Sonntag, 28. Oktober 2012

Artherothrombose

- ist die Haupttodesursache in der westlichen Welt
- 250 000 Deutsche erleiden jährlich einen Myokardinfarkt
- insgesamt sterben 180 000 an den Folgen
- 170 000 Deutsche erleiden pro Jahr einen Schlaganfall, etwa die Hälfte bleibt arbeitsunfähig
- 11% der mänlichen Bevölkerung sind von subklinischer oder klinischer PAVK ( periphere arterielle Verschlusskrankheit / Schaufensterkrankheit) betroffen

Das sind Fakten, die ich diese Woche gelernt habe und die mir die Medizinische Fakultät so präsentiert hat. Wir hatten das Kompetenzfeld "Angina Pectoris".

Angina Pectoris per se, hat mir bis dahin nichts gesagt, muss ich gestehen. Und jetzt wird mir immer klarer, dass es eigentlich nur 2 Krankheiten gibt, an denen Menschens sterben. Kaputte Gefäße und Krebs.

Angina Pectoris ist der Verschluss eines Herzkranzgefäßes, was zu einer Minderdurchblutung des Herzens führt, was sich wiederum an Schmerzen bemerkbar macht. Sie ist sozusagen eine Vorstufe des Herzinfakts und wird ebenfalls ausgelöst durch Plaqueablagerungen in den Gefäßen, die sich bei erhöhter Herzaktivität (Sport oder Stress) lösen und sich irgendwo ablagern. Diese Plaque, so der Professor, bestehen aus Fettsäuren, Cholesterin und Kalk. Wenn sie die Zellen der Innenwand der Gefäße schädigen, kommen die Thrombozyten an die Arbeit, die versuchen den Schaden wieder zu beheben und, wie es ihre Aufgabe ist, gerinnen. Dadurch wird das Gefäß aber um so mehr verschlossen und wenn die abgelagerten Thombozyten losgerissen werden, passiert das gleiche wie wenn Plaques losgerissen werden. Häufig ist es eine Mischung aus beiden.

Nun hatte ich kürzlich Geburtstag und habe mir vom Amazon-Gutschein, den mir eine Schwester geschenkt hat unter anderem den Film Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch gekauft, der ja früher schon mal auf Amazon veröffentlicht war, mittlerweile aber gelöscht wurde. Wahrscheinlich wegen Urheberrechten. Jedenfalls kam alles was in Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch an wissenschaftlichen Fakten über koronare Herzerkrankungen gezeigt wurde, genau so auch in der Vorlesung dran. Es wurde gesagt, dass die Entdothelzellen ekkrine Funktion hätten, dass sie Stickstoffmonoxid produzieren um die Gefäße zu erweitern, wenn Bedarf ist und dass das Stickstoffmonoxid auch dafür zuständig sei, Entzündungen zu verhindern. Und dass die Schädigung der Endothelzellen die grundlegende Ursache für koronare Herzerkrankungen ist. Endothelzellen gehen kaputt vom Rauchen und von Ablagerungen. S.o.

Laut Vorlesung kommen diese Ablagerungen durchaus von ungesundem Essen und Übergewicht steigert das Risiko. ein BMI von über 25 steigert das Risiko um das 4fache. Zur Risikovermeidung soll man abnehmen. Schlussendlich ist aber auch das Übergewicht nur ein Symptom.

Laut Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch und Dr. Esselstyn, von Haus aus Chirurg, kann man koronare Herzerkrankungen heilen allein durch eine vollwertige, auf Pflanzen basierende, fettarme Ernährung. Und nach allem was ich gelesen und recherchiert habe sind es anscheindend die tierischen Produke und die Frucotse, vor allem aus raffiniertem Zucker, die zu diesen Ablagerungen führen.

Bezeichnenderweise war ich nach der Vorlesung zum ersten Mal in der Cafeteria der Uniklinik. Ich reihte mich zum Bezahlen in eine Schlange an der Kasse ein und es waren 5 "Weißkittel" vor mit. Schätzungsweise alles Ärzte, vieleicht auch Labormitabreiter. Und alle 5 hatten auf ihrem Telle Pommes mit Currywurst und ein großes Glas Cola!

Ich war kurz vorm Weinen, oder vorm Lachen, oder in der Twighlight Zone?! - Keine Ahnung.

Was für eine wahnsinnige, bekloppte Welt ist das nur, in der wir Leben!

Typ 2 Diabetes zu haben steigert das Risiko für koronare Herzerkrankungen dann überigens auch.

