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Freitag, 13. September 2013

Krankenhausfrust...



Ich denke, ich bin schon wieder frustriert von der Schulmedizin, was zum einen damit zusammen hängt, dass mein Patient gestern weniger motiviert war als ich, zum anderen damit, dass ich wieder einen Anschiss bekommen habe, weil mein Zuckermessen so lange dauert.

Es ist nämlich so, dass bei den Patienten 3 Mal am Tag Zucker gemessen wird und dann passiert nichts mehr. Also quasi nichts mehr, die Insulindosis für das darauffolgende Essen wird angepasst. - Aber die Patienten haben immer wieder Rückfragen, wie es sein kann, dass der Zucker so hoch oder so tief ist, wenn man doch nur das und das gegessen hat und wie da die Zusammenhänge sind. Und da ich die Heilung des Patienten als Ziel sehe und nicht die Verwaltung, erkläre ich dann die Zusammenhänge. Aus solchen Koversation heraus ergeben sich dann auch Gespräche wie mit dem Patienten, der mein wissenschaftliches Projekt jetzt gelesen hat.

Aber wenn ich einen Anschiß kriege, werde ich kritisch und fange dann auch an alles zu bemängeln, was die Leute falsch machen, die mich kritisieren und so fällt mir dann alles auf, was falsch läuft.

Zum Beispiel ist da ein Patient, dessen Blutzucker immer zu niedrig ist. Er misst selber und stellt auch seine Insulinmenge selber ein. Ich hab ihm gesagt, wenn der Zucker top ist, brauche er sich auch gar nicht zu spritzen. Daraufhin erzählte er mir, dass sein Diabetologe gesagt habe, er solle trotzdem spritzen und den niedrigen Zucker, dann durch das Essen von Traubenzucker ausgleichen! - Die ham se doch nicht alle!!! - Es ist immer besser, die Medikation zu vermindern, statt das Essen zu erhöhen! Gott sei Dank hat eine Schwester ihm das später auch nochmal gesagt und er hat dann tatsächlich nicht gespritzt und am nächsten Tag war sein Zucker auch nicht gravierend höher als bei einem Gesunden. Ich hab keine Ahnung wie er das gemacht hat, oder ob er eigentlich gar kein Diabetiker ist, oder ob er diagnostiziert wurde als er gerade eine Stress-oder Süßkramphase hatte und sich das mittlerweile regeneriert hat. Oder ob er normalerweise einfach anders isst.

Das selbe Prinzip bei Abführmitteln: Da wird einer Patientin erst ein Abführmittel geben und dann wird sich gewundert, warum sie den Stuhl nicht einhalten kann und der flüssige Kot dann im ganzen Zimmer verteilt ist, so dass mit zwei examinierten Krankenschwestern geputzt werden muss, während ein anderer Patient blutet und keine Zeit dafür ist die Wunder zu verbinden. Warum nicht einfach Ballaststoffe in das Krankenhausessen geben, damit die Darmtätigkeit angeregt wird??? Und dann natürlich Aufklärung des Patienten und Anteilnahme und Verständnis für seine Situation. Wer nicht entspannt ist, kann auch nicht kacken! - Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise.

Die Patientin die die "Gemüsetage" zur Insulinresistenzverbesserung bekam hat gesagt, sie möchte nach Hause und wird heute entlassen. Die "Gemüsetage" wurden dran gegeben. Bringt ja eh nichts. Sie will einfach nicht...

Unterdessen habe ich mal heimlich nachgefragt, ob ein Patient der auf Station liegt, wenn er das wünsche, diese "Gemüsetage" statt des normalen Essens bekommen könnte. Und da liebe ich diese Diabetesberaterin mit der ich darüber gesprochen hatte. Sie kriegt nämlich ein Leuchten in die Augen, wenn die von den "Gemüsetagen" spricht. Sie sagt, dass sei so krass, wie sich der Blutzucker dabei verbessere, weil die Insulinresistenz zurück geht. Ein "Gemüsetag" geht wie folgt: Morgens Vollkornbrot mit Marmelade ohne Butter oder Margarine, mittags gekochtes Gemüse mit Reis, abends einen riesigen Salat mit fettarmem Dressing. Totale Basics der typischen fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Ernährung.

Auch wieder heimlich habe ich das meinem Patienten erzählt, denn ich will ja niemandes Authorität untergraben. Aber der war dann nicht so begeistert, wie ich es war und das hat mich auch wiederum enttäuscht...Er bat nicht darum ab sofort mal 3 Gemüsetage zu testen um zu gucken, wie sich sein Blutzucker verbessert. Aber er kommt eh Ende des Monats in die Schulung.

Begeistert war er hingegen von meinen diabetikertauglichen bombastischen Bananenmuffins. Die bestehen fast nur aus Hafervollkornmehl und aus Bananen und die Bananen hat keiner der 3 Diabetiker-Testesser heraus geschmeckt. Komisch, war aber so. Ich hatte ein bisschen Schiss, dass, trotz nur 14% Fett in den Muffins, der Blutzucker, aufgrund all der anderen Sachen, die die im Krankenhaus zu essen kriegen, also Fleisch, Butter etc. doch etwas zu hoch steigen könnte. Dem war aber nicht so. Da kann man mal sehen wie Kohlenhydrate wirken, wenn sie mit Ballaststoffen daher kommen. Der Zucker wird tatsächlich langsamer zur Verfügung gestellt und die Bauchspeicheldrüse kommt mir der Produktion von Insulin hinterher.

Einen klugen Patienten habe ich dann aber auch entdeckt: Der hatte laktose und zuckerfreie Spekulatius im Zimmer. Hatte seine Frau ihm gekauft. Gibt es sogar regulär im Supermarkt. Ist wahrscheinlich aber zu viel Fett drin...

Menu des Tages am 12. September

Buchweizenknuspis, Amaranthpops, Hafermilch, getrocknete Ananas, getrocknete Aprikosen, Mohn, Chia, Banane, Apfel und Stevia

Schokoladenkuchen

2 Möhren
1 Banane
1 Vollkornbrot

rohe Tomatencremesuppe


Bombastischer Bananenmuffin


Waldorfsalat, roh, auf Blattsalat

Waren 2017 kcal, etwas zu wenig Folsäure und Eisen, 30% Fett, 53,7 g Eiweiß, was zu wenig ist, aufgrund dessen, dass mein Hanfprotein leer ist. Gewicht heute 58,1 kg. Sehr schön.

