Newsletter

Mittwoch, 9. Juli 2014

Telomere, Hexokinasen und Deutschlandsalat



Hach, bin ich froh, dass die Jungs gestern gewonnen haben. Ich hätte keine weitere Gelegenheit gehabt dieses Salatrezept zu teilen. Ein schöner und ausgesprochen leckerer schwarz, rot, goldener fettarmer Salat, den man jetzt auch noch kommenden Sonntag servieren kann und man hat jetzt auch noch 4 Tage Zeit die Zutaten zu besorgen. Also, die Zutaten harmonieren ganz fantastisch miteinander und ich war mit der Kreation ausgesprochen zufrieden. Good ol' German Salad habe ich ihn getauft!:-)



Eine Epiphanie ereigente sich gestern im Wahlpflichtblock Biochemie wo ich erfahren habe, dass die Hexokinase eine 100 fach größere Affinität zu Glucose hat als die Glucokinase. Was heißt das?

Nun, es gibt im menschlichen Körper 2. Enzyme die Glucose zu Glucose-6-Phosphat umsetzen. Das ist die Hexokinase und die Glucoskinase. Die zwei sind sogenannte Isoenzyme. Sie setzen das selbe Produkt um, sind aber ein bisschen unterschiedlich voneinander. Die Glucokinase kommt ausschließlich in Leber und Bauchspeicheldrüse vor, die Hexokinase überall (außer in Bauchspeicheldrüse und Leber). Eine höhere Affinität bedeutet, dass die Hexokinase eine weitaus größere Anziehung auf Glucose ausübt als die Glucokinase. Der Prof. hat das so erklärt, dass erst mal der Körper ordentlich mit Glucose versorgt werden muss und dann erst die Leber dran kommt. Arbeit geht eben vor Speicherung. Was ich mich jetzt aber doch wiederum frage: Wenn man Unmengen Glucose isst und sie von den Muskelzellen aufgenommen wird und man sie aus irgendeinem Grund in so großen Mengen isst, dass sie diesen unglaublich langen beschwerlichen Weg über Glykolyse und Pyruvatdehydrogenasereaktion bis hin zur Fettsäuresynthese gehen, würde dann eine Muskelzelle überhaupt so weit gehen diese Fettsäure wieder an das Blut ab zu geben um sie den Fettzellen zur Verfügung zu stellen oder würde sie sie einfach für sich selbst behalten? Ich tippe irgendwie auf Letzteres. Die Muskelzelle behält sie für sich selbst, weil sie ja immer Fett und KHD gleichzeitig verbrennt. Aber halt mehr Kohlenhydrate als Fette. Vielleicht finde ich noch einen Prof. zum nachfragen...

Und dann schrieb mir ein Leser einen Link unter meinen letzten Blogeintrag, der mich auch völlig umgehauen hat. Der Link ging zur Seite von Provegan respektive Dr. med Ernst Walter Henrich(der rein zufällig auch in Köln studiert hat), der, weil er Mediziner ist und von so Biochemiekram was versteht, sich auch immer auf Cambell, Esselstyn, Ornish, McDougall und Barnard bezieht. Es macht wissenschaftlich einfach am meisten Sinn! - Jedenfalls hat er da einen Link auf seiner Seite zu einem Artikel von September letzten Jahre, der davon handelt, dass Dr. Dean Ornish zusammen mit der Molekularbiologin Dr. Elizabeth Blackburn eine Studie gemacht hat, in der festgestellt wurde, dass fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung zusammen mit Sport und Entspannungsübungen, die Länge von Telomeren vergrößern kann.

Das Krasse daran ist, dass Dr. Elizabeth Blackburn eine richtig große Nummer ist. Allgemein und in Bezug auf Telomere vor allem. 2007 wurde sie vom Time-Magazin zu den 100 einflußreichsten Menschen der Welt gekührt und 2009 gewann sie den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Die Frau weiß offensichtlich wovon sie spricht. Tatsächlich hat sie 1985 die Telomere überhaupt erst enteckt. Jetzt sind sie in jedem Biochemie-Buch und werden sogar in der Oberstufe in Biologie-Grundkursen erwähnt!

Ich dachte immer diese Ernährungsgeschichte ist irgendwie unbekannt und wird nur von einigen Medizinern propagiert, die einen Hang zum Veganismus haben. Aber ne, Nobelpreisträger forschen daran!

Also, es ist wohl so, dass Chromosomen an ihren Enden spezielle Genbereiche sitzen haben, sogenannte Telomere, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen. Wenn die Telomere zu kurz geworden sind, kann sich die Zelle nicht mehr teilen und stirbt ab. Man geht davon aus, dass Telomere eine wichtige Rolle beim Alterungsprozess spielen. Zellen der Keimbahn haben spezielle Enzyme, die diese Telomere wieder aufbauen können, aber Körperzellen nicht.

Jetzt weiß ich leider nicht, was die da genau erforscht haben. Ich hab die Studien bei Pubmed nachgeschlagen und es wird immer nur von Telomeren an sich gesprochen, nie davon ob es sich um somatische Zellen oder Zellen der Keimbahn handelt, also Fortpflanzungszellen. Aber hey, was kümmert mich das?

Die Methioningeschichte ist ein wichtiger Faktor, dass fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung  'Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rückgängig macht, ist ein wichtiger Faktor, dass man damit gesund alt werden kann ist ein wichtiger Faktor und ja, vielleicht auch, dass man damit durch vermehrte Telomeraseaktivität doch älter werden kann vielleicht auch. Dass IGF-1 durch pflanzliches Eiweiß nicht überstimmuliert wird auch. Man muss halt wirklich festhalten, dass die fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung in ihrer Qualität in keinster Weise vergleichbar ist mit herkömmlicher veganer Ernährung. Die Nährstoffparameter sind völlig anders. Gott, Ornish ist echt clever sich Fr. Dr. Blackburn für so eine Studie ran zu ziehen!!!

Menü des Tages am 9. Juli

Basismüsli, Haferflocken, Gojis, ½ Apfel, Hanfprotein, Lucumapulver, Zimt, Reissirup, Wasser


3 Grüntee

Haferflocken mit Gojis, Hanfprotein, ½ Apfel, Wasser, Reissirup
1 Kaffee mit Zucker

Salat mit Balsamicoessig in der Mensa, zusätzlich selbst gekochte Hirse, Salz, Pfeffer



Rest vom Mittagessen

Hirse, Tomatensauce, Austernpilze, Salz und Pfeffer – Pfanne


3 alkoholfreie Biobiere zum Fußball


Ich fühle mich immer noch sehr, sehr gut mit sehr viel Glucose und sehr wenig Fett. Ich habe das Gefühl ich kann schneller und effektiver Denken und mich auch besser erinnern. Ich hab dennoch bei der Klausur am Montag reichlich Traubenzucker pur zusätzlich gegessen, also ein Päckchen Dextro und darüber hinaus grünen Tee. Das hat mir das richtige Gefühl gemacht. Ich hatte zwar Lust auf Kaffee, weil Kaffee so eine schöne gute Stimmung macht, aber ich hab ihn mir dann doch verkniffen, weil ich fand das mein Herz schon reichlich hoch schlug.