Letztes Wochenende war ich zu Besuch bei meinem Vater. Von Samstag auf Sonntag ist unser Nachbar verstorben. An Thrombose und einer darauf folgenden Lungenembolie. Zudem hatte man bei Einlieferung ins Krankenhaus festgestellt, dass er Leber- und Magenkrebs hatte. Er war Mitte 60, mein Vater war fast sein ganzes Leben mit ihm befreundet.

Nun hatte ich bis dato auch keine Ahnung von Thrombose oder Lungenembolie, aber nachdem ich das recherchiert hatte, kam wieder die selber Ursache raus: Plaqueablagerungen im Körper, sogenannte Thromben (diesmal nicht am Herzen sondern in der Körperperipherie). Wenn sich so ein Thrombus löst kann er irgendwo im Körper hängen bleiben. Bleibt er im Herzen hängen ist das ein Herzinfarkt, bleibt er im Gehirn hängen ist es ein Schlaganfall, bleibt er in der Lunge hängen ist es eine Lungenembolie.

Ich möchte die Leute am liebsten anschreiben und ihnen sagen sie sollen aufhören sich selbst mit Messer und Gabel umzubringen, ihren Körper zu zerstören und das auch nochauf Kosten unschuldiger Tiere und damit auch noch die Volkswirtschaft belasten. Und sich selbst und ihren Angehörigen so viel Leid zuzufügen.

Aber das tue ich nicht. ich tue gar nichts, weil sich niemand was sagen läßt.

Ehrlich gesagt, ich bin es leid. Ich bin es leid, dass alle Krebs haben, dass alle Bluthochdruck haben, dass jeder dritte Patient im Krankenhaus Diabetes hat und dass sie alle qualvoll sterben. Es wird Zeit, dass Zucker und Fleisch rationiert wird, ebenso wie Milchprodukte (da ist der Filmtitel leider schlecht gewählt, denn die meisten Studien die Esselstyn über Krebs und tierische Produkte gemacht hat, waren mit Casein, dem Milcheiweiß) und dass der Staat "Essensmarken" verteilt für geringe Mengen von eben diesen Lebensmitteln, die man sich dann für Sonntags vorbehält. Sonntags einen Braten und ein Stück Kuchen. Mehr nicht. Das war's pro Woche.

Aber die Leute essen jeden Tag Süßigkeiten und jeden Tag Fleisch und jeden Tag Milchprodukte und Weißmehl und genau davon kommt sowas. Davon kommt Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Übergewicht, Lungenembolie, Thrombose, Demenz und wahrscheinlich noch 1000 andere Krankheiten.

In Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch sagt Dr. John McDougall dass jeder Krebs zurückgehen kann, selbst wenn er schon Metastasen gebildet hat.

Schlussendlich: Vielleicht ist es egal. Esst euren Scheiß. Der Körper kann sich schließlich selbst heilen. Man kann auch später noch auf eine vollwertige, auf Pflanzen basierende, fettarme Kost umsteigen. Wenn es einen erwischt hat. Denn darin sind sich unglaublich viele Ärzte mittlerweile einig, Vorreiter, nicht die in der Uniklinik in Köln.

Letztes Semster hatten wir Medizinische Soziologie und Psychologie und haben da u.a. alles über Modelllernen gelernt. Kinder neigen dazu ihre Eltern zu immitieren, Angestellte verhalten sich so wie ihre Vorgesetzten und Patienten so wie ihre Ärzte. Jeder will einen Arzt der Kaffee trinkt, raucht und Currywurst mit Pommes und Cola isst. Oder?

Und dann hadere ich wiederum mit mir, warum ich mich in gesellschaftlichen Situationen anpasse, wo doch eigentlich genau da die Chance ist per Modelllernen den Leuten in meiner Umgebung was mitzugeben.

Ach, und ich hadere mit mir, dass im Bioladen so viele Sachen gezuckter sind, wie in jedem anderen Geschäft auch und den Leuten aber, durch das Wort "Bio" suggeriert wird, das sei gesund. Es gibt Leute, die kaufen nur einen Riesenberg Biosüßigkeiten. Das ist natürlich genau so schädlich. Mit dem Fett in Tofuprodukten ist es übrigens das selbe, wenn auch da meist weniger drin ist als im Fleisch.

Wir brauche eine staatliche Sanktionierung oder eine Fett- und Zuckersteuer oder wir müssen, der Fairness halber, die staatliche Krankenkasse abschaffen. Ich zahle jeden Monat mit für diese Leute, die es vorziehen Dreck in sich rein zu stopfen und sich selbst Leid zuzufügen und trotz Diabetes II Weißbrot mit Butter und Nuss-Nugat-Creme essen. Das sollte verboten werden! Irgendwie.

