Montag, 28. September 2009

In welche Richtung jetzt...




Hallo Liebe,

Tag 192: Also ich bin mit dem Ausgang der Bundestagswahl hoch zufrieden, tatsächlich hab ich auf dieses Ergebnis seit 11 Jahren gewartet und ich denke, dass das Klima zum wirtschaften lange nicht mehr so günstig war wie jetzt. Wie gut, dass ich mich gerade selbstständig mache. Abgesehen davon, hab ich natürlich Blödsinn geschrieben gestern. Die letzte Bundestagswahl ist natürlich 4 Jahre her, nicht drei, davor waren es drei und trotzdem kam mir die Zeit der großen Koalition kurz vor. Wahrscheinlich, weil Gerd Schröder damals prognostiziert hat, sie würde nach 2 Jahren zusammenbrechen. Da schau her…

Ich muss wahrscheinlich ein bisschen erklären, wo meine Überzeugungen so herrühren, denn auch ich bin geprägt, wie jeder andere auch. Mein Vater hat sich zu Begin der 80er Jahre selbstständig gemacht, da bei ihm in der Firma Kurzarbeit gemacht wurde und die Arbeitslosigkeit gedroht hat. Er hatte aber Kredite abzuzahlen und eine Familie zu ernähren also blieb nur der Schritt in die Selbstständigkeit.

Jetzt weiß jeder, dass 16 Jahre lang Helmut Kohl dieses Land regiert hat Theo Waigl hat als Finanzminister die Staatsschulden auf 0 runter gefahren und nur deshalb war 1989 die deutsche Einheit möglich. Am lautesten hat da, nicht völlig zu Unrecht, Oskar Lafontaine geschimpft. Jetzt hat seine Linkspartei eine schwarz-gelbe Koalition überhaupt erst möglich gemacht. Ich halte die Linkspartei für eine Partei die einer Philosophie hinterher rennen die nicht realisierbar ist und jetzt gleichzeitig eine praktikable soziale Politik mit der SPD blockiert haben. Jeder Linkspartei-Wähler hat es genauso verdient, wenn er seine Stimme einer Partei gibt, die nicht mal regieren möche. Das ist kindisch und verantwortungslos.

Jedenfalls ging es meiner Familie, und auch Deutschland, sehr gut zu Kohls Amtszeit und ich komme aus Niedersachsen, kannte Gerd Schröder also schon als Ministerpräsident dort und konnte ihm noch nie was abgewinnen. Ich empfand ihn immer als einen inkompetenten Schwätzer, der besser Schauspieler geworden wär.

Ich hab aufgehört die Grünen zu wählen, als die die Koalitionsaussage mit der SPD abgegeben haben – da war ich schon immer gegen.

Wir brauchen die Wirtschaftspolitik der schwarz-gelben Koalition und die Umweltpolitik der Grünen, obwohl ich selber viel, viel, viel ökologischer bin als irgendein Grünen-Mitglied.



Ich finde Grüne-Politiker scheinheilig, wenn sie wie Frau Roth und Frau Künast nicht umhin kommen sich ihre Haare färben zu müssen. Das ist nicht ökologisch!
Und wer den Atomausstieg will der muss eben mit Holz heizen oder Solaranlagen kaufen oder sich schlicht und ergreifend Biostrom bestellen. Was ist aus Eigenverantwortung geworden? Muss die Regierung einem denn jeden Scheiß abnehmen? Ich glaube an die freie Marktwirtschaft, ich sehe dass sich Bioläden besser tragen als die subventionierte Milchwirtschaft. Ich muss aus finanziellem Engpass Quinoa essen, was ein billiges Getreide i selbst in Bioqualität. Was dem Volk fehlt ist Inspiration und Information – dann regelt die freie Marktwirtschaft die Dinge selbst.

Jetzt hagelt es unter Garantie Beschwerdekommentare aber um diese Angriffsfläche komme ich nicht herum, wenn ich authentisch sein will.

Ich bin immer noch arm und gestresst und kam nicht aus dem Bett heute. Ich musste zum Arbeitsamt und wollte um 7 Uhr aufgestanden sein. Es wurde halb 9 daraus. Das mag auch mit dem gekochten Quinoa zusammen hängen oder mit den Nachwirkungen des Nachtdreh oder auch mit meinen beiden Flaschen Bier, die ich gestern Abend, zur Feier des Wahlsiegs getrunken habe. Hat sich aber gelohnt.

Wie gesagt, ich hab kein Geld mehr, also muss ich improvisieren mit Dingen, die ich noch im Schrank habe und die jetzt meinen Hunger stillen müssen. Komisch ist auch wieder, dass ich, weil ich Geldmangel habe regelrechte, unbewusste Ängste entwickele zu verhungern. Sprich, ich esse auch wenn ich gar keinen Hunger habe, nur weil es da ist. Das ist ziemlich psycho, hab ich aber auch schon früher an mir beobachtet. Vielleicht ist es auch ein unbewusstes Überlebensprogramm.

Ich stelle fest, ich koche ausgesprochen gut. Ich koche ja eigentlich gar nicht, was ich mache ist, ich mische das gekochte Getreide mit irgendwas rohem, irgendein Gemüse, bisschen Öl, Salz und Gewürze und es schmeckt phantastisch. Und es ist vegan.

Die Audition gestern war ziemlich bescheiden. Abgesehen davon, dass ich den Job eh nicht wollte hab ich wieder gezittert beim Vorsingen und das ist gar nicht gut. Ich glaube auch das könnte mit dem was ich sehe zusammen hängen. Natürlich gehe ich mit Kontaktlinse zum Vorsingen, sehe dann aber auch all die Leute die mir Angst machen, weil sie mich gleich ver(be)urteilen werden. Ich probiere mal aus bei einem Vorsingen nichts zu sehen und schaue was dann passiert.



Außerdem hab ich dann doch gestern noch mit M. telefoniert, er hat angerufen, und mich für heute mit ihm verabredet. Er hat es vorgeschlagen. So geht das. Wahrscheinlich find ich ihn dann nach heute wieder total toll und dann lässt er mich wieder hängen, ich find ihn wieder doof und das nächste Treffen findet in 2 Monaten statt, wenn die Wogen sich wieder geglättet haben.

So, was gabs zu essen?:

Grüner Tee
1 Banane
5 Medjool-Datteln
Trauben
2 Bananen
Super Duper Mangosalat
1 frische Dattel
15 Haselnüsse
1 Möhre
Kokoschips Alnatura
1 Banane
5 Haselnüsse
2 Möhren mit spanischer Mandelsauce
20 Haselnüsse
Quinoa mit spanischer Mandelsauce und Mais, Paprika, Frühlingszwiebeln, Chili (alles außer Quinoa roh)
Bananeneis
2 Kölsch
1 Stück von Andrés Kuchen

Ich weiß nicht genau, ich könnte mir auch vorstellen, dass der Quinoa mir so gut schmeckt, weil mir B-Vitamine fehlen, die sind ja hauptsächlich in Getreide vorhanden und ich hab ewig keins mehr gegessen. Vielleicht hängt es aber auch mit den Opiaten zusammen. So weit bin ich noch nicht in meiner Entwicklung, als das ich das unterscheiden könnte.

Nun ja, ich hoffe ich hab euch nicht gelangweilt mit meinem Politikgesülze – im Idealfall spielt Politik eh keine Rolle, da sich alles von selbst regelt.

Alles Liebe,

Silke

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