Ach, und was total praktisch ist: Irgendeine Form von gekochter Stärke mit in die Mensa nehmen und zu Salat essen. Das macht das Mensaessen nicht nur billiger, sondern auch effektiver. Was soll ich mittags einen Salat essen, wenn ich danach noch den ganzen Nachmittag denken muss! - Naja, jetzt heißt es mal wieder: Warten auf die Ergebnisse und dann weiter oder umplanen. Wie immer...Ich bin schon froh, dass man alle halbe Jahr die Chance hat eine nicht bestanden Klausur zu wiederholen. Als Fußballspieler hat man erst in 4 Jahren (!!!)wieder die Chance auf einen Weltmeistertitel. Klose, Podolski, Schweinsteiger und Lahm haben eigentlich schon jetzt einen Ehrenweltmeistertitel verdient für die vielen guten Spiele....Dummerweise gibt es sowas nur bei Schauspielern, nicht bei Fußballern...

Alles Liebe,

Silke

PS: Es sind noch Plätze frei für den Workshop am 19.07.14


Samstag, 5. Juli 2014

Über das Altern...



Vor ein paar Jahren hat es die Universität zu Köln irgendwie geschafft zu einer der Eliteuniversitäten Deutschlands ernannt zu werden, was zur Folge hatte, dass die Regierung der Uni Köln eine Menge, Menge Geld hat zukommen lassen. Für die medizinische Fakultät hatte das zur Folge, dass zwei riesige Gebäude gebaut wurden, die, als ich mit dem Studium anfing, einfach nur eine ätzende Baustelle waren wo man Probleme hatte mit dem Fahrrad durch zu fahren und einen hölzernen Tunnel passieren musste, für den man vom Fahrrad absteigen musste. Dieser Tunnel lag mitten auf dem Weg Zuhause-Bioladen oder Zuhause-Uni und ich hab mich unzählige Male darüber geärgert, dass es ihn gab und mir gesagt, dass ich 3 Kreuze, wenn er verschwunden ist.

Jetzt mache ich aber noch mehr Kreuze, da nicht nur der Tunnel weg ist sondern auch zwei wirklich nett anzusehende, hoch moderne Gebäude mit ansprechender Gastronomie entstanden sind, von denen ich bisher aber nicht wirklich wusste, was darin eigentlich passiert. Das Max Planck Institut für Biologie des Alterns und das CECAD. Jetzt, am Ende einer Physiologievorlesung, hat sich ein Prof. ein bisschen die Mühe gemacht uns etwas darüber zu erzählen, weil die Vorlesung über das Altern ging, und in dem Zusammenhang hat er auch erwähnt, dass die einzige bisher entdeckte Methode das Altern zu verlangsamen ist, Kalorien zu limitieren.

Das ist auch eine Sache, in der sich offensichtlich alle einig sind: Graham, Cousens und sogar die Schuldmedizin. Weniger essen = länger leben! - Das macht die Sache aber nicht sonderlich einfach. Leider...

Man hat offensichlich an mehreren Spezies untersuchen können, das wenn man die Kalorienmenge um ca. 30% reduziert, die Individuen länger leben, was aber nur dann gilt, wenn man Nährstoffe in ausreichender Menge konsumiert, also Vitamine, Mineralien, Spurenelemente etc. Nur die energieliefernden Komponenten wurden reduziert. Und tatsächlich ist es wohl so, dass das auch von einer Menschengruppe in Utah derzeit experimentell untersucht wird und das krasse ist, dass diese Menschen wohl augenscheinlich sehr gesund sind, aber permanent darunter leider an Essen denken zu müssen. Sie sind „wissenschaftlich“ ausreichend genährt, bleibe aber unter dem Kalorienlevel, was ihr Körper ihnen diktiert. Sie haben auch nicht genug Kraft und Energie um Sport zu machen, und der ist ja augenscheinlich gesund, und womöglich auch nicht genug Energie zu denken.

Ich wollte dazu noch eine Frage stellen, aber der Prof hat mich nicht gesehen und daher musste ich nach der Vorlesung persönlich zu ihm um zu fragen, ob man bei diesen Studien nur auf die Quantität der Nahrung geachtet habe, oder auch auf die Qualität. Wenn man also McDonald's Nahrung isst und davon dann 30% weniger Kalorien, sorgt das theoretisch für die selbe Langlebigkeit, wie wenn ich von wenig gesättigtem Fett, Zucker und Weißmehl, aber viel Obst, Gemüse und Vollkorn lebe?

In den Studien war es wohl so, dass man die „normale“ Nahrung der Tiere einfach um 30% der Kalorien reduziert hat. Was auch immer das heißt. Und weil dieser Prof unglaublich klug ist und mich schon mehrfach durch seinWissen beeindruckt hat, erzählte er mir in dem Zusammenhang dann auch noch, dass es noch eine Sache gäbe, die die Langlebigkeit fast ebenso gut beeinflussen würde, wie die Kalorienreduktion und das sei, die Aminosäure Methionin zu reduzieren. Das sei natürlich ein zweischneidiges Schwert, weil Methionin auch eine essentielle Aminosäure sei und gleichzeitig als Startcodon für die Proteinbiosynthese fungiere und man dürfe auch nicht zu wenig davon essen.

Wer mein Blog kennt, kennt meine Fixierung auf Methionin. Na, so krass ist sie auch nicht...;-) In meinen Augen ist Methionin die mit pflanzlicher Nahrung am schwersten auf zu nehmende Aminosäure. Schwerer als Lysin, womit ich lauft Cronometer nie ein Problem habe. Aber Methionin ist immer am unteren Ende. 0,9 g sollten es sein und ich schaffe es meist auf 0,8, manchmal auf 0,9 oder 1. Sehr selten drüber.

Unterdessen postete Dr. Dean Ornish auf Facebook einen Link zu einem Artikel in der Cell wo in einer Studie festgestellt wurde, dass tierisches Protein die Aktivität des IGF-1 Insulin Like Growth Factor das Altern bzw. Alterserkrankungen beschleunigen würde. Bei pflanzlichen Protein sei das nicht der Fall. Spielt da vielleicht auch Methionin eine Rolle?

Ich hab dem Prof jedenfalls auch noch erzählt, dass ich mir immer wieder Sorgen machen würde, dass ich zu wenig Methionin zu mir nehmen würde, weil ich kaum Fleisch esse und daraufhin erzählte er mir wiederum, dass es keine wissenschaftlichen Belege gäbe, dass Vegetarier oder Veganer länger leben würde, sondern nur, dass sie gesünder das entsprechende Alter erreichen würden. Er selbst esse selber wenig Fleisch, aber hauptsächlich wegen der nicht zu verantwortenden Massentierhaltung.

