Montag, 16. Juli 2012

Neue Lieblingskrankheit...

Ich hab ne neue Lieblingskrankheit – und letzte Woche auch ne Klausur drüber geschrieben: Hypertonie oder auf Deutsch: Bluthochdruck.

Warum es meine neue Lieblingskrankheit ist und damit Diabetes von Platz 1 meiner Lieblingskrankheiten verdrängt hat? Nun, wie Diabets Typ II ist auch der Bluthochdruck ausschließlich durch miese Ernährung und Lebensweise verursacht, aber ihn haben weitaus mehr Leute: 35 000 000 Deutsche, mehr als ein Drittel der Bevölkerung.

Bluthochdruck kriegt man von Übergewicht, zu wenig Sport, Kaffee, Rauchen, zu viel Salz und davon dass man einfach alt wird und die Gefäße porös werden. Und wenn man sich dann noch von viel Fleisch ernährt hat, kriegt man Arteriosklerose was dazu führt dass sich Fleisch-Fett-Plaque in den Gefäßen ablagern und wenn man dann noch ordentlich hohen Blutdruck hat, lösen sich diese Paques, werden vom Blut ins Herz oder ins Gehirn gespült, sind dann eventuell zu groß um kleinste Kapillare zu passieren, bleiben hängen und verursachen so einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Herzinfarkt und Schlaganfall, sind die häufigste Todesursache in Deutschland und überhaupt in der zivilisierten Welt. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache. 90% alle Herzinfrakt/Schlaganfall-Patienten hatte hohen Blutdruck. Also: Hocher Blutdruck plus Fleisch-Plaques (Name von mir) macht Herzinfarkt oder Schlaganfall. Was von beiden man kriegt ist reiner Zufall, je nachdem wo das abgelöste Plaque landet. Herzinfarkt ist auch schon lange keine Managerkrankheit mehr, obwohl Stress natürlich dazu beiträgt. Im Sommer 2006 hatten weitaus mehr Leute einen Herzinfarkt in Deutschland an Tagen als die Deutsche Fußballnationalmannschaft ihr Sommermärchen celebrierte und spielte! – Mittlerweile erleiden weitaus mehr Personen, die der Unterschicht angehören einen Herzinfarkt als reiche Leute, was schlicht und ergreifen mit der geringeren Bildung, den schlechteren Ressourcen und den mieseren Lebensbedingungen zusammenhängt. Im Callcenter rauchen 90% der Beschäftigten, an der Uni 10%.

35 000 000 Deutsche!

Wenn mir jeder einen Euro dafür geben würde, wenn ich ihm sagte wie er einen grausamen Herz- oder Schlaganfalltod vermeiden könnte, hätte ich ausgesorgt. Gut, mal angenommen man stirbt nicht an seinem Herzinfarkt oder Schlaganfall, dann ist es doch besser einen Herzinfarkt zu erleiden als einen Schlaganfall denn vom Schlaganfall können Lähmungen und Sprachstörungen zurückbleiben. Und das alles wofür? Weil jemand nicht weiß wie er sich lecker und gesund ernähren kann für wenig Geld!


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Alles was ich oben schrieb ist nicht aus irgendeinem veganen Esoterikbuch sondern univermittelt. Es ist Fakt und wissenschaftlich erwiesen, dass zu viel Fleisch zu Arteriosklerose führt. Ich bin beim besten Willen niemand der alle Menschen vegan machen will, ich bin ja selber nicht vegan. Zu 99% oder so nur, aber die Gesellschaft macht es einem auch nicht sonderlich leicht vegan zu sein. In Restaurant etc. gibt es viel zu wenig Alternativen. Aber billige tierische Produkte gibt es überall besonders für die unterprivilegierte Bevölkerung, bei Aldi, alles schön billig und man hat ja sonst nichts im Leben. Geschweige denn den Elan sich mit gesundem Essen auseinander zu setzten. Ich verstehe das sogar, ich habe in meinem Leben schon wahnsinnig viele miese Jobs gemacht.

Andererseits wurden wir auch über die Therapie unterrichtet, über die Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern informiert und der Prof. sagte explizit: „Alles, was eine Wirkung hat, hat auch Nebenwirkungen!“ – Bei Männern haben Blutdrucksenker zum Beispiel Potenzstörungen als Auswirkung. Wenigstens ein gutes Argument um Männer mit Bluthochdruck die Pillen auszureden…

Denn was glaubt ihr was passiert wenn man seinem Blutdruckpatienten sagt, er solle Salz und Kaffee, das Rauchen und sein Gewicht reduzieren? Der Patient kommt nicht wieder. Und man kann ihm nicht mal ein Placebo mitgeben, weil Patienten heutzutage jeden Inhaltstoff googeln! Jeder Arzt muss eigentlich gleichzeitig Psychotherapeut sein und den Patienten zu Verhaltensänderungen motivieren können, Selbsthilfegruppen organisieren oder tatsächlich Ernährungskurse fördern. Und zwar bundesweit. Ich wette die Kosten der Krankenkassen könnten locker um die Hälfte gesenkt werden, wenn man daran arbeitet. Womöglich mehr! Dann könnte man endlich eine Gesundheitsreform machen!

