Sonntag, 17. Juni 2012

Fastenzeit...

Also, ich hab mir was angetan, die letzten 1,5 Wochen, was überhaupt nicht hätte sein müssen, schlussendlich habe ich aber ne Menge gelent…

Ich bin durch ein Testat gefallen, obwohl ich zu 100% darauf vorbereitet war, einfach nur, weil etwas Unvorhergesehenes passiert ist, was ich nicht absehen konnte, was mich irritiert und dann verwirrt hat.

Das Furchtbare daran war, dass ich extra die Woche vorher nochmal bei der Bafög-Hotline angerufen habe um nachzufragen, was passiert wenn das Studium irgendwie länger dauert als geplant. Noch im letzten Semster hatte mir der Bafögbeauftragte der Medizinischen Fakultät gesagt, dass das Physikum nach dem 5. Semester zu machen in Köln immer noch Regelstudienzeit sei. Also habe ich mir keinen Kopf darüber gemacht, was passieren kann, wenn ich durch irgendwas durchfalle und das hat mich gelassen gemacht und ich habe mehr bestanden als ich dachte! Sogar Physik – die ich hasse und die mich nervt und für die ich überhaupt kein Talent habe!

Naja, zwischenzeitlich haben mich diverse Kommilitonen aber verwirrt und unterschiedlichste Dinge über das Bafög erzählt. Dass es nach dem 4. Weg ist, wenn man sein Physikum dann nicht hat und im Internet standen auch solche Sachen und keiner wusste definitiv Bescheid!...

Nun stand für mich noch ein Testat in Histologie an, und wer geprüft wird, wird in jeder Stunde ausgelost. Man muss sich also immer vorbereiten, weiß aber nie ob man dran kommt oder nicht. Fast alle waren schon dran, nur ich nicht, daher saß ich seit 8 Wochen auf heißen Kohlen und habe seit 8 Woche Angst davor geschürt. Nun kam hinzu, dass ich erfahren habe, dass man den ganzen Kurs wiederholen muss, wenn man in Histo durchfällt und daraufhin habe ich dann die Bafög-Hotline angerufen, auch wieder voll Angst, die mir dann bestätigt hat, entgegen der ursprünglichen Aussage des Bafögbeauftragten der Medizinischen Fakultät, dass man das Physikum nach 4 Semstern in der Tasche haben muss, sonst sei das Bafög weg. Für immer! – Sprich: Kurs wiederholen = Bafög weg.

Also habe ich gepaukt wie bescheuert, kam dann auch dran, und bin wegen einer Irritation (deren Beschreibung sich hier nicht lohnt, weil es Medizin-Blabla ist) durchgefallen.

Ich war am Ende, mein Leben war vorbei, ich sah das Studium durch meine Finger rinnen und von einem Tag auf den anderen wechselte das Lebensgefühl von phantastisch auf „ich will sterben“…und keiner hat mich verstanden! Keiner konnte nachvollziehen was so schrecklich daran ist, wenn einem das Bafög gestrichen wird!!!

Nun habe ich keine Erfahrung mit Testaten. Ich habe Erfahrung darin Rollen nicht zu bekommen oder von Männern zurückgewiesen zu werden, damit kann ich umgehen, aber Testate! Das ist völlig neu für mich.

Was habe ich also gemacht? – Das was ich früher immer gemacht habe, wenn das Leben mich überfordert: Schokolade gegessen, geraucht und eine ganze Nacht lang auf einer Party durchgefeiert und mich besoffen, weil es zufällig auch noch Gratisalkohol gab!

Danach hatte ich natürlich ein schlechtes Gewissen und fühlte mich auch gar nicht besser, denn alle Probleme waren ja auch noch da. Also habe ich geplant zu Fasten.

Fasten hat mehrere Vorteile: Man reinigt den Körper, stärkt die Spiritualität, kehrt in sich ein und kann ordentlich reflektieren, man hat mehr Zeit, weil man nicht kochen etc. braucht und man verschwendet seine Energie nicht auf Verdauung sondern kann sie für geistige Arbeit verwenden. Genau was ich brauchte, zum lernen!

Samstag gings los. Das klassische Buchinger-Fasten mit Tee, Saft, Gemüsebrühe und Wasser. Das, finde ich, ist einfach das verträglichste Fasten. 5 Tage habe ich mir vorgenommen und auch durchgezogen und es hat mir sehr gut getan, aber ich war auch unglaublich sensibel und gereizt in der Zeit. In dem Fastenbuch, was ich dazu nochmal gelesen habe, stand dann auch extra nochmal drin, dass unser Körper Serotonin ausschüttet, wenn wir fett- oder kohlenhydrathaltig essen und da kam mir dann nochmal die Assoziation mit dem Video von Dr. Barnard, was ich vor 2 Wochen gepostet habe: Sucht! – Ich frage mich, wie viele Menschen wohl unter der Droge ihres eigenen Serotonis stehen! Ich auf jeden Fall!!!