Wir haben einen Patienten, der über 200 kg wiegt und der bekommt nur 1200 kcal zu essen. Ich würde sterben! Natürlich besorgt auch der sich nebenbei woanders was zu essen, und ich kann es ihm auch nicht verdenken. 1200 kcal schraubt nur den Grundumsatz runter und er muss mehr essen, damit das nicht passiert. Sie sollten ihm lieber 2000 kcal vollwertiges Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte geben.

Ich würde auch gerne ein typsches Krankenhausessen in den Cronometer eingeben um zu sehen ob halbwegs Nährstoffe vorhanden sind. Ich bezweifele es nämlich sehr, sehr stark. Und ich muss leider auch ergänzen, dass es natürlich kein Wunder ist, dass es die Schwestern nicht schert, was die Patienten zu essen kriegen. denn mindestens die Hälfte der Schwestern sind ebenfalls übergewichtig. Eine sogar Typ-II-Diabetikerin, die sich als fleischfressende Pflanze bezeichnet.

Komisch, die Ärzte nicht...

Alles Liebe,

Silke

Donnerstag, 12. September 2013

Der erste Patient...



Hmmm, ich weiß das nicht richtig einzuschätzen...

Es hat nunmehr der erste Patient mein wissenschaftliches Projekt gelesen und sich dadurch von einen Tag auf den anderen von einem frustriert, grummeligen Patienten in einen hoffnungsvoll, euphorischen Patienten verwandelt. Es ist ne coole Sache, wenn du liest, dass in einer Studie 3/4 aller Teilnehmer nach 14 Tagen komplett auf die Medikation für die Krankheite verzichten konnten, die dich selbst gerade einen Zeh gekostet hat, dich an ein Bett und einen Rollstuhl kettet, während die Wunde von der Amputation nicht heilen will.

Den ganzen Nachmittag hat der Patient damit verbracht alles zu lesen und hat immer wieder Rückfragen gestellt und kommentiert: "Mit Fleisch hat der Hr. Barnard es ja wirklich gar nicht. Das erwähnt er immer wieder, dass man kein Fleisch essen soll"

Dennoch war der Patient sehr angetan, wenn er mir auch mehrfach sagte: "Auf Fleisch kann ich nicht verzichten"

Faszinierender Weise ist aber seine Frau Vegetarierin. Die isst noch nicht mal Eier, erzählte er mir. Und ich sag: "Bingo, was besseres kann Ihnen doch gar nicht passieren! Wie viele Menschen haben überhaupt keine Ahnung, wie man ohne Fleisch lecker kocht oder haben dann einen Partner, der sie nicht unterstützen kann oder will"

Daraufhin erklärte er mir, dass es nicht seine Frau sei, die koche, sondern er, und zwar immer zwei unterschiedliche Gerichte. Eines mit Fleisch für sich selbst und ein vegetarisches für seine Frau. Seine Frau ist schlank und gesund (ich hab sie gestern kennengelernt - ein ethisch motivierte Vegetarierin), er liegt mit Diabetes und Bluthochdruck im Krankenhaus. Ich hab ihm gesagt er solle sich das alles mal durch den Kopf gehen lassen, immer noch mal wieder nachlesen, ich würde ihn gerne mit Rezepten versorgen und für alle Rückfragen zur Verfügung stehen, und er könne ja auch nach und nach die Dinge umsetzten, die ihm zusagen ohne seine  Comfort Zone zu verlassen. - Im Krankenhaus gibt es ja eh nur Mist zu essen und es ist daher gar nicht möglich auch nur einen Hauch von Barnards Empfehlungen umzusetzten!

Und weil er es gut geschrieben und verständlich fand und inspiriert war und weil mich auch gestern wieder eine Leserin gebeten hat das mit dem intramyocellulären Fett und der Insulinresistenz nochmal zu erklären, stelle ich das Projekt jetzt als Pdf online. Eine deutsche Zusammenfassung des Buchs Dr. Neal Barnard's Program for Reversing Diabetes: The Scientifically Proven System for Reversing Diabetes Without Drugs

Menu des Tages am 11. November

Sonniger Haferflockenkuchen
2 Grüntee

1 Stück Schokoladenkuchen
1/2 Zimtcupcake
1 Banane

1 Blatt Mangold mit Walnusspaté und Möhrenschnitze (köstlich und 200 kcal!!!)


Staude Mangold, gedünstet mit Knoblauch, Salz, Pfeffer sowie Vollkornnudeln


1 koffeinfreier Kaffee

rohe Möhren und Vollkornbrot

Der Haken daran, dass ich so viel gebacken habe ist, dass ich so viel Süßkram im Kühlschrank habe. Zum einen muss der weg, weil am Wochenende Workshop ist und zwar bei mir zuhause, weil ich keinen freien Raum zu mieten gefunden habe, was mal wieder völlig typisch ist...Zum anderen, habe ich dummerweise nichts diabetikertaugliches gebacken und kann daher nichts verteilen und verschenken. Und natürlich ist es auch superlecker. Jeden morgen lacht mich der Schokoladenkuchen an und da da nichts schlechtes drin ist, außer etwas mehr Fett als normal, esse ich ihn dann auch. Nur ein Stück, aber wenn sich das dann mit Zimtcupcake und Walnusspaté, die ich für den Workshop getestet habe, vereint, landet man ganz schnell bei zu viel Fett. Das habe ich dann im Abendessen wieder ausgeglichen. So halbwegs jedenfalls.Meines Erachtens war das nicht optimal. Einfach zu viel Kokosöl...

Gewicht ist heute 58,4 kg, ich mache immer noch 2000 kcal und komme damit ganz gut zurecht. Nehme damit auch weiter ab. Zurückgeworfen haben mich natürlich diese zwei Ausnahmentage am Wochenende, aber das sind alles keine Katastrophen. Ich habe den Eindruck mein Grundumsatz ist gestiegen, durch das Mehr an Muskelmasse wofür ich trainiere. Austesten werde ich das aber erst, wenn ich bei den 56 kg angekommen bin.

Hingegen wird mein Po immer staffer, was mir sehr gefällt.:-))) Ich habe mich schon immer gefragt, wie man so einen straffen Po kriegt und das erfordert richtiges Training. Ausfallschritte und das hier. Nächstes Jahr jogge ich nicht nur bauchfrei sondern auch in Hot Pants! Dann wird man auch besser braun!

Alles Liebe,

Silke

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Mittwoch, 11. September 2013

Was ist Gesundheit und was ist sie uns wert?...



Die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, definiert Gesundheit wie folgt:

"Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity."

Zu Deutsch: Gesundheit ist ein Zustand kompletten physischen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen.

