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Mittwoch, 19. November 2014

Zuckersucht im richtigen Leben...



Challenge Tag 6:

Man geht davon aus, dass Suchtkranke, von der Natur mit weniger Dopaminrezeptoren ausgestattet wurden. Das gilt für alle Süchtigen: Spielsüchtige, Alkoholiker, Nicotinsüchtige, Sexsüchtige und ziemlich wahrscheinlich auch Esssüchtige. Barnard hat die Diabetiker seiner Studie auf die Anzahl der Dopaminrezeptoren untersucht und festgestellt, dass ein Großteil von ihnen mit weniger Dopaminrezeptoren ausgestattet war. Das ist genetisch bedingt, aber es hat folgendes zu Folge:

Die Natur hat es wohl so eingerichtet, dass Menschen, die wenig Botenstoffe wie Serotonin und Beta-Endorphin produzieren auch nur wenig Rezeptoren haben. So kriegen sie unter normalen Umständen die selbe Menge Glücksgefühle, wie Menschen, die mehr Rezeptoren haben, aber auch mehr Botenstoffe produzieren. Wenn man jetzt aber eine Substanz konsumiert, welche zu einer Ausschüttung von mehr Botenstoffen führt, stellt der Körper fest, dass jetzt, wo scheinbar mehr Botenstoffe kommen, er auch mehr Rezeptoren benötigt. Er produziert also mehr Rezeptoren und wenn dann die Menge an Botenstoffen plötzlich wieder zurück geht, steht man mit mehr Rezeptoren als Botenstoffen da und hat Entzugserscheinungen. - Streng genommen ist sogar Liebeskummer eine Entzugserscheinung, weil da genau das selbe passiert.

Kathleen DesMaisons ist in Potatoes Not Prozac besonders wichtig darauf hin zu weisen, dass Serotonin die Impulskontrolle reguliert. Menschen mit einem niedrigen Serotoninspiegel (relativ zur Anzahl ihrer Rezeptoren) fällt es unglaublich schwer Nein zu sagen, weil der Impuls nach einer Substanz zu greifen einfach viel zu schnell für die jeweilige Kontrolle ist. Ein Esssüchtiger hat wegen seines niedrigen Serotoninspiegels fast gar nicht die Chance nein zu sagen. Es ist ihm biochemisch nicht möglich zu widerstehen. Er muss seine Biochemie in den Griff kriegen.

Ich kenne zwei Bloggerinen, welche beide jeweils 110 kg wiegen, die mir bekannt sind, weil sie mein Blog lesen oder lasen. Die eine bloggt seit 4 Jahren darüber dass sie abnehmen will, hat alle möglichen Bücher gelesen, richtig gute Bücher, die ich teilweise auch gelesen habe, hat alle möglichen Ernährungsweisen ausprobiert aber sie kann sich einfach nicht am Riemen reißen. Ein paar Tage geht es gut, sie bloggt dann darüber, und dann verschwindet sie 2 Monate lang. Taucht dann irgendwann wieder auf und ist wieder neu motiviert jetzt doch endlich abzunehmen. Und genau das passiert jetzt seit 4 Jahren immer und immer wieder.

Die andere hat vor 4 Jahren mit Rohkost auf gesunden BMI abgenommen. Dann hat man sie verrückt auf 80/10/10 gemacht - alsp Freelee Style (die beste Lustfalle für einen Zuckersensiblen), sie hat alles Obst der Welt gegessen und dabei zugenommen. Dann gab es einen Rückfall in Kochkost und dann passierte gar nichts mehr. Durch Zufall habe ich ihre Spur wieder aufnehmen können, auf einem neuen Blog unter einem neuen Namen, wo sie vor ziemlich genau einem Jahr dokumentierte, wie sie mit veganer Vollwertkost 17 kg abgenommen hatte. Bis sie sich dann entschied im Februar 2014 einen Monat roh zu leben, was wieder zu Ausrutschern geführt hat, den sie mit "Selbstsabotage" betitel hat  und dann, wie ich gestern erfahren habe, zu  einer erneuten Gewichtszunahme um 20 kg binnen der letzten 10 Monate.

Man möchte meinen, die sind beide völlig bekloppt? Warum passiert ihnen das dauern, obwohl sie doch das Wissen darum haben, wie man sich gesund ernährt? Warum sind sie nicht in der Lage mehr Willenskraft an den Tag zu legen, vor allem, wenn sich auch schon gesundheitliche Probleme einstellen? Um 110 kg zu halten muss man täglich 3300 kcal essen. Ohne Sport!

Weil sie naturgemäß zu wenig Dopaminrezeptoren, welche durch den Konsum von falscher Nahrung hochreguliert sind (also der Körper hat ihre Anzahl vergrößert und verlangt jetzt mehr Stoff) und  sie einen niedrigen Serotoninspiegel haben, welcher es ihnen unmöglich macht nein zu sagen, weil die Impulskontrolle nicht funktioniert. Das ganze ist aber heilbar. Tatsächlich hatte es die eine von beiden mit der veganen Vollwertkost ziemlich gut im Griff. Sie hat langsam ihre Hirn-Biochemie wieder auf normale Verhältnisse gebracht, Dopaminrezeptoren runter reguliert, Serotonin mit langsamen Kohlenhydraten hoch reguliert und abgenommen. Und dann kam der Rückfall nie wieder zurück gefunden.

Das ist krass, oder?

Ich nehme an, dass das allen übergewichtigen Menschen so geht. Wir sind nicht an Nahrungsmittel angepasst, die unsere Hirnchemie so manipulieren können. Manche Menschen habe einfach keine Affinität dafür, manche haben ihre Süchte anderes gelagert, rauchen und sind dabei dünn oder sind nur kaffeesüchtig und manche treiben ausreichend Sport. Viele die das Rauchen oder das Trinken aufgeben, nehmen dann zu, weil sie eine andere Substanz für ihre Dopaminrezeptoren brauchen. Und Esssucht, bzw. Zuckersucht ist unter Garantie real. Noch streitet sich die Wissenschaft darüber, aber schlussendlich ist dass egal, denn es ist eigentich klar, dass wenn du etwas machst, was dir schadet und du es mit aller Macht deines Verstandes nicht stoppe kannst, dass es dann eine Sucht ist. Das gilt auch für so Sachen, wie wenn man sich aus einer Beziehung, die einem nicht gut tut, nicht lösen kann.

Das erinnert mich an folgendes: Es gibt einer neue Krankenhausserie, Regie führt Stephen Soderberg und das ganze spielt 1900 in New York und heißt „The Knick“. Ich finde es unglaublich faszinierend, wie die Serie darstellt, wie 1900 operiert wurde und Medizin betrieben wurde, daher habe ich sie mir angeschaut. Der Held ist ein morphiumsüchtiger Chirurg, der ein ziemliches Genie ist. Die erste Staffel hatte 10 Folgen und in der letzten Folge wird der Chirurg dann in eine Entzugklinik eingliefert. Im letzten Bild, sieht man einen weiteren Arzt, der dem Chirurg, seinem Patienten, eine Spritze geben will mit einer Substanz, die er aus einem kleinen Fläschchen aufzieht. Der Arzt sagt dabei: „Seien sie beruhigt, Dr. Thackery, ich gebe ihnen jetzt einer Spritze mit einer neuen Substanz, die ihre Entzugssymtome lindern wird. Seien sie beruhigt, diese Substanz ist von Bayer, dem Aspirin-Hersteller, sie ist absolut ungefährlich.“ Der Chirurg bekommt also seine Spritze, er wird ruhiger. Der Arzt stellt das Fläschchen mit der Substanz ab und die Kamera fokusiert das Fläschchen.
Darauf steht „Heroin“

Ich fand das so krass, dass ich Heroin gegoogelt habe und es ist wirklich so, dass Bayer um die Jahrhundertwende rum, diese Substanz entwickelt hat. Heroin, Morphium und auch Endorphine docken an die selben Rezeptoren an. Zucker wirkt genau so wie Heroin. Erst 1904 entdeckte man, dass Heroin doch auch abhängig macht. Vorher dachte man, einzige Nebenwirkung sei Verstopfung und sexuelle Unlust. Auf warnende Ärzte wurde nicht gehört. 1912 wurde erstmals diskutiert Heroin zu verbieten, 1931 musste Bayer die Produktion einstellen. Und lustig ist auch noch, dass Bayer den Namen auswählte, weil das Wort Heroin die englische Bezeichnung für Heldin ist.

Ich hoffe mal, dass irgendwann auch anerkannt wird, ganz offiziell, dass Zucker, wie Alkohol und Nikotin abhängig machen kann. Nicht jeden, es gibt Menschen, die damit umgehen können, aber Menschen, die nicht damit umgehen können, sollten in ihrer Sucht genau so ernst genommen werden, wie Alkoholiker. Und vor allem müssen Diabetiker nicht nur wie Zuckerkranke, sondern wie Zuckersüchtige behandelt und auf Entzug gesetzt werden genau so ernsthaft wie Alkoholiker.