Der Stress im 2 Semester ging ungefähr in der 3-4 Woche los, wo ich so unglaublich viele Veranstaltungen zu besuchen hatte und parallel dazu habe ich festgestellt, dass ich mehr esse und schwerer satt werde. Ich dachte allerdings, dass das echter körperlicher Bedarf war, weil geistige Arbeit ja auch viele Kohlenhydrate braucht. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich kann nicht differenzieren zwischen Stressessen und Bedarfsessen. Und das nach all den Jahren, in denen ich so auf die Reaktionen meines Körpers achte. Andererseits, auch in der Rohkostszene ist das natürlich so. Fett und Kohlehydrate gibt’s da auch. Datteln können auch Serotonin ausschütten, Cashews auch. Der Körper signalisiert uns so, dass wir gut für unser Überleben sorgen und belohnt uns mit guten Gefühlen, wenn wir kalorienhaltig essen. Diese guten Gefühle müssen dann die Stressgefühle übertünchen!

Am 4. Tag des Fastens war ich dann nochmal bei dem Bafögbeauftragten der Medizinischen Fakultät, dem ich meine Ängste geschildert habe und der mir wiederum das selbe bestätigte wie letztes Semster: In Köln muss man erst nach dem 5. Semester sein Physikum haben und bekommt dennoch Bafög. Das entscheide jede Fakultät für sich, was Regelstudienzeit ist und in Köln sind es eben 5 Semster. Und er hat mich gefragt, warum ich mir den jetzt im 2. Semester schon so einen Kopf darum machen würde. Ich: „Weil Handlungen eben Konsequenzen haben“

Schlussendlich läuft es aber darauf hinaus, dass das ganze Durchfallen eine sich selbst erfüllende Prophezeiung war bzw. Gesetz der Anziehung. Ich habe 8 Wochen lang Angst vor dem Testat geschürt und dann nochmal 2 Wochen lang ordentlich weiter gemacht, indem ich mir gesagt habe, dass wenn ich durch das Testat falle meine Bafög weg und mein Leben vorbei ist. So sieht das nämlich wirklich aus. An mangelndem Lernen hat es ja nicht gelegen.

Nach dem Fasten hatte ich jetzt erstmals die Gelegenheit meinen Salzkonsum zu drosseln, denn Salz ist auch was, wo sich niemand einig ist, außer wenn man Bluthochdruck hat. Dann MUSS Salz weg. Ich habe aber niedrigen Blutdruck. Laut Chronometer esse ich meist aber die 2-3 fache Tagesdosis und das ist schon echt reichlich. Sich von einem auf den anderen Tag Salz abzugewöhnen, ist aber echt sauschwer. Also habe ich das Fasten dazu genutzt, auch weil ich in dem Fastenbuch gelesen habe, dass sich zu viel Salz ins Gewebe einlagern und z.B. Cellulite machen kann. Laut Chronometer ist die Tagesdosis Salz ca. 3 g, was einem halben Teelöffel entspricht. Also wirklich wenig. Das hat seit dem Fastenbrechen am Donnerstag aber ziemlich gut für mich funktioniert. Alles Essen, was ich zubereitet habe, habe ich erst gesalzen, also ich es auf dem Teller hatte, was ein Tipp von Dr. Fuhrmann war, der sagte man würde weniger Salz verwenden, wenn man nicht in Salzwasser kocht, sondern erst nachträglich das Salz drauf tut. Ich hab mir also morgens 3 g Salz abgewogen und es über den Tag verteilt verwendet und so eingeteilt, das es reicht. Insgesamt habe ich beim Fasten 3 kg abgenommen und das neue Gewicht auch durch den Kostaufbau gehalten, was mich wunderte, aber womöglich hat auch das mit dem wenigen Salz zu tun.

Und jetzt bin ich gespannt ob das Salzvermindern auch irgendwelche Konsequenzen hat.

Ansonsten ist mein Leben wieder in Ordnung. Hat an meinen Nerven gezerrt, dieses hin und her und mir ist mal wieder aufgefallen, dass ich anfange mich von mir selbst mit all meiner Individualität und Esoterik unter Stress in ein Mitglied der Gesellschaft zu verwandel mit deren Weltbild. Das funktioniert für mich aber nicht und ab dem Moment geht wieder alles schief!

 – Jetzt bemühe ich mich wieder um Gelassenheit, sehne mich nach Semsterferien und setze mich auf den Arsch um Klausuren zu bestehen. Denn selbst, wenn ich ein Semster mehr machen kann, wenn ich will, muss man es ja nicht herausfordern!

Alles Liebe,

Silke

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1 Kommentar:

  1. ich finde nicht,dass es eine schlechte sache ist,wenn man süchtig nach serotin ist ;) so hörte es sich bei dir fast an^^
    wir sind doch auch vitamin d abhänig, was ja auch ein hormon ist,soweit ich weiß und darum wird ja gestritten, also nur weil serotonin halt mit essen zu tun hat und vitamin d mit sonne, muss man das eine ja nicht gleich als negative sucht bezeichnen ;) wir brauchen halt essen um glücklich zu sein :D
    echt interessant dein gedanke mit selfulfilling prophecy, gut dass es dir wieder besser geht :)

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