Sonntag, 17. März 2013

Cholesterin und seine Fürsprecher...

--> Eine der Lieblingsstudien der LowCarber, um zu beweisen, dass alles was die Schulmedizin über Cholesterin sagt gelogen ist ist die Norwegische HUNT 2 Studie, weil in dieser Studie dieser Studie gezeigt wurde, dass der Zusammenhang zwischen Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht linear ist. Sprich, es ist nicht automatisch so, dass ein höherer Cholesterinspiegel ein im selben Maße höheres Risiko mit sich bringt Herzkrank zu werden. Dummerweise wird hier der Cholesterinspiegel nicht in mg/dl sondern in mmol/l angegeben, das heißt es muss umgerechnet werden und das ist sehr verwirrend.

Die Studie ist aus dem Jahr 2011, also ziemlich neu und es wurde eine Staffelung von Cholesterinwerten vorgenommen von:


<5 mmol/l ( unter 193 mg/dl)
5-5,9 mmol/l (193 – 228 mg/dl)
6-6,9 mmol/l (228- 267 mg/dl)
> gleich 7 mmol/l (über 267 mg/dl)

Dabei zeigte sich bei Frauen, dass das Risiko an kardiovaskulären Krankheiten zu sterben mit steigendem Cholesterinspiegel fällt. Die Frauen mit einem Cholesterinspiegel von über 267 mg/dl hatten ein 28% geringeres Risiko als die mit einem Cholesterinspiegel unter 193 mg/dl an Herzerkrankungen zu sterben. Bei Männern hingegen war das geringste Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben bei 193-228 mg/dl am geringsten.

Diese Studie wurde an insgesamt 52087 Norwegern durchgeführt und widerspricht den gängigen schulmedizinisch empfohlenen Richtwerten. Da der Herzinfarkt früher hauptsächlich bei Männern auftrat und als Managerkrankheit angesehen wurde, macht es jedoch durchaus Sinn, dass ein Wert von 200 mg/dl als erstrebenswert angesehen wird.

Die Wissenschaftler, die diese offensichtlich den gängigen Empfehlungen widersprechende Studie durchgeführt haben werten ihre Ergebnisse selbst wie folgt:

Our finding of significant discrepancies between epidemiological data and clinical guidelines [2,16,17], suggesting a linear relation between total cholesterol and mortality from CVD is in accord with other studies [61,66,67]. The main strengths of our study are the prospective and comprehensive nature of the HUNT 2 survey, its good participation rates, and representativeness of the entire Norwegian population of similar, i.e. Nordic, origin. A corresponding weakness is the lack of immediate generalizability to Norwegians with other ethnic backgrounds. Another potential weakness of our study is the lack of information about cholesterol-lowering drug treatment among the participants. However, this is unlikely to be an important source of bias as our population was free from CVD at baseline, and cholesterol-lowering drugs were not recommended for primary prevention in the study period. It is possible that the Norwegian HUNT 2 population differs somewhat from earlier study populations in levels of CVD risk factors and mortality, and that this may affect (or confound) the association of cholesterol with mortality. Norway is an affluent country, and Norwegians are currently one of the longest lived people in the world [93]. The rate of smoking among men is relatively low, by international comparison [93]. The stable social structure could also play a part, including a well-functioning health care system with good access and coverage for all. Various studies have shown cholesterol, smoking and high blood pressure to have a multiplicative effect on IHD risk rather than an additive effect [94–97]. It may be that cholesterol acts differently as a risk factor for IHD than previously believed, at least in certain risk factor combinations and/or under certain developmental and contextual circumstances, such as those men- tioned earlier. At least in some settings, cholesterol may represent a risk marker and/or a weak risk factor rather than an important one. More valid risk factors might be found by further investigation of lipoproteins and/or other subparticles of cholesterol, but the same dilemmas may arise in relation to those entities. What appears evident, however, is that more updated and complex disease prediction models are needed. Regarding the immediate future of guidelines and combined risk estimates for CVD, we envisage three options: first, IHD mortality (and not overall CVD mortality) might be considered an appropriate end point for the current risk estimates. However, our results (Table 1) indicate that even such a limited focus would be problematic, at least for women. Alternatively, total cholesterol could be excluded from the risk estimates, potentially being replaced either by nothing or by some different subparticle(s) of cholesterol with better predictive properties, such as HDLor HDL/ total cholesterol [2,8,16]. Finally, future risk estimates may be based on more nuanced statistical models, allowing for gender- and age-specific associations between cholesterol and disease development (mortality)


Man geht also davon aus, dass diese Ergebnisse nicht notwendigerweise auf nicht-nordische Völker übertragbar sind. Zudem Rauchen in Norwegen nur die wenigsten Menschen, sie haben ein hervorragendes Gesundheitssystem und gehören mit zu den gesündesten Völkern.