Jedenfalls ist es gut, dass es das CECAD und das Max Planck Institut für Biologie des Alterns jetzt gibt, denn da ist offensichtlich noch ne Menge Forschungsbedarf. Eines kann ich euch aber sagen: Mit weitestgehend vollwertiger, pflanzlicher Ernährung nimmt man ziemlich exakt die Methioninmenge zu sich, die für den menschlichen Körper ideal zu sein scheint...

Menü des Tages am 4. Juli

Basismüsli, Haferflocken, Banane, Lucumapulver, Gojis, Rosinen, Zimt


1 Grüntee
2 Scheiben Vollkornbrot mit Reissirup und Banane

Kaffee mit Milch und Zucker
Vollkornbrot mit Kichererbsen-Tomaten-Aufstrich und Gurke
1 Banane

Kaffee mit Milch und Zucker
Gemüsepfanne mit allen möglichen Resten vom Vortag und Tofu
1 Banane

Salat aus Kartoffeln, Romana, Paprika, Frühlingszwiebel, Dressing aus Ölersatz, Reissirup, Honig, Zitronensaft, Salz, Pfeffer


Vollkornbrot mit Reissirup und Banane
3 alkoholfreie Becks

Verzeiht mir den Kaffee: Ich schreibe eine Klausur. - das ist leider ein Reflex bei mir. Und während ich es schaffe mich von Schokolade fern zu halten, hauptsächlich weil ich viele Kohlenhydrate esse, erwische ich mich doch bei Appetit auf Schokolade und auch bei Appetit auf Nikotin, was ich nicht habe, wenn ich Grüntee trinke oder was ich nicht habe, wenn ich keine Klausur schreibe. Ich weiß nicht was es ist, aber da ich satt bin und denken kann, brauche ich dem nicht nach zu geben. Warum ich auf Kaffee rein gefallen bin, weiß ich nicht...

Übrigens ist es nicht das Belohnungszentrum, was auf Glucose reagiert. Es ist die Energiegewinnung!;-) - Denn dann würde das nämlich auch funktionieren, wenn ich Fett essen würde, da das Belohnungssystem auch darauf reagiert. Diese Gemüsepfanne war aber das fetthaltigste Essen, was ich in den letzten 2 Wochen zu mir genommen habe und danach hatte ich überhaupt keine Lust mehr zum Lernen. Nach fettarmen Glucosemahlzeiten ist das ganz anderes. Da ist Energie da.

Und a propos Energie: Da ist so ein ziemlich bkannter Veganer aus Frankfurt in meiner Facebookfreundesliste, der neuerdings dauernd Links zu Holger Stromberg, dem Koch der Fußballnationalmannschaft postet. Immer wieder, wenn die Jungs was veganes zu essen bekommen, was ziemlich häufig zu sein scheint, informiert er die gesamte Facebookcomunity darüber.  Es könnte interessant sein, das zu beobachten, aber vielleicht sollte man nicht nur darauf hin weisen, dass das vegan ist, sondern dass vollwertige Kohlenhydrate, Gemüse und Obst einfach die allerbeste Sportlernahrung überhaupt sind. Und alkoholfreies Bier! - Glückwunsch, Jungs! Weiter so!!!:-)

Alles Liebe,

Silke




Mittwoch, 2. Juli 2014

Glucose und Neurone...



Ich fühl mich gerade wie das Duracell-Häschen: Ich kann mich vor Energie kaum retten. Nicht nur, dass es ein supergeiles Gefühl ist von einer Joggingrunde zurück zu kommen und sich nicht völlig ausgepowert zu fühlen, sondern noch Energie zu haben. Nö, ich kann auch viel länger denken.

Montag Abend fand ich's furchtbar, dass das Fußballspiel erst um 22 Uhr war. Das ist schlimm, wenn man fast jeden Tag um 4:30 Uhr aufsteht. Aber ich konnte nicht nur wach bleiben, sondern ich konnte auch die Zeit bis dahin mit Lernen tot schlagen, was ich sonst nie konnte und auf Diät schon gar nicht. Ich werde zwar auch so irgendwann müde und gestern war sowieso ein harter Tag, weil ich durch Fußball nur 4 Stunden Schlaf bekommen habe, aber auch gestern konnte ich, mit eingeschobenem Mittagsschlaf noch bis 22 Uhr abends Konzentration aufbringen.

Rückblickend frage ich mich ob eine stärkereiche Ernährung mir vielleicht vor Jahren schon ein noch besseres Abi hätte ermöglichen können oder ob ich durch manche Klausuren im Studium vielleicht nicht durchgefallen wäre, wenn ich mehr Glucose intus gehabt hätte. Aber sich das zu fragen ist wohl müßig.

Weil ich mich aber gestern auch noch gut an alles erinnern konnte, was ich vorgestern gelernt hatte, habe ich mich dann wiederum gefragt ob ein erhöhter Glucosekonsum vielleicht nicht nur die Nervenzellen nährt sondern ihnen auch dabei hilft neue Synapsen auszubilden.

Ich hatte dann zufälligerweise in der Uni auch gleich einen Ansprechpartner dafür. Eine Physiologie-Dozentin, von Haus aus Dr. med. die gerade Vorlesungen über alle möglichen Hirnverhaltensweisen hält. Am Montag über den Prozess des Lernens. Die sagte mir ein erhöhter Glucosekonsum würde nicht zu vermehrter Synapsenbildung beitragen. Heutzutage sei für unsere Neurone auch immer genug Glucose in der Nahrung vorhanden. Tatsächlich hielt sie sogar den Verzehr von Traubenzucker bei Klausuren für einen Placeboeffekt.(!!!)

Ich: „Aber ich hab alle meine Abiklausuren auf die Art und Weise so gut geschrieben“

Daraufhin meinte sie, es sei ihrer Ansicht nach so, dass der Lerneffekt aus dem Belohnungssystem resultieren würde. Man mache sich z.B. durch was Süße, (ggf. Glucose) ein gutes Gefühl bei einer ungeliebten Tätigkeit und damit konditioniere man sich zum einen und zum anderen käme dieses Energiegefühl eben eher vom Belohnungssystem und seiner Stimulation.

Aber würde das mit Stärke auch gehen? Die ist ja nicht süß. Belohnt der Körper dann mal ganz pauschal für energiereiche Nahrung? Auch für Vollkornbrot? - Oder habe ich tatsächlich einfach mehr Energie, weil ich mir mehr Energie zuführe und es auch noch mehr Energie kostet, diese Energie zu speichern so dass der Körper sich für Wärmebildung entscheidet.

Ich hab am Montag, in der Wartezeit zum Fußball Muffins gebacken. Schokomuffins die mit Reissirup gesüßt sind. Ich hab einen davon gestern in der Pause zwischen zwei Vorlesungen gegessen und nicht nur hatte ich unglaubliche Konzentrationserleichterung dadurch. Er hat auch super gesättigt.