Menü des Tages am 18. November 2014

6:00 Uhr: 400 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


1 Birne
Haferflocken, Lucumapulver, Wasser, Banane, Sunwarrior Vanille, Traubenkernmehl, Maronen, Zimt


2 Ingwer-Zitronengras-Tee

11 Uhr: 500 g Rosenkohl mit Kichererbsen-Vinaigrette (nur ¾ geschafft)


2 Bananen

14:30 Uhr: Rest Rosenkohl


2 Birnen

17 Uhr: 500 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
Bulgursalat


1 Banane

Die Waage hat sich um 100 g nach unten bewegt und ich bin reichlich gespannt, was passiert, wenn meine Tage nun da sind.



Ach, a propos, Kathleen DesMaisons berichtet auch darüber, dass vor der Regel, die Menge Beta-Endorphin im Blut die geringste im ganzen Zyklus ist. So erklärt sich der Heißhunger auf Schokolade und die anderen komischen Dinge.

Ich hatte gar keinen Appetit auf Schokolade. Vorgestern der Pudding aus Banane und Kakao war da auch alles. Gestern hingegen hätte ich Lust gehabt ein Bier zu kaufen, was ich dann nicht gemacht habe.

Morgen ist die erste Woche fertig dann gibt’s, nehme ich an, einen zwischenstand. Es war bisher alles superleicht, leichter als ich es mir vorgestellt hätte. Ich hab tatsächlich auch keine Pickel bekommen. Liegt das jetzt am Grünzeug oder daran, dass ich weniger Stärke gegessen habe? Oder daran, dass ich erstmals auch unter 10% Fett gegessen habe? Ich kann's nicht sagen...

Alles Liebe,

Silke


Dienstag, 18. November 2014

Die Blutzuckerschaukel und ihre Folgen...



Challenge, Tag 5:

Kathleen DesMaisons geht davon aus, dass bei zuckersensiblen Menschen, der Blutzuckeranstieg und damit in Folge auch der Blutzuckerabfall ausgeprägter ist als bei „normalen Menschen“. Die Autoren von Schlank im Schlaf behaupten sie hätten tausende Menschen untersucht und dabei festgestellt, dass manche Menschen Kohlenhydrate besser tolerieren und sich quasi besser an die neolithische Revolution vor 10 000 Jahren angepasst hätten, als andere. Daher teilen sie sie die Patienten in 2 Gruppen, Ackerbrauern und Jäger und Sammler und erlauben den „Ackerbauern“ mehr Kohlenhydrate zu essen.

Schlank im Schlaf besteht natürlich aus mehrern Vollkatastrophen: Auszugsmehl, raffinierter Zucker, Fleisch, Fett und ist, genau so wie LowCarb, nicht dazu geeignet gesund zu werden, man kann damit höchstens Gewicht verlieren. Außerdem muss man auch da die Kalorien limitieren und Sport machen....Ne, ist klar. "schlank im Schlaf"....Die einzige Person, die ich kenne, die das jemals gemacht hat, hat 20 Kilo abgenommen, dann Hautausschlag dadurch bekommen, es abgebrochen und dann 25 Kilo zugenommen. Außerdem ist den Autoren auch nicht bewusst, dass Insulin nur eine Halbwertzeit von 5 Minuten hat, genau wie es den LowCarbern nicht bewusst ist.

Aber nehmen wir mal an bei manchen Menschen geht der Blutzuckerspiegel tatsächlich schneller rauf als bei anderen, dann muss auch schnell viel Insulin ausgeschüttet werden und der Blutzuckerspiegel fällt schnell wieder ab. Nehmen wir mal an bei zuckersensiblen Menschen geht Vollkornbrot so schnell ins Blut wie bei „normalen“ Menschen Toast. Hat die Evolution sie zu effektiveren Kohlenhydratverwertern gemacht?

Das Essverhalten eines Zuckersensiblen sieht häufig so aus:

7 Uhr: Es gibt Kaffee mit Milch und Zucker
Unterwegs zur Arbeit: Beim Bäcker anhalten und nochmal Kaffee mit Milch und Zucker kaufen. Zudem gleich einen Muffin, Croissant oder sonstiges raffiniertes Frühstücksteilchen mitnehmen
10 Uhr: Auf der Arbeit nochmal Kaffee mit Milch und Zucker
 Dann ist man zu beschäftigt mit der Arbeit und vergisst zu Mittag zu essen
 Um 15 Uhr wird man müde, es fällt einem auf, dass man noch nichts ordentliches gegessen hat, also holt man sich in der Kantine oder beim Türken um die Ecke irgendwas schnelles, Pommes mit Currwurst oder einen Döner
Um 16:30 wird man müde und zieht sich ne Cola am Getränkeautomaten
Um 19 Uhr kommt man nach Hause, schaut sich nach was Essbarem um, findet nicht Anständiges im Kühlschrank, im Vorratsschrank sind dann aber noch ein paar Spaghetti und ne Sauce sowie Parmesan und die macht man sich fertig, isst 2-3 Teller davon und hockt sich vor den Fernseher.
Um 21 Uhr: Bekommt man Lust auf was zu knabbern, holt sich Chips oder Schokolade hervor und isst vorm Fernseher oder vorm PC

Als ich das gelesen habe, dachte ich Frau DesMaisons beschreibt meinen ehemaligen Mitbewohner. Hingegen trank der abends immer noch ein paar Bier. Er war übergewichtig trieb keinen Sport, bekam seinen Arsch nicht hoch, war nicht in der Lage vor 12 Uhr mittags anzufangen zu arbeiten und vor allem nicht sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Ich zog damals aus, weil ich die Schnauze voll hatte, dass es die Stromrechnung dauern nicht bezahlte und uns immer wieder das Licht abgestellt wurde.

Sein Leben nicht in den Griff zu kriegen ist tatsächlich ein Symptom von Zuckersensibilität, weil Serotonin und Beta-Endorphine zu niedrig sind.
Wieder zur Schule zu gehen und sich weiter zu bilden, sind, ehlich, das schreibt, Fr. DesMaisons in folgenden Kapiteln, Symptome der Heilung.

 Mein Ex-Mitbewohner hat mich belächelt, seinerzeit, als ich anfing zu Joggen und meine Ernährung verbessert habe, fand ich würde mich kasteien und mir nichts gönnen. Als ich anfing mein Abitur nachzuholen sagte er zu mir: „Silke, was willst du denn an der Uni? Du bist doch überhaupt kein wissenschaftlicher Typ!“ - Er hockt immer noch in dem selben Job wie vor Jahren, verdient immer noch seine 1000 € netto im Monat und wird niemals mehr bekommen. Hat keine abgeschlossene Ausbildung, hat noch immer Geldprobleme und Schulden und keine Perspektive. Ich dachte immer, dass sei Faulheit oder sowas. Wahscheinlich ist es Zuckersensibilität.

 Ein ähnliches Verhalten legen überigens ALLE Diabetiker an den Tag, die in der Diabetesschulung im Krankenhaus teilnahmen, die ich besucht habe. Niemand frühstückte, niemand hatte auch nur Lust sich etwas zu kochen. Auf mich machte es den Eindruck, als würde sie quasi nie was essen. Aber wie wird man dann fett und Diabetiker? - Sie sagen, sie hätten morgens keine Hunger. Kathleen DesMaisons schreibt, dass wenn man morgens nicht frühstückt auch Beta-Endorphine ausgeschüttet würden, wie diese auch beim Fasten ausgeschüttet werden: Um dem Körper die Schmerzen des Hungers zu nehmen. Zuckersensible nutzen diesen Endorphinstoß am Morgen, wenn sie nichts frühstücken und putschen ihn mit Kaffee und Zucker gleich noch ein bisschen weiter.

Dieses ewige Blutzucker auf und ab hat neben Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen aber noch ein weiteres Problem: Mit jedem Zuckerspike bildet die Nebenniere Stresshormone. Als ob man im Alltag noch nicht genug Stress hätte!!! - Zum Dauerstress des Lebens kommt dann noch Dauerstress durch falsche Nahrung hinzu. Es kommt langfristig zur einer Nebennierenschwäche. Die Nebenniere ist dann nicht mehr in der Lage diese Hormone, die für Ausnahmesituationen gedacht waren, schnell genug herzustellen. Das nennt sich dann Adrenal Fatigue und hat wieder seine eigenen Symptome, welche aber die Zuckersensibilität wiederum verschlimmern. Während alle Stresshormoen aber kontinuierlich ausgeschüttet werden, passieren noch andere furchtbare Sachen, vor allem, dass das Immunsystem unterdrückt wird und man allem Bösen, was dem menschlichen Körper wiederfahren kann, hilflos ausgeliefert ist: Bakterien, Viren, Zellentartung...Was ihr wollt!