Alles Liebe,

Silke

PS: Falls es nicht klar ersichtlich war: "Gabel statt Skalpell" ist ein absolut großartiger Film und er sollte eigentlich den Sendeplatz von "Wetten dass?!" am Samstagabend haben. Er ist wichtig, wichtig, wichtig. Ich werde ihn kopieren und an alle Leute verschenken, die ich kenne!!! Und dass solltet ihr auch tun!

Wenn du deine Wertschätzung für dieses Blog auf materiellem Wege ausdrücken möchtest, kannst du dies hier gerne tun:


Kommentare:

  1. Liebe Silke,

    ich kenne nur Auszüge aus dem Film. Ich glaube, dass (konservative) Schulmediziner spätestens bei Behauptungen die Augen verdrehen, auch autoimmune Erkrankungen könnten durch Ernährung begünstigt werden. Leider ist auch der Untertitel "Dieser Film kann Leben retten" sehr reißerisch und kommt unseriös und unwissenschaftlich daher.

    Beschäftige dich mal mit der TULIP-Studie der Uni Tübingen (google it). Ich wäre gespannt, ob die Erkenntnisse dort sich mit deinen decken. Viellicht wäre das auch was für deine Forschungsprojekte. Du solltest dich jetzt nun wirklich mehr auf wissenschaftlich fundierte Sachen fokussieren.


    Sabrina

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  2. Liebe Sabrina,

    was bitte ist an den Arbeiten von Dr. Barnard, Dr. McDougall, Dr. Esselstyn und Dr. T. Colin Campbell nicht wissenschaftlich?

    LG Silke

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  3. Zu TULIP gibt's zu wenig online. Die sollten mal was veröffentlichen, damit sich was rumsprechen kann, aber so weit ich das verstehe, sind die noch am Daten sammeln. Wenn also irgendwas raus kommt, werden sie es veröffentlichen, nehme ich an.

    Ich gehe allerdings schwer davon aus, dass es sich deckt. In echter Wissenschaft widerspricht sich wenig.

    Ach ja, und was ich "sollte" das entscheide immer noch ich. Aber Danke für deine Sorge um mein Studium!

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  4. http://m.faz.net/aktuell/wissen/medizin/uebergewicht-die-falsche-botschaft-des-body-mass-index-11871226.html

    Lies mal den Artikel. Ich meine, du schreibst, das Bauchfett sei entscheidend, TULIP belegt wohl, dass das Leberfett entscheidend ist.

    "Soll" verwende ich, damit du auch mal einem Rat zu Herzen nimmst. Du beschwerst dich über Patienten, die keine Tipps oder Anweisungen annehmen können, dabei warst du auch all die Jahre auch immun dagegen. Wie du im vorangegangen Post schreibst: "Rohkostliteratur ist Zeitverschwendung". Hättest du mal auf die vielen Anti-Posts gehört..hättest du dir ne Menge Lebenszeit erspart.

    Viele Grüße
    Sabrina

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  5. Naja, bist du also Lebensberaterin oder in Ausbildung zur Lebensberaterin?

    Ich reagiere nicht auf Anti-Posts, die ausschließlich aus Beleidigungen bestehen und nicht mit wissenschaftlichen Begründungen daher kommen.

    Bauchfett und Leberfett schließen sich im Allgemeinen nicht aus, oder? Im übrigen ist das was ich über den BMI schreibe ein Zitat des Professors der die Vorlesung zu Angina Pectoris gehalten hat und nicht auf meinem Mist gewachsen.

    LG Silke

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  6. Hallo Silke,
    ich habe diesen großartigen Film auch Ende letzten Jahres gesehen und bin daraufhin 2012 gleich vegan begonnen und habe so gesund wie nie gelebt. Es ist einfach tierisch (haha, wortspiel) schwer in der Gesellschaft mit dem großen Zentrieren ums Essen/Alkohol trinken zu bestehen wenn man sich einschränkt aber trotzdem noch genau so "gesellig" gelten möchte. Also, ich muss dringend lernen: Bei MIR und meinem Konzept zum gesunden Leben bleiben und mir weniger draus machen ob es dann halt komisch rüberkommt wenn ich da mit Wasser oder Osaft sitze während die anderen Bier um Bier bestellen und sich mit frittierten Snacks die Bäuche vollhauen.
    Fällt dir das auch ein wenig schwer? Das Bestehen im Alltag?