Also, ich weiß nicht was es ist, aber es scheint mich effektiver zu machen und wenn es nicht auf die Hüften geht, ist mir das egal. Während Marathontraining kann allerdings eh nicht viel auf ne Hüfte gehen. 1500 kcal habe ich am Sonntag nur durch Laufen verbrannt. Und momentan halte ich Carboloading in jeder Form für eine gute Sache. Für Hirn und für Muskeln.

Menü des Tages am 1. Juli 2014

Basismüsli, Haferflocken, Wasser, Gojis, Hanfprotein, Rosinen, Agavendicksaft, Banane, Reismilch + Calcium


2 Grüntee

Kaffee mit Reismilch und Zucker
1 Schoko-Studenten Muffin
1 Banane

Kartoffeln mit Spinat, Salz, Pfeffer, Oliventapenade
½ rohe Paprika


Kugel roh-veganes Schokoladeneis

1 Banane
1 Grüntee
1 Schoko-Studenten-Muffin

Dinkel-Hefe-Brötchen
Alkoholfreies Bier

Ich weiß nicht ob dieses Tempo aufrecht zu halten ist, oder wann ich erschöpft bin. Es ist Klausurphase und das ist immer sehr, sehr schlimm. Es ist immer viel zu viel Stoff und zu wenig Lernzeit aber ich bin recht zuversichtlich. Schlaf braucht man aber dennoch denn der Körper muss sich von getaner Arbeit immer wieder regenerieren und wenn sich auch von Glucose ggf. keine Synapsen bilden, so bilden sie sich dennoch im Schlaf ganz gewiss. Schlafen halte ich eh für noch viel wichtiger als Lernen!

Wenigstens ist das Fußballspiel am Freitag zu einer normalen Zeit, was mich beruhigt. Also zählt derzeit nichts anderes als Essen, Schlafen, Lernen und Fußball! Und mit Ausnahme von Fußball geht das Ganze noch bis September so weiter und Sommerferien habe ich nicht...

Alles Liebe,

Silke




Sonntag, 29. Juni 2014

Angina Pectoris und Viagra...



Sowohl Dr. Barnard, als auch McDougall erwähnen immer wieder sehr, sehr gerne, dass erektile Dysfunktion in den meisten Fällen absolut gar nichts mit psychischem Druck oder Stress zu tun hat, oder mit Versagensängsten im Bett, sondern hauptsächlich von schlechter, zu fettiger Ernährung verursacht wird. Was die Gefäße im Herzen und im Hirn verstopfen kann, verstopft selbstredend auch die Gefäße im Penis. Und falls ich mich nicht klar genug ausgedrückt haben sollte, weil ich den Begriff erektile Dysfunktion verwende: Keinen mehr hoch kriegen!

Ich weiß ja mittlerweile, wie abgrundtief dumm LowCarber tatsächlich sind, was wohl damit zusammen hängt, dass sie ihren Neuronen die Glucose versagen, daher muss ich vielleicht den Begriff erektile Dysfunktion durch „keinen mehr hoch kriegen“ ersetzen. Oder mit Erektionsstörung. Oder Impotenz. Das kriegt man von Atkins, man kriegt es vom Fleisch essen, man kriegt es vom Grillen, man kriegt es von Steak. Schlussendlich von allen männlichen Nahrungsmitteln, die zugegeben auch deshalb männlich sind, weil das überschüssige Cholesterin in ihnen zu einem erhöhten Testosteronspiegel führt und der wiederum führt dann auch wieder zu Prostatakrebs. Man frisst sich also seine Männlichkeit weg. Glückwunsch!

Darüber wollte ich eigentlich aber wieder gar nicht schreiben, sondern über Viagra. Uns wurde in der Uni die lustige Geschichte über die Entdeckung von Viagra erzählt. Viagra war ursprünglich mal als Mittel gegen Angina Pectoris erfunden worden. Brustschmerzen und Atemnot auch bedingt durch atherosklerotische Plaques in den Gefäßen um das Herz herum. Vorbote eines Herzinfarkts.

Gegen Angina Pectoris half dieses Mittel jedoch nicht, aber die Patienten baten ihre Ärzte immer wieder um dieses Medikament, was die Ärzte selbstredend nicht verstehen konnten. - Bis einer sich dann outete und erzählte, dass er im Bett wieder „könne“. Also wurde das Mittel vom Angina Pectoris-Mittel zum Potenz-Mittel umvermarktet und heute ist es weltberühmt. Der Grund warum es bei Angina Pectoris nicht wirkt, im Penis aber schon, hängt irgendwie damit zusammen, dass der Faktor „sexuelle Erregung“ ebenfalls vorhanden sein muss, aber so tief habe ich mich nicht damit auseinandergesetzt.

Jedenfalls fand ich wieder beeindruckend wie nah Erektionsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur bei McDougall und Barnard sondern auch in der medizinischen Fakultät und der Pharmaindustrie zusammen hängen. Wer unter erektiler Dysfunktion leidet, kann sich auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall schon mal geistig einstellen, denn sie ist, genau wie die Angina Pectoris ein Vorbote dafür, dass irgendwas im Körper ganz und gar nicht stimmt. Ein gesunder Mann „kann“ bis ins hohe Alter. Aber kaum jemand bleibt, genau wegen unserer westlichen Ernährung, bis ins hohe Alter gesund. - Nun, wem Sex keinen Spaß macht, der braucht das auch nicht...;-))))

Menü des Tages am 28. Juni 2014

Basismüsli, Vollkornhaferflocken, Gojibeeren, Rosinen, Hanfprotein, Reismilch mit Calcium, 1 Rippe Pacari Maca und Wasser


3 Grüntee
1 Banane

Rest Nudeln und Pilze vom Vortag
1 Banane

Haferflocken mit Reismilch, Rosinen und 2 Bananen



5 Amaranth-Mais-Waffeln


3 Rotwein
Pizza Spinaci ohne Käse
Beilagensalat mit viel zu fettem Dressing
3 Kugeln Eis

Hatte ich gesagt, dass man ja nicht jeden Tag draußen isst? - Gestern Abend war die Abschiedsfeier für meine Chefin im Bioladen, die sich aus persönlichen Gründen von Köln nach Frankfurt hat versetzen lassen. Wir sind alle tottraurig, weil sie die beste Chefin ist, die wir alle jemals hatten und wer auch immer danach kommt, wird es sehr, sehr schwer haben.

Wie dem auch sei: Pizza ohne Käse ist nirgendwo ein Problem und schmeckt mir auch sehr gut, wenn ich noch etwas Salz drauf streue, das das Salz vom Käse ersetzen kann. Aber auch mit Beilagensalat wurde ich dann nicht satt. Und der wiederum hatte dann ein superfettes Dressing drauf, womit ich irgendwie auch nicht gerechnet habe. Ich hätte sagen sollen, ich hätte gerne einen Salat ohne Dressing, denn Essig und Öl stand auf dem Tisch. Naja, und weil ich nicht satt war, hat mich die Dessertkarte zu Eis verführt. Alkohol ist laut McDougall übrigens auch nicht fett-machend. Aber er soll den Appetit dergestalt anregen, dass man falsche Entscheidungen trifft. Vielleicht ist mir das passiert.