Ich persönlich finde schade, dass man nicht untersucht hat, wie viele Herztode es bei einem Cholesterin von unter 150 mg/dl gegeben hat. Laut Esselstyn gab es in der Framingham Heart Study nämlich keinen einzigen und die lief nicht etwa 10 Jahre, wie diese norwegische Studie sondern über mehr als 50 Jahre. Ablagerungen passieren ja ab einem LDL Cholesterinwert von 100 mg/dl laut American Heart Association im Jahr 2002.

Der Professor, der das Kompetenzfeld "Angina Pectoris" an der Uni unterrichtet sagte in der Vorlesung, dass der Zusammenhang daher rührt, dass die Plaques je älter sie sind, und je höher der Cholesterinspiegel ist, fester sitzen und sich schwerer lösen. Man hat also auch dann, wenn es nicht zu einem Infarkt kommt im Alter schwere Arteriosklerose.

Nun ist es laut dieser Studie so, dass Frauen, die einen Cholesterinspiegel von über 267 mg/dl haben ein 28% geringeres Risiko haben an einem Herzinfarkt zu sterben als solche die einen von unter 193 mg/dl haben. Daraus folgert diese Low Carb-Bloggerin, sie müsse ihren Cholesterinspiegel noch weiter in die Höhe treiben um ihr Risiko eine Herzerkrankung zu vermeiden zu verringern.

Ich folgere daraus nur, dass ich  lieber ein 100% geringeres Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben als ein 28% geringeres. Wenn alles über 150 mg/dl an Gesamtcholesterin zu hoch ist zeigt diese Studie garnichts.

Da bleibt noch einiges zu forschen würde ich mal sagen, aber widersprechen tut es sich nicht.. Als Ergänzung der Framingham Heart Study kann man auch noch die China Study heranziehen wo T. Colin Campbell festgestellt hat, dass bei Chinesen mit einem Gesamtcholesterin von im durchschnitt 94 mg/dl keinerlei Herztode auftraten. Einwenden kann man auch hier, dass Chinesen möglicherweise (ebenso wie Norweger) anders disponiert sind als Mitteleuropäer.

Gabriel Cousens hat unterdessen auch seine Meinung über Fett geändert, die er im seinem Buch There Is a Cure for Diabetes, Revised Edition: The 21-Day+ Holistic Recovery Program - ah und ich sehe gerade es gibt eine neue, überarbeitete Fassung davon.

In der Fassung von 2008 schießt er sich noch dem 10-20% Richtwert für Fett in der Nahrung an, beruft sich unter anderem auch auf Esselstyns Arbeit aber im Februar dieses Jahres hat er einen Artikel geschrieben, dass 25 – 45 % in der Nahrung auch ok seien, so lange es veganes Fett ist.

Gut, dass er das macht, denn sonst passen die Rezepte im Buch nämlich nicht in das Programm. Es ist unmöglich mit den Rezepten aus Cousens Buch nur 10-20% Fett zu essen. Cousens sagt hier Herzerkrankungen kämen von Entzündungen und man müsse nur die Entzündungen vermeiden, dann käme es auch zu keinem Herzinfarkt. Das macht man natürlich indem man vegane, durchaus fetthaltige Rohkost isst. Er greift in diesem Artikel auch explizit die fettarmen Rohköstler an, was sein gutes Recht ist, dann Graham reift ihn in seinem Buch „80/10/10“ auch an. Alles natürlich ohne Namen zu nennen.

Als ich Cousens gemacht habe war mein Cholesterin bei 256 mg/dl. Das erklärt warum er die Partei für das Fett und gegen die Cholesterinrichtwerte ergreift. Er sagt auch man hätte hormonelle Störungen, wenn der Cholesterinspiegel zu niedrig ist, was ich aber bezweifle, dass das jemals passieren kann, denn deshalb produziert der Körper das Cholesterin ja selbst und bezieht es nicht aussschließlich aus tierischer Nahrung. Zur Ergänzung: Hormone werden aus Cholesterin hergestellt.

Was macht dann aber das überschüssige Cholesterin im Blut? Ist es oxidiert und kann nicht in die Zelle? Kann nicht sein, denn bei Cousens habe ich gleichzeitig viel Antioxidantien, sprich Gemüse, gegessen. Ist es dabei das Endothel der Blutgefäße zu reparieren, weil des dort Entzündungen gab? Möglicherweise, aber warum kommt es zu Entzündungen, wenn man nach Cousens lebt?

Mann, ich fange an mich auf Physiologie im übernächsten Semster zu freuen!