    Naja, jedenfalls kann ich dir voll und ganz zustimmen dass Dicksein ein Symptom ist. Es gab mal ein Zitat von Dan (McDonald glaub ich, weiß den Nachnamen nicht genau, macht viele Youtube Videos) "being overweight is just symptom of less than optimum health".

    Liebe Grüße,
    Steffi

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  7. Hallo Silke, danke für deine Informationen. Seitdem du Medizin studierst lese ich jeden deiner Posts mit riesiger Begeisterung und mit wachsendem Interesse.
    Meine Oma starb an Angina Pectoris. Mein Opa an Lungenkrebs. Ein naher Verwandter hat ein amputiertes Bein und einen Herzinfarkt. Natürlich rauchten alle bis zum Tod, natürlich tranken alle literweise Cola, Kaffee, Alkohol und aßen tierische Produkte.
    Ich finde das so schlimm, ich kann es genau wie du kaum aushalten. Und gleichzeitig bin ich auch nur ein Mensch, dem Veränderungen schwer fallen. Als ich aufhörte zu rauchen dachte ich, dass mein Leben ohne diesen "Genuss" keinen Spaß mehr machen könnte. Es dauerte eine lange Weile, bis ich darüber hinweg war. Sobald ich mehr als einen Tag Zuckerfrei bin, werde ich traurig, schwermütig und frage mich, was das alles soll. Ja, ich bin abhängig. Ist das nicht furchtbar? Aber wenn ich mir nun vorstelle, ich wäre schwerst krank und wüßte nicht mit BESTIMMTHEIT, dass ich vom Verzicht auf Zucker wieder gesund würde - ich glaube, ich hätte auch keine Motivation durch dieses Stimmungstal zu wandern.
    Übrigens kenne ich ein paar Mediziner (wie schonmal geschrieben). Die sind alle verantwortlungslos, was Essen und Rauchen und allgemein den Lebenswandel angeht und ich verstehe es einfach nicht.
    Wollte dir auf diesem Wege jedenfalls meine Freude über deine letzten Posts ausdrücken und wünsche dir einen schönen Abend.
    Nina

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  8. Hallo Silke,
    Die NWO ist schuld, jeder muss lernen für sich selber zu sorgen und auf sich aufzupassen.
    http://www.youtube.com/watch?v=H0NW8wl0gzM
    Grüsse

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  9. Liebe Steffi,

    also, eigentlich will ich ja gar nicht bestehen im Alltag. Ich habe mir jedenfall immer erlaubt in gesellschaftlichen Situationen von meinen Ideal abzuweichen. Zum einen, weil Steitereien über Essen beim Essen nicht angebracht sind, weil es anstrengend ist überall der Quertreiber zu sein und auch, weil es auch Spaß macht mal irgendwas völlig Ungesundes zu essen.

    Mal ist da ja auch kein Problem, aber die meisten Menschen machen es in jeder Mahlzeit.

    Ich hadere nicht mit mir, weil ich im Alltag nicht bestehe sondern weil ich nicht die Vorbildfunktion übernehme, die ich einnehmen müsste um Menschen zu beeinflussen. Ich nehme mir derzeit jedenfalls schwer vor überall wo ich essen gehe und auch in Gesellschaft, vollwertige, auf Pflanzen basierende, fettarme Nahrungsmittel einzufordern. Mal sehen ob das klappt.

    Liebe Nina,

    ioh danke dir für deinen Zuspruch. Freut mich, dass dir die letzten Posts so gefallen haben!:-)

    Hallo Runway,

    ich finde, wenn die Schweden eine Fettsteuer einführen, dann können wir das auch. Deutschland ist sonst immer so ein Vorreiter in Ökothemen, warum nicht auch bei der Gesundheit? Ich finde wir sollten schleunigst eine Fett- und Zuckersteuer einführen und dann gelingt auch die Gesundheitsreform! Und es kann immer noch jeder für sich selbst sorgen.

    Ich schreib' es dem Gesundheitsminister jedenfalls bald...;-)

    LG Silke

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  10. Hm, so wie Zigarettensteuer?! Damit der Staat noch dran verdient?
    Du weißt aber, dass die dann überall mehr Zucker reinmachen werden?!

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  11. Schau mal hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=sXiq_Yv2JUU

    Solche Filme habe ich mir vor einem halben Jahr angeschaut.

    Übrigens: Reglements und Verbote haben noch nie geholfen ... dann wird es einen Schwarzmarkt geben. :-)

    Bewusstsein ist alles ... Leiden ist freiwillig ...