Menü des Tages am 17. November 2014

5:30 Uhr: 450 g grüne Bohnen mit Miso und Pfeffer (konnte ich nur die Hälfte von essen)


Haferflocken, Banane, Lucumapulver, Sunwarrior vanille, Zimt, Wasser


8:30 Uhr: Eine Banane

10 Uhr: 400 g Brokkoli mit Salz aus Mikrowelle


Vollkorn-Basmati-Reis mit Selleriesalat mit Birne, Rucola und Kichererbsenvinaigrette


13:15 Uhr. Ein paar restliche grüne Bohnen vom Frühstück
 Rest Selleriesalat mit Reis mit zusätzlicher Portion Kichererbsenvinaigrette


1 Banane
Pudding aus 1 Banane, Kakaopulver und Wasser


18:30 Uhr: 400 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
Salat aus Reis, Bohnen, Kichererbsen, Mais, Sojasauce und Pfeffer


1 kleine Banane

Ich hatte Frühschicht im Bioladen, hatte nicht sonderlich viel Appetit und eine Banane zwischendurch hat gereicht. Überhaupt stelle ich fest, dass ich anfange länger satt zu bleiben. Das ist eine positive Entwickung. Und auch Heißhunger auf Süßes ist einfach nicht da. Es fällt um Längen leichter Verkostungen in der Bäckerei nicht anzurühren und ich stelle auch fest, dass meine Konzentration beim Lernen gut und dauerhaft vorhanden ist.

Ich bin kein richtig ausgeprägter Zuckersensibler, vielleicht bin ich auch ein Zuckersensibler in Recovery. In meinen Zwanzigern hatte ich keinen Tagesablauf wie mein Mitbewohner, was hauptsächlich daran lag, dass ich meistenteils im Nachtdienst gearbeitet habe. Ich hatte gar keinen geregelten Tagesablauf und das war ne Katastrophe für meinen Biorhythmus. Ich weiß, dass ich in der Nachtarbeitzeit mal ziemlich zugenommen habe, weil ich an der Rezeption im Hotel gearbeitet habe und die Regel war, dass die Küche ein Essen für den Nachtdienst bereit hält. In der Zeit habe ich schon sehr ungesund gelebt, viel Kaffee getrunken, viel geraucht, aber ich wusste, wenn ich Süßkram im Haus habe, esse ich ihn auch, und kann mich daher nur daran erinnern, dass wenn ich Süßhunger bekam, ich zum Kiosk gegangen bin. Ach ja, Alkohol habe ich dann meistens ebenfalls gekauft.

Abgenommen habe ich dieses Gewicht dann, als ich mich verliebt habe – eigentlich unglücklich – aber ich habe eine unglaubliche Fähigkeit zur Hoffnung, wenn auch alles aussichtlos ist, abgenommen, weil Serotonin und Dopamin auch ausgeschüttet werden wenn man verliebt ist. Da brauchte ich das Essen nicht mehr. Bei der nächsten großen Liebe ist das dann wieder passiert jund so landete ich dann irgendwann bei unter 70 kg, meinem gesunden BMI, jedoch kann man sich darauf natürlich nicht verlassen. Man kann sich auf andere Menschen nicht verlassen, darauf dass die einen glücklich machen, und das ist auch gar nicht Sinn der Sache. Sinn der Sache ist auch nicht, dass Essen einen glücklich macht.
Sinnhaftigkeit findet man, wenn man etwas sinnvolles tut und dabei Spaß hat. Ich kenne nicht allzu viele Menschen, die das Glück haben.

Alles Liebe,

Silke

PS: Boah, schon wieder...Ich will zwar eigentlich dokumentieren, wie ob und wie viel damit mit dieser Challenge abnimmt, aber da die Waage sich nicht rührt, vergesse ich täglich darübe zu schreiben:



    

Montag, 17. November 2014

Es ist nicht deine Schuld...



Challenge Tag 4:

Mit „Es ist nicht deine Schuld“ ist das 3. Kapitel in Potatoes Not Prozac betitelt. Die Ursache wird bei der fehlerhaften Biochemie im Gehirn gesucht. Warum, wie und wodurch es zu dieser Fehlfunktion kommt, begründet die Autorin nicht. Ich nehme an es könnte sein, dass die Ursache tatsächlich ausschließlich in den Genen zu suchen ist, dass die Vorfahren manch eines Menschen entweder wohlhabender und wohlgenährter oder ärmer und unterernährter waren. Dass es zu irgendeiner Mutation kam, die auch die Unterernährten hat überleben lassen indem sich ihr Stoffwechsel runter geschraubt hat, oder eben das Gegenteil, dass wohlgenährte Vorfahren eine Mutation aufweisen um bei der selben Nahrung mehr Belohnung zu empfinden. Oder auch, dass es auf Fehlverhalten in genau dieser Generation kam, mit Butterkeksen und gesüßtem Babytee, wenn man noch nicht laufen konnte und man durch Zucker fehlgeprägt wurde.

Das spielt schlussendlich aber auch keine Rolle, denn das Problem ist da, es hilft nichts irgendwem Vorwürfe zu machen, aber wichtig ist: Das Problem ist nicht mangelnde Willenststärke oder Disziplin, auch nicht Völlerei oder Maßlosigkeit. Es sind 3 Biochemische Probleme, die den Zuckersensiblen kein Ende finden lassen und mit Heißhunger überfallen:

1) niedriger Blutzucker
2) niedriger Serotoninspiegel und
3) niedriger Endorphinspiegel.

Um allen Dreien auf die Sprünge zu helfen hat Kathleen DesMaisons ihr Ernährungskonzept entwickelt.

Zu einem niedrigen Blutzucker kommt es, wenn man einfache Kohlenhydrate verzehrt. (Das gilt auch für Obstsmoothies und Säfte) Der Zucker geht dann schnell ins Blut, schnell in die Zellen und fällt dann schnell wieder ab. Das nennt man dann Hypoglykämie. Bei niedrigem Blutzucker fühlt man sich müde, unruhig, kann sich nicht konzentrieren, kann sich nur schlecht erinnern, ist leicht genervt, leicht frustriert und wird schnell wütend. Und der Körper signalisiert „Du musst was essen und zwar schnell!!!“  Wenn man dann wieder schnelle Kohlenhydrate isst, fühlt man sich schnell wieder wohl, aber genau so schnell wieder so mies wie vorher. Teufelskreis...Die Lösung sieht Kathleen DesMaisons ist vollwertigen Kohlenhydraten und hat damit natürlich recht.

Serotonin ist ein Neurotransmitter, der Wohlfgefühle und Gefühle der Sinnhaftigkeit erzeugt. Man fühlt sich unter Serotonineinfluss entspannt, gelassen, im Einklang mit der Welt. Serotonin verursacht auch Kontrolle über das eigene Selbst, Kontrolle über seine Impulse und die Fähigkeit zu planen. Serotonin wird ausgescheschüttet, wenn man Ziele verfolgt, die einen befriedigen. Wessen Serotonin niedrig ist ist depressiv, impulsiv, hat Gelüste nach Alkohol, Süßigkeiten und Kohlenhydraten. Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt und zur Therapie schlägt Kathleen DesMaisons vor, jeden Abend 3 Stunden nach dem Abendessen, eine Kartoffel zu essen. Wichtig ist ihr, dass man diese Kartoffel auf gar keinen Fall zusammen mit Eiweiß isst, weil dann das Serotonin irgendwie nicht über die Blut-Hirn-Schranke kommt. Der Mechanismus hat sich mir nicht erschlossen, weil sie schreibt, dass die Kartoffel dafür sorgt, dass Insulin ausgeschüttet wird und das Insulin für diesen Transport zuständig ist. Insulin wird aber auch ausgeschüttet wenn Aminosäuren verzehrt werden, daher verstehe ich diese Begründung nicht. Jedenfalls daher der Titel: Potatoes Not Prozac. Prozac ist ein Medikament gegen Depressionen welches den Serotoninspiegel erhöht. Erforderlich, damit die Kartoffel wirkt ist, dass man auch genug Tryptophan zu sich nimmt. Daher fordert sie 1 g Eiweiß pro Körpergewicht pro Tag.