Sprich um wirklich gesund zu sein, muss man nicht nur psychisch und geistig gesund sein, sondern auch noch sozial und das hat mir, und offensichtlich auch meinen Lesern, wenn ich nach den Mails urteile, Kopfzerbrechen bereitet. Um sozial gesund zu sein braucht man Freunde, Bekannte, Kollegen und überhaupt einen Großteil der Gesellschaft. Wenn sich aber überall dort, wo man nach sozialer Gesundheit strebt Nahrungsmittel befinden, welche es einem nicht erlauben einen Zustand von physischer und geistiger Gesundheit aufrecht zu erhalten, dann hat man ein riesiges Problem.

Es ist leicht sich ein paar Monate einer radikalen Ernährungsform zu unterwerfen. Mal eine Zeit das soziale Wohlergehen links liegen zu lassen um körperlich und geistig zu gesunden. Wenn man das aber schon so lange betreibt wie ich, fragt man sich irgendwann, wie das denn den Rest des Lebens weitergehen soll und sucht nach einer Lösung, die sich mir komplett auch noch nicht erschlossen hat.

Ich persönlich möchte nicht auf die schönen Aspekte des sozialen Lebens verzichten. Aber noch sind wir nicht an dem Punkt, wo man überall all die Nahrungsmittel bekommt, die die optimale Wahl wären. Und selbst wenn dem so wäre, würde man dann nicht doch mal zugunsten des Genusses, eine suboptimale Wahl treffen?

Schlussendlich ist natürlich auch genau das mit ein Faktor, warum wir überhaupt all unsere Zivilisationkrankheiten haben. Die in der Gesellschaft ständige Verfügbarkeit von schlechten Nahrungsmitteln und das Unwissen darüber, was sie mit unserem Körper anstellen. Und Ärzte, die der Meinung sind, dass der Patient sowieso keine Ernährungsumstellung vornimmt, daher kriegt er auch gar nicht erst gesagt, was er selber verändern kann. Barnard schreibt darüber in Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally, dass den meisten Ärzten sehr wohl bewußt sei, dass ihre Patienten süchtig nach gewissen Nahrungmitteln seien, auch wenn sie diesen Begriff nicht verwenden würde. Da die Ernährungsratschläge von den meisten Patienten aber eh nicht angenommen werden würde, würden die meisten Ärzte sich die Mühe gar nicht machen und statt dessen einfach Medikamente verschreiben. Zur großen Freude der Pharmaindustrie.

Schuld ist natürlich auch das Werbefernsehen, was keinen Zweifel daran läßt, dass alle angepriesenen Nahrungsmittel für den Verzehr geeignet seien. Sind sie alle nicht! Man sollte überhaupt nichts essen für das Fernsehwerbung gemacht wird.

Um so verzückter war ich gestern als ich beim Puls- und Blutdruckmessen mit einem Patienten ins Gespräch kam, der fast schon so lange auf der Station liegt, wie ich dort arbeite. Ich glaube, er kam an meinem zweiten Tag und er ist der Bruder einer Krankenschwester, mit der ich letztes Jahr im Pflegepraktikum zusammen gearbeitet habe. Der sprach mich gestern auf mein wissenschaftliches Projekt an. Das hing damit zusammen, dass ihn gerade der Krankenhauskoller ereilt. Er ist das Krankenhaus leid, ist frustriert, weil er nichts machen kann, weil 3 Mal am Tag Zucker gemessen wird obwohl dieser konstant ist und weil er Ende des Monat wieder kommen soll, um an der Diabetesschulung teilzunehmen. Er hat keinen Bock mehr auf das was die Schulmedizin und das Gesundheitssystem gerade mit ihm macht. Ihm habe ich kurz die Quintessenz von Barnards Buch Dr. Neal Barnard's Program for Reversing Diabetes: The Scientifically Proven System for Reversing Diabetes Without Drugs erklärt und ihm gesagt, wenn er es lesen wolle, könnte ich ihm gerne eine Kopie meines wissenschaftlichen Projekt mitbringen. Das war das erste Mal, dass ich einen Patienten gefunden habe, der verzweifelt und dadurch offen genug war, sich mit seinen eigenen Dämonen auseinander zu setzten. Ich bin gespannt auf das Ergebnis. Ich hab ihm gesagt, für Fragen würde ich jederzeit zur Verfügung stehen. Ich hätte noch bis Ende nächster Woche Dienst.

Auf der anderen Seite haben wir auch eine Patientin, die auf "Gemüsetage", sprich 3 Tag fettarme, pflanzliche Kost gesezt wurde. Die hat morgens geheult, mittags das Essen verweigert und abends einen riesigen Salat vorgesetzt bekommen und gemeckert, dass man sie zum Kaninchen machen will. Womöglich muss man Patienten an einen bestimmten Punkt des Leids bringen, bevor sie offen für Veränderungen werden.

Menu des Tages am 10. September

Haferflocken, Mango, Hafermilch, getrocknete Aprikosen, Hanfprotein, Chia, Paranuss, Sojade Himbeere, Traubenkernmehl
3 Grüntee

Schokoladenkuchen
1 Banane

Mini-Schüttelbrot mit roher Walnusspaté


2 St. Sushi

Gemüsepfanne aus Zucchini, Schnellkochdinkel, Tomate, Möhre, Salz, Pfeffer, Pesto, Barbequesauce, Zwiebel und Schüttelbrot



Waldorfsalat auf Bett aus Blattsalat (heute im Newsletter)
koffeinfreier Kaffee

Das war gestern etwas zu viel Fett, nämlich 32,7% was sowohl an dem Schokokuchen als auch an dem Waldorfsalat lag. Ich habe daher alles getan Fett aus meinem Mittagessen raus zu halten.

Das ist überhaupt der ultimative Haken bei Gourmet-Rohkost. Man darf einfach nicht in 2 Mahlzeiten am Tag Gourmetrohkost essen, weil der Fettgehalt dann einfach zu hoch wird. Wobei andererseits der Körper auch fast alle Makronährstoffe verwenden und verbrennen und das eine in das andere Verwandeln kann, aber das macht er nur dann, wenn nicht zu viel Energie verzehrt wird. Ich glaube Probleme gibt es fast immer nur, wenn man zu viel isst. Zu viel Energie/Kalorien im ganzen. Dann fängt der Körper an Fett zu spreichern, Fructose zu Fett zu verstoffwechseln und das im Blut zirkulierende Cholesterin oxidiert, weil zu viel von ihm da ist und führt dann zu Plaque. Allerdings gibt es auch die Studien bei Obduktionen von gefallenen Soldaten entweder im Vietnam- oder im Koreakrieg wo bereits 20jährige arteriosklerotische Ablagerungen hatte. Aber die lebten auch nicht vollwertig und pflanzliche....