    Ich hab auch versucht, andere zu agitieren. Naja, hat nicht wirklich funktioniert. Heute ziehe ich meines durch (wohl wissend, dass ich als Individuum nur eine Illusion bin) ... die einen schütteln den Kopf, die anderen ziehen den Hut. Ich beobachte es einfach nur.

    Wie schreibt Katie Byron so schön: Es gibt meine Angelegenheiten, Deine Angelegenheiten und Gottes Angelegenheiten ...

    Wer Fragen hat, der kann ja fragen - bis er erkennt, dass er und ich eins sind.

    BTW: Mein Vater hat Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, und einen Prostatakrebs hinter sich ... und erkennt dennoch nicht den Sinn einer gesünderen Ernährung (muss ja nicht gleich instinktive Rohkost sein) - genau so wenig wie den Sinn von mehr Bewegung. Naja - ist seine Angelegenheit. Wenn er Fragen hat, beantworte ich sie ihm gern. Aber der persönliche Spielraum ist da gegenwärtig nur sehr gering.

    Ich kann keinen anderen ändern - immer nur mich selbst. Aber darüber, dass ich mich ändere, werden sich auch die anderen ändern, denn alles hängt mit allem zusammen.

    LG, Ralph

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  12. Jasmin,

    es ist jetzt schon überall Zucker drin!!!!

    Ne, ich meine, dass man von den Steuern die Krankenkassen auffüllt und die Beiträge senkt. So kriegen die Einzahler auch irgendwas raus und Leute wie ich, die nie zu Ärzten gehen, müssen nicht ihr Geld aus dem Fenster werfen. Seit es den Gesundheitsfond gibt, müssen eh Steuergelder für die Krankenkassen herhalten. 20% aller Krankenkassenkosten gehen drauf für Diabetiker!

    Ich weiß nicht genau, wie die Regelung ist, die die Schweden bei ihrer Fettsteuer haben, aber ich glaube nicht, dass da extra mehr Fett in Lebensmittel gemogelt wird.

    LG Silke

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  13. "Wenn es ums Fett geht, leben wir im Zeitalter der Erde als Scheibe.“ Was die amerikanische Fettforscherin Mary Enig 2001 beklagte, ist ein Jahrzehnt später aktueller denn je. Besonders betroffen vom eklatanten Missverhältnis zwischen dem aktuellen Kenntnisstand der Ernährungsforschung und dem, was man den Menschen empfiehlt, sind offenbar Gesundheitsministerien und ernährungswissenschaftliche Fachgesellschaften wie hierzulande die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Besonders beunruhigend: Deren Ignoranz gegenüber dem, was man über Fett und Gesundheit weiß, scheint sich sogar noch zu verstärken. Wie sonst wäre zu erklären, dass die DGE sich kürzlich entgegen aller Evidenz erneut für eine kohlenhydratreiche und damit fettarme Ernährung aussprach und dass Dänemark unter dem Applaus vieler Ernährungs-„Experten“ zum 1. Oktober 2011 eine Steuer auf gesättigte Fettsäuren einführte?

    (....) gesättigte Fettsäuren. Sie gelten nach wie vor – jedoch zu Unrecht – als ungesund, und es wird der Eindruck erweckt, man müsse die Bürger vor diesen „bösen“ Fettbausteinen schützen. Und so schob auch das dänische Gesundheitsministerium gesundheitliche Argumente vor, um den Dänen Sahne, Käse, Fleisch, Wurst und Kokosfett madig zu machen.

    (...) Warum sollte der – in Dänemark zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Gesetzes deutlich übergewichtige – Gesundheitsminister darüber entscheiden, ob zuhause Butter oder Margarine verwendet, ob mit Pflanzencreme oder Schmalz gebraten, ob echter Käse oder ein fettarmes Analogprodukt eingekauft und ob in der Schulkantine richtiges Hackfleisch oder ein hochverarbeitetes, aromatisiertes Sojaextrudat serviert wird?

    Es gibt keinen einzigen Grund dafür – es sei denn die Lobbyisten der Imitate-, Margarine- und Analogkäsefabrikanten haben ganze Arbeit geleistet. Sie sind die Profiteure derartiger staatlicher Steuer(-ungs-)maßnahmen. Wenn natürliche und erprobte Lebensmittelbestandteile wie Milch-, Fleisch- oder Kokosfett ein schlechtes Image verpasst bekommen, werden High-Tech-Produkte aus den Laboren der Lebensmittelindustrie ohne diese Zutaten gefördert. Ob die wirklich gesünder sind, darf bezweifelt werden. Denn gerade die Bevormundungen der essenden Bürger in Sachen Fett beruhen nicht auf aktuellem Wissen, sondern auf überholten Theorien. Folglich darf, nein muss auch am Motiv der gesundheitlichen Vorsorge derartiger Aktionen gezweifelt werden.