Last, but not least gibt es da das Beta-Endorphin. Das ist eine endogenes Morphin, welches dafür zuständig ist, dass der Mensch bei Traumata keine Schmerzen verspürt und es ist auch zuständig für das Runner's High. Es bewirkt, dass man keine Schmerzen fühlt, dass man selbstbewußt ist, dass man mitfühlend ist, dass man sich verbunden fühlt, dass man sich hoffnungsvoll, optimistisch und gar euphorisch fühlt, dass einem Süßkram egal ist und dass man sein Leben lösungsorientiert lebt. Mit zu wenig Beto-Endorphin ist das Gegenteil der Fall. Ausgeschüttet wird es nicht nur durch Joggen oder Trauma, sondern auch durch Zucker. Kindern jüdischen Glaubens wird vor der Beschneidung Zucker gegeben. Zucker ist auch sehr beliebt bei Kinderärzten, wenn das Kind eine Spritze bekommen muss. Und bei Erwachsenen, die leiden ebenso: Unter ihrem Job, ihrer Beziehung, ihrer Armut, ihren Mitmenschen, ihrem Stress oder was auch immer. Das hier ist die klassische Lustfalle, der nur durch konsequenten Verzicht zu entfliehen ist. In dem Moment wo man rückfällig wird, erkennt der Körper, dass viel Endorphin kommt und reguliert die Anzahl seiner Rezeptoren hoch und in dem Moment wo mehr Rezeptoren da sind steigt das Verlangen nach mehr. Daher reicht ein Schnaps oder eine Zigarette um Rückfällig zu werden. Wer nach einer Ausnahme nicht Rückfällig werden will muss die nächsten paar Tage höllisch aufpassen und sich gut im Griff haben um der Lustfalle zu entgehen. Wenn man 3 Tage hintereinander Ausnahmen macht, wie an Weihnachten, sitzt man in der Patsche. Blutzucker, Serotonin und Endorphin sind wieder am Boden und man fühlt sich frustriert, deprimiert, nicht zielorientiert, nicht selbstbewußt und man kriegt den Arsch nicht hoch...Es war einmal die Lustfalle...Und dann kommt Silverster und 1000 gute Vorsätze!

Menü des Tages am 16. November 2014

6:30 Uhr: 2 Ingwer-Zitronengras-Tee
400 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


2 Bananen
50 g Haferflocken mit Lucuma, Banane, Sunwarrior vanille, Zimt, Wasser



8:40 Uhr: 2 Kaki


12:30 Uhr: 400 g Brokkoli mit Miso, Ingwer und Pfeffer
1 Banane
Salat aus Vollkorn-Basmati-Reis, Mais, Tomaten, Rucola, Möhre, Salz, Pfeffer, Nori


18 Uhr: Brokkoli mit Miso, Pfeffer, Ingwer
1 Kartoffel (die zweite auf dem Foto hab ich nicht mehr geschafft...)
Sellerie-Birnen-Rucolasalat mit Kichererbsen-Vinaigrette (Rezept folgt...)


Ich hab meine neues Lieblings-Salatdressing entdeckt: Kichererbsen Vinaigrette.
Kichererbsen mit Wasser, Essig, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Senf gemixt und supercremig.

Dummerweise habe ich schon wieder nicht abgenommen.


Könnte sein, dass das an meiner kurz bevorstehenden Regel und irgendwelchen Hormonen liegt. Wenn ich mich richtig erinnere war das auch bei Kalorienreduktion so.

Den Chronometer habe ich gestern abgeschafft. Ich beobachte ja eh jeden Tag das selbe. Das einzige was ich vielleicht supplementieren sollte wäre ½ TL Leinsamen und ½ Paranuss. Sonst ist alles ausreichend vorhanden. Aber das nicht innerhalb der Challenge, sondern wenn dann danach, falls ich das weiter durchziehen will.

Ich hab die Finger von den Verkostungen im Bioladen gelassen und es erschien mir tatsächlich leichter. Als ich merkte, dass ich Hunger bekam, hab ich ne Banane gegessen und die hat ausgereicht. Ich fühle mich ziemlich gelassen, weniger getrieben und weniger leicht verführbar. Nicht nur von Süßkram. Überhaupt.;-)

Alles Liebe,

Silke


Sonntag, 16. November 2014

Wann ist man eigentlich "zuckersensibel"?



Challenge Tag 3:
Ich hatte gestern Frühschicht im Bioladen und wusste, dass das nicht ganz leicht wird, weil da überall Leckereien rumliegen und auch, weil ich nicht unbedingt dann essen kann, wenn ich Hunger bekommen, was in so manchen Berufen der Fall sein kann.

Eine andere Herausforderung stellte sich aber auch in anbetracht dessen, dass ich um 6 Uhr im Bioladen sein muss und um 4:30 Uhr aufstehen muss: Ich hatte um 5 Uhr morgens kaum Hunger. Nach der Portion Brokkoli war ich satt. Haferflocken als erstes kann ich hingen immer essen, wahrscheinlich gerade weil der süße Geschmack mich zugleich auch wach macht und ein paar Neurotransmitter freisetzt, die Brokkoli nicht ausschüttet. Ich hab noch ne Banane hinterher geschoben und meine Haferflocken in eine Tupperdose gefüllt, in der Hoffnung, dass ich sie werde essen können, wenn irgendwann zwischendurch mal etwas Zeit ist. Und auf der Arbeit angekommen, habe ich mir nochmal explizit gesagt, dass ich nicht nach einer der Weihnachtsbäckerverkostungen langen werde, während ich daran vorbei gehe und mein Unterbewußtsein schneller ist als mein kognitiver Verstand. Das hat geklappt. Und auch das Einschieben der Haferflocken um 8:30 Uhr zwischen einzelnen Kassiervorgängen hat geklappt.

Kapitel 2 von Potatoes Not Prozac handelt davon wie man erkennen kann ob man zuckersensibel ist.

 Zum Beispiel so:

„Stell dir vor du kommst nach Hause und gehst in die Küche. Ein Teller noch warmen, frischgebackener Chocolate Chip Cookies steht auf der Anrichte. Der Duft dringt dir in die Nase. Du bist nicht hungrig. Niemand sonst ist da. Was würdest du tun?

Wer jetzt lächeln muss, weiß Bescheid.;-)  Zuckersensible Menschen fühlen sich ertappt, müssen grinsen und denken: "Na klar würde ich mir sofort die Kekse rein stopfen, würde jeder machen!" Das würde aber eben nicht jeder machen. „Normale“ Menschen machen erstmal Sachen wie den Anrufbeantoworter abhören (das Buch ist schon ein paar Jahre als ;-))), ziehen sich Freizeitklamotten an, manche überlegen erst ob sie einen Keks essen sollten, manche sagen, dass sie vielleicht einen probieren würden und das ohne irgendwelche Emotionen dabei. Nicht-zuckersensible Menschen haben beim Gedanken an Chocolate Chip Cookie keine emotionale Reaktion.

Kennt ihr den Begriff Food Porn? Auf diesen Begriff bin ich das erste Mal gestoßen auf dem Blog einer amerikanischen Rohköstlerin mit einem riesigen „Sweet Tooth“, wie sie es selber beschrieb: Eine großen Liebe zu Süßkram. Ihre Süßkram-Rohkost hat ihr zwischenzeitlich gesundheitlichen Problemen eingebracht und mittlerweile ist sie weder roh noch vegan sondern gar nichts „definierbares“ mehr. Sie veröffentlicht aber immer noch Rohkostsüßkramrezepte und hat gerade ihr erstes Rohkost-Süßkram-Rezeptbuch veröffentlicht. Aber darum soll es hier nicht gehen.
Vielmehr darum, dass ich den Begriff Food Porn seither noch auf anderen veganen und rohköstlichen Rezeptseiten und bei Facebook gesehen habe und er betrifft immer Süßkram!

Hier ist Kathleen DesMaisons Food Porn von ihrer Seite:


Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich denke bei jedem Bild: Boah, wie geil, will ich essen! - Ich weiß aber auch von einer Geschichte, die mein Vater mir mal erzählt hat, von einem seiner Bekannten, der, wenn er Supermarktprospekte durchblättert und die Seiten mit dem rohen Fleisch entdeckt, sagt: „Da läuft mir sofort das Wasser im Munde zusammen“.
 Food Porn gibt es also nicht nur bei Süßkram, sondern überhaupt bei hochkalorischem Essen. Nicht mal ich habe jemals bei Bildern von Brokkoli gedacht: „Boah, will ich essen!!!“

Es gibt aber auch die Variante, so Kathleen DesMaisons, dass man Süßkram wirklich sehr liebt, aber sich dagegen entscheidet es zu essen. So komme der ein oder andere dann auf die Idee Müsliriegel zu essen und Saft statt Cola, oder auch Möhrensaft oder man gönnt sich ein Glas Rotwein wegen der Antioxidantien. Tja, und ähnliches beobachte ich bei mir bzw. in der gesamten Rohkostszene besonders, aber auch bei vielen Veganern z.B. auf der VeggieWorld oder auf veganen Festivals. Der Zucker ist immer überall. In der Rohkost redet man sich gut zu, dass man ja gesunde Sachen wie Nüsse und Trockenfrüchte isst oder in der Community um Freelee und Durianrider, dass man ja nur Obst isst, aber damit hängt man immernoch in seiner Zuckersucht, besonders, wenn man Smoothies macht. Die meisten Menschen können das, was sie in einen Smoothie geben, nicht in einer Mahlzeit essen. Das sollte einem zu denken geben.