Naja, ich weiß ich kämpfe da gegen Windmühlen denn es ist leichter eines Menschen Religion zu verändern als seine Ernährungsweise.

Meine Mutter hat Bluthochdruck. Seit Jahren schon! Sie hat Betablocker genommen und ordentlich weiter Kaffee, Salz und Fleisch konsumiert. Und ist dennoch weiter unzufrieden mit all ihren Ärzten. Geschweige denn, dass sie auf mich hört. Ganz schön ätzend das alles.

Also schreibe ich mir weiter die Finger wund in der Hoffnung, dass manche Menschen auch was anderes googeln als die Inhaltstoffe von Blutdrucksenkern, sondern vielleicht auch mein Geschreibsel hier finden.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Hallo Silke, was mich nur so wundert: Ich kenne einige (junge) Ärzte. Und die rauchen alle, trinken eher mehr als weniger Alkohol und achten gar nicht auf ihre Ernährung. Wie kann das sein? Man lernt also tatsächlich an der Uni, dass die Lebensweise Schuld an diesen Krankheiten (Bluthochdruck, Herzinfarkt, etc) ist, und die, die sich das anhören machen am heftigsten mit? Wie ist die Lebensweise deiner Kommilitonen?
    Grüße von der nicht so fruchtigen Fruchtschnitte

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  2. Ja, zu diesem Thema habe ich kürzlich auch ein sehr interessantes Buch: "Es geht um ihr Blut" von J.C. Alix gelesen.

    Er beschreibt es so: Tierisches Eiweiß ist kompakt, so das es nur noch wenig umgeformt werden muss, deshalb speichert der Körper es. Und zwar speichert er es dort, wo es gleich verfügbar ist, in den Arterien. Dort können 4 kg tierisches Eiweiß untergebracht werden.

    Das Ablagern bildet aber Säure, die der Körper kompensieren muss und dafür an seine Mineralstoffreserven geht. Davon merken wir eine ganze Weile nichts, bis die Mineralstoff-Reserven auffällig werden (Zähne, Haare, Bindegewebe, Knorpel, Bandscheiben, Knochen).

    Zudem werden die Ablagerungen in den Arterien immer schlimmer. (Tierisches Eiweiß sind nicht nur Fleisch auch Milchprodukte und Eier.)

    Pflanzliches Eiweiß ist hingegen nicht kompakt, es werden daher mehrer Pflanzen benötigt und daraus baut die Leber dann individuelle Eiweiße zusammen (speziell für den eigenen Körper). Solange aber tierisches Eiweiß zugefügt wird und die Ablagerungen im Körper nicht aufgebraucht sind, baut die Leber keine Eiweiße.

    Nach J.C. Alix seinen Erfahrungen dauert es ein halbes Jahr tiereiweißfreies Essen, bis die Ablagerungen abgebaut sind. Es spricht nichts dagegen ab und an als Ausnahme tierische Produkte zu essen.

    Sein Buch ist sehr interessant, entspricht nur nicht so ganz der Schulmedizin und darauf basierend erklärt er auch, dass ein Herzinfarkt ein Übersäuerungsinfarkt ist. Das Blut benötigt einen bestimmten PH-Wert, wenn es zu sauer wird, hört das Herz auf zu schlagen. Ein Herzinfarkt ist solch eine Situation, wo der Körper es einfach nicht schnell genug schafft Basen bereitzustellen.

    Stess ist ein unglaublicher Säureproduzent, daher trifft es viele in einer solchen Situation. Weiterhin finden viele Herzinfarkte am frühen Morgen statt, es ist die Zeit, wo die Säureblut im Körper am stärksten ist.

    Ich habe aufgehört tierische Produkte zu essen, ich bekomme sie einfach nicht mehr runter und roh sowieso nicht. Allerdings kommt es dann und wann mal vor, dass ich mit meinen Freund konventionell esse, dann ist es auch mal ein veggi Baguette oder ein Crossaint, ist aber eher eine Ausnahme.

    J.C. Alix ist Heilpraktiker und sein Buch echt lesenswert. Aber wenn Du noch Medizinerin werden willst, ich hoffe es verwirrt Dich nicht.

    Lieben Gruß
    Runaway

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  3. Hallo Runaway,

    ich weiß garnicht ob man für ein auftretendes Phänomen die richtige Erklärung braucht ;-))) So lange sich alle einig sind spielt das vielleicht keine Rolle!...