Es war mir irgendwie aber auch egal, weil ich heute 22 km joggen gehen muss und dabei so unglaublich viel Fett verbrennen werden, dass das alles überhaupt nichts aus macht.

Ach, und wer noch ne fettarme Knabberei für die Fußball-WM sucht, sollte mal die Amaranth-Mais-Waffeln ausprobieren. Tausendmal besser als Reiswaffeln und nur 5% Fett drin. Chips wird man damit unter Garantie nicht vermissen.

Alles Liebe,

Silke




Samstag, 28. Juni 2014

Die Leber, das Glykogen, Thermgenese und warum ich doch manchmal recht kluge Rückschlüsse ziehe...



Ich habe endlich einen richtig klugen Biochemiker getroffen, einen der prompt meine Fragen beantworten konnte und der sie auch noch völlig in meinem Sinne beantwortet hat.

Es ging am Donnerstag in der Biochemie-Vorlesung um Lipoproteine. Lipoproteine sind die coolen, kleinen Dinge, die Fettsäuren und Cholesterin im Blut transportieren, weil Fettsäuren und Cholesterin nicht wasserlöslich sind und Blut größtenteils aus Wasser besteht. Also werden sie in Lipoproteine verpackt. Lipoproteine sind berühmt. HDL und LDL sind Lipoproteine. LDL transportiert besonders viel Cholesterin im Blutkreislauf. LDL steht für Low Density Lipoprotein, HDL für High Desity Lipoprotein. Es gibt noch ein paar mehr, auch das VLDL, was nicht so berühmt ist, welches ich auch erst kenne, seit ich Dr. Lustigs Sugar – The bitter Truth gesehen habe. Die Leber macht aus Fructose VLDL und das erhöhrt dann die Blutfettwerte.

Wo man von Lipoproteinen spricht, spricht man auch immer von Cholesterin und in dieser Vorlesung ging es demnach auch um die Cholesterinbiosynthese und um Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ich konnte meine Frage stellen, ob Statine, die die HMG-CoA-Reduktase in der Choelsterinbiosynthese hemmen und als Cholesterinsenker verschrieben werden, automatisch auch zu Vitamin D Mangel führen. Ja,  dem sei so, sagte der Prof. Und nicht nur das. Auch andere Metabolite der Cholesterinbiosynthese, die z.B. als Membrananker Verwendung finden, würden auch nicht produziert, wenn man die Choelsterinbiosynthese hemmt. Gleichzeitig wusste der Prof. auch, dass die Anzahl der Cholesterinrezeptoren gesenkt wird, wenn sich viel Cholesterin im Blut befindet, was logisch ist, weil der Körper dann keines braucht. Im Physiologie-Buch stand hingegen, dass gesättigte Fette, nicht das Cholesterin selbst, die Anzahl der Cholesterinrezeptoren senken. Spielt aber eigentlich keine Rolle, meistens kommt beides zusammen daher.

Wenn man dann also Cholesterin isst und die Cholesterinbiosynthese dadurch gesenkt wird und gleichzeitig die Anzahl der Rezeptoren gesenkt wird, kommt es zu einem hohen Cholesterinspiegel im Blut und da gehört das Cholesterin nicht hin, es oxidiert und macht Plaques und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Körper synthetisiert kein Vitamin D mehr und Vitamin D-Mangel wird mit Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht. Tierische Produkte auch, daher weiß ich nicht, ob die Ursache der Vitamin D Mangel oder das Fett und Cholesterin ist.

Und dann mein Kommilitone, der im Bioladen einkaufen geht und Fragen nach Cholesterinspiegel in China stellt: „Warum sagt man den Patienten dann nicht einfach, dass sie sich vegan ernähren sollen?“

Prof.: „Weil die das nicht wollen. Das ist genau wie beim Rauchen. Sagen sie dem Patienten mal er soll das Rauchen dran geben. Das will der auch nicht. Patienten kommen zum Arzt und wollen eine Tablette haben, gegen ihr Leiden. Nicht ihr Verhalten ändern.“

Kommilione: „Aber eine Ernährungsumstellung wäre schon effektiver, oder?“

Prof.: „ Ja, natürlich!!!“

Aber darüber wollte ich heute eigentlich gar nicht schreiben. Es war nur eine so schöne Geschichte und ich wollte sie los werden. Eigentlich wollte ich heute über die Leber schreiben. Mein zweitliebstes Organ, weil es ein Biochemielabor ist. Mein Lieblingsorgan ist hingegen die Bauchspeicheldrüse.

Jedenfalls habe ich aus Jux und Tollerei den Wikipedia-Eintrag über den Glykogenspeicher gelesen und dabei ist mir erstmals das Glykogenverhältnis aufgefallen. 1/3 befindet sich in der Leber und 2/3 im Muskel. Damit darf eigentlich nur 1/3 des Zuckers den wir essen in der Leber landen und der Rest muss in der Peripherie bleiben. Das Dumme ist halt nur, dass das Sacharosemolekül jeweils eine Glucose und eine Fructose hat. Fructose kann aber fast ausschließlich in der Leber verstoffwechselt werden. Glucose im ganzen Körper, aber ich nehme an, dass kaum was davon in der Leber landet, weil bei unserem Zuckerkonsum die Leber sich alleine um die Fructose kümmert. Die Chance steht also recht gut, dass das Leberglykogen immer gut gefüllt ist und das ist auch richtig so, denn nur das Leberglykogen kann den Blutzuckerspiegel erhöhen, wenn wir gerade nichts essen können, z.B. im Schlaf. Nervenzellen und rote Blutkörperchen können aber nichts anderes Verstoffwechseln als Glucose, daher ist das Leberglykogen superwichtig in der Nacht. Das Gesamtglykogen des menschlichen Körpers ist 300-400 g, bei Hochleistungssportlern können es auch 500-600 g sein. 100 g sind also in der Leber.

Der Rest ist im Muskel, aber das Entscheidende am Muskel ist, dass das Glykogen nicht den Blutzuckerspiegel anheben kann sondern nur dem Muskel selber als Energie zur Verfügung steht. Muskelglykogen kann demnach nicht von Erythrozyten oder Nervenzellen verwendet werden. 2/3 des Glykogens im Muskel muss als Muskelarbeit verbraucht werden.

Dr. Lustig sagt: „It's a volume-issue“

Ich hab das nie kapiert, aber jetzt ist es mir klar. Fructose ist nicht schädlich. Nicht per se. Der Körper hat nur nicht so viele Möglichkeiten Fructose zu verarbeiten, wie er hat Glucose zu verarbeiten. Und weil er sie nicht hat, wandelt die Leber überschüssige Fructose in VLDL um, entläßt sie ins Blut und die peripheren Zellen können dann Energie aus dem VLDL und seinen Fettsäuren gewinnen. Und wenn dann immer noch zu viel Energie da ist, wird das Fett im VLDL von der Lipopoteinlipase in die Zelle geschaufelt und in Fettzellen eingelagert. Und das ist so praktisch, weil Fett kein Wasser zieht, weil es pro Gramm mehr Energie enthält und damit gut komprimierte Energie für Notzeiten ist.