Menu des Tages am 15. März

Bananen-Rosinen-Granola mit Acai, Sojajoghurt, Stevia und Sunwarrior
3 Grüntee

2 Bananenbrot Muffins

Salat aus Kichererbsen, Brokkoli, Paprika, Zwiebel, 1 Kartoffel, Chinakohl und Cashew Vinaigrette
Heiße Schokoade aus Sojamilch, Bitterschokolade, Kakao und Stevia


1 Bananenbrotmuffin



Sojajoghurt mit Apfelmus, Stevia und Zimt

Menu des Tages am 16. März

Bananen-Rosinen-Granola
2 Grüntee

1 Roggen-Vollkornbrötchen
vegane Pralinen (Verkostung im Bioladen)

Rest Salat vom Vortag

1 Bananenbrotmuffin


Essener Brot mit Soyananda Kräuter-Knoblauch-Frischkäse
Ruccola-Quinoa-Salat (Dressing war Orangensaft, Essig, Salz und Pfeffer)


3 Shakes aus mislungenem Reisjoghurt, Kakao, Sunwarrior, Banane und Stevia

Ich habe versucht Joghurt aus Reismilch zu machen, was leider nicht funktioniert hat und als Folge daraus habe ich diesen wahnsinns Shake kreiert. Ich konnte überhaupt nicht aufhören und habe einen nach dem anderen gemacht. Der Joghurt ist halt nicht fest geworden.

Soyananda war im Bioladen reduziert und so habe ich 2 Packungen erworben und das Zeug ist hammerlecker, besonders auf Essener Brot, aber halt auch ziemlich fetthaltig.

Am 15. bin ich bei 21,2% Fett gelandet am, gestern bei 20,2%. Gesättigte Fette sind meist um die 10 g, genau so wie wenn ich mehr Omega 3 essen. Omega 3 zu 6 ist im Schnitt 1:7.

Eigentlich ist ja mein Plan zu schauen wie hoch mein Cholesterinspiegel nach 3 Wochen Barnard ist und wenn er unter 150 mg/dl ist mehr Nüsse zu integrieren. Das Bananenbrot was ich gemacht habe, war z.B. nach einem Rezept von Esselstyn wo in der Zubereitungsanleitung stand: "Wenn sie nicht unter Herzerkrankunge leiden können Sie ½ Tasse Walnüsse hinzu geben".

A propops Esselstyn. - Nochmal zu Fett und Arterien. Er schreibt in seinem Buch Prevent and Reverse Heart Disease: The Revolutionary, Scientifically Proven, Nutrition-Based Cure über einen Dr. Robert Vogel, der eine Studie an Studenten durchgeführt hat und den Durchmesser der Arteria brachialis im Oberarm gesessen hat. Die Studenten wurden in 2 Gruppen geteilt, die eine Gruppe bekam ein Frühstück aus 900 kcal mit 50 g Fett, ein typisches Fastfood Frühstück, die andere bekam ein 900 kcal Frühstück komplett ohne Fett. Nach dem Essen hat Dr. Vogel die Oberarmarterie 5 Minuten abgeklemmt und dann beim lösen geschaut wie lange es dauert, bis die Arterie wieder ihren vorherigen Druchmesser hatte. Nach der Mahlzeit ohne Fett sprangen die Arterien sofort wieder in ihre ursprüngelich Form zurück, nach der Fastfood Mahlzeit dauerte es viel länger. Gemessen wurden 6 Stunden bis das Endothel der Arterie wieder voll funktionstüchtig war und wieder ausreichend Stickstoffmonoxid produzierte. Zu wenig Stockstoffmonoxid fördert die Entstehung von Arteriosklerose, weil sich das Endothel nicht gegen Ablagerungen wehren kann.

Wer sich auf Cholesterin also nicht verlassen will, kann auch per Ultraschall seine Endothelfunktion testen lassen!

Alles Liebe,

Silke

Wenn du deine Wertschätzung für dieses Blog auf materiellem Weg ausdrücken möchtest, kannst du das hier gerne tun

Kommentare:

  1. Wie bereits erwähnt, darfst du Esselstyn nicht als Gradmesser nehmen. Wenn du eine Studie, die er benennt zitierst schön und gut, dann solltest du dich vielleicht mit dieser Studie auseinandersetzen und sie mit anderen Studien vergleichen, aber nie mit Esselstyns Behauptungen abgleichen, da er ja nicht wissenschafltich gearbeitet hat.
    Hier geht es jetzt um eine wissenschaftliche Arbeit an der Uni, da muss man leider objektiv arbeiten. Auch die Ergebnisse deines Selbstversuchs dürfen überhaupt keine Rolle spielen, ich befürchte nämlich, dass du dich davon beinflussen lassen wirst. Das ist auch eine gute Übung für dich zu sehen, wie "selbstbezogen" du arbeitest, obwohl du bisher trotz deiner langen Beschäftigung mit Ernährung aus wissenschaftlicher Sicht keine einzige Aussage treffen kannst.
    Das ist ein TIPP, Kein Angriff.