Chef AJ bezeichnet Trockenfrüchte als Methadon. Wie Methadon ein gesünderer Ersatzstoff für Heroin ist, sind Trockenfrüchte, Säfte und Smoothies Ersatzstoffe für Zucker. Süchtig ist man aber noch immer.

Zuckersucht könne sich aber auch hinter einer großen Liebe für Weißbrot, Nudeln, Frühstücksflocken und Popcorn verstecken. So kann auch jemand, der zwar Zucker meidet, mit Auszugsmehl noch seine Zuckersucht füttern. Das selbe gilt für Alkohol. - Ich nehme jedoch an, dass das die meisten meiner Leser nicht betrifft, sondern hauptächlich die Sache mit den Smoothies, Trockenfrüchten und Obstrohkost.:-)

Genetisch würde Zuckersucht gefördert, wenn ein oder beide Elternteile eine Affinität für Alkohol oder für Zucker haben, ich nehme an, weil es zu einer verminderten Expression von Deopaminrezeptoren kommt, womöglich spielen aber auch noch andere Faktoren eine Rolle.

Was die Mutter in der Schwangerschaft zu sich nimmt kann ebenfalls eine Rolle spielen. Wenn die Mutter in der Schwangerschaft übergewichtig ist, wird auch das Kind übergewichtig sein, wenn sie hungert, wird auch der kindliche Stoffwechsel runter reguliert und das Kind kommt als Jojodiäthaltender zur Welt, sprich, neigt dazu zuzunehmen.

Bei mir spielt alles so ein bißchen eine Rolle, mütterlicherseits ist es schlimmer und da sind auch die Krankheiten schlimmer. Meine Eltern trinken beide gerne Alkohol, aber keiner ist Alkoholiker, obwohl meine Mutter schon depressive Phasen hatte, wo sie zumindest jeden Tag Alkohol getrunken hat. Meine Mutter mag auch Süßes sehr gerne und vor allem Brot und hat heftig zugenommen, seit sie glutenfrei leben muss. Glutenfreie Produkte gehen weitaus schneller ins Blut als Vollkorn und verhalten sich wie Toast.

Laut Kathleen DesMaisons, und das bezweifele ich jetzt ein wenig, ist es zuckersensiblen Menschen auch bei nur 800 kcal nicht möglich Gewicht zu verlieren (das kann eigentlich nur daran liegen, dass sie Dauerdiäter sind und ihren Stoffwechsel runter geschraubt haben). Wenn sie dann mal LowCarb machen, hätten sie aber plötzlich Erfolg. Aber im Laufe der Zeit fühlten sie sich damit rastlos und unleidig, haben dann einen Ausrutscher und essen Kohlenhydrate und finden dann aber nicht zu ihrem vorherigen Essverhalten zurück. Wir sind auch hier wieder bei Jojo.

Mein Menü des Tages am 15. November 2014


5:00 Uhr: 429 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
2 Ingwer-Zitronengras-Tee

8:30 Uhr: 50 g Haferflocken mit 22 g Maronen, Sunwarrior Vanille, Lucuma, Traubenkernmehl und Banane

10:30 Uhr: 400 g Brokkoli mit Salz in der Mikrowelle zurbereitet (ich erspare euch ein weiteres Brokkolifoto)
Rest der Paprika mit Curry-Kartoffelbrei sowie brauner Basmatireis mit Mais


12:45 Uhr: Basmatireis mit Mais
1 Kaki

15:20 Uhr: 1 Papaya


18:00 Uhr: Gemüsepfanne aus Zucchini, Süßkartoffel, Brokkoli, Reis, Mais, Sojasauce, Rotweinessig, Salz, Chili


Meine halbe Stunde Pause im Bioladen hat nicht ausgereicht um mich satt zu essen. So bin ich mit noch nicht vollem Magen wieder an die Kasse zurück gekehrt und das hat diese Mahlzeiteneinteilung so seltsam gemacht.

Ich hab kein Gewicht verloren und hatte mehr Hunger, womöglich, weil ich durchs Arbeiten mehr Kalorien verbrannt haben. Es waren 2047 kcal, 7,4 % Fett, Omega 3:6 war 1:4. Vitamin E ein Hauch zu wenig, Selen nur bei 90%.

Mit dieser Ernährung braucht man absolut keinen Cronometer zu führen. Tatsächlich ist es wahrscheinlich wirklich die einzige Ernährung, die einem ohne Probleme essen lässt ohne auf irgendwas zu achten. Nur diese Regeln gibt es: Erst Gemüse, dann Obst, dann Stärke, 1 kg Gemüse am Tag, keine verarbeitete Nahrung und keine unverarbeitete Nahrung mit viel Fett.

AJ sagt, dass man 500 kcal am Tag einsparen sollte, was wahrscheinlich, zumindest bei mir, automatisch passiert. Ich esse normalerweise locker 2500 kcal. Ein kg Körperfett hat nämlich 7000 kcal und 7x500 kcal macht 3500 kcal was zu einer Gewichtsabnahme von 1 Pfund pro Woche führen soll. Das ist das gesündeste, was man machen kann.

Und ich hab mir auch nochmal angehört, was sie sagt über den Verzehr von stärkefreiem Gemüse, besonders vor der Mahlzeit und kann das voll unterschreiben. Sie sagt: „I love what it does for my brainchemistry and how it helps reduce my food cravings“.

Ich hab da mal nachgedacht: Laut Physiologen an der Uni braucht Nahrung 1-5 Tage durch den gesamten Verdauungstrakt (ich weiß, 5 Tage klingt echt krass, ich glaube aber ein Tag ist es auch bei mir mindestens). Na, und Nährstoffe werden ja nicht im Magen aufgenommen, sondern im gesamten Verdauungstrakt obwohl der Dickdarm natürlich weniger aufnimmt als der Dünndarm. Und diese Verschiebung hin zu viel mehr Gemüse, stärkefreiem Gemüse, könnte die Zuckeraufnahme wirklich gravierend verlangsamen, also hin zu einem, von der Natur gewolltem Tempo, einem Tempo, was auch durch gemahlenes Vollkorn nicht erreicht wird. Deshalb reduziert es die Gelüste. Womöglich...
Ach ja, ich hab nichts abgenommen, aber wenn ich das Wochenziel bereits in den ersten 24 Stunden erreicht habe...;-)  nein, das ist Blödsinn. Das ist kein Körperfett, sondern nur Wasserschwankungen. Pro Tag verliert man nur 71 g Fett, bei 500 kcal weniger und das kann meine Waage gar nicht messen. Die macht 500 g Schritte, daher ist das wiegen täglich tatsächlich Blödsinn. Wöchentlich wiegen ist eigentlich schon Blödsinn, denn auch da kann es zu Wasserschwankungen kommen. Montlch wäre eigentlich realistisch, aber wer will sich schon wochenlang bemühen ohne Resultate zu sehen?



Alles Liebe,

Silke


Samstag, 15. November 2014

Potatoes not Prozac



Challenge Tag 2:

Ich hab das Gefühl mir hat jemand meinen Appetit weggezaubert. Oder ich habe ne Hypnose gegen Appetit über mich ergehen lassen. Hab ich aber nicht. Ich glaube, aber, das ist das selbe Phänomen, was Menschen beschreiben, die eine LowCarb Diät machen, nur dass es nicht LowCarb ist und ich nehmen an, dass die Ursache dafür das Grünzeug vor der Mahlzeit und vielleicht sogar das Grünzeug vor dem Frühstück ist.

Ich hatte gestern nicht mehr Hunger als auf 1519 Kalorien und das hat mich schon sehr gewundert. Ich denke eine Erklärungen hängt mit fogendem Thema zusammen: Potatoes Not Prozac: How to Control Depression, Food Cravings and Weight Gain

Authorin des Buchs ist Dr. Kathleen DesMaisons, die ihren Doktor, den allerersten Doktor in dem Fach überhaupt, über süchtigmachende Ernährung (Addictive Nutrition) gemacht hat an eine interdisziplinären Universität namens The Union Institute. Ihr Doktortitel ist der in den Staaten anerkannte Ph.D.