Aber wann sind schon Notzeiten? Selbst ein schlanker Mensch hat Fettspeicher, die ihm erlauben ca. 40 Tage oder so komplett ohne Nahrung aus zu kommen. Und warum überessen wir überhaupt?

Im der Physiologievorlesung wurde erzählt, dass wir überessen, weil wir im Überfluss leben und uns vor Notzeiten schützen wollen. Seit ich Douglas Lisle habe sagen hören, dass wilde Tiere, die im Überfluss leben nicht fett werden, sondern sich mehr fortpflanzen, glaube ich das jedenfalls nicht mehr. Ich glaubem es liegt an unserer zu fetten und zu süßen Nahrung und daran, dass die Rezeptoren, die für Sättigung zuständig sind nicht mehr akkurat funktionieren, wenn man veränderte Nahrung isst. Nahrung ohne Ballaststoffe und mehr Fett als in der Natur vor kommt.

Und noch was habe ich gelesen, was ich noch nicht wirklich kapiere. Auch in einem Physiologiebuch: „Der größte Teil des erhöhten Energieumsatzes bei geistiger Tätigkeit (z.B. Kopfrechnen) beruht auf dem gleichzeitigen, reflektorischen Anstieg des Muskeltonus.“ Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich, wenn ich Energie für's Lernen brauche, diese entweder essen muss und in Nahrungsabwesenheit auch aus Muskelglykogen beziehen muss. Nicht etwa aus Leberglykogen, was den Blutzuckerspiegel erhöht und Nervenzellen sättigt.

Am 7.7. schreibe ich eine Physiologie-Klausur und ich werden so viel Glucose bzw. Stärke bis dahin essen, wie ich Hunger habe und schauen, wie sich diese Lernphase damit anfühlt. Vielleicht kann ich mich so mal länger als 4 Stunden konzentrieren. Das wäre ne gute Sache...

Menü des Tages am 27. Juni

Basismüsli, Haferflocken, Banane, Hanfprotein, Reissirup, Gojibeeren, Reismilch mit Calcium, Rippe Pacari Schokolade


1 Banane
3 Grüntee

Asianudeln mit Maissalat mit Minze auf Romanasalat


Vollkornudeln mit Pilzemischung und Salz (hab den Teller nicht leer bekommen)


Haferflocken mit Rosinen, Banane, Apfel, Reismilch und Reissirup
Rippe Pacari Schokolade mit Maca

Gemüsepfanne mit weißem Reis im AsiaGoumet im Hauptbahnhof


Maiswaffeln mit Amaranth
1 Glas Rotwein.

Ich war auswärts Essen, was fettarm nicht ging, auch wenn es vegan war. Dazu war das ganze einfach zu schnellrestaurantmäßig. Es gab keinen Koch, dem man hätte sagen können, dass man sein Gemüse lieber gedünstet hätte und nicht in Öl. Naja, was soll's. Ist ja nichts regeläßiges. Man muss schon froh darüber sein, dass es sowas „Gesundes“ überhaupt gibt.

Biochemie-Theorie ist schön, aber ich hab mir auch mal die Mühe gemacht ein paar praktische Studien raus zu suchen. Selbstredend mit Barnards Hilfe.

Die Schweizer haben sich daran gemacht zu gucken, ob man Menschen mit Glucose Fett machen kann. Oder überhaupt mit Kohlenhydraten.  Glycogen synthesis versus lipogenesis after a 500 gram carbohydrate meal in man. Man hat 6 Männen in den 20ern eine Mahlzeit aus vielen Kohlenhydraten vorgesetzt. Einem Äquivalten von 479 g Stärke. Aber es war eigentlich Stärke, Säfte und Marmelade, also auch Fructose vorhanden. 90 Minuten nach der Mahlzeit war der Blutzucker und die Insulinausschüttung am höchsten. In den folgenden Stunden wurden vom Körper fast nur Kohlenyhdrate verbrannt, was sich am Respiratorischen Quotienten zeigte, der gemessen wurde. Nach 5 Stunden, sollen die Kohlenhydrate vollständig aufgenommen worden sein. In den 10 Stunden nach der Mahlzeit hatte der Körper 66% KHD, 19% Fett und 15 % Eiweiß verbrannt. Die Glykogenvorräte waren um 12 g angewachsen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Glykogenspeicher größer seien als angenommen und dass Kohlenhydrate bei der Fettsynthese keine große Rolle spielen. Das war allerdings schon 1984. - Ich schließe gerade da raus, dass es eine gute Idee sein könnte weniger als 19% Fett zu verzehren, wenn man Gewicht verlieren will, denn der Körper dazu neigt 19% Fett zu verbrennen. Da könnte ich selbstredend aber auch was übersehen.

In einer zweite Studie vom selben Forscherteam wurden Männer für mehrere Tage auf eine Diät aus 80 % Kohlenyhdrate, 9% Fett und 11% Eiweiß gesetzt um ihre Glykogenspeicher gezielt auf zu füllen. Dann gab man ihnen eine Mahlzeit aus 2000 kcal Kohlenhydrate um zu schauen wie viel davon bei vollen Glykogenspeichern in Fett umgewandelt würde. So schildert Barnard die Studie. Tatsächlich gab es aber 3 Gruppen von Probanden. Eine hatte eine fettreiche Ernährung in den 3-6 Tagen vor dem Studienzeitraum bekommen, eine eine Mischkost und die dritte Gruppe eben diese Ernährung mit 80% Kohlehydraten. Man fand heraus, dass die de novo Lipogenese bei den Personen die der Kohlenhydratgruppe angehörte am höchsten war, also die Fettbildung des Körpers selbst, was logisch ist, weil der Körper mehr Fett synthetisiert, wenn er mit der Nahrung keine aufnimmt. Entscheidend ist aber der letzte Satz: „However, lipogenesis remains too limited even after such large CHO intakes to cause an increase in the body's fat content.“ - Die Neusynthese von Fett, sogar nach eine so kohlenhydratreichen Mahlzeit, ist nicht stark genug um den Körperfettanteil zu erhöhen.

Schön auch dieser Satz: “The thermic effect of the CHO load was 5.2 +/- 0.5% on the high-fat, 6.5 +/- 0.4% on the mixed diet, and 8.6 +/- 0.4% on the high-CHO diet „ Mit einer fettreichen Ernährung entstand weniger Wärme als mit einer Mischkost und mit Mischkost wiederum weniger Wärme als mit kohlenhydratreicher Nahrung.