    LG

    AntwortenLöschen
  2. Du hast immer noch nicht begriffen, dass ich über Barnard und Diabetes mein wissenschenschaftliches Projekt schreibe und nicht über Esselstyn und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, oder? Esselstyn kommt darin gar nicht vor!!!

    Wohl aber die Empfehlungen der American Heart Association zum Cholesterinspiegel!!!

    Nicht alles worüber ich im Blog schreibe, landet auch in meinem wissenschaftlichen Projekt!

    PS. Tipps kann man nur geben, wenn man auch weiß worum es geht!!!

    AntwortenLöschen
  3. Barnard? Arbeitet er auch wie Esselystyn? Oder hat er echte Studien? Ob Cholesterin oder Diabetes, du präsentierst hier generell deine Vorgehensweise, die sehr fragwürdig ist.
    Gibt es Studien zu Diabetes in anderen Ländern, gar deutsche?
    Eigentlich müsstest du dich mit allen Studien zu Diabetes beschäftigen, und vor allem auch mit neueren, als erstes Projekt wird das aber wohl nicht so streng sein, oder?

    Nimm ruhig Tipps an, dann passiert dir nicht immer wieder, dass du erst aus Fehlern schlau wirst. Das ist zeitaufwändig. Hier geht es ja um Wissenschaft, wofür es klare Vorgaben gibt, das ist von mir nicht an den Haaren herbeigezogen.

    AntwortenLöschen
  4. ich habe nie behauptet, mein cholesterin weiter in die höhe treiben zu wollen. nur, dass ich der meinung bin, dass mein jetztiger cholesterinwert völlig ok ist und gesund. ich fühle mich jetzt hundertmal gesünder als mit meinem niedrigen cholesterinwert von ca 135!
    außerdem solltest du bei deiner fettarmen ernährung mal nicht nur auf die cardiovaskulären risiken sondern das allgemeine sterberisiko und die gesundheit gucken!

    AntwortenLöschen
  5. Tamina, du weißt doch garnicht worum es geht oder studierst du auch an der Medizinischen Fakultät in Köln? Es ist eine Zusammenfassung von Barnards Buch. 20 Seiten. Punkt. Mehr nicht.

    Fruchtzahn, statt dass du hier wieder kommentierst, möchte ich dir mal wieder nahelegen lieber auf deinem Blog was Interessantes zu posten. Dein letzter Eintrag war letzten Monat! Nicht, dass du jemals was Interessantes geschrieben hättest!!!....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. dann hör du doch auf mich falsch zu zitieren!
      und wie kann man nur in jedem kommentar eine beleidigung aussprechen? absolut unnötig

      Löschen
  6. Naja, Fruchtzahn, du hast es verdient, nach all deine Angriffen!:-)))

    AntwortenLöschen
  7. Achso, eine Buchzusammenfassung..
    Das war ein Missverständnis, weil du es wissenschaftliches Projekt nennst.
    War schon überrascht, machen die Medis doch bis zur Doktorarbeit nur Multiple Choice ;-)

    Stimmt, mir ist auch aufegfallen, dass sobald hier etwas kritisiert wird, du schnell beleidigend wirst oder sogar zensierst.

    Wenn du öffentlich bloggt, musst du damit umgehen können.

    Oder, was meinen die anderen Leser?

    AntwortenLöschen
  8. Das heißt offiziell "wissenschaftliches Projekt". Ist nur an der kölner Medizinischen Fakultät vorhanden. Wir sind ein Modellstudiengang!
    Ich hab dir schon 3 Mal gesagt, dass du das falsch verstehst!!!

    Meine Kritikfähigkeit hängt von der Güteklasse meiner Kritiker ab!

    AntwortenLöschen
  9. Nee, leider nicht. Kritikfähigkeit ist bei Dir eher gering ausgeprägt.

    AntwortenLöschen
  10. Wie ich schon sagte, hängt das von der Güteklasse meiner Kritiker ab.

    Wenn mir jemand einen völligen unwissenschaftlichen Blödsinn kommentiert und dann erwartet, dass ich seine Ratschläge annehme, KANN ich nicht kritikfähig sein.
    Kritikfähigkeit wird in meinen Augen eh überbewertet und nur von Leuten als Tugend angesehen, die versuchen andere Menschen zu verändern.
    Da geht aber eh nicht, man kann nur sich selbst verändern, aber nicht die anderen!

    AntwortenLöschen