Wie dem auch sei, mehr als 30% Fett strebe ich nicht an. Und, um auch das nochmal ganz klar zu sagen: Sobald ich sowas wie 80/10/10 egal ob roh oder gekocht oder eine Mischung aus beidem esse, geht es mit meiner sonst immer optimalen Gesundheit bergab. Bei rohem 80/10/10 gehen meine Kräfte flöten und meine Zähne kaput, bei gekochtem 80/10/10 kriege ich Pickel. Und wenn sich schon Entzündungen auf meiner Haut zeigen, dann sicherlich auch irgendwo IN meinem Körper.

So wenig Fett strebe ich daher nicht an, obwohl es für Diabetiker und Herz-Kreislauf-Patienten sicherlich sehr sinnvoll ist um erstmal die Plaques und das intramuskuläre Fett im Körper zu beseitigen. Später kann man dann immer noch schauen. Für jemand gesunden, halte ich es jedoch nicht für nötig sein Fett so zu rationieren. Je nach Krankheit muss man immer schauen was weggelassen werden muss, nämlich das, wovon zu viel, die Krankheit verursacht hat. Eigentlich ein Konzept für Dummies...

Alles Liebe,

Silke

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Dienstag, 10. September 2013

Blessing in disguise...



Rückblickend, muss ich sagen, bin ich sehr froh, dass mir diese Zuckerüberdosis am Wochendende passiert ist. Und ich kann mir auch wieder sagen, dass alles genau so kommt, wie es richtig ist...am Wochenende habe ich das versucht, es mir aber nicht geglaubt. (dabei stimmt es immer...)

Diese Erfahrung hat mich einiges über meine Patienten gelehrt, was ich in der Form noch nicht wirklich begriffen hatte. Auch, meines Erachtens, jetzt noch nicht komplett begriffen habe.
Es ist eine Sache sich Dr. Lustigs biochemische Erörterungen in Sugar - The bitter truth anzuhören und es ist auch eine Sache bei Barnard zu lesen, dass Schokolade und Zucker süchtig macht, sich auf Hormonregulation auswirkt, sowie auf körpereigene Opiate und Serotonin.

Aber am eigenen Leib zu erfahren, wie sich nicht nur das Bewußtsein, sondern auch der gesamte Charakter ändert und man sich selbst in der Form nicht ausstehen kann. Das ist krass! Und ich finde es jetzt passend, dass das gerade dann passiert, während ich auf einer Diabetikerstation arbeite. Der deutsche Name der Krankheit ist immerhin "Zuckerkrankheit". Behandelt wird da der hohe Blutzucker, aber was ist mit dem ganzen Rest? Und da meine ich jetzt nicht die anfallenden Augen, Füße und Nieren.

Viele Diabetiker leiden auch unter Depressionen. Wobei man nicht weiß, was hier zuerst da war: Die Depression, die dazu führt, dass zu viel Zucker konsumiert wurde, oder der Zucker, der dann die Depression verursacht hat. Es sind auch einige Alkoholiker unter den Patienten. Wobei ich einräumen muss, dass ja Zucker und Schokolade nicht das einzige Problem ist. Es ist derzeit allerdings mein einziges Problem. Es gibt noch 2 Nahrungmittel, die ganz schlimme und süchtig machende Eigenschaften mit sich bringen, nämlich Käse und Fleisch. Und da bei Diabetes ja nicht wirklich der Zucker im Blut die Wurzel allen Übels ist, sondern die, augrund ihres hohen Fettgehalts insulinresistenten Muskelzellen, tragen auch diese beiden, viel zu der Krankheit bei. Ich persönlich hänge aber nicht in den Klauen von Fleisch und Käse. Wer mehr dazu erfahren möchte kann sich auch Barnards Videovortrag wie Zucker, Schokolade, Käse und Fleisch süchtig machen anschauen.

Im Krankenhaus habe ich diese Woche Spätschicht und fand die wesentlich ruhiger als die Frühschicht. Dafür auch langweiliger. Ich habe dem Leiter des Diabetesschulungsteams mein wissenschaftliches Projekt in die Hand gedrückt und zudem die Doku Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch. Er hat den Titel laut gelesen "Gabel statt Skalpell - Gesünder leben ohne Fleisch" - und ich konnte die Gedanken in seinem Kopf fast mithören "Vegetarierkram"...Warum nennen sie es nicht "Gabel statt Skalpell - Wie uns Pflanzen gesund machen" - Raff ich nicht. Kein Fleischliebhaber guckt sich das jemals an und keiner kauft das Kochbuch. Wenn man Leute zu nicht ethisch motivierten Veganern machen will, dann so, dass die das gar nicht mitkriegen. Das ist der einzige Weg.

Menu des Tages am 09. September

Sonniges gebackenes Porridge


4 Grüntee

Mein Imitat von McDonald's Schokoladenkuchen


2 Paranüsse
2 Bananen
106 g Sushi

Roher Waldorfsalat (morgen im Newsletter)


Sonniges gebackenes Porridge (s.o.)

Rest Sushi

Mein Sushivorrat ist aufgebracht und ehrlich, ich bin sogar froh drum. Es war nicht das beste Sushi der Welt und es diente mir, aufgrund des weißen Reis, auch nicht als beste Nährstoffquelle. Quinoa, Dinkel, Buchweizen und Co. sind darin echt besser. Wobei ich ja auch noch plane eine vollwertige, pflanzliche Sushivariante zu basteln, aber irgendwie sind immer andere Projekte im Gang. Mit Ausnahme des weißen Reis halte ich Sushi jedenfalls für ein ausgezeichnetes Nahrungmittel. Und es spricht, muss ich auch leider sagen, was die Geesundheit betrifft, nicht wahnsinnig viel gegen den Verzehr von Fisch.

Ja, und dann habe ich den Schokoladenkuchen fertig gemacht. Er steht dem von McDonalds in nichts nach, ist durch das Kokosöl, ein bisschen zu kokoslastig und ich möchte nochmal eine andere Glasur ausprobieren, die nicht so viel Kokosöl enthält. Das Kokosöl ist auch der Faktor, der die meisten Kalorien mit sich bringt. Dennoch ist dieser Kuchen natürlich viel, viel kalorienärmer als der von McDonalds und immernoch ziemlich mächtig. Negative Auswirkungen habe ich auch noch keine erlebt, aber ich frage mich immernoch wie intensiv Auswirkungen von roher Schokolade sein können und auch von rohem Zucker. Was, wenn man täglich Unmengen Trockenfrüchte isst? Was auch, wenn man überhaupt viele Früchte isst! Gestern kam wieder ein 80/10/10-Anhänger auf die Idee mich per Mail zu beleidigen. Ich denke, jemand der mit sich und seiner Ernährung im Reinen ist, hat kein Bedürfnis danach wildfremden Bloggern Mails zu schicken in denen man Beleidigungen vom Stapel läßt. Vielleicht auch nur ein Sugardown?