So, und das war sauviel für heute, sowohl für euch, als auch für mich, daher lasse ich es jetzt gut sein, kümmere mich um Krafttrainung und lerne den Rest des Tages.

Alles Liebe,

Silke




s

Mittwoch, 25. Juni 2014

Blogpost # 1500 - Warum Glucose eigentlich gar nicht in Fett umgewandelt werden kann bzw wird...



Es könnte total sein, dass ich mir das einbilde, aber gefühlt habe ich auch jetzt noch den Eindruck, dass meine Glykogenreserven, vor allem oder vielleicht ausschließlich die im Muskel, bisher nie ganz voll waren. Seit ich reichlich Stärke esse, habe ich zwischendurch keinen Appetit mehr auf Schokolade, auch nicht beim Lernen, ich habe zudem das Gefühl, dass jetzt die Stärke nicht mehr erst für Glykogen abgezweigt werden muss, sondern auch, wenn ich eine stärkehaltige Mahlzeit esse, werde ich gleich wacher und kann mich besser konzentrieren. Theoretisch haut das so weit hin und wenn dem praktisch auch so ist, hätte ich 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ich wäre besser im Sport, könnte besser lernen und kann mich länger konzentrieren. Auch um 20:30 Uhr abends, nachdem ich um 4:30 Uhr aufgestanden bin, noch ne ordentliche Kassenabrechnung im Bioladen hin legen. Und wenn die heutige Theorie auch stimmt, kommt man damit auch spielend zum Idealgewicht.

Kommen wir also nochmal zur Glykolyse, der Vorgang in welchem Glucose zu Pyruvat abgebaut wird. Hier also noch mal das Schaubild:



Das funktioniert in 10 Schritten durch 10 Enzyme und davon ist nicht nur eines reguliert, wie es in dem Post über die Fructose scheinen mag, sondern 3. Das erste, die Hexokinase, die Glucose in Glucose-6-Phosphat verwandelt, dann die Phosphofructokinase, die Fructose-6-Phosphat in Fructose 1-6-Bisphosphat umwandelt. Und abschließend die Pyruvatkinase, die Phosphoenolpyruvat in Pyruvat verwandelt. Mit „reguliert“ meine ich, dass diese Enzyme nur dann arbeiten, wenn für den Körper auch Not besteht zu arbeiten. Die Hexokinase macht Glucose zu Glucose-6-Phosphat und daraus wiederum wird Glucose-1-Phosphat und daraus Glykogen aufgebaut. Sobald genug Glucose-6-Phosphat da ist, hört die Glykolyse an dieser Stelle auf. Sie läuft erst dann weiter ab, wenn die Glykogenspeicher voll sind und auch sonst kein Glucose-6-Phosphat mehr gebraucht wird. Das 2. Enzym, die Phosphofructokinase muss explizit aktiviert werden, damit es überhaupt was macht. Es ist stinkfaul und arbeitet ohne Aktivierung fast gar nicht. Aktiviert wird es wenn nicht genug Energie in Form von Citrat und ATP da ist. Nur wenn nicht genug Energie da ist läuft die Glykolyse weiter. Letzte Regulierungsstelle ist die Pyruvatkinase und auch diese wird durch ATP gehemmt. Die wichtigste Regulationstelle ist jedoch die Phosphofructokinase. Sie bestimmt die Schnelligkeit mit welcher die Glykolyse abläuft. Und wie man oben auf dem Schaubild feststellt tritt Fructose erst nach den ersten beiden Regulierungen in die Glykolyse sein und wird damit in viel größeren Mengen verarbeitet als Glucose. Und das auch nur in der Leber. Die Leber macht aber nur 1/3 des Körperglykogens aus. Der Rest sitzt in den Muskeln und wird bei jeder Muskeltätigkeit und nur dabei verbraucht, es sei denn man hat gerade gegessen.

Was Glucose hingegen macht, wenn sie nicht in die Glykolyse eintreten kann, weiß ich nicht genau. Ich nehme an sie zirkuliert im Blut auf der Suche nach Zellen die sie gebrauchen kann. Zu viel Glucose im Blut ist selbstredend auch nicht gut, denn dann glykosylieren alle möglichen Eiweißverbindungen. Ich denke aber, das ist nur bei Insulinresistenz ein Problem, nicht bei Leuten die aktiv sind und auch nicht bei vollwertiger Glucose, die schön langsam in den Körper aufgenommen wird.

Nun gut, wir haben nach diesen 10 Schritten Gykolyse dann also Pyruvat und auch das ist noch lange kein Fett. Pyruvat muss erst noch durch die Pyruvatdehydrogenase in Acetyl-CoA umgewandelt werden. Aus Acetyl-CoA könnte der Körper dann Fettsäuren herstellen indem er einzelne Acetyl-CoA bzw. Malonyl-CoA, welche aus Acetyl-CoA hergestellt werden zusammen knüpft. Er könnte aber auch, und das ist wahrscheinlicher, weil Fett ja Reservesubstanz ist, das Acetyl-CoA direkt in den Citratzyklus einspeisen und aus dessen Reduktionsäqivalenten in der Atmungskette ATP und damit Energie gewinnen. Die Energiegewinnung hat größere Priorität.

Er könnte auch, und das ist ebenfalls wichtiger, die Acetyl-CoA Moleküle in die Cholesterinbiosynthese einschleusen und daraus Vitamin D, Cholesterin, Östrogen und Testosteron machen. Wenn weder zu wenig Energie da ist noch zu wenig Cholesterin und seine Derivatat, erst dann macht sich der Körper die Mühe überschüssige Glucose in Fett zu verwandeln indem er Acetyl-CoA, Malonyl-CoA und Proprionyl-CoA Kettenweise zusammenbaut, diese an Glycerin heftet und dann als Neutralfette einspeichert.

Eine Fettsäure kommt jedoch direkt mir der Nahrung im Körper an und wird, wenn genug Energie vorhanden ist, sogleich und so wie sie ist, in die Speicherfette eingebaut. Und weil der Körper seine Energie lieber aus Glucose gewinnt, wird die Glucose aus der Nahrung sofort verbrannt, währen alle Nahrungfette eingelagert werden, insofern man genug Kalorien isst.

Ich bin, weiß Gott, auch kein Fachmann der Biochemie. Wenn jemand mehr weiß oder ich was übersehen habe, kann er mich gerne darauf hin weisen. Es deckt sich aber so weit mit den Studien zu Umsetzung von Glucose in Triacylglyceride.

Ich hab also keine Ahnung wie viele Kalorien ich gegessen habe und ich weiß auch nicht, ob das eine Rolle spielt, wenn ich damit mein Glykogen auffülle und nicht meine Fettspeicher. Fett habe ich also fast gar nicht gegessen. Im der Müslimischung von Rosengarten sind 20% Fett aus Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Essentielle Fette also. Der Rest des Tages war dann unter 10%.