Sie kommt aus der Alkoholsucht, also nicht sie persönlich, obwohl, vielleicht irgendwie doch, weil ihr Vater am Alkoholismus zugrunde gegangen ist als sie ein Teenager war. Sie hatte ursprünglich im öffentichen Gesundheitswesen gearbeitet und wurde dann gebeten, eine Suchteinrichtung für Alkoholkranke aufzubauen, was sie sehr erfolgreich tat, sich aber gleichzeitig immer fragte, warum die Eilungsquote für Alkoholiker nur bei 25% lag. In ihrem, aber auch in jedem anderen Institut. Und während sie beruflich sehr erfolgreich war, fühlte sie sich privat nicht wohl. Nicht nur, weil sie an Gewicht zunahm, sondern auch, weil sie wohl übelste Stimmungsschwankungen hatte. Das ist etwas, was ich von mir nicht kenne, höchstens mal als Teenager erlebt habe, aber sie schildert das auf ihrer Homepage wie folgt (leider auf Englisch):

„Are You a Sugar Junkie?

Are you tired of looking good on the outside but feeling bad on the inside?
Maybe you have a lot of potential, but you can be moody, impulsive, angry, tired, restless, overwhelmed and stressed out. Or you are overweight, flirting with diabetes, struggling with depression, drinking more than you want to or working hard to keep your eating disorder hidden from others. Are you plagued with low self-esteem and hopelessness even though you act like everything is all right?
Are you driven by cravings and need sugar, alcohol or excitement to keep you from feeling helpless or hopeless? You probably tell yourself things aren’t so bad and you can stop anytime. But you can’t and things keep getting worse"

Möglicherweise erkennt sich ja der ein oder andere wieder. Kathleen hat sich wegen der emotionalen Symptome in Therapie begeben, mit ihrem inneren Kind gearbeitet und alle möglichen esoterischen Methoden ausprobiert um ihre Gefühle auf die Reihe zu kriegen, sie hat auch Diäten gemacht um ihr Gewicht zu regulieren, hat aber immer gedacht, dass ihr Übergeicht daher rüht, dass sie eine miese Kindheit mit einem Alkoholiker als Vater hatte. Bei ihre selbst wurde als sie Anfang 20 war eine Mononukleose diagnostiziert welche ihrer Leber schadet. In dem Moment hat sie aufgehört auch nur gelegentlich Alkohol zu trinken, was sie, so sagt sie, vor der Trunksucht bewahrt hat, aber stattdessen habe sie sich in Süßkram geflüchtet.

Irgendwann innerhalb der Arbeit mit den Alkoholikern ist ihr dann aufgefallen, dass sie womöglich auch ein Suchtproblem mit Essen hat. Sie fing an ihr Verhalten mit dem der Alkoholiker zu vergleichen und quasi zeitgleich erzählte eine Freundin ihr von einer Diät zum abnehmen, bei der man nur Eiweiß und Gemüse isst (Atkins). Sie folgte ihr und fing an abzunehmen, aber gleichzeitig stellte sie fest, dass sich ihre Stimmung verbesserte und ihr Heißhunger auf Süßes. Sie konnte sich pötzlich konzentieren, Ziele setzen und sie verfolgen, ihre Laune war nicht mehr himmelhoch jauchzend und dann zu Tode betrübt. Sie stellte fest ihre Probleme waren nicht psychologisch, sie waren physiologisch. Irgendwas hatte es mir dem Zucker auf sich. Irgendwas hatte es mit ihrer Biochemie auf sich und sie fragte sich, ob sie durch ihren Vater vielleicht die Biochemie eines Alkoholikers geerbt habe. Und wenn dem so sei, würde das auch auf ihre Alkoliker-Patienten zutreffen?

Also fragte sie ihre Patienten was die so essen würden und es stellte sich heraus, dass sie genau so aßen wie sie selbst: Sie frühstückten nicht, aßen nicht regelmäßig, die meisten aßen viel Weißbrot, Pasta und Frühstücksflocken und alle aßen sie sehr viel Süßkram.

Sie erstellte daraufhin einen Ernährungsplan für sich und ihre Patienten welcher aus Eiweiß, komplexen Kohlenhydraten, Obst und Gemüse bestand. Sie sagt, sie habe intuitiv gewußt, dass man Kohlenhydrate nicht komplett außen vor lassen könne, weil unsere Körper Kohlenhydrate brauchen.

Während die Alkoholiker also ihre Ernährung umstellten verschwanden ihre Entzugssymptome schneller und waren weniger unangenehm. Ihre Gelüste verschwanden, ihre Energie nahm zu, sie waren enthusiastisch und gewillt an sich zu arbeiten. Selbst die, die sonst nie nüchtern bleiben konnten, blieben es plötzlich.

Und nun wollte Kathleen rausfinden warum es funktionierte und begab sich an die Uni um ihren Doktor zu machen und fand heraus welche Rollen Seroronin, Endorphin und der Blutzuckerspiegel spielten und hat darüber das Buch Potatoes Not Prozac geschrieben. Ihre Dissertation machte sie in zusammenarbeit mit einer Gruppe von Alkoholikern die mehrfach mit Trunkenheit am Steuer erwischt wurden. Die schlimmsten der Schlimmen also und nach 18 Monaten mit ihrem Programm waren immer noch 92% trocken.

Das Phänomen, dass sie beobachtete nannte sie Zuckersensitivität (und ich mutmaße, dass es das selbe ist, was die Autoren von Schlank im Schlaf als Ackerbauern und Jäger und Sammler bezeichnen. Manche Menschen können besser als andere mit Kohlenhydraten umgehen)

Nun bin ich weder Alkoholiker noch der klassische Essüchtige, wahrscheinlich weil ich immer noch vernünftig genug esse, selbst wenn die Biobäckerei mich verlockt. Ich stelle aber auch fest, dass Süßkram eine Wirkung auf mich hat. Serotonin macht Gefühle der Sinnhaftigkeit, Depressionen beruhen auf Serotoninmangel, welchen Prozac beseitigen kann.

Beta-Endorphine sind aber eigentlich viel spannender, denn die wirken sich positiv auf das Selbstbewußtsein aus, lindern Schmerzen (emotional und körperlich), verbinden einen mit den Mitmenschen und geben einem das  Gefühl fähig zu sein Verantwortung zu übernehmen und wahrscheinlich brauche ich es genau deshalb im Lernstress, wenn ich viel alleine bin, mich quäle, das Gefühl habe, dass der Stoff mich überwältigt etc.

Naja, all das war gestern nicht.

Menü des Tages am 14. November 2014

6 Uhr: 500 g Brokkoli mit Salz, Pfeffer, Ingwer


1 Orange


55 g Haferflocken, Sunwarrior, Lucuma, Zimt, Wasser, Kakaopulver, Banane


- davon habe ich nur die Hälfte geschafft-

8 Uhr: Zweite Hälfte der Haferfocken
im Laufe des Vormittags 4 Tassen Ingwer-Zitronengras-Tee


10:30 Uhr: 450 g Spinat mit Salz, Pfeffer und Ingwer  - nur die Hälfte geschafft -
1 Banane
½ Süßkartoffel


Um die Mittagszeit war ich unterwegs, und hatte die halbe Süßkartoffel in der Tasche

14:00 Uhr: ¼ Süßkartoffel

16:25 Uhr: Rest vom Spinat
¼ Süßkartoffel
409 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer
2 Bananen
58 g Maronen (ich hatte 80 g in der Schüssel, war aber auch wieder vorzeitig satt.

Ich war nicht joggen, nur unterwegs und habe zudem etwas gelernt.

Wie gesagt, 1519 kcal, 65,2 g Eiweiß, 325 g Kohlenhydrate, 12,6 g Fett macht 7%. 82% Kohlenhydrate.
Omega 3:6 war 1:2,2. Alles was an Vitaminen und Mineralstoffen in Pflanzen drin sein kann, war ausreichend vorhanden außer Selen, was nur bei 80% lag.

Ich fühl mich wohl, satt und zufrieden. Alles ist lecker, Ich mag noch immer Brokkoli und zwar lieber, viiiiiel lieber als Spinat und werde erst dann ein anderes Gemüse wählen, wenn ich kein Lust mehr auf Brokkoli habe. Manchmal muss ich überlegen, worauf ich denn Lust hätte, aber das ist wahrscheinlich Gewohnheit.

Und jetzt mal angenommen, dass was Kathleen DesMaisons schreibt, alles so stimmt. Ich meine sie spricht dummerweise von Eiweiß, Vollkorn, Obst und Gemüse und meint damit natürlich tierisches und damit gleichzeitig Fett. Aber was, wenn mit diesem Gemüse vor dem Essen das selbe eintritt, was bei LowCarb passiert, wobei ich mit nicht erklären kann, was das ist. Ob durch Gemüse der Zucker noch langsamer ins Blut geht oder so....so langsam als hätte man ihn gar nicht gegessen, sondern ihn aus körpereigenen Aminosäuren oder Glycerin selber synthetisiert.

