Sonntag, 24. Juni 2012

Anti-Aging???

Ich habe eine bewegte, lernintensive Woche hinter mir und habe zum ersten Mal in meinem Leben mit Dinner-Cancelling experimentiert!

Darauf gebracht hat mich ausgerechnet mein Joggingfreund da der immer, wenn er sich zu fett fühlt, abends nichts mehr isst und momentan ist es bei ihm wieder so weit.;-) Also habe ich Dinner-Cancelling mal gegoogelt, denn ich hatte noch irgendwo im Hinterkopf, dass das nicht nur als Diät taugt, sondern auch eine Anti-Aging Maßnahme ist.

Ich bin niemand, der Angst vor dem Alter hat. Noch nie hatte. Und sogar auf der Schauspielschule hat mein Schauspiellehrer gelehrt: „Ich bin stolz auf meine Falten. Mit Falten kann ich viel mehr ausdrücken!“;-)

Wenn man jedoch Tag ein Tag aus mit 20 jährigen verbringt, dann wird man immer wieder darauf gestoßen, was man selber nicht mehr hat. Die Falten um die Augen bilden sich bei denen nach dem lachen sofort zurück und sogar die Raucher haben einwandfrei weiße Zähne. Find ich toll!

Also was ist dran an Antiaging? Was kann man durch Nahrung machen? Was durch Sport? Was durch so Sachen wie Trockenbürsten? Angeblich schüttet Dinner-Cancelling die Wachstumshormone Somatotropin und Melanin aus. Laut Wikipedia ist das aber alles mal wieder nicht bewiesen und daher weiß ich mal wieder nicht ob das stimmt oder nicht. Endokrinologie stand auch noch nicht auf dem Lehrplan, obwohl wir zumindest letzte Woche die endokrinen Organe unterm Mikroskop hatten.

Weil ich gerade gefastet hatte und nicht in die Jojo-Falle gehen wollte, habe ich dann das Kalorienlimit bei 1700 festgesetzt und danach, so ab 17 Uhr, einfach nur noch Tee getrunken. Und das war sauhart! Ich dachte nach dem Fasten sei mein Körper an Nahrungsverzicht gewöhnt, aber Pustekuchen! Er hat noch mehr eingefordert. Wenn ich nachgegeben habe, dann nur mit 2 Selleriestangen oder so und tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich besser schlafe, wenn ich später nichts mehr esse. Das ist interessant und daher will ich noch ein wenig mehr darauf achten, was passiert, wenn ich, sagen wir, nach 18 Uhr nichts mehr esse.

Andererseits, konnte ich mich dann gestern Abend ab 20 Uhr auch nicht mehr konzentrieren, wahrscheinlich Blutzuckerabfall und habe dann ne Kartoffel und ne Möhre gegessen und war wieder klar im Kopf.

Das geht natürlich gar nicht, dass irgendein Essen mein Lernen negativ beeinflusst, es muss es positiv beeinflussen! Vielleicht waren es über den Tag zu wenig Kohlenhydrate, aber schlussendlich frage ich mich folgendes:

Wenn die Bauchspeicheldrüse doch so wunderbar Insulin und Glukagon produziert, die den Blutzuckerspiegel so schön einstellen und Zucker entweder in Muskel und Leber einlagern oder wieder rausholen, warum macht das Glukagon es dann nicht, wenn ich mich beim Lernen nicht mehr konzentrieren kann? Ich glaube nicht, dass meine Glukagonreserven erschöpft sind, oder doch?

Das ist mir mal beim Joggen beim Fasten passiert, dass ich exakt den Moment gemerkt habe, wann das Glukagon leer war, so am 2-3 Fastentag. Ich konnte binne Minuten nicht mehr schnell joggen und auch die Tage danach nicht. Der Körper hatte umgestellt auf Fettstoffwechsel. Holt er sich das Glykogen aus Muskel und Leber nur in absoluten Notzeiten?

Wie dem auch sei, es gab eigentlich noch was anderes, was mich auf diese Anti-Aging-Ding gebracht hat: Nämlich, dass das Reduzieren von Salz meinem Bindegewebe noch mal einen ordentlichen Schubs geben hat in eine straffere Richtung. Lagern sich Salzkristalle wirklich ins Gewebe ein und verfestigen es? Kann dann das Kollagen so toll sein wie es will und kann dennoch die Haut nicht straffen, weil das Salz alles verhärtet?

Im Gegensatz zu anderen Rohköstlern würde ich niemals behaupten, dass Salz Gift sei. Sowohl Natrium als auch Chlorid sind an so unglaubliche vielen Stoffwechselprozessen beteiligt, dass von Gift zu sprechen einfach nur Irrsinn ist! Allerdings essen wir auch definitiv zu viel davon und die Dosis macht ja gemeinhin das Gift.