Da ich von zu viel roher Schokolade nicht schlafen kann, esse ich davon meist nicht sonderlich viel, und weiß nicht, wie es sich damit verhält. Ich bleibe aber aufmerksam und lese Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally nochmal.

Alles Liebe,

Silke

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Montag, 9. September 2013

Sugardown...



Zu meinem Leidwesen muss ich gestehen, dass ich mich das ganze Wochende über lustlos gefühlt habe ohne es mir erklären zu können. Ich dachte, ich würde die Zeit genießen, die Freiheit vom Krankenhaus und das fantastische Wetter nutzen können. Aber irgendwie hatte ich keine Lust auf nichts. Ich war auch am Samstag nochmal Simulationspatient und auch das hat auch nicht wirklich Spaß gemacht. Das letzte Mal, dass ich mich so gefühlt habe, war nach einer Klausur, wo ich mich mit Kaffee und Zucker hochgeputscht und leistungsbereit gemacht habe.

Es war heute morgen erst, dass ich da hinter kam, dass hinter meiner aktuellen Niedergeschlagenheit das selbe Prinzip steckt, nur dass die Gründe, warum ich Schokolade, Alkohol und Kaffee konsumiert habe, andere waren. Nicht Stress, sondern Spaß. - Aber das Gefühl danach war genau das gleiche. Ich kann mich so nicht leiden, so antriebslos und sinnlos in der Welt, keine Aufgabe, kein Elan, keinen Lebenssinn. Das ist für mich ein furchtbarer Zustand und jedes Mal, wenn er mich ereilt, was vielleicht alle viertel Jahr ist, frage ich mich ob das eine Depression ist. Es geht so schnell wie es gekommen ist und ist nach 2 Tagen im Allgemeinen vorbei. Nach 2 Tagen mit vollwertigem Essen.

Es hat total Spaß gemacht das zu konsumieren, aber ich denke jetzt bin ich an dem Punkt wo ich erkenne, dass ich die Konsequenzen davon in meinem Leben nicht haben will. Diese Niedergeschlagenheit! - Ich fühle mich nicht körperlich unwohl, sondern seelisch. Ich fühle mich wie ich mich früher fühlte in einem miesen Job, einer miesen Wohnung, den ganzen Tag über Kaffee konsumierend bis man dann gegen 18 Uhr zu Bier überging. Damals hatte ich keine Ahnung was zuerst da war, die Henne oder das Ei, sprich, der miese Job und das sinnlose Leben oder das schlechte Essen, die Genußmittel. Ich wundere mich auch, dass ich da sogar heute noch drauf rein falle. Ich denke immer, ein bisschen was kann ich doch mal in gesellschaft genießen. Rein körperlich könnte ich das auch, denn davon wird der Körper nicht krank. Mein Geist aber!

Die Täuschung liegt in diesem verzögerten Effekt. Während des Konsums fühlt man sich toll, genießt, hat Spaß. Mies fühlt man sich 24 Stunden später. Dann nervt die Katze und bettelt und Futter und/oder Aufmerksamkeit und die Ursache der miesen Laune meint man in dem nervigen Verhalten des Tieres zu finden. Dem ist aber nicht so. Die Ursache war 24 Stunden früher.

Nun mache ich sowas 1 Mal und bereue es und erkenne den Mechanismus und hoffe inständig, dass ich mich nächstes Mal besser verhalte. Aber was ist denn dann in der ganzen restlichen Welt los??? Es gibt so unglaublich viele Menschen, die sich tagein tagaus so verhalten. Und auch ich hatte gestern Gelüste, die dann auch wieder nur durch raffinierten Zucker zu bändigen waren und habe dem mit einem Schokoriegel nachgegeben. Das ist ein furchtbarer, entsetzlicher Teufelskreis der einen dann zu Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Krebs und Gicht führt. Wo ist anzusetzen um dieses Problem in den Griff zu kriegen?

Ich habe da meine Tricks, mein Handwerkszeug, meine Rezepte mit denen ich guten Geschmack und emotionale Befriedigung auslösen kann und mich darüber von Sachen entwöhnen kann. Das funktioniert allerdings auch nur, wenn man den Mechanismus erkannt hat. Was ist mit den Leuten, die das nicht haben? Ich schätze ich bin immer noch für ein Verbot gewisser Nahrungsmittel durch die Regierung. Die Nahrungsmittel selbst sind nämlich in der Lage unser Belohnungssystem so zu beeinflußen, dass wir sie für gut halten, auch wenn sie schlecht sind, aber wahrscheinlich fallen auch die Regierenden und mit ihnen die Ärzte auf ihr eigenes Belohnungssystem rein. Wenn sogar ich darauf rein falle!!! So viel dazu...

Ich weiß auch nicht so genau, wie ich nun wiederum damit innerhalb der Gesellschaft, sprich in meinem Freundeskreis, umgehen soll. Ich muss mir schon an die eigene Nase packen, da ich Freitag Abend die Schokolade und den Alkohol durchaus wollte. Aber weil das Siegel "vegan" drauf war, hieß das offensichtlich noch lange nicht, dass das gut für mich ist. Aber es hat Spaß gemacht!

Mein Joggingfreund hat mich Samstag Abend zu McDonalds geschleppt um noch einen Kuchen im McCafé zu essen und obwohl ich der Meinung bin, dass man McDonalds boykotieren muss, und das meistens auch tue, habe ich mich darauf eingelassen. Wie viel ist zu viel des Guten, ab wann schadet mir irgendein Genußmittel, so dass ich mich am nächsten Tag nicht mehr wie ich selbst fühle? Aber welchem Moment hängt mein Belohnungssystem voll in den Klauen eines Nahrungmittels? Bin ich bereit Spaß mit Freunden zu opfern, um mich am nächsten Tag wie ich selbst zu fühlen? Gibt es einen Mittelweg?