Na, so fühlt es sich derzeit jedenfalls an. Aber wenn das so ist, dann braucht niemand jemals mehr LowCarb machen und wir können uns alle endlich einig sein.:-)

Ach ja, ich ab 500 g verloren, was aber kein echter Gewichtsverlust ist sondern kommuliert mit Wasserfluktuation. Schlussendlich sollte man sich genau deshalb nicht täglich wiegen...Mich spornt es aber dennoch an!



Alles Liebe,

Silke


Freitag, 14. November 2014

Aller Anfang ist...gar nicht schwer!...



Challenge Tag 1:

Chef AJ's Ultimate Weight Loss Programm ist auf jeden Fall die gesündeste Ernährung der Welt. Gesünder als alles, was die veganen Ärzte so propagieren, gesünder als Rohkost, gesünder als Paleo. Einfach weil absolut keine einzige leere Kalorie drin ist und keine einzige Substanz die schaden kann. Weder psychisch noch physisch. Natürlich ist die Gesellschaft auf sowas nicht vorbereitet, aber das war gestern nicht mein Problem – es wird aber noch kommen. Gestern war alles super! Ich war begeistert...aber das ist man zu Anfang ja immer, daher erstmal ruhig mit den jungen Pferden...

Ich glaube AJ unterrichtet ihr Programm sowohl in einem „30 Tage Detox Variante“ als auch in privaten Coachings. Es gibt kein Buch darüber und alles was ich darüber weiß, weiß ich von Wendy  Solganik, die mich mit ihrem Blog Healthy Girl's Kitchen überhaupt erst auf Ajs Programm aufmerksam gemacht hat und aus diesem Interview, was sie mit AJ führt.


Das macht das Ganze ziemlich billig...obwohl...vielleicht versteht man es nicht, wenn man sich noch nie mit fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung auseinander gesetzt hat.

AJ bezeichnet sich selbst ganz klar als „Food Addict“ und vermeidet auch jegliche Ausnahmen, weil sie nicht wieder in die Lustfalle tappen will. Sie betrachtet ihre Esssucht wie ein Alkoholiker seine Alkoholsucht: Ein Drink und du bist wieder süchtig. - Persönlich glaube ich, dass Süchte etwas anderes gelagert sind und kann das auch biochemisch erklären, allerdings nicht heute, denn heute soll es hier um meinen ersten Tag mit dem Programm gehen. Ich denke, ein Rückfall passiert nicht dann, wenn man nur ein Mal eine Ausnahme macht, sondern, wenn man sie mehrere Tage hintereinander macht, auch wenn sie noch so klein ist. Daher sind Feiertage, die mehrere Tage dauern eine Katastrophe für Esssüchtige: Weihnachten, Ostern, Karneval. Danach in seine gesunden Verhaltensweisen zurück zu finden ist, wenn man eine Veranlagung dazu hat, unglaublich schwer oder vorerst unmöglich. Wenn man jedoch nur in einer einzigen Mahlzeit eine Ausnahme macht und dann 7 Tage oder so wieder gesund lebt, kommt die Sucht nicht zurück.

Also zu mir. Ich bin auf die Waage gestiegen und habe sie fotografiert.:-)


64,9 kg ist so ziemlich genau das, was ich immer habe, wenn ich nicht auf mein Essen achte, nichts zähle und mich nicht bemühe. Das ist seit ca. 3-4 Jahren so. Mit Rohkost hatte ich mehr, weil ich fehlende Glucose aus Stärke mit Trockenfrüchten kompensiert habe und war etwas über 70 kg. Als Teenager hatte ich mal etwas über 80 kg und war totunglücklich. Mein BMI ist jetzt 22,72 was völlig normal und gesund ist (Richtwert 19-25). Wenn ich meine Kalorien auf 1700 beschränke, wie ich es letzten Sommer gemacht habe, komme ich auf 58 kg runter und gefalle mir dann am besten. Allerding halte ich 1700 kcal nicht dauerhaft durch, nur ein paar Monate und - das ist mir auch kürzlich erst aufgefallen - dabei merke ich meinen niedrigen Blutdruck dadurch, dass mir bei schnellem Aufstehen mal schwarz vor Augen wird.

Menü des Tages am 13. November 2014

6 Uhr: 400 g Brokkoli, gedünstet mit Salz und Pfeffer


1 Apfel
50 g Haferflocken mit Wasser, 1 Banane, Lucumapulver, Sunwarrior Vanille, Zimt


80 g Maronen


Ingwer-Zitronengras-Tee

30 Min. Joggen

8:45 Uhr: 1 kleine Banane
1 kleiner Apfel

Um 9 Uhr hatte ich eine Vorlesung und war ne Stunde in der Uni

10:50 Uh: 400 g Brokkoli s.o.
1 Cherimoya



eine gebackene Süßkartoffel

Das sollte eigentlich nicht das Mittagessen sein, aber ich hatte um 11 Uhr bereits Hunger, richtigen Hunger, nämlich Hunger auf Grünzeug. Nach dem Brokkoli war ich aber noch nicht satt, habe mit Obst nachgelegt, weil AJ sagt man solle erst Gemüse, dann Obst und dann erst Stärke essen und war dann satt. Weil ich den Rest des Tages frei hatte und um 5 Uhr aufgestanden war, hab ich um 13 Uhr 1,5 Stunden Mittagsschlaf gemacht. Müdigkeit suggeriert einem nämlich auch oft Appetit, welcher aber eben kein Hunger ist und da muss man differenzieren: Habe ich jetzt wirklich Hunger oder bin ich nur müde? Oder habe ich vielleicht eigentlich Durst?

17 Uhr: Paprika gefüllt mit Curry-Kartoffelbrei und Curry-Tomatensauce
gemischter grüner Salat mit Vinaigrette, die genau so gemacht wird wie die Cashewvinaigrette aber statt Cashews mit weißen Bohnen


164 g Trauben



Von der Parika hatte ich insgesamt 4 Hälften gemacht und war nach 2,5 Hälften satt. Es musste aber noch was Süßes zum Dessert sein, daher die Trauben

19 Uhr: 126 g Maronen
Der Winter ist großartig in der Hinsicht, dass es überall Maronen gibt und die sehr fettarm sind, vollwertig und ziemlich süß.

Ich hab gestern komplett in den Cronometer eingegeben und bin bei 1960 kcal gelandet, habe 300 kcal durch Sport verbraucht und lande bei Netto 1660 kcal.

Der Cronometer hat ne neue Funktion, seit ich ihn zuletzt verwendet habe und zwar kann man in sein Profil eingeben, ob man vor hat sein Gewicht zu halten oder ob man ab- oder zunehmen will und wie viel in einer Woche. Ich habe Abnehmen, 0,5 Pfund pro Woche eingegeben, was die geringste Menge Gewichtsverlust ist, die man eingeben kann und der Cronometer hat mir ein Netto von 1612 kcal vorgegeben. Aber eigentlich soll nicht der Cronometer die Vorgaben machen sondern mein Körper und mein Sättigungsgefühl. Dem war gestern auch so, obwohl ich mich dabei ertappt habe mich nach dem Cronometer richten zu wollen.

Es waren 69,4 g Eiweiß, 430,3 g KHD und 14,8 g Fett also 10,4/83,2/6,4 in Prozent. Omega 3:6 war 1:3. Das einzige, was etwas zu wenig war war Selen mit 64% der Tagesdosis. Sogar Vitamin E war ausreichend vorhanden.

Ich hab erstmals meinen Salzkonsum mitgerechnet und bin bei 2,5 g Natrium gelandet. Die Physiologen an der Uni lehren, dass die Ausscheidungsschwelle bei 10-30 g am Tag liegt. Wenn man die Ausscheidungsschwelle überschreitet, kommt es zu hohem Blutdruck. Der Cronometer empfiehlt hingegen bei unter 2 g zu bleiben, wahrscheinlich weil fast jeder hohen Blutdruck hat, was z.B. daran liegt, dass eine Fertigpizza, wie ich kürzlich gehört habe satte 14 g Natrium enthalten soll...ich hab das jedoch nicht überprüft.

Also, ich war satt, alles war lecker, es war leicht – aber vielleicht auch nur, weil ich viel zuhause war – und ich habe von gestern auf heute abgenommen, aber dazu kommen wir morgen...:-)

Alles Liebe,

Silke


Donnerstag, 13. November 2014

Die Challenge...