    Vor zwei Jahren wurde ein ähnliches Vorhaben in Schottland nur knapp abgeschmettert. Und in einer Umfrage der Berliner taz sprach sich die Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm, Mitglied im DGE-Präsidium, dafür aus, eine solche Steuer auch bei uns einzuführen. Man müsse die Verbraucher beim Geldbeutel packen, um sie zu einer gesünderen Ernährung zu bewegen. Eine gesündere Ernährung durch weniger – gesättigte – Fette? Das tut besonders weh, wenn es vom Mitglied einer Fachgesellschaft stammt, die sich das Motto „der Wissenschaft verpflichtet“ gab.

    Die gesättigten Fette gelten als besonders „böse“, weil sie Übergewicht, Herzinfarkte und Schlimmeres fördern sollen. Darauf hat man sich eingeschossen und auf dieser Ideologie beruht die dänische Fettsteuer ebenso wie die Ernährungsempfehlungen der DGE für die deutsche Bevölkerung. Wen stört es da, dass die vermuteten Zusammenhänge noch nie bewiesen werden konnten und in mehreren Studien jüngeren Datums widerlegt wurden?"

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  14. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der verzehrten Fettmenge und der Menge an „Hüftgold“, egal, ob die Fette nun gesättigt oder ungesättigt sind. Zuletzt gezeigt in der bislang größten europäischen Beobachtungsstudie, der EPIC-Studie mit über 500.000 Teilnehmern in zehn Ländern.
    Die Propagierung einer fettarmen Kost zeigt etwa seit den 1980er Jahren Wirkung. Seit der Anteil der Fette im Essen sinkt, steigt parallel das Übergewicht in der Bevölkerung an. Gezeigt in den USA ebenso wie in der hiesigen Nationalen Verzehrstudie II.
    Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fett oder gesättigten Fetten und dem Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, an Diabetes, Bluthochdruck, Brustkrebs oder einer anderen Krebsart zu erkranken. Gezeigt unter anderem von der DGE höchstselbst in ihrer evidenz-basierten Fett-Leitlinie 2006. Trotzdem empfiehlt sie weiterhin weniger – gesättigte – Fette und mehr Kohlenhydrate zu essen, für deren Nutzen in der Krankheitsvorbeugung es ebenfalls keine Evidenz gibt.
    In der größten sorgfältig durchgeführten Studie erwies sich eine fettarme Kost als wirkungslos, um Frauen vor Brust- und Darmkrebs sowie vor Herz-Kreislaufleiden zu schützen..."

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  15. Solange weltweit an Fehlernährung gut verdient wird, chronisch kranke gezüchtet werden, die dann für viele Jahre noch mal gemolken werden und entsprechenden Konzernen unglaubliche Summen an Geld in die Kassen spülen - wird sich an dieser Situation nichts ändern. Statt Steuern für Fett und Zucker empfehle ich eher, Sonderabgaben für die Werbung, die das Zeug vermarkten soll, und die Produzenten und Vertreiber dieser Produkte so zu belasten, dass es sich nicht mehr lohnt, den Dreck herzustellen.

    Wenn man doch Erkenntnisse daraus hat, was dem Körper gut tut und was nicht, dann wäre es doch sinnvoller, den Verursachern, die sich eine goldene Nase daran verdienen auf die Finger zu hauen.

    Letztlich gilt jedoch, nur wer willens ist, sich zu informieren und für sich selber zu entscheiden, kann aus diesem Kreislauf aussteigen. Was willst du denn von einem "normalen, der Masse angepassten Menschen" erwarten, der seit den 60ern mit Tabak- und Alkohol Werbung, gefolgt von Werbung für Fastfood und sonstigem Müll rundum versorgt wurde - und das über Jahrzehnte.

    Es gab noch nie eine so gute Versorgung durch Mediziner und Medikamente wie heute in der westlichen Zivilisation. Und es gab auch noch nie so viele chronisch kranke.

    Man weiß z.B., das Milchprodukte nicht unbedingt so gesundheitsfördernd sind, wie man uns immer erzählt hat. Immer mehr Menschen leiden an Lactoseintolleranz - und wie wird darauf reagiert? Statt die Menschen aufzuklären (was vielleicht Sache des Gesundheitsministeriums wäre) werden Milchbauern weiter subventioniert und unterstützt - und in den Zeitungen werden ganzseitige Anzeigen geschaltet für rezeptfreie Medikamente, die die Sache wieder in den Griff bekommen sollen.