Ich bin seit letztem Sonntag nochmal von 3 auf 2 g Salz runter gegangen, einfach, weil ich festgestellt habe, dass man zwar ca. 4 g am Tag braucht, aber in meinem Essen schon 2 g Salz enthalten sind. Das funktionierte weiterhin sehr gut. Ich bin dem Fasten echt dankbar, dass es mir ermöglicht hat den Salzkonsum runter zu schrauben. Allerdings war ich seitdem auch nicht mehr draußen essen und auch nicht in der Mensa. Wie das im richtigen Leben mit Salz laufen soll, ist mir auch noch nicht klar. Verführt einen eine salzhaltige Mahlzeit direkt wieder zu mehr? Ich hoffe mal nicht.

Und das bringt mich dann wiederum zum Mineralwasser: Mir hat bisher noch niemand den Unterschied zwischen organischen und anorganischen Mineralstoffen erklären können und auch kein Histologiebuch schreibt irgendwas darüber, dass die Ionenform von Mineralstoffen nicht ausreicht um vom Körper aufgenommen zu werden. Also habe ich wieder bewusst darauf geachtet genug Kalzium aufzunehmen, habe wieder Mineralwasser gekauft und gestern fiel mir dann siedendheiß ein, dass Mineralwasser auch Natrium enthält, es also auch die Salzbilanz erhöht. Leitungswasser macht das nicht.

Also weg mit dem Mineralwasser aus der Ernährung, war eh zu teuer und versuchen das Kalzium aus Nahrungsmitteln zu beziehen. Verwirrt bin ich dann wiederum durch die Empfehlungen die von 450 mg (empfohlen von der WHO) bis in zu 1000 mg der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung. Dazwischen schwanken die Empfehlungen der unterschiedlichen Länder. Auf 450 mg kann man auch mit veganer Rohkost gut kommen, vorausgesetzt man geht davon aus, dass man es durch die harte Cellulose der Pflanzen aus der Pflanze assimilieren kann. Gekochter Brokkoli ist da wohl auch wieder einen sichererer Quelle, genauso wie Greensmoothies oder gekochter Grünkohl. Tendenziell sollte man sich vielleicht irgendwo in der Mitte einordnen so bei 600-700 mg.

Das sind die Punkte, die mich gerade interessieren: Calcium, Dinner-Cancelling und Vorteile einer salzarmen Ernährung. Ich werde berichten.

Alles Liebe,

Silke

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Kommentare:

  1. Hallo Silke,
    Deinen Blog lese ich jetzt seit einem Jahr und ich habe schon sehr viele interessante und nützliche Gedankenanstöße bekommen ;) Vielen Dank dafür!
    Das Thema Calcium interessiert mich auch sehr, denn ich esse vegan (mit möglichst großem Anteil Rohkost, ca. ¾). Ich denke, die Empfehlung von täglich 1000 mg Calcium ist sehr hoch angesetzt. Man sollte dabei bedenken, dass die „normale Ernährungsweise“ (mit Milchprodukten, Fleisch, Zucker und Auszugsmehlen) ein großes Säurepotential beinhaltet und zu einem Säureüberschuss im Körper führt / führen kann. Der Organismus braucht dann basische Mineralien (z.B. Calcium, Kalium, Magnesium), um die bei der Verstoffwechslung entstehenden Säuren wieder zu neutralisieren. Esse ich weniger Säuren und mehr Basisches wird dem Köper nicht zusätzlich Calcium entzogen und der Bedarf sinkt.
    Auch folgende Internetseite ist interessant und empfiehlt täglich „nur“ 400 bis 500 mg Calcium:
    https://www.vebu.de/gesundheit/lebensmittel/313-wie-kann-man-vegetarisch-oder-vegan-seinen-calciumbedarf-decken
    Zum Thema Säure-Basen-Ernährung kann das Buch „Die pH-Formel: Für das Säure-Basen-Gleichgewicht“ nur wärmstens empfehlen.
    Weiterhin viel Inspiration und Freude mit Deinem Blog
    Lg Agnes

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  2. Liebe Agnes,

    ich sehe das ebenso. Die Frage ist: Stimmt es? Vielleicht muss man mal seine Knochendichte messen lassen....

    LG Silke

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  3. Liebe Silke,
    … meine Knochendichte habe ich zwar nicht messen lassen ;) aber ich denke schon, dass es stimmt, (das eine pflanzenbasierte Ernährung den Bedarf an Calcium decken kann) Wo bekommen denn sonst die pflanzenfressenden Tiere ihr Calcium her ;)
    Absolut wichtig in Zusammenhang mit Calcium finde ich auch eine ausreichende (!!) Vitamin D Versorgung (Sonne) . Und ob Vitamin K auch eine Rolle spielt: http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1174334791 ?
    LG Agnes

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