Menü des Tages am 24. Juni

Basis Müsli mit Banane, Apfel, Reissirup, Hanfprotein, Matcha, Zimt, Wasser Kirschen


1 Matcha mit Süßstoff
Dinkel-Roggen-Brot mit Reissirup und ½ Banane

Dinkel-Roggen-Brot mit Yummy-Sauce, Paprika und Pfeffer
Kaffee mit Zucker und Schuß Milch

Maissalat mit Minze (heute im Newsletter) und Vollkornreis


1 Banane
2 Roggenvollkornbrote mit Reissirup

Maissalat mit Minze mit Volkornreis


3 Bananen

Ich blieb sogar 6 Stunden lang satt nach dem Mittagessen, was ich so auch gar nicht von mir kenne. Vielleicht liegt auch das wiederum an den Glykogenspeichern. Wer übrigens wissen will, warum man bei LowCarb abnimmt muss sich mal den Glykogenspeicher Eintrag bei Wikipedia anschauen. Zitat:
„Glykogen ist als Polysaccharid, ähnlich wie Stärke, stark hygroskopisch und wird daher mit Hilfe von Wasser in den Zellen gespeichert. Die „Wunderwirkung“ von Low-Carb-Diäten, also der rapide Gewichtsabbau in den ersten Tagen der Diät, kann durch den Verlust dieses Wassers erklärt werden. Folgerichtig führen auch Carbo-Loading-Diäten (siehe unten) zu einem extrem schnellen Gewichtsanstieg von bis zu 2–3 kg durch die Einlagerung von Wasser „

Ich stelle mit das so vor. Man hat da nen Muskel, den packt man voll mit Glykogen, was zusätzlich mit Wasser gespeichert wird und von außen sieht dieser Muskel schön und prall aus, wie ne Wasserbombe. Man hat also tolle Muskeln obwohl ein Teil des Muskels Wasser ist. Wenn man jetzt LowCarb macht, geht das Wasser aus den Muskeln raus, diese sind schlaff und sehen scheiße aus. LowCarb ist also echt nur für die gaaaaaaanz Dummen. Deshalb kann es auch sein, dass die Waage nicht ganz die Wahrheit sagt und man einfach mehr Wasser innerhalb der Muskelmasse speichert, aber was ist das denn im Vergleich zu schabbeligem Fett über dem Muskel – sichtbar nach außen. Für solche Zwecke gibt es Körperfettwaagen.

Ich war ne Stunde Joggen, dann in der Uni und ab 14 Uhr im Bioladen. Ich hatte kein Bedürfnis in der Bäckerei zu naschen. Ich habe aber schlecht geschlafen und konnte mich in der Vorlesung ohne Kaffee nicht wach halten. Und wie gesagt, habe ich keine Ahnung wie viele Kalorien das waren oder wie viele Nährstoffe. Habe nichts mit gerechnet, aber ich habe mich sauwohl gefühlt. Energiegeladen, konzentriert, voll bei der Sache. Alles Top! Die Waage und die Kalorie, sowie die Nährstoffe muss ich die Tage mal beobachten.

Alles Liebe,

Silke



Montag, 23. Juni 2014

Glykämischer Index vs. Insulinindex



Ich muss mich heute früh leider kurz fassen, weil ich spät dran bin, also hoffe ich mal, dass ein paar Bilder mir einen Großteil der Erklärungen abnehmen.

Ihr wisst ja sicher, dass die LowCarber argumentieren, man müsse seinen Insulinspiegel niedrig halten, weil Insulin ein Speicherhormon ist und Fett in den Fettzellen fest hält. In Anbetracht dessen, dass Insulin aber nur eine Halbwertzeit von 5 Minuten hat, hat jeder Mensch ein Zeitfenster in welchem er gar kein Insulin mehr ausschüttet, weil er gar nichts isst und zwar mindestens nachts. Und selbst wenn man abends eine kohlenhydratreiche Mahlzeit isst, sollte dann, wenn man ins Bett geht eigentlich keinerlei Insulin mehr im Blut sein, es sei denn man isst eine Mahlzeit, die sehr lange im Magen-Darm-Trakt verweilt.

Am Wochenende fiel mir der Insulinindex wieder ein. Der Insulinindex misst nicht wie schnell Glukose ins Blut geht, das ist der glykämische Index. Der Insulinindex hält fest wie viel Insulin bei welchem Nahrungsmittel ausgeschüttet werden muss. Spannend am Insulinindex ist, dass Nahrungsmittel wie Fleisch oder Fisch, eine Ausschüttung von relativ viel Insulin bedürfen, sogar mehr als Pasta oder Haferflocken. Jetzt noch in Betracht gezogen, dass Fleisch länger im Verdauungstrakt verweilt und damit über einen längeren Zeitraum Insulinausschüttung bedarf, ist Fleisch vom Abnehmstandpunkt tatsächlich ungünstiger. Darüber hinaus liefert Fleisch auch wieder viel Fett, was auf die Dauer zur Insulinresistenz der Zellen führen kann.

Ich hab da mal ein paar schicke Balkendiagramme gefunden, Quelle: American Journal of Clinical Nutrition in welchem zuerst der Glykämische Index gezeigt wird, dann der Insulin Index und dann ein Balkendiagramm welches beide kombiniert mit dem Rückschluss, dass Diabetiker oder Menschen, die Gewicht verlieren wollen, bevorzugt die Nahrungsmittel mit dem grünen Balken nach links essen sollten, statt die mit dem roten Balken nach rechts.





Und auch, wenn Insulin die Fettspeicher aufrecht erhält, kann ich mir, je mehr Ahnung ich von Biochemie bekomme umso weniger erklären wie Glucose überhaupt in Fett umgewandelt werden kann. Das korreliert natürlich mir der Meinung, dass die Fettsynthese aus Glucose beim Menschen eine sehr untergeordnete Rolle spielt im Vergleich zur Ratte. Aber dazu komme ich in meinem nächsten Blogeintrag.

Ich hab heute auch kein Menü des Tages für euch. Ich war das Wochenende über bei meinem Vater, der Geburtstag hatte, habe eine McDougall-Kuchen gebacken, der zwar sehr fettarm war, dafür aber voll von braunem Zucker und damit voll Fructose. Dennoch war ich erstaunt, dass es alle Zutaten dafür in diesem 6000 Seelen Dorf überhaupt zu kaufen gab. Ebenso wie veganes Schnitzel, was ich zum gemeinsamen Grillen besorgt habe. Und ich habe zwei Salate aus Ingrid Newkirks Buch Die vegane Küche gemacht und statt Öl den Fettfreien Ölersatz rein getan, welcher aus 200 ml Wasser, 1 EL Instantbrühe und 2 TL Stärke zubereitet wird. Ingrid Newkirk verwendet leider viel zu viel Pflanzenöl. 4 EL Öl sollen in einen Salat. Mit dem fettfreien Ölersatz funktionierte es genau so gut, aber war wahrscheinlich nicht ganz so lecker. Dennoch hat sich keiner beschwert. Hier ein paar Fotos:




Alles Liebe,

Silke