    Über die kranken und kaputten, die die Kassen so belasten zu schimpfen ist vergleichbar damit, als würde man über die Opfer von Verbrechern und Betrügern schimpfen.

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  16. Huhu, ich oute mich mal als stiller Mitleser.

    Ich selbst arbeite in der Forschung im Gebiet Angiogenese/ Atherosklerose/Thrombozytenaggregation.
    Eigentlich kann ich so ziemlich deine Aussage bestätigen. Da wird der Prof aus unserem Meeting gerufen weil er Stents legen muss und kommt dann wieder mit ner Packung Pommes mit Mayo.
    Nur weil man weiß, was einem schadet heißt noch lange nicht, dass mans ändern will.
    Zumindest ist es noch nicht soweit wie in den USA wo es McDonalds direkt _im_ Krankenhaus gibt..

    Aber andererseits kann man das nicht so pauschalisieren. An was soll der Mensch denn sonst sterben? An irgendwas muss er ja schließlich sterben und das läuft mittlerweile eben auf diese beiden Sachen hinaus. Auch fitte Menschen können davon getroffen werden. Wham! hat meine Mutter Lungenkrebs. Trotz viel Sport und gesunder Ernährung.

    Auch arbeite ich oft mit menschlichem Herzgewebe - und habe da oft auch negativ Kontrollen (meist auch mit genauer Auskunft über Essgewohnheit/Alter/Geschlecht etc.) klar gibts mehr "Fett"herzen die dann bei mir landen, aber auch mehr normale als man so vermuten würde. Von daher finde ich eine Fett/Zuckersteuer schwachsinnig. Soll jeder essen was er will, nur jammern darf er dann auch nicht. Bevormundung im Gebiet Gesundheit hilft meistens nicht. Das ist eben "Sozialstaat", ich zahle halt für die mit die Scheiße mit ihrem Körper bauen. Besser das, als wenns gar keine Hilfe gibt.

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  17. Hm, interessante Beiträge...Danke dafür...

    Also, Dr. Robert Lustig hat gezeigt, dass sich Fructose als Cholesterinsteigerung bemerkbar macht. Auch, dass Fructose dabei hilft Hüftgold zuzulegen. Ich glaube auch nicht, dass alles auf gesättigte Fette zurückzuführen ist zumal es das tierische Eiweiß ist, welches Krebs füttert genau so wie raffinierter Zucker und auch Weißmehl.

    Gesättigte Fette kommen auch nicht autmatisch mit viel Cholesterin daher, da z.B. Krabben viel Cholesterin enthalten aber wenig gesättigte Fette.

    Seit der Fettarm-Welle in den 80ern ist der Zuckerkonsum gestiegen, so Dr. Lustig, was damit zu tun hat, dass fettarme Fertigprodukte nur schmecken, wenn man ihnen genug Zucker beifügt.

    Meines Erachten sieht daher die Studienlage so verwirrend aus, ist sie aber nicht.

    Von den Protagonisten des Films wir eine vollwertige, auf Pflanzen basierende fettarme Kost empfohlen, die auch raffinierten Zucker, Weißmehl und Transfettsäuren ausschließt. Ebenso wie tierisches Eiweiß, auch fettarmes, weil dies mit Prostatakrebs einher gehen soll. Ebenso mit Leberkrebs bei Kindern. Auch scheint ein hoher Ballastdtoffanteil wichtig zu sein und tierische Produkte enthalten überhaupt keine Ballaststoffe.

    Ich halte es durchaus für möglich, dass gesättigtes Fett nicht der Übeltäter ist. Vielleicht eher die Fructose im raffinierten Zucker, möglicherweise auch Artherioskleorse und ebenso für Diabetes.

    Fakt ist: Die meisten Menschen essen von beidem zu viel und daher ist die Lage so katastrophal. Somit empfehlen die Experten entweder fettarm oder zuckerarm... Im Film wird beides empfohlen, fettarm und zuckerarm, und dem kann doch wirklich keiner widersprechen, oder sehe ich das falsch?

    LG Silke

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  18. Fruktose und Kristallzucker sind beides Zucker, aber unterschiedlich in ihrem Aufbau. Fruktose ist ein Einfachzucker während der Kristallzucker ein Zweifachzucker ist. Das bedeutet, dass Kristallzucker aus zwei Einfachzucker besteht, und zwar aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker).

