Ich schätze, ich hab mich die letzten Tage überfordert oder ich hab mir irgendwas eingefangen. Ich hab unglaublich viel Durst und bin total müde. Außerdem fühlt sich mein Gesicht so an, als würde irgendetwas in meinen Nebenhöhlen abgehen. Offiziell „krank“ bin ich aber nicht. Vielleicht eine Vorstufe oder eine Abwehrreaktion. Ich glaube, wenn ich viel trinke und mich ausruhe, wird der Kelch an mir vorüber ziehen.
Ich muss nochmal schnell auf auf München zu sprechen kommen und zwar auf das Royal Kebab House/ Royal Veggie Döner, wo ich am Donnerstag Abend essen war. Es ist direkt am Hauptbahnhof gelegen, es war voll und es scheint explizit eine Anlaufstelle für Vegetarier und Veganer zu sein obwohl auch Fleisch angeboten wird. Eine Dönerbude, die einen Grillspieß extra mit einem riesigen Spieß Seitan voll gepackt hat. Das hab ich bisher noch nirgends gesehen, außer auf Messen. Und ich finde es sehr löblich. Eigentlich fährt man als Vegetarier beim Türken eh nicht schlecht, denn ich finde auch Salatsandwiches sehr ansprechend, aber die sind eigentlich nicht vegan sondern mit Schaftskäse und Tzatziki. Und auch wenn es in Köln bei Signor Verde jeden Donnerstag veganen Döner gibt, gibt es da dennoch nicht Dürüm, was hier der Fall war, uns so hab ich zugeschlagen.
Das war wirkich lecker, aber viiiiiiiiieeeeel zu fettig. Ich bin so viel Fett nícht mehr gewohnt und ich finde es mittlerweile richtig ekelig. Man kann es auch kaum irgendwie abtupfen, sondern sieht sich gezwungen es zu essen. Danach fühlte ich mich also, wie nach dem Gemüsecurry mit einer ganzen Dose Kokosmilch: Jeglicher Geruch von Essen turnte mich total ab. Fataler Weise, war ich für den Rest des Abends aber nicht satt, sondern bekam im Hotel dann noch Lust auf Bitterschokolade und ich schätze auch deshalb ist das Fett die Krux in der Ernährung. Es macht Sinn, dass die Dehnungsrezeptoren bei einer fetthaltigen, ballaststoffarmen Mahlzeit nicht optimal reagieren können und das Belohnungszentrum gleichzeitig überreagiert. Dennoch, wer in München mit Freunden Döner essen will, sollte das da tun.
Und dass Fett tatsächlich auch das Problem bei Fettleibigkeit ist, durfte ich gestern Abend mit eigenen Augen sehen. Da hat mich visuell etwas abgrundtief angeekelt.
Ich wollte abends zu REWE einkaufen und sah dort einen Mann, einen adipösen also fettsüchtigen Mann, ungefähr von den Außemaßen der belgischen Gesundheitsministerin, auf dem Fahrradständer hocken. Vor ihm sein Einkaufswagen mit Fleisch, Milch, Pudding und Fertigpizza und in seiner Hand eine Packung Hackfleisch, aus der er sich mit den Händen das rohe Hack, ohne Salz und Zwiebeln, in den Mund steckte bis die 400 g Packung leer war. Ich dachte ich spinne! Und fragte mich, ob ich ihm etwas darüber sagen sollte, hab es aber gelassen. Andere Leute haben ähnlich geguckt wie ich und der Mann hat sich überhaupt nicht stören lassen. Er schien auch bewusst nicht auf seine Mitmenschen eingehen zu wollen in der totalen Verleugnung dessen, dass er da etwas irgendwie nicht gesellschaftsfähiges tut. Eine Tüte Chips mit den Fingern leer zu machen ist irgendwie etwas anderes als eine Packung rohes Hackfleisch! Ich hab überlegt, ob ich das fotografieren soll, aber muss es jetzt leider eurer Fantasie überlassen...
Menü des Tages am 27. Oktober
Haferflocken, Rohkost-Früchte-Cracker, Banane, Zimt, Reismilch, Sunwarrior Vanille
Chocolate Chai Tee
Salat aus Kartoffeln, Kideney Bohnen, Tomaten, Frühlingszwiebel, Salz, Pfeffer, vegane Mayo
2 Bananen mit Cashewsahne (morgen im Newsletter)
Rest Salat von Mittag, Brokkoli gedünstet mit Knoblauch, Salz und Pfeffer
125 g Heidelbeere
Ich hatte auch recht wenig Hunger gestern, also irgendwas ist da in meinem Körper im Gange. Ich wundere mich immer wieder darüber wie komisch es sich anfühlt, wenn mein Körper in Eigenregie irgendwelche Sachen anfängt ohne das mit meinem Bewusstsein abzustimmen. Er macht mir nur ein Gefühl von Durst und von Schlafbedürfnis und hofft dann, dass ich darauf höre, weil er dann seine Arbeit erledigen kann. Gleichzeitig macht er auch so verrückte Sachen, wie in Stresszeiten, wenn man keine Zeit hat Heilung zu betreiben, irgendwelche Erreger so lange in Schach zu halten, bis man Zeit für Heilung hat, sprich, bis man Urlaub hat.
Beim Drehen kann man sich zumindest in München um Wurst- und Käsebrote herum drücken, bleibt dann aber bei Laugenbrezeln mit Butter hängen. Vollkorn ist immer Fehlanzeige und auch die braunen Brötchen beim Frühstück, waren ganz klar gefärbt. Das ist schon bitter. Zum Frühstück gab es bei mir dann Müsli mit Multivitaminsaft und braune Brötchen mit Tomate und Zwiebel. Das ging ganz gut.
Mittagessen beim Dreh in München war Pizza ohne Käse, welche leider outete, dass kaum Gemüse auf der Pizza vegetaria war, in Köln am Wochenende war es noch schlimmer, denn da musste ich erst um 13 Uhr da sein und mir blieben zum Essen nur Sachen, die andere Leute nicht wollten. Pizza Funghi hab ich mir mit einem Kollegen geteilt, der das selbe Problem hatte.
Vegan und gesund am Set geht also wirklich nur, wenn man sich mitbringt, was man essen will. Entweder schreibe ich mir das hinter die Ohren, und ich rechne ganz konkret mit Ausnahmen.
Alles Liebe,
Silke