Dabei habe ich tatsächlich den Eindruck, dass der Zucker schlimmer ist, als der Alkohol. Ich kann mich an Abende mit Alkohol, aber ohne Zucker erinnern, wo ich diese Gefühle nicht hatte. Und ich schätze es ist auch die Menge des Zuckers. Ich muss noch mal in mich gehen um wirklich zu erörtern, was der zugrundeliegende Mechanismus ist, auch vielleicht was biochemisch und physiologisch das Problem ist. Auf jeden Fall ist das das Hauptproblem in der westlichen Welt, die Ursache für alle Zivilisationskrankheiten und für all den Frust der Menschen.

Neben dem Schokoladenkuchen habe ich mich am Samstag Abend aber ziemlich gut verhalten. ich habe in einer Pizzaria eine Pizza ohne Käse bestellt und nur 2 Gläse Wein getrunken. Zudem war ich recht früh zuhause. Pizza ohne Käse zu bestellen ist ziemlich leicht, muss ich sagen, schmeckt auch meistens. Mein Wunsch wäre, dass Pizzarien auch noch Vollkornteig in ihr Sortiment aufnehmen, dann kann man nicht mehr groß meckern.

Den Kuchen von McDonalds haben wir uns geteilt. Ein Stück für 2 Personen und das war ein Segen, denn ich habe ihn nachträglich im Internet nachgeschlagen: 1 Stück Schokoladenkuchen hat 895 kcal auf ein Stück! - Jetzt stellt euch mal vor, jemand hat vorher schon einen Burger, Fritten und ne Cola gegessen und hat dann noch Lust auf was Süßes und kauft sich so einen Kuchen: In einer einzigen Mahlzeit hat er dann 2000-3000 kcal konsumiert! Ist das krass oder was?

Ich selber habe an dem Samstagabend 3500 kcal gegessen und bin jetzt heilfroh, dass ich keine Menschen mehr treffe da ich 2 Wochen fast im Krankenhaus durcharbeiten muss. Und ich bin froh, dass ich noch 2 Wochen darüber nachdenken kann, wie ich mich das nächste Mal bei anderen Menschen verhalte. Und ich habe durch diese Aktion wieder ein noch größeres Verständnis für die Lage meiner Patienten entwickelt. Wenn ich das Sucht-Emotio-System nicht vollends begreife, wie sollten die dann? Ich habe einen Patienten, der ist sogar Analphabet! Dem kann ich kein Rezept aufschreiben, dem kann ich nichts zu Lesen geben, was seine Krankheit betrifft. Der ist allen Aussagen der Ärzte ausgeliefert...

Inspiriert war ich allerdings diesen Schokoladenkuchen in einer gesunden, veganen Variante nachzubacken und ich glaube es ist mir auch relativ gut gelungen. Ich brauche eigentlich einen Testesser, aber für Diabetiker ist er dennoch nicht tauglich. Da ist zu viel Fett drin. Vielleicht kiege ich da aber auch noch den Dreh hin und finde eine fettärmere Variante...

Menu des Tages am 8. September

2 Brownies
2 Bananen
3 Grüntee

Gemüsepfanne aus Vollkornnudeln, Gemüseresten und Kichererbsen


Banane mit Hanfprotein püriert

1 Haselnussriegel
1 Bananen-Hafer-Happen
3 Paranüsse
etwas Cashew Frosting
1/2 Zimtcupcake
1 Dattel

Salat aus Blattsalat, Knoblauch, Paprika, Apfel, Gurke, Rosinenvinaigrette

Ich fasse es nicht, wie bescheuert ich gestern war! - Ehrlich, das ist mir erst heute morgen aufgefallen, was mit mir gestern los war, weil ich keine Lust hatte zu bloggen und mich gefragt habe, wieso wohl. Ich hab nach und nach versucht meine schlechte Stimmung, welche durch Süßkram verursacht war, auch durch Süßkram wieder zu beheben, was natürlich nicht geht, auch wenn der Süßkram von gestern wenigstens vollwertig war.

Es kann sein, dass da der entscheidende Zusammenhang ist: Dass der Vollwertzucker nicht so schell ins Blut geht, wie der raffinirete und dass da evtl. auch noch irgendwelche Antagonisten mit drin sind, die diese Nebenwirkung unterbinden. Vielleicht sollte ich mal testen ob irgendwas passiert, wenn ich einen kompletten vollwertigen Schokoladenkuchen esse!!! - Ehrlich gesagt, ich glaube wirklich, da passiert gar nichts. Hm, muss ich mal schauen, ob ich das irgendwie umgesetzt kriege. Und auch, wie ich mich jetzt immer daran erinnere was derartige Sachen für einen Einfluss auf meine Stimmung haben! Das muss in meinen Schädel!!!

Barnard schreibt darüber in Breaking the Food Seduction: The Hidden Reasons Behind Food Cravings---And 7 Steps to End Them Naturally aber ich habe es nicht mehr eins zu eins vor Augen, welche Mechnismen da ablaufen. Was ich noch weiß´ist, dass wenn man den Opiatblocker Naloxon verabreicht bekommt, hat man keine Lust mehr auf Süßes und außerdem verminderte Gelüste auf Fleisch, was damit zusammen hängt, dass beim Konsum von beidem körpereigene Opiate ausgeschüttet werden. Serotonin und Co. spielen da dann auch noch alle mit rein...Ich les es nochmal...

Alles Liebe,

Silke

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Samstag, 7. September 2013

Ausnahmen, Alkohol, Alliterationen und ASB...



4 Tage bin ich vom Krankenhaus entbunden und muss dann 11 Tage durch arbeiten. Das finde ich auch ganz schlimm am Krankenhaus! Damit das Personal im Wechsel jedes 2. Wochenende frei haben kann, arbeitet man immer 10-12 Tage am Stück und hat dann 3-4 Tage Wochenende. Ich persönlich kann sowas gar nicht. Ich brauche mindestens einen Tag, alle 5 Tage frei oder besser gesagt: Ich muss einfach mal was anderes sehen! Grundsätzlich habe ich ja eh fast nie frei. Ich muss ja dauernd lernen etc. Aber 12 Tage am Stück körperliche Hochleistungsarbeit ist echt nicht schön. Meine Beine fühlten sich nach diesen 8 Tagen, die ich jetzt hinter mir habe, ähnlich an, wie nach meinem 2. Kölnmarathon. Unglaublich lahm. Ich hoffe sie regenerieren sich jetzt und bauen noch mehr Muskeln auf!

Am Donnerstag nachmittag habe ich dann mein wissenschaftliches Projekt abgabebereit beendet, gebes es Montag dem Diaetesschulungsleiter im Krankenhaus und rufe ebenfalls den Prof. an, der es betreut. Dann kann ich auch da einen Haken hinter machen, es zum Pdf konvertieren und auch hier online stellen.