    Wenn wir Kristallzucker essen muss der Zweifachzucker in den Einfachzucker Glukose und Fruktose gespaltet werden. Dabei geht die Glukose als Blutzucker ins Blut hinaus und lässt somit den Blutzuckerspiegel steigen.

    Fruktose wird im Körper ganz anders verstoffwechselt als Glukose.
    Da Fruktose den Blutzucker deutlich langsamer steigen lässt, wurde sie lange als Süßungsmittel für Diabetiker-Lebensmittel empfohlen. Das Bundesministerium für Risikobewertung raten aber jetzt von einen erhöhten Aufnahme von Fruktose, auch für Diabetiker, ab. Warum? Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von Fruktose als Süßungsmittel in industriell gefertigten Lebensmitteln nicht empfehlenswert ist, da eine erhöhte Fruktoseaufnahme ungünstige Auswirkungen auf den Stoffwechsel mit sich führt. Ein Übermaß an Fruktose in der Ernährung begünstigt die Entwicklung von Übergewicht und das metabolische Syndrom.

    Fruktose wird anders verstoffwechselt als Glukose, und vom Körper sehr viel schneller in Fett umgewandelt. Forscher haben in Studien gezeigt, dass Fruktose den Fettstoffwechsel beschleunigt und verstärkt und auch die Speicherung von Fetten aus der Nahrung stärker stimuliert als Glukose.
    Durch diese unterschiedliche Verstoffwechselung kann Fruktose bei übermäßigem Konsum auch zum Fettleber führen, sogenannte nichtalkoholbedingte Fettlebererkrankungen. Eine Fettleber merkt man nicht und mit der Zeit können Langzeitfolgen wie Leberzirrhose oder auch Krebs entstehen.

    Studien zeigen, dass die Verstoffwechselung von Fruktose in der Leber zu allen Manifestationen des metabolischen Syndroms führt. Und zwar führt eine hohe Fruktose-Einnahme zu erhöhten Triglyzeridwerte im Blut, Zunahme des Bauchfetts, Bluthochdruck, Insulinresistenz der Leber, Diabetes Typ 2. Was alles zu einem erhöhten Risikofaktor für Herz- und Gefäßkrankheiten beiträgt.

    Es gibt auch Studien die zeigen, dass ein übermäßiger Konsum von Fruktose das Risiko für Gicht erhöht. Nach Berechnungen von den Wissenschaftlern steigt das Gichtrisiko schon bei einem Verzehr von täglich einem Glas mit Fruktose gesüßter Limo um 45%.
    Eine andere Studie zeigt, dass sich Krebszellen der Bauchspeicheldrüse um ein vielfaches schneller vermehren und im menschlichen Körper verbreiten wenn sie mit Fruktose ernährt werden als mit Glukose.

    Natürlich hat der Fruchtzucker die gleichen Auswirkungen im Körper, egal ob er von der Natur, von Süßgetränken oder aus dem Kristallzucker stammt. Die Gefahr aber, dass diese Auswirkungen einen solchen Ausmaß annimmt wie oben beschrieben besteht bei einer Übermäßigen Konsum über eine längere Zeit. Das heißt, den regelmäßigen Verzehr von mit Fruktose gesüßter Limos und Tafelwasser, Süßigkeiten und andere mit Fruktose angereicherten Lebensmitteln. Im Obst steckt neben der gar nicht so großen Menge Fruktose viele wichtige und gesunde Mikronährstoffe und Ballaststoffe. Diese Nährstoffe und auch die Fruktose müssen vom Körper aus dem Obst "erarbeitet" werden, und ein Fehlen dieser Nährstoffe würde dem Körper viel mehr Schaden zufügen als das bisschen Fruktose das wir mit dem Obst zu uns nehmen!

    Ganz anders wenn die Fruktose in gelöster Form in großen Mengen zugeführt wird, wie zum Beispiel aus Fruchtsäften, Limos und Mineralwasser mit Geschmack.

    Die Suche nach Alternativen für den "ungesunden" Zucker führt vielen Menschen auch zu den Dicksäften die man kaufen kann. Apfeldicksaft, Birnendicksaft, Agavendicksaft usw. Das sind stark konzentrierte und dickflüssige Fruchtsäfte, die somit sehr reich an Fruchtzucker sind und keine gute Alternative zum Kristallzucker sind. Fruchtzucker versteckt sich auch gerne unter Namen wie Fruktose, Fruktose-Glukose-Sirup, Maissirup und Sirup.

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  19. Liebe Jasmin,

    damit hast du die Position von Dr. Robert Lustig nochmal auf den Punkt gebracht und ich stimme dir uneingeschränkt zu.

    LG Silke

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