    Säure/Basen-Haushalt ist ja auch in der Schulmedizin sehr wichtig, weil bestimmte Enzyme nur bei bestimmten pH-Werten arbeiten können und möglicherweise ist das auch bei Blut und Herz so.

    Leider habe ich erst im übernächsten Semester Biochemie, dann werde ich schlauer sein!;-)

    LG Silke

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  4. Liebe Fruchtschnitte,

    die Lebensweise meine Kommilitonen ist nicht so gut wie meine, würde ich mal sagen, aber die sind 20 und ich 36. Mit 20 denkt man noch man sei unverwundbar bzw. man kann ja später noch auf sich achten. - Tatsächlich kann man das auch! Der Körper kriegt ne ganze Menge Sachen wieder selbst auf die Reihe.

    Andereseits leben die immernoch gesünder als z.B. Callcentermitarbeiter. Nur wenig rauchen, Alkohol kann ich nicht einschätzen, ich war noch auf keiner Party, aber am Theater wird definitiv mehr getrunken und geraucht. Nur 1 oder 2 Kommilitonen sind übergewichtig. Von 180 Leuten in einer Kohorte.

    Hoffe das reicht dir als Antwort!

    LG Silke

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  5. Hallo Fruchtschnitte,

    na, ich würde mal sagen, die leben nicht so gesund wie ich, aber sie sind ja auch erst 20. Mit 20 macht man sich noch keine großen Gedanken darüber was man seiner Gesundheit zumutet.

    Aber nur wenige rauchen, zum Alkohol kann ich nichts sagen, da ich noch auf keiner Party war und was das Essen angeht: Es sind nur 2 von 180 übergewichtig, die meisten sind ziemlich sportlich und ich habe auch noch keinen übergewichtigen Professor gesehen.

    Klar gibt es Ärzte die Rauchen, Alkohol trinken und Kaffee konsumieren, aber es sind einfach nicht so viele wie in den unteren Bildungs- und Einkommensschichten.

    LG Silke

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  6. Wie kommst du darauf, dass in Call Centern 90% der Leute rauchen oder der unteren Bildungsschicht angehören? Gibt es da ne Studie? Ich hätte es besser gefunden, wenn du das auch als deine persönliche Erfahrung gekennzeichnet hättest, und nicht so allgemein sprechen würdest.

    Ich habe schon in mehreren Call Centern gearbeitet, und war durch die Bank überrascht. Es wurde sehr professionell auf hohem Niveau gearbeitet - mit sensiblen Daten und einem hohen Maß an Verantwortung. Als externer Dienstleister ist man da ja quasi Part von riesigen Unternehmen - teilweise von Weltunternehmen. Eingestellt wurde nicht einfach irgendwer. Man ist da zwar lockerer in der Auswahl, aber langjährige Hartz IV-Empfänger haben auch dort so gut wie keine Chancen.
    Ich würde sagen, es war eher eine bunte Mischung aus ehemaligen Büroangestellten, Studenten und Studienabbrechern. Querdenker, Kreative - ähnlich wie bei den Taxifahrern.
    Geraucht wurde da wie überall auch. Ich find's komisch, da zu pauschalisieren. Friseure rauchen sicherlich nicht mehr, als Anwälte oder Call Center Agents auch.

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  7. Liebe Wind im Haar,

    tut mir leid, wenn ich das nicht ausreichend als meine eigene Erfahrung und beobachtung gekennzeichnet habe.

    In den 5 Callcentern in denen ich bisher gearbeitet habe rauchten ca. 90% der angestelltn. Etwa die hälfte gehört der unteren Bildungsschicht an, einige sind Studenten, einige Studienabbrecher, einige gescheiterte Künstler.

    Nichts desto trotz wir an der Uni unter Studenten weniger geraucht.

    Es gibt hingegen Studien dass in der unteren Bildungsschicht weitaus mehr geraucht und ungesund gegessen wird. Habe ich dieses Semster in Medizinische Soziologie erfahren.

    LG Silke

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  8. Ja, dass die untere Bildungsschicht generell Tendenzen zu ungesünderen Leben zeigt, das wollte ich auch gar nicht bestreiten.
    Ich hab nur deinen Vergleich Call Center = untere Bildungsschicht gemeint. Ich weiß nicht, warum du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich könnte es mir nur so erklären, dass in deiner Region nicht die professionellen Kommunikationscenter gibt, sondern viellelicht eher die Outbound/Homeshopping/Wir-machen-eine-Umfrage-Dinger.
    Ich würde es aber nicht auf ganz Deutschland übertragen. Denn wie gesagt; wo ich bisher gearbeitet habe, ist man ohne vernünftigen Abschluss so gut wie nicht reingekommen (es sei denn, man hatte einen hohen IQ), es gab einen Dress Code und es wurde eng mit Verantwortlichen aus den jeweiligen großen Unternehmen zusammen gearbeitet, die man vertreten hat.

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