Abends habe ich mich mit einem Freund getroffen und weil mir nachmittags schon klar war, dass das ein Ausnahmen-Tag werden würde, bin ich einem ganzen Zimtcupcake zum Opfer gefallen (oder er mir ;-) und bin in den Bioladen gefahren um mir vegane Weine zu kaufen. Zwei rote und zwei weiße und außerdem Schokolade! Kürzlich beim Einräumen der Regale habe ich vegane, gefüllte Bitterschokolade entdeckt und die Gelegenheit war Donnerstag günstig auch diese Mal zu kosten. Auch davon habe ich zwei verschieden, aber sehr ähnlich schmeckende gekauft. Der Hersteller war unterschiedlich...


Resultat war dann, dass ich neben einer Flasche Wein auch fast 2 Tafeln Schokolade gegessen habe und mir sogar die Mühe gemacht habe die Kalorien mit zu zählen. Es waren 4000!

Gestern habe ich alles Frühstück ausfallen lassen und den Rest des Tags über 1200 kcal gegessen. Gewicht heute früh 57,5 kg.  Ich schätze aber, das zu viele Essen macht sich die nächsten Tage noch auf der Waage bemerkbar. Mal schauen.

Gestern dann hatte ich nicht frei, sondern ich war als Simulationpatient beim Arbeiter Samariterbund als Schauspielerin engagiert. Das hat zwei Vorteile, nein 3: Ich verdiene Geld, ich kann mal wieder spielen und ich lerne noch mehr. Wir machen sowas an der Uni ja auch dauernd und ich spiele immer lieber den Patienten als den Arzt!:-) Sinn der Übung war gestern medizinische Assistenten für Katastrophengebiete zu schulen. Wenn irgendwo auf der Welt eine Naturkatastrophe oder ein Krieg stattfindet und Mensch leiden, kommt der Arbeiter Samariter Bund hin und bringt Menschen vorbei, die meistens weder Ärzte noch Krankenschwestern/Pfleger sind (obwohl diese natürlich auch mit von der Partie sind) und leistet medizinische Grundversorgung. Es sind also quasi Laien, denen die absoluten Notfallbasics, die über 1. Hilfe hinaus gehen, beigebracht werden. In diesem Sinne war auch die Veranstaltung gestern, wieder eine richtig gute Tat und ich habe zudem wieder noch mehr gelernt. Allein schon zu wissen, wie so ein Rettungseinatz abläuft war hochinteressant zu erfahren. Und es war bitter zu erfahren, dass, ähnlich wie im Krieg z.B. Patienten, die ihren Verletzungen eh erliegen werden, auch keine Hilfe mehr zukommen gelassen wird, weil man sich um die kümmern muss, die eine Chance auf ein Überleben haben. Solche Lebenssituationen muss man sich überhaupt erstmal vorstellen.

Keine Schilderung meines Schauspielalltags wäre komplett würde ich nicht erwähnen, wie uns der ASB verpflegungstechnisch versorgt hat. Es gab Kaffee mit Milch und Zucker und Lunchpackete aus Weißmehbrötchen, Butter, Nutella, Joghurt und einem Apfel drin. Zudem Kekse. Ich habe mir nur einen Apfel genommen und einen Keks und sonst Wasser getrunken. Hatte 2 Bananen-Hafer-Happen dabei, welche wirklich toll als Snack für unterwegs sind. In der gesamten westlichen Welt gibt es meine 3 "F" nicht: vollwertig, pflanzlich, fettarm (vielleicht kann bei der nächsten Rechtscheibreform ja wirklich mal jemand Fs an den Anfang dieser Wörter setzten - das würde die Alliteration perfekt machen!)

Weil ich am Vortag zu viel getrunken hatte, war auch das viele Wassertrinken gut. Morgens hatte ich, wie fast immer nach solchen Abenden, dann 3 Tassen Kaffee. Ich weiß nicht ob Kaffee physiologisch irgendwelche Auswirkungen auf zu hohen Alkoholkonsum vom Vortag hat, aber ich habe immer ein Bedürfnis danach. Womöglich stimmuliert er den Körper einfach nur und beschläunigt dann die Entgiftungsprozesse.

Menu des Tages am 6. September

3 Tassen Kaffee mit etwas Milch

Warmer Pastasalat mit Rosinenvinaigrette


20 g Schokolade

2 Bananen-Hafer-Happen
1 Keks
1 Apfel



Mangold, gedünstet, mit Kichererbsen, Knoblauch, Salz, Ingwer, Pfeffer, Kokosmilch

Der Mangold war so absolut köstlich, dass er als Rezept unbedingt niedergeschrieben werden muss. Ich hatte einfach noch welchen da und habe irgendwas in die Pfanne geworfen und es war total lecker. Mal schauen ob ich die Mengen nachträglich noch zusammen kriege.

Auch heute bin ich wieder beim ASB und heute kommen auch Ärzte dazu, was die ganze Sache vielleicht noch etwas interessanter macht und auch heute nehme ich wieder Bananen-Hafer-Happen mit!

Alles Liebe,

Silke

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Donnerstag, 5. September 2013

Es wird, es wird...Vielleicht heilen wir doch noch Diabetes!


So langsam kommt Bewegung in meinen Krankenhausalltag. Da wir gestern sehr gut besetzt waren und fast schon Langeweile auf kam, wurde ich zu unserem Diabetes-Schulungs-Team geschickt, um beim Blutzuckermessen zu helfen. Währenddessen habe ich dann erfahren, dass aktuell die 3 "Entlastungstage" stattfinden. Es gibt keine tierischen Produkte, nur Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide. Eine Dame des Schulungspersonlas hörte ich dann zu einem Patienten sagen, dessen Blutzuckerspiegel mittags viel besser war als am Vortag "Sehen Sie, das Fettweglassen hilft schon, der Wert ist super" Darauf konnte ich nicht an mich halten und habe ihr erzählt, dass Studien gezeigt hätten, dass bei einer derartigen Ernährung 3/4 aller Diabetiker ihre Medikamente komplett absetzen konnten und sie sagte: "Ja, ich weiß."
Jetzt frage ich mich natürlich: Warum sagen die das nicht den Patienten? Entscheiden die eigenmächtig, dass es für die Patienten eh zu schwer sein wird sich so lange daran zu halten?

