebrühepulver und reine Stärke. Ok, es sind quasi homöpathische Mengen, anyway danke für's Teilen! Werd's mal mit meiner hausgemachten Gemüsebrühe(im Glas und roh^^) und frisch gemahlener Hirse oder Reis probieren und berichten wie es war.

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