So, dann will ich mal vorstellen, was ich die kommenden 3 Wochen vor habe: Die Challenge basiert auf Dr. McDougalls Buch The Mcdougall Program for Maximum Weight Loss und ist sein Programm für Leute, denen der Gewichtsverlust bei der The Starch Solution nicht schnell genug geht oder solche, die es aus irgendeinem Grund noch etwas weiter treiben wollen. Ich weiß nicht mit wie vielen Lesern ich in den letzten 5 Jahren E-Mail-Kontakt hatte, die alle nicht übergewichtig waren, aber vielleicht noch so 5 kg abnehmen wollten und nicht wussten wie. Vor allem dauerhaft. Gerade kürzliche habe ich gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit dauerhaft sein Übergewicht zu verlieren geringer sei als sich von Krebs vierten Gerades, also Endstadium, zu heilen. Ich weiß hingegen nicht, wo diese Statistik her kommt, aber in Anbetracht dessen, dass 2/3 aller Deutschen einen BMI von über 25 hat und damit übergewichtig sind, ist das  alles ein Riesenproblem.

Na gut, McDougalls Programm verzichtet selbstredend auf alle tierischen Produkte, darüber hinaus auf Nüsse, Samen, Avocados, Oliven, Sojaprodukt, Trockenfrüchte und Säfte. Ebenfalls nicht erlauft sind Produkte aus gemahlenem Getreide, auch nicht aus Vollkorngetreide, also kein Brot keine Pasta. Einfachzucker dürfen nur sehr spärlich verwendet verwendet werden, quasi nur zum nachsüßen am Tisch. Vielleicht 1-2 TL. Das gilt auch für Agave, Ahornsirup etc. - Obst darf man 2 Stück am Tag essen.

Auftritt Chef AJ:
AJ ist Köchin, treibt sich in den Kreisen um die pflanzlichen Doktoren rum und hatte quasi immer ein Gewichtsproblem obwohl sie ein Kochbuch geschrieben hat ,Unprocessed, welches verspricht, dass man damit Gewicht verliert. Selbst wenn sie Nüsse auf exakt eine Unze, also 28 g abgewogen hat , wie es die 80/10/10er empfehlen, hatte sie noch Übergewicht. Anfang 2012 hat sie Nüsse komplett weggelassen und nur noch Samen und etwas Avocado gegessen und 10 kg verloren. Weiteres Gewicht verlor sie dann indem sie sich an McDougalls Programm hielt, nur dass sie irgendwie überlesen hatte, dass man Obst limitieren sollte und dass es ihr wichtig war genug Grünzeug zu essen. - Allerdings sollte ich dazu erwähne, dass AJ zuvor schon Gewicht verloren hatte als sie vegan wurde, dann nochmal als sie auf vollwert und fettarm umstieg, aber zu ihrer Traumfigur kam sie auch damit nicht.

Ihr erfolgreiches Abnehmkonzept unterricht sie seither und unter den Teilnehmern fiel dann irgendwann auf, dass manche erfolgreicher abnahmen als andere. Als sie nachfragte, erklärten diese, dass sie ihr Gemüse immer zum Frühstück aßen, weil sie sonst im Laufe des Tages nicht mehr dazu kämen und seither isst AJ ihr Gemüse auch immer zum Frühstück. Sie empfiehlt 2x500 g Grünzeug immer vor der eigentlichen Mahlzeit zu essen, damit man alle Nährstoffe in sich rein kriegt und den Magen schon mal füllt bevor man die höherkalorischen Sachen wie Kartoffeln, Reis oder Hülsenfrüchte isst.

Hier ist AJ vorher vor 3 Jahren



und nachher:


Nun finde ich, hat ihr Programm 2 gravierende Vorteile: Bei McDougall mache ich mir nie die Mühe ausreichend Grünzeug zu essen, dabei weiß ich, dass 500 g das Minimum pro Tag sind. ( "Starch Solution" legt nahe, dass Stärke die Lösung ist, nicht Grünzeug - Für AJ ist das Gemüse das Herzstück des Programms). Das andere ist, dass ich mir nicht vorstellen kann auf was Süßes zu verzichten, wenn ich Lust darauf habe, sprich nur 2 Stück Obst könnten ein Problem werden.

Sowohl bei AJ, als auch bei McDougall darf man immer essen wenn man Appetit hat und immer bis man satt ist, was auch ein Vorteil ist wobei AJ empfiehlt zwischen den Mahlzeiten Obst und Gemüse zu essen, zur Not Stärke. Und wenn man nicht hungrig genug sei Grünkohl zu essen, habe man eigentlich eh keinen Hunger.

Persönlich verzichtet AJ komplett auf Salz, McDougall sagt man solle es am Tisch erst zum würzen verwenden aber niemals damit kochen. Mir ist beides egal, ich habe einen niedrigen Blutdruck von 110/80. Wer zu hohen Blutdruck hat sollte Salz so weit reduzieren, wie er kann.

Für die Challenge habe ich alles Sachen, die nicht progammtauglich sind in eine Kiste gepackt und in den Keller gebracht. Es war eine groooooße Kiste mit echt vielen Sachen drin: Nudeln, Nüsse, Tahini, ne Kokosnuss, Öl, Agave, Reissirup, brauner Zucker und, und und...So ergab sich dann wenigstens auch die Gelegenheit die Küche mal anständig zu putzen...



Ach ja, eine Sache habe ich noch vergessen, AJ rät auch von Stevia ab, weil der süße Geschmack auf der Zunge einerseits das Belohnungssystem stimuliert und andereseits dem Körper suggeriert, dass es Kohlenhydrate bekommt, und wenn die dann aber ausbleiben noch mehr entsteht. Ich habe auch Stevia in den Keller geräumt, weil ich mein Belohnungssystem mal nicht stimulieren möchte. Steviablätter an sich, erlaubt sie, nur nicht das raffinierte Zeug.

Dafür musste ich Resteessen machen:

Menü des Tages am 12. November

450 g Brokkoli mit Salz und Pfeffer


1 Kaki
Haferflocken mit Rosinen, Banane, Suwarrior Vanille, Zimt, Wasser



2 Pfefferminztee
handvoll Trauben

Vollkornspaghetti mit Sojabolognese, Tomaten und Zucchini (eingepackt in einer Tupperdose war das so hässich, dass ich es nicht fotografieren wollte)
1 Banane

ca. 1 ganze Packung Dominosteine von der Verkostung im Bioladen (das „Ab-Morgen-Ist-Diät-Prinzip hat zugeschlagen...)

450 g Brokkoli mit Salz
eine Süßkartoffel mit Avocado und Salz



Ich hab mich die letzten Tage ziemlich gut vom Koffein befreit, was leider auch nur geht, weil ich gerade nicht viel Stress habe. Ich überlege jetzt schon, wie ich diesen Stress alle halbe Jahr am Ende des Semesters, wenn Klausuren anstehen, besser in den Griff kriegen kann. Ich bin ein Stressdrogenkonsument.Ich  trinke dann, ich konsumiere Koffein, esse zu viel Mist und komme sogar auf die Idee von irgendwem eine Zigarette zu schnorren . Und während ich da drin stecke, sehe ich auch keine Möglichkeit mich zu befreien. Aber wenn ich dann da raus komme, wie jetzt gerade, muss ich über meine Psyche und meine Stressbewältigungsmechanisem nachdenken und wahrscheinlich die Schuld auch wieder meiner Mutter zuschieben...;-)

Ich war mit einer Kommilitonin Kaffee trinken, bzw. ich hab Pfefferminztee gewählt, und sie erzählte mir von ihrer Nichte, welche 7 oder 8 Jahre alt ist und die Abends vorm Fernseher, wenn Chips und saure Gurken auf dem Tisch stehen, eher zu sauren Gurken greift. Ich dachte immer, jeder geht automatisch immer in die Lustfalle. Dieses Mädchen hat von ihrer Mutter habe immer auch Gemüse als Snack mit in die Schule bekommen und zog es vor. Das passiert allerdings den Kindern, die zu dem Zeitpunkt wenn sie entwöhnt werden und Zähne kriegen einfach Butterkekse in den Mund gesteckt bekommen, welche Serotonin ausschütten, für das Belohnungssystem und Endorphin zur Schmerzlinderung und dem kleinen Unterbewusst wird so eine Nahrungspräferenz für Lebensmittel welche aus Zucker, Ausszugsmehl und Fett bestehen antrainiert. Das ist der Grund dafür, dass Diabetes die erste Nicht-Infektionskrankheit ist, welche von der WHO mit dem Begriff Epidemie bezeichnet wurde und auch der Grund, warum man davon ausgeht, dass in 20 Jahren 50% der Bevölkerung Diabetiker sein werden.

Ich hab ein tolles neues Buch entdeckt Potatoes Not Prozac: How to Control Depression, Food Cravings and Weight Gain über Essucht und Depressionen und wie man sie mit der richtigen Ernährung heilt, aber darauf gehe ich an anderer Stelle ein.

Alles Liebe,

Silke