Ich muss hinzu fügen, unser Diabetes-Schulungs-Personal besteht nicht aus Ärzten. Ich hab bisher noch keine Ahnung, welche Ausbildung die haben, werde aber bald mal nachfragen. Ich hab auch mein Interesse bekundet bei so einer Schulung mal zu hospitieren und gefragt, was sie denn genau machen, ob es Rezepte gäbe und Tipps etc. Ja, gäbe es.

Was ich glaube, wo der Haken ist, ist, dass das Schulungspersonal halt selber nicht so lebt, wie in den "Entlastungstagen". Ich für meinen Teil kann absolut nicht nachvollziehen warum man, wenn man so lecker pflanzlich und vollwertig essen kann, irgendwas anderes essen sollte! Rezepte gibt es en masse im Internet. Probleme finde ich, gibt es hauptsächlich draußen. In Restaurants, wo man kaum pflanzliches Essen kriegt und wenn, dann ist es häufig in Öl ertränkt. Das bereitet durchaus Schwierigkeiten.

Die Dame des Schulungspersonals hatte vorgestern Geburtstag und hatte 3 Kuchen gebacken, die nicht pflanzlich, vollwertig und fettarm waren, obwohl das alles möglich ist. Ich hab ihr erzählt, dass am 7. Oktober ein Rezeptbuch auf den deutschen Markt käme, in welchem mehr als 300 Rezepte nach den Richtlinien der "Entlastungstage" drin stünden, dass ich das Buch auf Englisch hätte und alles darin superlecker sei. Das Wort "vegan" habe ich in der ganzen Konversation nicht verwendet, und ich habe es gestern auch komplett aus meinem wissenschaftlichen Projekt rausgelöscht und gegen "pflanzlich" ersetzt. Ich denke, das funktioniert besser in unserer Welt.

Praktischer Weise fragte ihr Chef mich gestern auch, ob er mein wissenschaftliches Projekt mal lesen dürfe. :-)))))

Ich sagte, ich müsse es nur noch korrigieren und würde ihm dann einen Abzug mitbringen. Er fragte mich, ob es denn auch wissenschaftlich sei. Ich erklärte, ich hätte locker 3 Seiten mit Quellenangaben und Links zu den Studien. Das freute ihn.

Die Arbeit innerhalb der Diabetesschulug hat mir dann auch gleich mehr Spaß gemacht und ich überlege, ob ich da einen Job kriegen könnte. Vor allem wäre ich besser dafür geeignet Diabetiker von fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung zu überzeugen, als Leute, die Eierlikörkuchen backen!

Kuchen habe ich auch wider verteil, dieses mal Bananen-Hafer-Happen, die nicht ganz so süß waren wie das süße Zucchinibrot. Ich hatte Angst, dass das nicht so gut ankäme, aber auch das hat den Patienten sehr gut geschmeckt.
Und einen Patienten habe ich dazu gekriegt auf seinen Blutzuckerspiegel zu achten, indem ich ihm flirtend erzählt habe, ich stünde auf Männer mit einem Blutzucker unter 200. Er hatte immer 300-400 weil er heimlich Süßkram gegessen hat. Gestern habe ich ihn erstmals unter 200 erlebt!;-))) - Man muss offensichtlich die Richtige Möhre hin halten, damit der Esel sich bewegt!

Menu des Tages am 4. September

3 Grüntee
Chiaporridge aus Chia, Hanfprotein, Zimt, Vanille, Apfelmus, Banane, Datteln und etwas Salz

2 Bananen-Hafer-Happen


2 St. Schokolade
1 Bananen
2 Mandarinen
1 Brownie
Koffeinfreier Kaffee

208 g Sushi

1/2 Rohköstlicher Zimt Cupcake




Salat aus Ruccola, Petersilie, Möhre, Paprika, Knoblauch, Champignons, Tomate, Fenchel, Apfel, Sprossen, 1 TL Olivenöl, Rotweinessig, Salz, Pfeffer


1 Paranuss

Die Zimt-Cupcakes habe ich vorgestern gemacht, weil ich endlich mal wissen wollte, ob man mit Kokosmehl tatsächlich rohen Biskuitteig herstellen kann, der nicht so schwer ist, wie wenn man Kuchenteig auf Nussbasis herstellt. Und tatsächlich funktioniert das. Es ist etwas umständlich und für mein Empfinden auch einfach zu fetthaltig aber absolut lecker. Und da ich bisher sowieso nicht wusste, was man mit Kokosmehl überhaupt machen soll, bin ich froh jetzt zu wissen wofür es taugt! Für Cupcakes.

Die Glasur ist sowas wie ein Buttercreme nur das statt Butter Kokosöl drin ist. Ein Cupcake hat erschreckende 400 kcal und was das schlimmste ist: Fast alle Kalorien sind leer. Es ist echt so: Je mehr Fett man aufnimmt, desto weniger Nährstoffe werden es automatisch. Sogar bei Rohkost! Ich muss aber auch zugeben, dass das viele Fett ziemlich lange satt macht.

2019 kcal, 60 g Eiweiß, 29,9% Fett. Omega 3:6 war fast 1:1 und dafür gabs 130% der Maximaldosis gesättigte Fette nämlich 25 g. Auch mal interessant zu sehen.
Mein Gewicht ist wieder auf 58 kg runter. Das hat 1,5 Wochen bei 2000 kcal gedauert, nach den 4 Tagen mit meinem Vater. Aber ich denke, das ist ein gutes System. Wenn man mal zu viel gegessen hat, muss man sich halt wieder einpaar Tage einschränken. Und 2000 kcal sind auch nicht gerade wenig.

Wir haben eine Patientin, die über 200 kg wiegt und die erzählte mir gestern, dass sie mit 1200 kcal gut hin käme! Ich würde sterben! - Ihr Stoffwechsel ist wahrscheinlich völlig runter geschraubt durch dauerndes Diäten, sonst könnte sie nicht so fett sein. Sie kann aber auch nichts machen, außer im Bett liegen. Ein Unterschenkel wurde ihr schon amputiert. Jetzt wird überlegt, ob sie ein Magenband bekommen soll.

Aber erstmal heile ich jetzt Diabetes. Wie gut, dass Barnard in seinem Buch Dr. Neal Barnard's Program for Reversing Diabetes: The Scientifically Proven System for Reversing Diabetes Without Drugs auch darüber schreibt, wie und warum man körperlich abhängig von gewissen Nahrungsmitteln werden kann und warum man dann völlig irrationale Essenentscheidungen trifft, die man eigentlich nicht treffen möchte. Ich hoffe nur, der Schulungs-Chef liest mein wissenschaftliches Projekt dann auch möglichst bald!

Alles Liebe,

Silke

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